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Angriff auf Grünen-Politiker wegen Kritik an Frei.Wild

 
Neonazi mit Frei.Wild-Schal beim Naziaufmarsch im Januar 2013 in Magdeburg © Jesko Wrede
In der Szene beliebt – Neonazi mit Frei.Wild-Schal bei einem Naziaufmarsch 2013 in Magdeburg © Jesko Wrede

Ein rechtsextremer Frei.Wild-Fan, hat am vergangenen Samstag in Hannover den grünen Bundestagsabgeordneten Sven Kindler angegriffen.

Laut eines Berichts auf Kindlers Homepage, fragte ihn der Angreifer zuvor noch, ob er nicht von den Grünen sei und vor kurzem auf einer Demonstration gegen die Band Frei.Wild gesprochen hätte. Nachdem Kindler dies bejahte, sei er gestoßen und geschlagen worden und soll zudem bedroht worden sein, mit der Warnung so etwas nicht nochmals zu tun, andernfalls werde er „fertig gemacht“. Laut Publikative.org, betitelte ihn der Angreifer als „Vaterlandsverräter“ und „anti-nationalen Wichser“. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigung und Nötigung.

Kindler hatte im vergangenen Jahr gegen einen Auftritt der Gruppe Frei.Wild in Hannover demonstriert . Der Vorfall zeige wie gefährlich die Ideologie von Frei.Wild sei. Kindler widmet seine Arbeit dem Themengebiet Antifaschismus und engagiert sich gegen Rassismus und Nationalismus. Auf Facebook ließ er bereits  kurz nach dem Vorfall verlauten es ginge ihm gut. „Das, was mir passiert ist, passiert vielen, die sich öffentlich gegen Rechtsextremismus engagieren“, sagt der Politiker der Hannoverschen Allgemeinen. Er werde sich durch den Vorfall nicht einschüchtern lassen und weiterhin aktiv gegen völkische Ideologie und Nationalismus werden.

7 Kommentare

  1.   Yperit

    Es ist schade, dass die Medien Frei.Wild immer noch als rechtsextreme Gruppe bezeichnen. Egal, wie sehr sie sich von den Neo-Nazis distanziert, man versucht die Gruppe stets in eine bestimmt Ecke zu drängen, in die sie nicht gehört. Warum eigentlich?

  2.   sfgrw

    Die Texte der Lieder dieser Stromgitarrenkapelle sind für jedermann geeignet, das zu verstehen, was er sie verstehen will. Insofern sind die Kapellenmitglieder nicht blöd. Heutzutage muss man nicht mehr offen rassistisch oder völkisch schreiben, um von der rechten Szene in deren Sinn verstanden zu werden.
    Was stört, ist schlicht und einfach: Die Kapelle wird vom rechten Mob instrumentalisiert. Und die Kapelle tut nichts dagegen.
    Ein Auftritt auf einem Solidaritätsfest für Migranten zB, mit einer deutlichen Ansage, dass es sie ziemlich anwiedert, von Faschos bejubelt zu werden, wäre ein deutliches Bekenntnis gegen rechts. Das wird ausbleiben. Deswegen muss sich die Kapelle den Ruf einer Faschoband einfach gefallen lassen.
    Abgesehen davon ist die Musik dürftig und die Texte recht simpel. Passt auch gut zu rechts.

  3.   zunk

    Die FW-Fans toben sich jetzt auf der Facebookseite von Kindler aus: http://www.publikative.org/2014/02/06/frei-wild-mob-nach-dem-angriff-ist-vor-dem-angriff/


  4. Ein Problem hierbei ist, dass auch viele Frei.Wild Fans Neonazis zwar ablehnen, aber für die Antifa auch nicht sonderlich viel Sympathie haben. Dies schließt auch die Grünen und ähnliche Gruppierungen mit ein. Also, was sollen solche Leute machen, die Neonazis für gefährlich halten, aber gleichzeitig auch linke Strömungen nicht einmal mit der Kneifzange anpacken wollen?

    Ich selber bin übrigens kein Frei.Wild Fan. Ich bin noch nicht einmal ein echter Deutschrock Fan, aber aber gelegentlich Kontakt zu Leuten, die aus dieser Szene kommen. Wann die Sprache auf dieses Thema kommt, dann wirken sie aus dem oben genannten Gründen oft ziemlich frustriert, bzw. ratlos.


  5. […] propos Vollidioten: zeit.de: Angriff auf Grünen-Politiker wegen Kritik an Frei.Wild. Auch dazu: jetzt.sueddeutsche.de: “Hey Volksverraeter” – NS-Symbolik, […]


  6. […] Aktuell zeigt der Angriff eines Frei-Wild-Fans auf den grünen Bundestagsabgeordneten Sven-Christian…, dass Anhänger der Band nicht zu unterschätzen sind und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Kindler hatte im November 2013 in Hannover auf einer Demonstration gegen Frei.Wild und gegen „völkische Ideologie und Nationalismus“ gesprochen. Anfang Februar wurde der haushaltspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion dann tagsüber im alternativen Stadteil Linden in Hannover von einem Frei.Wild-Fan angesprochen, ob er „der Sven von den Grünen“ sei und bei der Anti-Frei.Wild-Demonstration geredet hätte. Als Kindler das bejahte, griff der junge Mann ihn körperlich an, beleidigte ihn mehrmals als „Anti-nationaler Wichser“ und „Vaterlandsverräter“ und bedrohte ihn. Als Kindler über diesen Vorfall auf seiner öffentlichen Facebookseite berichtete, rollte eine Welle von Hass und Gewaltbedrohungen von Frei-Wild-Anhängern gegen ihn los. Der Bundestagsabgeordnete will sich aber nicht davon einschüchtern lassen und machte klar, dass er weiterhin gegen Nationalismus und rechtes Gedankengut aktiv sein will. […]

  7.   Andreas

    Ich finde es unverschämt, dass man das alles was passiert ist auf seine Musik-Leidenschaft zu Frei.Wild zurückgeführt wird.
    Als Beispiel: „Zu mal es im Fussball auch viele Hooligans gibt, die brutal werden können und das auch schon oft bewiesen haben. Dies jedoch wird nicht auf die Vereine, wo für die Fans eintreten, zurückgeführt, sondern auf ihre allgemeine Gesinnung und man spricht nur die Vereine an, da sie einen besseren Draht zu den Hooligans ist und demnach auch eher auf Drohungen &‘ co reagieren die vom Verein kommen.“

    Frei.Wild hat sich bereits öfter gegen die Gewaltbereitschaft mancher Fans ausgesprochen und öfters betont das sie dies nicht unterstützen. Zu dem kann man Frei.Wild auch nicht die Jugend’sünden‘ eines Bandmitgliedes, auch wenn es der Frontsänger ist, vorhalten und sie deswegen als Rechtsextrem abstempeln (da das immer wieder als Begründung genannt wird).

    Zu dem muss man sagen, dass Frei.Wild mit ihren Texten, den Gedankengängen vieler Jugendlicher Nährstoff geben, da (so wie ich es bisher kennen gelernt habe) dadurch viele Jugendliche mehr Interesse an Politik bekommen (dieses neue Politikinteresse bei der heutigen Jugend ist zu dem auch in der Shell-Studie bereits aufgefallen). Ich kenne viele Jugendliche, die obwohl sie nicht aus Deutschland stammen, Frei.Wild hören und den Texten zustimmen und einen Sinn dahinter verstehen, der dazu anregt ‚anders‘ zu denken und eben nicht zu antisemitistischen Handlungen oder Meinungen zurechtfertigen oder zu verherrlichen.

    mit freundlichen Grüßen
    ein Fan

 

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