Mein Hund hat meine Hausübung gefressen

Was Leichtes für den Wochenbeginn (und ersten Arbeitstag nach dem Urlaub für manche von uns):

Ein Mann aus Jensen Beach, Florida, beschuldigt seine Katze, Kinderpornografie aus dem Internet geladen zu haben. Er habe lediglich harmlose Musik downgeloaded und sei dann aus dem Zimmer gegangen. Da müsse seine Katze wohl aufs Keyboard gesprungen sein. Das Resultat: über 1000 einschlägige Bilder auf seiner Festplatte.

Er sitzt in U-Haft, gegen seine Katze wird dem Vernehmen nach nicht ermittelt. (Aber vermutlich bekommt sie demnächst ein Jobangebot von Google.)

Nein, natürlich macht man über Kinderpornografie keine Scherze. Aber über dumme Menschen. Wenngleich es beim Guardian bereits eine heftige Diskussion darüber gibt, ob und wie man tatsächlich „irrtümlich“ Kinderpornos downloaden kann.

 

Nicht am Penis spielen!

Ist das nicht ausreichend Grund, diese Sendung zu verbieten?

Nein, natürlich nicht. Aber es zeigt, dass Kindererziehung nicht so leicht ist, wie sich das manche denken. Und wie leicht man mit den besten Absichten etwas falsch machen kann. Der kleine Junge ist penismäßig jetzt jedenfalls ausreichend verwirrt.

Danke an Kathrin!

 

Sex und die Krise

Falls Sie es noch nicht bemerkt haben: Sie haben im Moment ein super Sexleben. Krise und so, Sie wissen ja.

Ein Hinweis darauf stammt aus den USA. Dort stieg im ersten Quartal 2009 der Verkauf von Gleitmitteln um 32 Prozent auf 41,2 Millionen US-Dollar an. Hauptverantwortlich dafür sollen neue Produkte von K-Y sein, die eigene Gleitmittel für Sie und Ihn auf den Markt gebracht haben.

Allerdings wird ein Firmensprecher bei adage.com auch mit der Einschätzung zitiert, dass Menschen in wirtschaftlich schweren Zeiten eben mehr Sex hätten. Zur Entspannung? Ablenkung?

Ein Marketingmensch des Kondomherstellers Trojan wiederum meint, dass die Leute eben mehr zusammenrücken würden. Und, nun ja, jetzt ja mehr Tagesfreizeit hätten.

Welt Online glaubt, dass dieser Trend noch stärker werden wird und zitiert zu diesem Zweck die Anthropologin Helen Fisher, die der Meinung ist, dass die Angst um den Arbeitsplatz das Glückshormon Dopamin ansteigen lässt, was wiederum dazu führe, dass die Menschen verstärkt „nach Liebe“ suchen würden.

Das wiederum kombiniert welt.de reichlich verwirrend mit einer Meldung, die sie aus dem Jahr 2005 ausgegraben haben (ohne das natürlich dazuzuschreiben), nach der „sieben Millionen Männer rund 1,06 Stunden am Tag über ihre Impotenz grübeln und sich 3,2 Millionen Frauen täglich 1,44 Stunden über die mangelnde Standhaftigkeit ihrer Partner ärgern“. Das verursache in Deutschland einen wirtschaftlichen Schaden von 65,3 Milliarden pro Jahr (Stunden x Durchschnittsstundenlohn).

Als logische Schlussfolgerung würde man bei welt.de nun erwarten, dass ein Ende der Krise also absehbar sei, weil die Menschen dank Dopamin wieder ein funktionierendes Sexleben hätten und tagsüber weniger darüber grübeln müssten.

Mitnichten: „Also mehr Lust, mehr Sex, dann klappt es vielleicht auch wieder mit der Potenz. So hat jede Krise auch ihre Chance.“

Das heißt also, dass die Menschen jetzt wahrscheinlich gar nicht mehr so viel über Impotenz grübeln, weil sie weniger impotent sind? Wozu dann die Zahlen aus dem Vorkrisenjahr 2005?

Wie gesagt, ich bin verwirrt. Aber somit haben wir das Thema Sex in der Krise auch endlich erledigt.

 

Apple rettet die Moral

Wieso muss sich Apple eigentlich manchmal so verkniffen anstellen, wie man das eigentlich nur Microsoft nachsagt? Der Guardian schreibt, dass die Apple-Oberen wiederholt ein Programm für iPhone und iPod touch abgelehnt haben, mit dem man in der Gutenberg-Bibliothek schmökern kann.

Die wär ja an sich noch nix Schlimmes, aber dort ist leider auch eine englische Übersetzung des Kamasutra abrufbar. Das ist bekanntermaßen ganz pfui und widerspreche somit den Richtlinien des App Store.

Nicht, dass man die Gutenberg-Bücher nicht auch einfach online lesen könnte. Auf dem iPhone oder dem iPod touch. Oder sich mit den Dingern auf youtube noch ganz andere Sachen anschauen könnte.

 

Triumph hält (japanische) Frauen für … tja, was eigentlich?

Dies hier

ist ein Scherz-BH der Firma Triumph. Der hat eine eingebaute Uhr, die rückwärts zählt (wie in Bond-Filmen die Zünder auf weltzerstörenden Bomben), und die nur gestoppt werden kann, indem man einen Ring in das rosa Ding an der Vorderseite steckt.

Einen Verlobungsring.

Ob der BH einen Verlobungsring von einem Schlüsselring unterscheiden kann, ist nicht bekannt, die Idee dahinter bleibt wohl sogar für japanische Verhältnisse mindestens eigenartig, auf jeden Fall kontraproduktiv.

Die Uhr soll nämlich die ablaufende Zeit der Trägerin bei der Suche nach einem Ehemann wiedergeben. Wenn der dann endlich gefunden ist und sich mit dem rettenden Ring einstellt, spielt der BH immerhin Mendelssohn Bartholdys Hochzeitsmarsch.

Wie, Sie lachen noch nicht? Da ist Triumph jetzt sicher total überrascht …

Mehr darüber bei reuters, gefunden hier.

 

Pfizer hält Männer für Idioten unfähig, zwischen Kürbiskernen und Viagra zu unterscheiden

Was würden Sie tun, wenn Sie ein milliardenschwerer Pharmakonzern wären, der mit einem kleinen blauen Potenzmittel noch mehr Milliarden gescheffelt hat und plötzlich draufkommt, dass ein winzigkleiner Unternehmer aus dem schönen österreichischen Bundesland Steiermark Kürbiskerne (Kürbiskerne!) blau anmalt und dann – mit ganz viel Augenzwinkern – als lustfördernd verkauft.

Unter dem Namen Styriagra.

Würden Sie
a) als erstes nachsehen, wo die Steiermark überhaupt liegt?
b) milde lächeln und ein weiteres Bad in Ihrem Geldspeicher nehmen?
c) Ihre Anwälte auf den kleinen Unternehmer hetzen und ihn wegen „Verwechslungsgefahr“ in Grund und Boden klagen?

Selbstverständlich c).

Am meisten stört Pfizer wahrscheinlich, dass sie ihre Potenzpillen nicht ebenfalls einfach als Zuckerln unter die Leute bringen können.

Mehr über diesen, leider nur für den unbeteiligten Leser kuriosen Rechtsstreit gibts hier.

 

Sex sells? Vol. I

Einiges davon kennen wir bereits. Trotzdem ist dies hier eine schöne Zusammenstellung von Alltagsgegenständen, die irgendjemand unbedingt ein bisschen verruchter gestalten wollte.

Manches davon ist langweilig, vieles aua-witzig, und einiges – ehrlich gesagt – ein bisschen ungustiös. Oder würden Sie gern von diesem Teller essen?

 

Mehr als ein Stück Fleisch?

Padma Lakshmi kennt man hierzulande nicht so. Sie ist Köchin, in den USA Jurymitglied einer Art „Deutschland sucht den Superkoch“-Show – und war einmal mit Salman Rushdie verheiratet, um auch das nicht unerwähnt zu lassen.

Nein, ich finde es auch sehr 20. Jahrhundert, eine Frau über ihren Ehemann zu definieren (was vor kurzem ja besonders nach dem Tod von Natasha „Ehefrau von Liam Neeson, Tochter von Vanessa Redgrave – ach ja, und übrigens tolle Schauspielerin!“ Richardson fröhliche Urständ‘ feierte). Aber in diesem Fall wollen wir es nicht unerwähnt lassen.

Weil, schauen Sie sich einfach einmal das hier an:

Nu, man kann von Jamie Oliver halten, was man will, aber der konterkariert seine jahrelangen Bemühungen, den Briten gutes, gesundes Essen beizubringen, immerhin nicht damit, dass er Werbung für Fastfood macht. Und in Zeiten wie diesen, wo man Kindern (und Erwachsenen, leider) erst wieder beibringen muss, was richtiges, gutes, echtes Essen ist (ich durfte unlängst einen steakwertvollen Kinderjoghurt verkosten und frage mich, wieso das Zeug noch nicht längst verboten ist), in Zeiten wie diesen also als jemand, der sich als Beurteilerin guten Essens geriert, Werbung für Hamburger zu machen, ist gelinde gesagt überraschend.

Als jemand, der von sich wohl sicher behaupten würde, einen IQ über 100 zu haben, das auch noch als leicht geschürztes Bimbo zu tun, dem nur noch der Ketchup-Tropfen im Dekolleté fehlt (haben sie vermutlich rausgeschnitten) – ist dann schon fast unverständlich. Nicht, dass sich nicht auch intelligente Männer mit Bimbos abgeben, aber Herrn Rushdie trauen wir da schon etwas höhere Ansprüche zu.

Und dass die gute Frau sich in ihrer Jugend „noch vor dem Abendessen“ einen Hamburger reingezogen haben will – da kann man nur noch lachen.

Eine Kommentatorin auf salon.com bemühte sich immerhin, in dem Slogan „Mehr als nur ein Stück Fleisch“ etwas ansatzweise Feministisches erkennen zu wollen. Aber ein Werbespot sagt mehr als tausend Slogans. Das ist ungefähr so, als ob Sarah Wiener Werbung für Unterwäsche machen würde.

Ach ja, richtig