‹ Alle Einträge

Die Frau des Fußballers

 

Neulich kam ich bei einem Gespräch mit einem befreundeten Spieler auf
das Thema Rassismus. Seine Partnerin ist in Afrika geboren, lebt
jedoch seit vielen Jahren in Deutschland und spricht fließend
deutsch. Nur die dunkle Hautfarbe lässt auf Ihre Herkunft schließen.
Mein Freund, ein Deutscher, erzählte mir von einem Umzug, zu dem er
wegen eines Vereinswechsels gewzungen war. Es dauerte sehr lange, bis
er und seine Frau ein neues Haus gefunden hatten. Erstaunlich, denn
Fußballer sind in der Regel gern genommene Mieter. Vermieter wissen,
dass Sie über genügend Geld verfügen, um die Miete rechtzeitig zu
zahlen.

Die Frau meines Freundes organisierte den Umzug und besichtigte die
Wohnungen und Häuser, die in die engere Auswahl kamen. Häufig kam es
jedoch vor, dass die Vermieter kurz nach der Besichtigung erwähnten,
die Wohnung oder das Haus sei bereits so gut wie vergeben. Nicht
wenige Vermieter sagten beim Anblick der Spielerfrau, die Bleibe sei
vergriffen. Sie hätten nur leider vergessen, dies rechtzeitig
mitzuteilen.

Am Ende fanden die beiden ein geeignetes Wohnhaus, aber die Frau
fühlte sich im Alltag weiter abgelehnt. Die ersten Wochen und Monate
in der neuen Umgebung spürte sie Skepsis und Distanz. In den
unterschiedlichsten Situation erfuhr sie Ablehnung, wusste sich
jedoch auch stets mit ihrem Humor zu helfen. Denoch waren die
gemeinsamen Einkäufe und Unternehmungen mit ihrem Mann deutlich
angenehmer. Die Menschen erkannten in diesen Momenten die Frau des
Fußballers in ihr.

Nach einiger Zeit hat sich herumgesprochen, wer sie ist. Die
Spielerfrau ist mittlerweile ein gern gesehener Gast. Sie und ihr
Mann nehmen die Situation als gegeben hin. Sie versuchen, sich nicht
mehr zu ärgern über Menschen, die sich in kürzester Zeit ihre
Ansichten über ihre Hautfarbe änderten.

38 Kommentare

  1.   solar

    Ja, das kennt man aus gewissen Bundesstaaten der USA. Auch heute noch fallen die Grundstückspreise in einer Straße, wenn eine schwarze Familie in die Siedlung zieht. Aber wie kann man dagegen angehen? Mit Zwang oder aufdoktrinierter Fremdenfreundlichkeit bewegt man mit Sicherheit nichts, sondern erreicht wohl eher noch das Gegenteil, inklusive der natürlichen Trotzreflexe. Kann man nur hoffen, dass das Ganze mit der Zeit besser wird und ein langsames Umdenken in den Köpfen der Menschen erfolgt. Hilfreich dafür wäre wahrscheinlich ein direkter Kontakt der Ausländer (oder der nicht deutsch-aussehenden Menschen) mit den teilweise zurückgebliebenen Deutschen. Ich unterstelle in dem oben geschilderten Fall den Personen noch nicht einmal unbedingt Bösheit, sondern einfach nur mittelmäßige Beschränktheit. Die haben wohl bisher einen „Neger“ nur im Fernsehen gesehen und sind jetzt überfordert.

  2.   Paul

    hallo Paul, wir haben deinen Beitrag gelöscht, weil er nicht unseren Blogregeln entsprach // Mod, JoWo

  3.   Liberale

    Hallo allerseits!

    Ich denke, wer ein Haus mieten kann, verfügt über genügend Kohle, zieht in die so genannten „feineren“ Wohngegenden. Da kann den zarten „weißen“ Gemütern schon mal das Champusglas aus der Hand fallen, weil sie sich so erschrecken über eine schlicht und einfach gut gebräunte Hautfarbe. Die Herrschaften legen sich aber selber gerne unter den Aso-Toaster, um hübsch gebräunt zu werden, das dazu. Grotesk.

    Was Rassismus angeht, so entdecke ich leider im Beitrag von Thomas eine Passage, die mir gar nicht gefällt. Nämlich die vorsorgliche und vollkommen unnötige Mitteilung, daß die Dame zwar nicht in Deutschland geboren wurde, aber dennoch „fließend die deutsche Sprache beherrscht“. Was soll das dem Leser, der Leserin sagen?

    Ist das nicht auch Rassismus, diese gutmenschenhaftige, vorsorgliche Beschwichtigung, geradezu Entschuldigung? Nach dem Motto, die hat sich ja sogar bemüht?

    Denn wäre es schlimm, wenn die Dame kein Wort Deutsch sprechen könnte? Nein, natürlich nicht.

    (…)

    Gruß

    hallo liberale, wir haben deinen Beitrag gekürzt, weil ein Teil nicht den Blogregeln entsprach // Mod, JoWo

  4.   Liberale

    Wieso entspricht der letzte Satz….

    (…)

    …nicht den Boardregeln. Dieser ist in keinster Weise beleidigend, sondern wichtig, um den Zusammenhang zu verstehen.

    Na, wenn er dennoch gelöscht wird, dann kann ich damit leben, finde es aber durchweg unbegründet, da er nicht persönlich, sondern allgemein gehalten wurde (…“die lieben Gutmenschen“…).

    Heute bin ich zum ersten Mal hier, daher werde ich die Vorgaben im Blog noch näher studieren müssen. Ich arbeite daran. 🙂

    Trotzdem lieber Gruß

    hallo liberale, wir fanden den Satz zumindest recht polemisch. was wir uns hier wünschen ist eine sachliche Diskussion zum Thema Rassismus // Mod , JoWo

  5.   Liberale

    Mit „zumindest recht polemisch“ bin ich einverstanden. Dazu neige ich nunmal.

    Ich bemühe mich, in Zukunft sachlich zu bleiben. In Zukunft? Ja, ich denke tatsächlich, hier surfe ich öfter mal vorbei. Gute Sache, die hier aufgezogen wurde.

    Bis dahin!

  6.   ch

    also a) könnte wäre eine mangelnde intergration nach vielen jahren in deutschland schon ein kriterium für den vermieter sein und b) ist es für die geschichte ja schon relevant, ob es wirklich nur die hautfarbe war, die bei den nachbarn vorurteile ausgelöst hat.

  7.   Liberale

    Das war hier ja wohl nicht der Fall. Selbstverständlich entscheiden Vermieter über die Haus- und Wohnungsvergabe, aber wer den Text des Thread-Erstellers gelesen hat, der erkennt schon die Umstände, die unterschwellige Ablehnung. Das kann ich mir bestens vorstellen.

    Aber, sorry, da muß man sich nicht wundern. Wer in gewisse Wohngegenden zieht, wird schon angezeigt, weil die Hecke nicht alle zwei Monate geschnitten wird. Da muß man sich über solche Reaktionen und Kleingeistigkeiten nicht wundern. Gartenzwerg und deutsches Grillgut, das Himmelreich. (Eigentlich wollte ich was anderes schreiben, aber das wird sicherlich gelöscht, daher lasse ich es gleich).

    Wer nette Nachbarn erwartet, der zieht in den Plattenbau. Jedenfalls wird man dort aufgrund seiner Hautfarbe nicht schräg angeschaut.

    (Ok, das war jetzt wieder polemisch, aber entspricht den Tatsachen). 😉

    Gruß

  8.   Bongo Otto

    Es darf wohl jeder Vermieter noch selbst entscheidena an wen er was vermietet! Und woher will man den jetzt wissen, ob die Häuser Vielleicht nicht wirklich schon vergeben waren? Ich finde das recht weit hergeholt. Und was hier wiederals Ablenung gepreisen wird ist villeicht viel mehr anfängliche skepsis gegenüber neuem! ISt doch völlig normal ist ja nicht so, das schwarze etwas ganz alltägliches wären….

  9.   NochEinNickname

    Wäre mal interessant zu erfahren, ob die Leute bei einer anderen Frau ähnlich reagiert hätten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  10.   Liberale

    Ich erkenne langsam, daß es nötig ist, sich hier länger aufzuhalten, nicht nur ab und zu, sondern anscheinend ständig posten zu müssen, wenn ich Texte wie obige lese.

    Also, @Bongo Otto
    Wie ich bereits betont hatte, entscheiden Vermieter über die Vergabe der Mietsache.

    „Schwarze“, Du meinst sicher die betreffende Dame, sind wohl für Dich nichts Alltägliches, für andere Leute schon.

    Es kommt eben darauf an, in welchem Umfeld man sich bewegt. Dorf, Kleinstadt, Großstadt…etc..

    Für mich sind nicht etwa „Schwarze“ befremdlich, sondern der Umstand, daß Du als deutscher Bongo Otto (oder sollte Dein Nick nur eine weitere Beleidigung sein??) die deutsche Rechtschreibung nicht beherrscht.

    Ich habe festgestellt, daß gerade Neo-Nazis weder lesen noch schreiben können. Sie kommen oftmals auch asozialen Elternhäusern, haben nicht mal den Hauptschulabschluß geschafft und sind durch die Bank Schulverager, arbeitslos und versoffen.

    Daher beten sie ja auch ihre Götter an, nämlich die Heilsbringer, die wenigstens die Hauptschulabschluß in der Tasche haben und daher als ehrenhafter deutscher Gärtnergehilfe arbeiten dürfen.

    Weiter so!

    Wenn Ihr Deutschlands Zukunft seid, dann gute Nacht.

    Aber das kennt Ihr ja schon, denk ich an Deutschland in der Nacht….

    Gruß

 

Kommentare sind geschlossen.