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Blockaden halbieren Neonazi-Demo in Weimar

 

Sm Head Weimar

Rund 1.500 Menschen demonstrierten am Samstag gegen eine neonazistische Demonstration in Weimar. Eine Blockade der Strecke verkürzte den Weg der rund 130 angereisten Neonazis deutlich.

Seit dem frühen Morgen saßen die ersten Neonazi-Gegner im kalten Weimar auf der Straße. Über Stunden hatten sie bis zur Räumungsaufforderung der Polizei ausgeharrt, um den erwarteten Neonazis nicht widerstandslos die Straße zu überlassen. Am Ende sollte eine weitere Blockade dafür sorgen, dass die Route der extrem Rechten deutlich verkürzt wurde.

Rund 130 Neonazis waren am Mittag nach Weimar gekommen, um mit ihrem „Trauermarsch“ die Geschichte umzudeuten. Angereist waren vor allem Personen der „Freien Kräfte“ aus Thüringen, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Bereits zum vierten Mal führten Neonazis um den Thüringer Michel Fischer ihren geschichtsrevisionistischen Marsch anlässlich der Bombardierung Weimars durch und stellten sich damit in die Tradition anderer Aufmärsche wie Dresden und Magdeburg. In Weimar konnten die Neonazis allerdings in den letzten Jahren nur eine Mini-Ausgabe anderer extrem rechter Demonstrationen durchführen. Mit 130 Teilnehmern kamen in diesem Jahr allerdings mehr Teilnehmer nach Weimar als noch 2014, als es kaum 90 waren. Im letzten Jahr kam es außerdem zu einem Angriff auf den Polizeieinsatzleiter. Die ansteigenden Zahlen könnten auch mit einem extrem rechten Konzert in Verbindung stehen, welches am Abend im Thüringischen Kirchheim von den Organisatoren der extrem rechten Demonstration durchgeführt wird. Das Recherche-Portal Thüringen Rechtsaußen berichtete im Vorfeld bereits über das Konzert, in dessen Organisation auch der Neonazi involviert ist, welcher im vergangenen Jahr den Polizeieinsatzleiter attackierte.

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Wie auch in den vorangegangenen Jahren marschierten die extrem Rechten vom Bahnhof durch Außenbezirke der Stadt. Die Route war gesäumt von insgesamt rund 1.500 Gegendemonstranten, die ihrem Protest lautstark Ausdruck verliehen. Obwohl die Strecke von der Polizei weiträumig abgesperrt war, gelang es dutzenden Gegendemonstranten nach gut der Hälfte der Neonazi-Demonstration, diese mit einer Blockade zu stoppen. Da die Polizei sich außer Stande sah, die zahlreichen Gegendemonstranten zu räumen, musste der neonazistische „Trauermarsch“ kurzerhand wieder zum Bahnhof zurückkehren. In den Abschlussreden zeigten sich die Organisatoren dann auch deutlich verärgert und kündigten drohend weitere und größere Veranstaltungen in Weimar an. Gegen 15.00 Uhr war alles vorbei und die Neonazis befanden sich auf dem Rückweg. Zum Abschluss der Gegenveranstaltung führte eine Demonstration in die Innenstadt Weimars, wo die Proteste beendet wurden.

5 Kommentare

  1.   Tim

    Die Polizei scheint auf dem linken Auge blind zu sein.

    Blockaden und Störungen einer Demonstration sind Straftaten – egal, ob einem die Demonstrierenden gefallen oder nicht. Es gibt in unserem Rechtsstaat keine moralische Legitimation, gegen Gesetze zu verstoßen.

    Antifa Mitglieder scheinen von der Strafverflogung ausgenimmen zu sein – sollten sie aber nicht!

  2.   Luise

    Tim weiß genau, dass die Bewertung friedlicher Blockaden vor deutschen Gerichten zumindest umstritten ist.
    Es gibt eine moralische Legitimation, Aufmärsche dieser geschichtsvergessenen Neonazis zu blockieren. Sie berufen sich gerne auf Meinungsfreiheit – eine Freiheit, die sie uns nehmen würden, sobald sie auch nur in Ansätzen etwas zu sagen hätten.
    Faschismus ist nun mal keine Meinung, sondern – ein Verbrechen!

  3.   fred

    Liebe Luise,
    es gibt ein Grundgesetz, das gild sogar für alle.
    Auch wenn es Ihnen nicht passt.

  4.   ---

    Antidemokratische Elemente – welche Demokratie und damit auch die durch ihr entstandenen Gesetze quasi ablehnen – können so gesehen nicht an den Vorzügen welche diese mitsichbringt partizipieren. Somit ist jede Störung begrüßenswert!


  5. […] Bilder vom Aufmarsch finden sich bei Sören Kohlhuber ,Lukas Beyer und dem Störungsmelder […]

 

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