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Sechs Freunde sollt ihr sein

 

Nun wird getanzt, aber ist das ein Jazzclub oder eine Disco? „Navy Brown Blues“ von Mocky pendelt zwischen vielen Stilen. Der kanadische HipHopper hat gute Musiker um sich geschart. Wenn er nun noch die Klappe hielte!

Cover Mocky

Die Welt zu Gast bei Freunden: Hier läuft Kanadas musikalische Nationalmannschaft auf.

Als Kapitän führt der Rapper Dominic Salole das Wort, er nennt sich Mocky. Im Mittelfeld die Folk-Prinzessin Leslie Feist. Links außen röhrt Peaches, rechts außen tanzt Taylor Savvy, im Tor wacht Gonzales. Das kleine Team trainiert teils in Berlin-Kreuzberg, teils in Paris; es hat sich durch Englands beseelten Stimm-Stürmer Jamie Lidell verstärkt. Zusammen spielen sie flüssig, nicht unschlagbar, aber überaus fantasievoll.

Sechs Freunde sollt ihr sein: Auf Navy Brown Blues musizieren der Kanadier Mocky und seine Weggefährten. Seit Jahren helfen sie einander, mal spielt der eine hier, mal produziert der andere da. Meist kommt interessante Musik dabei heraus, stilistisch umherstreifend zwischen HipHop, Folk, Soul, Elektro und Disco-Punk.

Die Arrangements auf Navy Brown Blues sind vielschichtig, frisch, aufregend. HipHop-Klischees wie Händeklatschen und dumpfe Bässe werden gebrochen von freundlich-rohen Akustikgitarren und lustigen Elektroflimmereien. Dazu gesellt sich gelegentlich ein Fender Rhodes-Piano oder ein klapperndes Schlagzeug. Die Jacksons und Prince klingen durch, durchaus tanzbar, stellenweise kitschig. Die ausgezeichneten Gastsänger strahlen in den Refrains, Feist veredelt die erste Single Fighting Away The Tears zu einem klöternden Rührstück.

Wenn Mocky selbst das Mikrofon zur Hand nimmt, wird’s weniger schön. Seine Raps und Strophen sind kaugummiweich, zu eingängig, zu geölt. Er quatscht in jedem Lied – aber es ist ja auch seine Platte.

„Navy Brown Blues“ von Mocky ist als LP und CD erschienen bei Four Music.

Hören Sie hier Animal und In The Meantime

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