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Salbeignocchi

 

Ein luftig-locker-leichtes Hauptgericht oder mit der Hälfte an Zutaten klassisch als Primo Piatto

200 g Kartoffeln
60 g Mehl
1 Eigelb
5 EL Butter
frischer Salbei
ordentlich Parmesan
Muskatnuss
Salz
Pfeffer
Kartoffel- oder Spätzlepresse

Viele Hobbyköche schrecken vor selbstgemachten Gnocchi zurück und kaufen stattdessen den überteuerten Mist aus dem Kühlregal. Nur weil bei diesem Gericht automatisch die Begriffe „viel Aufwand“ gepaart mit „Teigdesasterküche“ aufploppen. Dann müssen die Kartoffeln auch noch mehligkochend sein, man hat aber nur Festkochende in der Vorratskammer, seufz. Also gibts doch wieder Pasta …

Hier ein Gegenbeweis: 200 g Kartoffeln – egal ob mehlig oder festkochend – etwas über al dente hinaus garkochen. Das dauert je nach Knollengröße, -alter und -sorte zwischen 20 und 25 Minuten. Die fertigen Kartoffeln in ein Sieb abgießen, kurz unter kaltem Wasser abspülen und mit einem kleinen Messer so schnell (und heiss) es geht schälen. Eventuell auftretende schwarze Punkte oder Fraßspuren sind übrigens kein Qualitätsmangel, sondern ein Indiz auf wenig Pestizide und Schadstoffe in der Pflanze. Darum gar nicht drüber aufregen sondern einfach großzügig wegschneiden.

Die Kartoffeln durch eine speziellen Kartoffel- oder Spätzlepresse in eine Schüssel pressen. Dann ein Ei trennen und nur das Eigelb sowie 60 g Mehl mit dazu. Salzen, Pfeffern, ordentlich Muskat sowie ein oder zwei EL Parmesan drüberreiben. Und jetzt alles schnell zu einem Teig zusammenschieben. Man sollte dabei so wenig wie möglich kneten, weil bei Gnochi gilt: je mehr Bewegung desto Beton. Die Handbewegung sollte eher wie bei einem ganz vorsichtig geformten Schneeball sein.

Frisches Salzwasser im Kartoffeltopf zum kochen bringen und in der Zwischenzeit den Kartoffelschneeball vierteln und daraus wie beim Knetmassespielen vier daumendicke Rollen rollen. Mit einem Messer davon wieder daumendicke Scheiben abschneiden und diese Scheiben vorsichtig mit der flachen Hand auf der Unterlage zu einer Kugel rollen. Dann mit einer Gabel noch in jedes Gnocchi mit sanftem Druck drüberrollen, dass ein Oval mit Rillen entsteht.
Wenn der Teig jetzt etwas klebt, darf man ruhig die Unterlage mit etwas Mehl bestreuen.

Das kochende Salzwasser dann von der heissen Platte ziehen und die Gnocchis vorsichtig reingleiten lassen. Dann kann der Topf wieder auf die ausgeschaltete Hitze bis es wieder kurz vorm Sprudeln ist. Die Gnocchi müssen zirka zehn Minuten in eben nicht kochendem Wasser garziehen.

Dann noch die Salbeibutter zusammenrühren: 5 EL Butter in einem kleinen Topf schmelzen und einige Salbeiblätter dazu geben, die ätherischen Salbeiöle wandern dann ins Butterfett.

Und sobald die Gnocchi an der Oberfläche des Kochwassers schwimmen, sind sie fertig und können mit einer Schaumkelle direkt in die Salbeibutter gehievt werden.
Alles kurz schwenken, nochmal auf Salz abschmecken, auf die Teller verteilen und je nach Gusto mit geriebenem Parmesan und einem schönen Salbeiblatt bestreuen.

18 Kommentare

  1.   Wir haben Hunger

    Habe ich schon öfters gemacht. Schmeckt wirklich extrem lecker!! Bevor ich das mal ausprobiert habe, konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass das gut schmeckt, weil ich Salbei nur von Salbeitee kannte, aber nicht als Gewürz. Aber der frische Salbei schmeckt wirklich anders, ist nicht so bitter und schmeckt auch nicht so „streng“.

  2.   Moritz

    Und wenn man keine Spätzle- und auch keine Kartoffelpresse zur Hand hat? Kann man die Kartoffeln auch einfach so mit der Gabel matschen?

  3.   REZEPThORsten

    Nee, der Kartoffelschnee sollte keine Stückchen mehr drin haben.
    Bei einem großen Internetanbieter gibts Kartoffelpressen aber schon ab 7 Euro 1…

  4.   Tanaka

    Vielleicht kannst du mal versuchen die Kartoffeln durch einen (nicht zu engmaschigen) Sieb zu drücken…?

  5.   Tobias

    Ne…. Also ihr habt Ideen 🙂

    Die Kartoffelpresse von IKEA kostet zwar 10€, taugt aber was. Ich hatte erst eine (die ich nun verschenkt habe) bei der konnte man den Boden , also den Teil mit den Löchern auswechseln. Davon kann ich nur abraten. Man braucht es nicht und ist total nervig.

  6.   Knusper

    Also… naja, „ordentlich Muskat“ – ich wäre mit Muskat immer sehr vorsichtig, auch bei größeren Mengen an Kartoffeln. Da ist ganz schnell zu viel drin und es schmeckt dann sehr seltsam. Also erstmal vorsichtig mit Muskat würzen und probieren.

  7.   Schneter

    Hallo,
    wie bekommt man es denn hin, dass die Gnocchi auf dem Teller nicht so matschig werden? Alles war super, der Teig, beim Kochen ist nix zerfallen etc. Aber sofort nach dem Kochen auf dem Teller dann werden die Gnocchi sofort platt und matschig. Was kann man dagegen tun?

  8.   REZEPThORsten

    Hmm, gute Frage.

    Vielleicht mal andere Kartoffeln ausprobieren?
    Oder hast Du die Gnocchi zu lange gekocht?

    Sone Ferndiagnose ist hier etwas schwierig…

  9.   Schneter

    Ich glaube eigentlich auch, dass es an den Kartoffeln lag. Ich hatte kleine, ganz neue Kartoffeln… festkochende!

    Im Rezept steht aber doch, dass es egal ist, ob festkochende oder mehlige 😉 Stimmt anscheinend nicht. Der Geschmack war aber auch so 1a!

  10.   Afrikagepeinigte

    Also keine chance ohne Kartoffelpresse? Ich war schon ganz begeistert – eindlich mal ein rezept, dass ich mit hiesigen zutaten hinbekommen könnte… nur leider habe ich eben keinen Ikea in greifbarer nähe. Dann bleibts wohl doch bei der pasta. schade.

 

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