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Köttbullar vs. Mashed Potatoes – Schweden vs. England

 

Die IKEA-Truppe gegen Kartoffelpü, das europäische Duell der Gruppe B verspricht eine knallharte, kampfbetonte und bodenständige Partie zu werden
für Billy und Björn
350 g Rinderhack
1 mittlere Zwiebel
1 Ei
0,1 l Semmelbrösel
0,3 l Milch
Preiselbeeren aus dem Glas
gegen
300 g Kartoffeln mehligkochend
3 Knoblauchzehen
0,1 l Sahne
2 EL Butter

Mormors Köttbullar (Großmutters Fleischkügelchen) sind ja für manche Leute Grund genug, um neben der obligatorischen Packung Teelichter jemanden zu IKEA zu begleiten. Anscheinend gibt es sie aufgrund großer Nachfrage da auch schon tiefgekühlt zu kaufen, REZEPTOR sprach mit führenden Großmüttern aus Schweden: Die Bindung der Kugeln ? also daß sie beim Braten nicht auseinander fallen ? schaffen die Semmelbröseln bzw. Paniermehl, also erstmal eine Pampe anrühren, die aus den Bröseln und der Milch besteht. 20 Minuten bis eine halbe Stunde quellen lassen.

Währenddessen die Kartoffeln ungeschält mit den ebenfalls ungeschälten Knoblauchzehen in Salzwasser aufsetzen und in 20 Minuten garkochen.

Das Hackfleisch salzen und pfeffern, mit dem Ei und der feinst gehackten Zwiebel händisch durchkneten. Die Pampe dazu und nochmal kneten, stehen lassen. In der Zwischenzeit mal die Kartoffeln schälen. Jetzt in einer ausreichend große Pfanne eine Sekunde neutrales Öl auf Rauchtemperatur erhitzen (dann kleben die Bollar später nicht an) und dann wieder abkühlen lassen, oder ausnahmsweise mit einer beschichteten Pfanne arbeiten, ist aber eigentlich total uncool.

Dann einen Klacks Butter dazu und mit feuchten Händen tischtennisballgroße Bällchen formen und gleich bei mittlerer Hitze ins Fett legen, schnell machen. Während die Bollar nun ringsrum lecker braun anbraten, mit einer Kartoffelpresse, einer Spätzlepresse oder einem Kartoffelstampfer die Kartoffeln pressen oder von oben senkrecht nach unten stampfen. Den Knoblauch schälen und ebenfalls mitpressen oder stampfen. Wer jetzt auf elektrische Hilfsmittel setzt, oder im Kreise rührt bekommt Beton statt Püree.

Extrem viel Salz, Pfeffer und Muskatnuss, 2 EL Butter und die Sahne dazugeben und jetzt erst im Kreis rühren, es sollte ein leichtes, nicht pampiges Püree entstehen. Die Köttbollar sind inzwischen rundherum braun und rollen fast wie von selbst auf den Teller. Ordentlich Kartoffelpüree klacksen und die Preiselbeeren daneben.

Spielbericht:
Die schwedische Truppe beginnt ihr bekanntes Spiel aus der Möbelkette: Geschmacklich nahezu identisch, aber konsistenziell überraschend locker und leicht wird da nach vorne gepasst. Mit dem Stürmer Preiselbeeren harmoniert das Röststoff-Mittelfeld prächtig. Aber bei der zweiten Gabel kommt auch England in Fahrt. Der Knoblauch gibt den Kartoffeln den richtigen Kick & Rush und es wird in der Abwehr weder Beton angerührt, noch lassen sie sich vom Gegner hinten rein drängen. Kreativstratege Muskatnuss kommt immer wieder über rechts an den Köttbollar vorbei und es entwickelt sich eine traumhaft leicht-lockere Partie.

Fazit: Von der Aufstellung her konnte man im besten Fall »fettig« gegen »schmierig« erwarten, Schweden gewinnt aber knapp 3 zu 2 in einem überraschend sehr leckeren Match.

 

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