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Offtopic I

 

Ist es nicht viel eher pervers als alles, was gern unter dieser Bezeichnung geführt wird, wenn sich eine reiche amerikanische Schauspielerin im armen Namibia herum treibt – und genauso dürr ist wie die Menschen dort?

20 Kommentare

  1.   justbewoman

    unglaublich pervers!! mir ist schon ganz „hot“ 😉

  2.   aNTONIO

    Namibia ist nicht Ruanda, sondern eines der wohlhabensten und sicher demokratischsten Laender Afrikas. Wer aus dem „Westen“ laengere Zeit nach Afrika ziehen moechte, hat mit Namibia die beste Wahl getroffen. Pervers finde ich daran nichts.

  3.   Peter

    Ich weiß nicht, was sie unter pervers verstehen, aber man könnte doch bitten, erstmal vor der eigenen Haustür zu kehren. Deutschland hat auch so einiges an sozialen Ungleichheiten aufzubieten, und weil die Menschen eine andere Hautfarbe haben, sind sie nicht gleich und per se unterprivilegiert. Hier spielt mir das Klischee eine zu große Rolle. Auch kenne ich die Motive der „reichen amerikanischen Schauspielerin“ nicht. Sie könnte: helfen wollen, kostenlose PR bekommen, Elendstourismus betreiben, Exotik suchen. Damit unterscheidet sie sich nur unwesentlich vom gemeinen Journalisten.

  4.   Sigrid Neudecker

    @ Peter
    Ok, das ist nicht richtig angekommen. Ich meinte eigentlich, dass Frau Jolie – wie eine wachsende Zahl von Schauspielerinnen – freiwillig fast ebenso ausgemergelt aussieht wie Menschen in der 3. Welt. (Und ich schließe da laut neuesten Erkenntnissen von mir aus Namibia aus, aber Frau Jolie treibt sich ja auch gern bei den wirklich Hungernden herum.)

  5.   Peter

    @ Sigrid: Der Zusammenhang erschließt sich mir immer noch nicht richtig. Sollen die erst zunehmen, bevor sie in die dritte Welt fahren? Oder eine Portion Essen vor Ort verteilen? Was erwarten Sie denn? Der Schauspieler will sich und seine Filmfirma promoten, und die mitreisenden Journalisten wollen schöne Bilder und ein bisschen Schmonz dabei. Das passt doch alles wunderbar zusammen. Nur den Menschen in Afrika geht es davon nicht besser, und wenn sie recht tun, geht ihnen das auch hinten vorbei.

  6.   Sigrid Neudecker

    @ Peter
    Irgendwie komme ich nicht durch: Angelina Jolie ist mager wie ein Spaghetto, könnte sich aber alles Essen dieser Welt leisten. WILL aber lieber mager sein. Unterernährte Afrikaner: Auch mager wie ein Spaghetto, aber unfreiwillig.

    Was müssen die sich denken, wenn da eine reiche weiße Frau aus einem reichen Land kommt und genauso aussieht wie sie, das aber absichtlich und freiwillig?

  7.   Peter

    Liebe Sigrid, wie schon oben beschrieben: Wenn der Afrikaner noch ganz dicht oder akut am Verhungern ist, wird ihm das herzlich egal sein. Dieses Klischee setzt ja voraus, daß ein Afrikaner ebenso „medial aufgeklärt“ ist wie wir. Wenn sie aber Glück gehabt haben, steht noch nicht in jedem Haus ein Fernseher, der ihnen erzählt, was die Stunde geschlagen hat bzw. daß Angelina Jolie gerade in der Nachbarschaft ihr Unwesen treibt.

    Abgesehen davon ist das ein denkbar schlechtes Beispiel, um über die Probleme in der sog. Dritten Welt zu diskutieren. Humanitäre Hilfe greift ja oft viel zu kurz, das Geld landet in den Taschen der Diktatoren oder Oligarchen, und die sorgen noch dafür, daß die Wirtschaft weiterhin von den großen Konzernen abhängig und die Bevölkerung ungebildet bleibt. Wenn man also wirklich so etwas wie Autonomie erreichen will, muß man m. E. zunächst ein unabhängiges Schulsystem aufbauen, aber bitte ohne Brad Pitt im Schlepptau. Dies als kleinen Exkurs meinerseits, (wo bin ich denn hier wieder gelandet? 😉

  8.   Sportbernd

    ich glaube sigrid meint einfach nur, das es unheimlich heuchlerisch ist die armen kleinen afrikaner zu bedauern und selbst perverse prioritäten zu setzten, nämlich in einen schlankheitskult zu verfallen und vollkommen den bezug zu essentiellen dingen zu verlieren.

  9.   margot

    hu-hu sigrid!

    *ich* hab dich. ja, es ist pervers. und das perverseste ist, dass sie es wohl nichtmal mitbekommt, und viele betrachterInnen auch nicht. 🙁

    und ich denke, es geht hier nicht darum, ueber afrika zu diskutieren, sondern ueber magersuechtige frettchen. meiner erfahrung nach sehen sich solche frauen aber als normalgewichtig bis zu fett. haben eine verzerrte selbstwahrnehmung. in den meisten faellen ist da nix (mehr) zu machen. 🙁

    lg,
    margot

  10.   Peter

    @ margot: egal, ob mager oder nicht, hauptsache dicke Titten! 😀

 

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