Warum das Blog zum EM-Blog wird

In Moskau erstarrte Boris Gelfand, als die Schach-Weltmeisterschaft vor wenigen Tagen entschieden wurde. Wie unser Reporter Ulrich Stock bloggte, bekam der Herausforderer rote Flecken vor Aufregung. Am Schachbrett war mehr Anspannung als vorm Elfmeterschießen mit Arjen Robben. Kann man das steigern? Geht noch mehr Drama? Wollen wir mal sehen.

In einigen Stunden wird die Europameisterschaft 2012 angepfiffen. Fußball! Auf vielen Titelseiten, Werbebroschüren, Busplakaten ist es das wichtigste Thema. Einige sagen EM, andere Euro, alle meinen das Spiel mit dem Ball und den Ausnahmezustand, der eintritt, wenn EM (oder WM) ist.

Auch wir können und wollen nicht anders. Christian Spiller, der SportChefvomDienst in der Berliner Sportredaktion von ZEIT ONLINE, wettet darauf, dass Italien weiter kommt als Holland. Eike Kühl glaubt die Spanier zu verstehen. Tobias Jochheim, eigentlich Experte für Dogdance, fühlt sich mit dem (Achtung!) EM-Underdog aus Irland patenschaftlich verbunden.

Oliver Fritsch ist unser Mann im Koffer von Joachim Löw. Gemeinsam mit der ZEIT-Reporterin Anna Kemper wird er im DFB-Trainingslager in Danzig unwissenden Nationalspielern das korrekte Hinterlaufen erklären. Und ich, ich sitze wegen dieses fußballgeschuldeten Ausnahmezustands vier Wochen in Kiew, schaue auf etwas Lautes und will verstehen, was die EM mit der Ukraine und die Ukraine mit der EM macht.

Gemeinsam haben wir als EM-Team von ZEIT ONLINE was vor. In der Gesprächsserie „EM-Schnack“ wollen wir mit unterschiedlichen Persönlichkeiten abwechselnd und täglich über ihre EM-Abende sprechen – vom ukrainischen Stabhochspringer Sergej Bubka über den polnisch-deutschen Boxer Darius Michalczewski bis hin zum reichsten Mann Polens.

Für unser EM-Tweet-Projekt suchen wir zu jedem Spiel die beste Spielzusammenfassung in 140 Zeichen. Schicken Sie uns Ihren #emtweet und verfolgen Sie unsere Gedanken auf @zeitonlinesport. Wenn Sie uns auf Twitter folgen, verpassen Sie zudem auch so gut wie keine Bewegung unserer Reporter vor Ort.

Während des Turniers wird jede EM-Mannschaft zusätzlich von jeweils einem ZEIT-ONLINE-Redakteur oder -Autor begleitet, unseren EM-Paten. Die Patentanten und -onkels haben ihre Teams bereits vorgestellt. In Anschluss an die EM-Spiele verfassen sie ihren persönlichen Spielbericht.

Und: Alle Spiele und Tore gibt es in unserem Live-Ticker, die wichtigsten Partien bloggen wir an Ort und Stelle, hier also, hoffentlich gewohnt unterhaltsam live.

Walerij Lobanowskyj

Falls es Ihnen nach der Protzerei noch nicht aufgefallen ist: Gemeinsam haben wir in etwa so viel Fußballsachverstand wie die Trainerlegenden Lobanowskyj, Rehhagel und Basler zusammen. Dank der Übersetzungshilfen von Daria Ignatenko vielleicht gar etwas mehr. Um dem unmittelbarer gerecht zu werden, wird dieses Sportblog für einen Monat zum EM-Blog des ZEIT-ONLINE-Sportteams.

Wir wollen diesen Kanal nutzen, um Momente zu teilen, etwa aus dem Speisesaal des deutschen Teamhotels oder aus Kiews U-Bahn. Vielleicht posten wir hier Kurzweiliges, vielleicht schlechte Witze aus dem Redaktionsalltag, vielleicht den allerbesten EM-Tweet. Wollen wir mal sehen …