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Ohne Worte 406

 

Ich habe Ihnen etwas aus Saarbrücken mitgebracht. Nein, nicht nur das hier, sondern vor allem dies:

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Der Banner mit dem Gewinnschein klebt zwar strategisch interessant, aber darunter steht genau das, was Sie vermuten:

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Und es ist gut, dass dies hier kein Audio-Blog ist, ich kriege den Mund nämlich immer noch nicht zu. DU WILLST ES DOCH AUCH?!

Entweder ist die Werbeagentur von Beate Uhse mit 21jährigen Exklosterschülern bestückt, oder mit Menschen, die jedwedes Taktgefühl missen lassen. „Du willst es doch auch“ klingt für das Hirn eines Marketingmenschen vermutlich nach einem genialen Satz, der perfekt zu den Produkten eines Sexshops passt.

Eine etwas unangenehme Konnotation? Der klassische Satz, den Mensch A zu Mensch B sagt, um den zu etwas zu bringen, das Mensch A gern hätte, Mensch B aber nicht tun will?

Und das als Slogan einer Sexshopkette, die noch vor ganz wenigen Jahren versuchte (und scheiterte), sich speziell um Frauen als Kundinnen zu bemühen.

„Du willst es doch auch“ ist ein so bekotzenswerter Satz, dass ich gerade sehr viele Ideen habe, in welcher Situation ich den gern zu den Kreateuren dieses Slogans sagen würde.

Und bei Beate Uhse bekäme ich dafür die passenden Requisiten.

15 Kommentare

  1.   Ilu

    sein sie doch froh, das der mann(?) werbetexter geworden ist und nicht jurist. so kann er nur dumme sprueche irgendwo hin drucken lassen statt einem vergewaltigungsopfer eine ‚mitschuld‘ zu unterstellen…

  2.   harald

    ich glaube, das richtet sich an den (eher männlichen) kunden: guck mal, wir haben hier sex-sachen, die ganz viele menschen kaufen. und ja, du magst der durchschnittliche verklemmte deutsche sein, der toys und sexshops generell immer widerlich gefunden hat („brauch ich nicht, bei uns dreht man das licht ab bevor mans tut und gut is“), aber, sei mal ehrlich, das ist ein riesenmarkt, dessen produkte viele menschen kaufen und sich damit vergnügen, und jetzt gibs doch zu, verklemmter: DU WILLST ES DOCH AUCH!

    aber klar, man kann das auch anders verstehen.

  3.   abc

    In Anbetracht der Auslage würde ich den Satz auf das übliche BDSM-Dilemma beziehen, dass der Bottom etwas erleidet, das er nicht will… aber eigentlich eben doch.

  4.   Samjam

    Sexistische Kackscheiße der Spruch…

  5.   Sebastian

    Ich muss zugeben, ich hab den Zorn von Frau Neudecker nicht sofort verstanden – und bin mir auch jetzt im Unklaren, ob ich diesen Zorn nachfühle. Meine erste Reaktion darauf war eher ein „Jaaaaaaaa…“.

    Vielleicht ein gutes Zeichen, dass manche Jüngere die mit dem Slogan verbundene bittere Note gar nicht mehr bemerken – mir würde es gar nicht einfallen, jemanden so zu etwas überreden zu wollen.

    Viele Grüße,

    Sebastian

  6.   Dingo

    Achgottja. 1983 noch Anlaß für vielleicht zu recht empörte Reaktionen, heute nur noch ein müdes Gähnen. Es wird doch alles ironisiert, warum also nicht auch das.

  7.   redfox

    Also mal ehrlich:
    wär „Willst Du?“ oder „Du bist hier richtig“ so viel besser gewesen?
    Ja, vielleicht.
    Der sexuell erfüllte und gelassene Mensch aber kann sich zu diesem Spruch hier denken:
    Ach ne Du, lass mal.


  8. Wahnsinn, im ersten Augenblick habe ich gar nicht an so was gedacht aber das ist echt ganz schön krass dieser Spruch.

  9.   Sigrid Neudecker

    Ok, dann ein bisschen eindeutiger: „Du willst es doch auch“ ist der klassische Daterape-Spruch. Also die letzte Stufe vor der Vergewaltigung.

  10.   margot

    fr. uhse rotiert jetzt wohl im grab … 🙁 und nur, weil manche den spruch nicht kennen, ist er noch lange nicht „aus der mode“ … sch***

 

Kommentare sind geschlossen.