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Polizei gibt Route für NPD-Aufmarsch in Kreuzberg bekannt

 

Hunderte Nazigegner blockierten erfolgreich einen rechten Aufmarsch in Berlin-Hellersdorf © Theo Schneider
Hunderte Nazigegner bei einer Blockade eines rechten Aufmarsches letztes Jahr in Berlin © Theo Schneider

Nach der Kritik an der Berliner Polizei von Abgeordneten aus Bundestag und dem Berliner Abgeordnetenhaus, die in einem offenen Brief die Geheimhaltung der Aufmarschstrecken von geplanten NPD-Demonstrationen am kommenden Samstag durch Kreuzberg und am 1. Mai in Neukölln durch die Behörde beklagten, gab diese nun zumindest die Route der Rechtsextremen für den 26. April durch Kreuzberg bekannt. Nach Polizeiangaben waren für die späte Veröffentlichung die langen Verhandlungen mit der NPD verantwortlich.

So will sich die Berliner NPD um ihren Landeschef Sebastian Schmidkte, der für ihren Marsch 100 Teilnehmer angemeldet hat, am S-Bhf. Jannowitzbrücke treffen. Von dort soll es über die Brückenstraße und Heinrich Heine Straße zum Moritzplatz gehen. An dem ursprünglich angemeldeten Auftaktort soll nun lediglich eine Zwischenkundgebung abgehalten werden. Von dort wollen die Neonazis über die Oranienstraße,  Rudi-Dutschke-Straße, Charlottenstraße bis in die Leipziger Straße gehen, wo der Aufzug ohne Endkundgebung endet. Wie berichtet breitet die rechtsextreme Szene im Internet im Vorfeld Gewaltfantasien vor ihrem Marsch durch den in Szenekreisen verhassten Berliner Stadtteil aus. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Mehrere tausend Gegendemonstranten werden erwartet.

Das Bündnis „Berlin Nazifrei“ das zu den Gegenprotesten mobilisiert und aus verschiedenen Parteien, Gewerkschaften und Antifa-Gruppen besteht, hat die Strecke ebenfalls mittlerweile veröffentlicht und hält an seinen Blockadeplänen fest. Eine Sprecherin des Bündnisses sieht die Routenänderung gegenüber ZEIT Online gelassen: „Wir gehen von einer hohen Beteiligung an unseren Protestaktionen aus und sind zuversichtlich was den Tag angeht. Es wird kein Durchkommen für die Nazis geben, egal auf welcher Route. Wir werden den Aufmarsch entschlossen blockieren!“ Dennoch wollte sie nicht ausschließen, dass es zu kurzfristigen Änderungen kommen könnte, und verwies auf ein breites Informationsangebot für den Tag:

Es gibt zwei Infotelefone unter den Nummern 0152 / 134 440 80 und 0152 / 104 921 87
sowie einen Onlineticker: https://www.demoticker.org/  
und zwei Twitteraccounts: twitter.com/berlinNazifrei und twitter.com/BerlingegenNazi

Zudem sollen unter www.nazifrei.berlin und www.berlin-gegen-nazis.de zeitnah Karten der Strecke und Anlaufpunkten für Gegenaktionen veröffentlicht werden.

Derzeit mobilisiert das Bündnis zu drei Treffpunkten:
– 10 Uhr Moritzplatz (Anlaufpunkt für alle Menschen aus Kreuzberg)
– 10 Uhr U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße (Anlaufpunkt für alle Bezirke außer Kreuzberg und Neukölln )
– 10 Uhr U-Bahnhof Herrmannplatz (Anlaufpunkt für alle Menschen aus Neukölln)