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Mehr als ein Stück Fleisch?

 

Padma Lakshmi kennt man hierzulande nicht so. Sie ist Köchin, in den USA Jurymitglied einer Art „Deutschland sucht den Superkoch“-Show – und war einmal mit Salman Rushdie verheiratet, um auch das nicht unerwähnt zu lassen.

Nein, ich finde es auch sehr 20. Jahrhundert, eine Frau über ihren Ehemann zu definieren (was vor kurzem ja besonders nach dem Tod von Natasha „Ehefrau von Liam Neeson, Tochter von Vanessa Redgrave – ach ja, und übrigens tolle Schauspielerin!“ Richardson fröhliche Urständ‘ feierte). Aber in diesem Fall wollen wir es nicht unerwähnt lassen.

Weil, schauen Sie sich einfach einmal das hier an:

Nu, man kann von Jamie Oliver halten, was man will, aber der konterkariert seine jahrelangen Bemühungen, den Briten gutes, gesundes Essen beizubringen, immerhin nicht damit, dass er Werbung für Fastfood macht. Und in Zeiten wie diesen, wo man Kindern (und Erwachsenen, leider) erst wieder beibringen muss, was richtiges, gutes, echtes Essen ist (ich durfte unlängst einen steakwertvollen Kinderjoghurt verkosten und frage mich, wieso das Zeug noch nicht längst verboten ist), in Zeiten wie diesen also als jemand, der sich als Beurteilerin guten Essens geriert, Werbung für Hamburger zu machen, ist gelinde gesagt überraschend.

Als jemand, der von sich wohl sicher behaupten würde, einen IQ über 100 zu haben, das auch noch als leicht geschürztes Bimbo zu tun, dem nur noch der Ketchup-Tropfen im Dekolleté fehlt (haben sie vermutlich rausgeschnitten) – ist dann schon fast unverständlich. Nicht, dass sich nicht auch intelligente Männer mit Bimbos abgeben, aber Herrn Rushdie trauen wir da schon etwas höhere Ansprüche zu.

Und dass die gute Frau sich in ihrer Jugend „noch vor dem Abendessen“ einen Hamburger reingezogen haben will – da kann man nur noch lachen.

Eine Kommentatorin auf salon.com bemühte sich immerhin, in dem Slogan „Mehr als nur ein Stück Fleisch“ etwas ansatzweise Feministisches erkennen zu wollen. Aber ein Werbespot sagt mehr als tausend Slogans. Das ist ungefähr so, als ob Sarah Wiener Werbung für Unterwäsche machen würde.

Ach ja, richtig

17 Kommentare

  1.   magnus

    ZITAT:“nicht auch intelligente Männer mit Bimbos abgeben“
    Heute sind wir wohl nicht im Sex Blog gelandet sondern im RASSISTEN BLOG.
    FRAU NEUDECKER, SIE HABEN WOHL NICHT ALLE LATTEN AM ZAUN.
    Sie reproduzieren hier Rassismus mit einer Leichtigkeit die seines Gleichen sucht!
    RASSISTIN!!!

  2.   Sigrid Neudecker

    Kriegen Sie sich wieder ein und versuchen Sie, das letzte Bisschen Intelligenz zusammenzukratzen. Es geht hier andauernd um Frauen – was also sollte der Satz, so wie Sie ihn interpretieren, für einen Sinn machen?

    Im 21. Jahrhundert bezeichnet man mit Bimbos großbrüstige, hirnlose, meist blonde Frauen. Guten Morgen.

  3.   Klemmschwester Lila

    Höhöm.
    Tschuldigung, wenn ich mich da einmische, aber:
    Sie beide haben Recht.
    In Deutschland ist das Wort „Bimbo“ als despektive Bezeichnung einer dunkelhäutigen Person afrikanischer Abstammung konnotiert.
    Im angesächsischen Sprachgebrauch bezeichnet „Bimbo“ tatsächlich eine dumme Blondine. So in etwa wie „Tussi“ hierzulande.
    Wer in Deutschland oder für deutsche Leser das Wort „Bimbo“ benutzt läuft Gefahr als Rassist missverstanden zu werden.

    Frau Neudecker, Sie beweisen mir immer wieder, dass Sie unliebsame Kommentare mit persönlichen Angriffen plattmachen „Kriegen Sie sich wieder ein und versuchen Sie, das letzte Bisschen Intelligenz zusammenzukratzen“ (Zitat oben). Nicht sehr souverän.
    Ja, wahrscheinlich verstehe ich sie wieder total falsch.

  4.   magnus

    Auch im 21.Jahrhundert werden People of Colour und Schwarze als „B….“ beschimpft. Ihre hier benutzte Mundart sollte hier schon für alle verständlich sein, Frau Neudecker.
    Lustig ist das bei weitem nicht, egal wen sie als B….. bezeichnen.
    Als erste Maßnahme ihrer verfehlenten Recherche könnten sie dieses Wort aus dem Artikel ersetzen. Das wäre doch mal eine Maßnahme.

  5.   pierre

    Das ist eine Werbung für einen Burger. Nicht mehr, nicht weniger. Obendrein gepaart mit einer gehörigen Portion Selbstironie und -bewusstsein seitens der jungen Dame. Vielleicht schmeckt das Teil wirklich gut? Es gibt schließlich Sternekochs, die gerne mal eine Currywurst essen… und vielleicht ist er gar nicht so ungesund? Im Übrigen kann ich der wiederholten Kritik von Klemmschwester Lila nur zustimmen. Contenance!

  6.   Charlexa

    Das Wort „Bimbo“ mag im englischsprachigen Raum eine gehässige Bezeichnung für dumme, hübsche Frauen sein (und dass Sie sich nicht zu schade sind, ihn zu verwenden, spricht allein schon nicht für sie), aber in einem deutschsprachigen Text liegt die deutsche Bedeutung sehr viel näher. Von daher wohl „Ausdruck: ungenügend“.

    Die Werbung finde ich sehr gelungen.

  7.   sinimo

    Also, ich habe zwar bei dem Wort ‚Bimbo‘ auch zuerst gestutzt, aber man(n) könnte ja vielleicht auch auf sachlicher Ebene kritisieren – oder gar mal (freundlich ?) hinterfragen, wenn einen etwas irritiert.
    ‚Nicht alle Latten am Zaun‘ , ‚Rassistin‘ ist ja auch nicht gerade ein Kommentar, der eine sachlich/freundliche Erwiderung erwarten lässt.
    Soetwas nenne ich dann auch nicht ‚unliebsam‘, sondern unverschämt.

    Die Kategorie „Wundern, leichtes“ finde ich ok, was den ernährungstechn. Ansatz angeht (auch wenn der Begleittext eher auf heftiges Wundern bei Frau Neudecker schließen läßt).
    Aber ich muss gestehen, ich finde den Spot weder unappetitlich, noch frauenfeindlich.

    Ich finde Idee und Umsetzung eigentlich ziemlich smart, diese Frau wunderschön, habe nie zuvor jemanden so sexy/elegant einen Burger verzehren sehen.

    Und das sage ich als erwachsene, studierte (hetero!) Frau und Unternehmerin.

    Fazit: für mich gehört das Filmchen durchaus in diesen Blog, ich hätte halt einen positiveren Begleittext verfasst ;-).

  8.   Genussmensch

    Ach du Scheiße… da ist mal wieder die Gedankenpolizei im Dienste der political correctness unterwegs… lächerlich!

  9.   machotom

    Zurück zum Thema, Psycho-Frontkämpfer: (eine sich englischsprachig Prostituierende ist mit bimbo noch gut weggekommen) So lange Hetero-Männer geil sind kann eine knapp bekleidete wohlgeformte attraktive Frau Hundehäufchen frittieren und wir finden es „sexy“ Und wenn wir nicht kochen können merkt sichs unsere Unterbewußtsein.Der Zynismus der Eliten …Aber dann wundern das ihre schlechternährten ausgebeuteten Leichtlohnsklaven zunehmend verblöden & gewalttätig werden.

  10.   birba

    Was Salman Rushdie an einer extrem sinnlichen, kochenden Dame finden mag? Man lese mal, wie er in seinen Romanen über Sex und Essen schreibt, dann fällt die Verbindung Rushdie/Lakshmi ganz leicht! Und es ist ja überhaupt nicht gesagt, dass Padma Lakshmi nicht intelligent ist.
    Was den Spot angeht: Es mag ja erotisch aussehen, wie sie den Burger verspeist, aber sie KLECKERT, und das geht ja nun überhaupt nicht!

 

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