‹ Alle Einträge

Pesto Rezeptore – Vom Hacken und Mörsern

 

Die italienische Übersetzung für »Zerdrücktes« kann man auch sehr leicht selbermachen. Ersetzt man die traditionellen Pinienkerne durch gehackte Mandeln ist es nicht nur billiger als im Supermarkt, sondern es schmeckt auch 28mal besser. Zutaten für Hackepeter
ein großer Bund Basilikum
100 g Mandeln gehackt
100 g Parmesan (den echten)
Olivenöl Extra Vergine
Salz
Pfeffer

Einen großen Topf Salzwasser aufsetzen. Wenn er kocht, die gewünschte Nudelart al dentieren. Kocht man eine Kartoffel mit (die man nachher wieder rausfischt) bleibt durch die austretende Stärke mehr Pesto an den Nudeln hängen, einfach mal ausprobieren.

Währenddessen den Basilikum fein hacken, die Stengel werden auch mitverarbeitet, die aber sehr fein hacken. Die schon gehackten Mandeln mit einem Messer bitte noch weiter zerkleinern, den Parmesan reiben. Bei diesem Rezept verändert sich der Wohlgeschmack eindeutig durch die Qualität der eingesetzten Produkte! Echter Parmesan ist mittlerweile ja REZEPTOR-Standard, der geneigte Rezeptionist sollte sich aber für eben diese Momente ein Fläschchen teures Olivenöl zulegen. Das stellt man dann vorzeigbar ins Regal und freut sich dann bei besonderen Gelegenheiten.

Basilikum, Mandeln, Salz, Pfeffer und viel Olivenöl in einen Mörser geben und alles bis zur gewünschten Konsistenz zermörsern. Manche mögen ihr Pesto homogen, andere wollen noch die einzelnen Stücke spüren können.

Ich überlege grade, was man als Mörser-Ersatz nehmen könnte – eine gute Frage. Zur Not geht wohl auch, die Zutaten sehrsehr fein zu hacken und dann alles in einer Schüssel mit der Rückseite eines Löffels irgendwie zu zerdrücken? Erfahrungsberichte bitte unten reinschreiben. Die kosten aber auch nicht die Welt und so ein Porzellanmörser passt optisch ausgezeichnet zum oben erwähnten Olivenöl im Regal.
Dann noch den Parmesan dazu und nochmal kurz mörsern.

Sind die Nudeln fertig, das Pesto vorm drübergeben mit einem Löffel heißem Kochwasser verdünnen. Zum Servieren die Nudeln und einen Großteil des Pestos in einer Schüssel schon vorher vermischen, und auf dem Teller noch einen Klacks davon obendrauf. Noch mehr Parmesan auf den Tisch stellen, damit jeder sich selbst bedienen kann.

9 Kommentare

  1.   Claudia

    Du hast den Knoblauch vergessen! Der verpasst dem Pesto den letzten Schliff.
    (Nachdem Knoblauchknollen bei uns aufgrund mangelnder Nachfrage regelmäßig verschimmelt sind habe ich gefriergetrockneten Knoblauch gekauft, der ist schon gewürfelt und hält ewig…)

    Tipp für Eilige und Faule: Kauft gefrorenes Basilikum, das ist schon gehackt.

    Und zum Mörserersatz:
    Wenn ihr die zerkleinerten Zutaten einfach verrührt, wird das Pesto nicht so pastös (bleibt nicht so gut an den Nudeln hängen), schmeckt aber genauso gut.
    Ein (Stab)Mixer funktioniert, ich habe aber das Gefühl, dass das Basilikum scharf und bitter wird wenn man es zu lange mixt – also erst die Mandeln mit dem Öl vermixen und dann Basilikum dazu.
    Als Mörserersatz kann man wohl auch einen Flaschenboden verwenden. Hat das mal jemand probiert?

  2.   Heinz

    @ Claudia: Warum machst du nicht gleich Miracoli – da ist alles schon fertig und man spart sich das lästige Kochen. Auch Pizza ist völlig überschätzt, ich kann da nie einen Unteschied zu meiner „AP“-Tiefkühlpizza für 1,49 erkennen. Überhaupt, Kochen ist doch doof, wenn es auch einfascher und schneller aus der TK-Truhe geht!

  3.   Nic

    @ Heinz: Solche überheblichen Kommentare sind mehr als unnötig.

  4.   @Nic und @ Heinz

    Ich finde Heinz nicht überheblich. Er bringt meiner Meinung nach einen wesentlichen Gesichtspunkt an: den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Kochen und „essen machen“. Obstkorb und Biomülleimer, Arzt und Heilpraktiker, Maler und Fotohandy, kochen und essen machen, Wiener Schnitzel und Schweineschnitzel Wiener Art, Jamon Iberico und Formvorderschinken, Diamant und Glasscherbe. Ich überspitze jetzt auch, aber die Idee dürfte wohl klar sein… Genau die Tatsache, daß ein Pesto im Pürierstab des Essenmachers matschig wird läßt den Koch zum Mörser greifen, der zaubergestabte schmierige Kartoffelbrei des Essenmachers ist nichts im Vergleich zum gestampften Kartoffelpuree des Kochs. Austin Powers würde sagen… „Mojo, Baby“…

  5.   REZEPThORsten

    Trotzdem ist es sehr nett von Claudia, ihre Kochtipps und Erfahrungen hier zum Besten zu geben.

    Und wenn Heinz nicht gleich mit der Dampfwalze geantwortet hätte, wäre vielleicht ein schöner Dialog entstanden, in dem im besten Fall beide noch was gelernt haben könnten.

    @Heinz: Heinz wie Heinz Ketchup? 😉

  6.   Biz

    Ich mache Pesto mit Cashew-Nuessen, das schmeckt auch fein!


  7. Ich werde demnächst mal den sicherlich 5 kg Basilikum hergebenden Basilikumstrauch meiner brasilianischen Gastmama plündern… 🙂

    Wie ist das eigentlich mit den verschiedenen Sorten Basilikum? Das was ich hier im Garten gefunden hab, hat nicht diese leicht rundlichen satt-dunkelgrünen Blätter wie das aus dem Supermarkt in Deutschland, sondern sie sind spitzer, heller und glänzen nicht so unverschämt. Aber es ist auf jeden Fall Basilikum… Gibt’s besser schmeckende Sorten? Oder gar irgendwelche magischen Heilkräfte?
    Freue mich über Antworten

    Achso, und wo ich gerade bei brasilianischen Gewächsen bin, gibt es bei uns eigentlich Xuxu (sprich „Schuschu“)? Optisch eine Art Mischung aus Birne, Gurke und Kürbis, harte Schale, kartoffelähnliches, ziemlich neutrales Fleisch. Nicht dass ich das jemals freiwillig bei uns kaufen würde, aber vielleicht gibt es ja Geister, die darin eine rare Delikatesse sehen 😉

  8.   REZEPThORsten

    Liebe Marleninha,

    schau mal bei Gernot Kratzers Gewürzseite vorbei.
    http://www.uni-graz.at/~katzer/germ/index.html

    Da steht alles über Basilikumsorten und deren Heilkräfte,
    aber leider nichts über Xuxu 😉

    viele Grüße
    von REZEPThORsten

  9.   Sindy

    Zum ersten Kommentar: ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Bitterwerden nichts mit dem Basilikum, sondern mit dem Öl zu tun hat, speziell mit dem Olivenöl. Man sollte dieses nicht sehr lange mixen mit dem Stabmixer. Mir ist das öfter passiert, wenn ich selbst Majo gemacht habe und dazu Olivenöl genommen habe. Also: nicht so lange mixen, sonst passiert das, was Claudia im ersten Kommi gesagt hat, das Pesto kann bitter werden…

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren