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Labskaus

 

Eigentlich kann man dieses klassische Segelschiff-Rezept nur mit einem Fleischwolf herstellen. Hier die Variante für die moderne Küche ohne schweres Gerät, aber trotzdem genauso authentisch und genauso lecker.

Für 4 Personen:
500g Corned Beef
4 Zwiebeln
1-2 Lorbeerblätter
2 Gewürznelken
750g Kartoffeln
2 EL Schmalz
gekochte Rote Beete
Salzgurken
Matjesfilets
2 Spiegeleier

Klassisches Labkaus wird ja mit gepökeltem Rindfleisch gekocht, man findet heutzutage aber nur noch wenige Metzgereien die das anbieten, und wenn, dann auch nur zu gewissen Jahreszeiten. Deshalb kaufen wir Corned Beef, das bekommt man beim Metzger oder in Delikatessabteilungen der großen Kaufhäuser jederzeit und es ist bereits perfekt für Labskaus zerkleinert.

Den Corned Beef-Block aus der Dose in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser kippen und mit einer geschälten ganzen Zwiebel und zwei Nelken zirka 40 Minuten kochen, dann wird es schön weich. Und weil am Ende alles zu einer Pampe wird, können die geschälten Kartoffeln im gleichen Wasser garen, einfach nach 20 Minuten mit rein schmeissen.

In der Zwischenzeit die restlichen drei Zwiebeln klein schneiden und in einer Pfanne und zwei EL Schmalz bei geringer Hitze glasig werden lassen. Dann eine Schöpfkelle Pökelbrühe zu den Zwiebeln gießen und noch mal 10-15 Minuten leise weich köcheln lassen.

Die weichen Kartoffeln aus der Brühe fischen und beiseite legen. Die Zwiebel und die Nelken entfernen und den restlichen Topfinhalt über einer Schüssel durch ein Sieb gießen. Dann die gekochten Kartoffeln zusammen mit dem abgetropften Fleisch und den Zwiebeln samt ihrer Brühe in einer großen Schüssel zerstampfen. Die Konsistenz kann mit Hilfe der Pökelbrühe eingestellt werden, am Ende sollte ein dicker, rötlicher Brei entstehen. Mit Salz und Pfeffer deftig abschmecken.

Die Eier in der Pfanne zu Spiegeleiern braten und bis dahin das Labskaus zusammen mit roter Beete, Matjes sowie Salzgurke anrichten. Mit Spiegelei toppen und mit einem eiskalten Pils aus dem nördlichen Bundesländern servieren.

Wer einen Fleischwolf hat, kann natürlich auch Labkaus mit einer gepökeltem Rindfleisch kochen. Dazu einfach das Fleisch im ganzen eine Stunde lang kochen und dann genau wie beim anderen Rezept weiter verfahren.

14 Kommentare


  1. Das Labskaus (engl. lobscouse) ist in der Tat ein altes Seemannsgericht für die Große Fahrt, daher besteht es aus den Bestandteilen, die so ein Großsegler mit an Bord nahm: Pökelfleisch, Kartoffeln, Salzheringe (keine Matjes) und eingelegte Gemüse. Mit Spiegeleiern wird es in älteren Kochbüchern auch als Kapitänslabskaus geführt. Verständlich, denn solche kleinen Kostbarkeiten wie Eier blieben auf See den Offizieren vorbehalten.

    Leicht variiert findet man das Rezept bei(fast?) allen Seefahrernationen. Heute haben wir das Glück, Labskaus mit vielerlei Aromen und Beigaben unserem persönlichen Geschmack anzupassen, ohne jeden Igittigitt- oder Bääh-Faktor. Das einzig unappetitliche sind dann nur solche Kommentare wie der von Axel Stadie.

  2.   Hans Wurst

    Ich bin froh, dass es bei diesem blog mehr ums Kochen als um die deutsche Sprache geht.
    Hoffe das bleibt auch so! Ohh Gott – Subjekt vergessen! Ohh nein Bindestrich – ähh Minus – Mist wie heißt das korrekt!? Heißt – mit ß – oder ss – … ??????? Ich mach jetzt beßer schluss! Und koche was leckeres, was Herr Siebeck niemals auch nur anfassen würde!

  3.   Neunmalklug

    Lieber Herr Stadie,

    ich fürchte, Ihr Verständnis von Textsorten und verschiedenen Anforderungen an verschiedene Texte entspricht nicht dem Wissensstand des durchschnittlichen Zeit-Lesers. So wie es in einer nüchternen Zeitungsmeldung unangebracht wäre, vom journalistischen Jargon abzuweichen (wie in diesem Rezept geschehen), so ist es in einer flapsigen Kolumne unangebracht, sich einer Hochsprache zu bedienen, die inhaltlich im Feld von Politik oder Wirtschaft gefordert wäre. Warum Sie das Wort „schmeißen“ als Gossensprache bezeichnen, wissen vermutlich nur Sie. Überhaupt ist der Terminus jedoch derart elitistisch, dass man kaum glauben kann, dass jemand, der über die notwendige Bildung verfügt, um den Artikeln der Zeit zu folgen, sich eines solchen Ausdrucks bedienen würde.

  4.   MKF

    Gute, saubere Zutaten. Was gibt es da zu meckern? Einfach lecker. Tolles Rezept. Und es funktioniert mit dem Corned beef. Lecker!

 

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