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Lubia Polo vs. Tortilla – Iran vs. Mexico

 

Ein orientalisch-geschmortes Rindfleisch mit Bohnen trifft auf das mittelamerikanische Fladenbrot. Aus politischen Gründen bleibt dieser Artikel komplett auf sportlich-kulinarischer Ebene.

Für 2 UN-Beauftragte der Atom-Kommision
300 g Rindfleisch zum Schmoren
250 g grüne Bohnen
1 Dose Dosentomaten
1 kleine Zwiebel
Koriandersamen
Salbei
gegen
Fertigtortilla-Brot aus dem Supermarkt

Für den iranischen Vertreter »Lubia Polo« müssen erstmal die Dosentomaten püriert werden. Entweder benutzt man dazu einen Pürierstab oder presst es mit einer Löffelrückseite durch ein Haarsieb. Dann Zwiebel kleinschneiden und das Rindfleisch in Gabelgerechte Würfelform bringen. Rindfleisch zum Schmoren ist recht billig, weil es kein Fleisch zum Kurzbraten ist, also nicht zart aus der Lende sondern eher durchwachsen und vom beanspruchten Muskel.

Schmoren bedeutet nichts anderes als es erstmal in heißem Fett anzubraten, und dann in Flüssigkeit weich werden zu lassen. Das Bindegewebe im Muskel (sämtliche Sehnen, Fasern u.ä.) wird langsam in Gelantine umgewandelt und macht das Fleisch zart. Es zerfällt dann auf der Zunge. Wir erhitzen erstmal ein neutrales Öl in einem großen Topf und geben gleich die Zwiebeln rein, damit sie solange das Öl heiss wird, glasig anschwitzen. Dann das Fleisch dazu und kräftig anbraten. Optimal ist es, wenn jeder Fleischwürfel Topfbodenkontakt hat, durch die Hitze werden die Poren verschlossen, und kein Fleischsaft kann austreten. Dann bekommt alles eine schöne braune Farbe (=Röststoffe =Geschmack pur) und keine Flüssigkeit macht den Schmorvorgang zunichte, schließlich wollen wir mit der Flüssigkeitszugabe erst bestimmen, wenn das Anbraten ins Schmoren übergeht. Und zwar genau dann, wenn alle Fleischwürfel ringsherum braungebrannt sind.

Jetzt das Tomatenpüree angießen und mit einem Holzlöffel das Braune unten vom Topfboden in die Sauce loskratzen.
Mit zermörsterten Koriandersamen und Salbei abschmecken, Salzen und Pfeffern. Bis das Bindegewebe weich ist, kann schon mal eine Stunde leise vor sich hinköcheln nötig sein, am besten, man probiert so ab 45 Minuten immer mal wieder ein Stückchen Fleisch. Natürlich reduziert sich die Flüssigkeit immer weiter, man kann dagegen einen Deckel auf den Topf setzen oder einfach Wasser nachgießen.

Neigt sich die Kochzeit dem Ende, werden in einer Pfanne die vorne und hinten gekappten grünen Bohnen in einer halben Sekunde Öl separat angebraten. Sobald sie appetitliche braune Stellen haben werden sie im Schmortopf fertig gegart. Deckel drauf, das dauert dann etwa 5 bis 7 Minuten.
Nochmal abschmecken.

Kurz vorm Servieren die Torillafladen aus der Packung nehmen und in der leeren Bohnenpfanne kurz von beiden Seiten anwärmen, auf den Teller legen und das Lubia Poloauf den Fladen in der Mitte längs häufeln. Wie bei einem »Durchfahrt Verboten«-Schild. Dann aufrollen.

Spielbericht:
Ein überraschend gutes Spiel, schließlich würde man aus der Konstellation Naher Osten gegen (immerhin ja noch) nordamerikanische Küche nicht gerade ein Spektakel erwarten. Wobei sich der Tortilla-Fladengeschmack etwas labberig zurückhält, was daraus resultieren könnte, daß es eingeschweißte Supermarktware ist. Aber einen Tortillafladen selbst herzustellen lohnt sich wahrscheinlich nicht. Überraschend gut jedoch das Rindergeschmorte, daß durch die frische Tomaten-Note in Verbindung mit Koriander und Salbei echt ein original orientalisches-Restaurant-Feeling bekommt. Zu Beginn geht Iran klar 1:0 in Führung, dann merkt man, wie gut der Weizenfladen doch irgendwie dazu passt, 1:1 Ausgleich, dann schmeckt das Rindfleich mit den Bohnen echt klasse, 2:1 und in der Nachspielzeit verpasst Mexico noch das unverdiente 2:2. Ein solides, wirklich gutes Spiel endet 2:1

1 Kommentar

  1.   mieze katz

    das „polo“ in lubia polo steht für reis… trotzdem fast „stilechter“ als von mama. die nimmt nämlich dosenbohnen und brät sie auch nicht an.

 

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