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Radiohead bringen Zeitung heraus

 

Immer wieder überrascht Thom Yorke das Publikum mit neuen Vertriebsstrategien. Jetzt veröffentlicht seine Band Radiohead ein Gratisblatt zum Album „The King Of Limbs“.

© XL Recordings

Was Prince Rogers Nelson kann, kann Thom Yorke schon lange. Der Erste, als Musiker bekannt unter dem Namen Prince, vertrieb sein letztes Album als Zeitungsbeilage des Rolling Stone. Der Zweite, bekannt als Sänger der Band Radiohead, bringt gleich seine eigene Zeitung heraus, der er das neue Album The King Of Limbs beifügt.

Prince wie auch Radiohead stellen die herkömmlichen Musikvertriebswege immer wieder infrage. Während sich Prince allerdings dem Internet und seinen Vermarktungsmechanismen völlig verschließt, überraschen Radiohead ihr Publikum mit neuen Verkaufsstrategien. Den Preis des Albums In Rainbows (2007) ließen sie die Hörer beispielsweise selbst bestimmen. Manchmal heißt verkaufen eben auch verschenken.

Mit ihrem Veröffentlichungskonzept zu The King Of Limbs werden sich Radiohead nun das ganze Frühjahr lang im Gespräch halten. Am 18. Februar stellten sie ihr Album auf die eigene Website zum Download. Jetzt erscheint es auf CD und Doppel-Vinyl. Für den 9. Mai ist eine exklusive Newspaper Edition angekündigt, und am kommenden Montag soll zum ersten Mal die neue Radiohead-Gratiszeitung The Universal Sigh in ausgewählten Läden erhältlich sein. Im deutschen Raum leider nur in Hamburg und Berlin, wie auf der dazugehörigen Website zu sehen ist. Über den Inhalt und die Themen der Zeitung ist noch nichts bekannt. Ob Thom Yorke wohl über neue Vertriebsstrategien für Online und Offline schreiben wird?


2 Kommentare


  1. Okay, nach also 7 studio albums, 4 live albums, 2 compilation albums, 11 eps, 22 singles, 51 b-sides, 5 video albums und 30 music videos, haben Radiohead genug Geld, um für das 8. studio album neue Vertriebskanäle zu finden. Irgendein Risiko kann ich nicht erkennen. Denn der öffentliche impact wird auch diesmal größer als durch jede andere Werbemaßnahme sein. Und The King of Limbs wird die Charts wie In Rainbows (2007) stürmen. Ein Schelm, wer Radiohead für stevejobshaft oder dekadent hält. Oder worin genau besteht das Neue? Sind es neue Vertriebswege, die für alle gelten? Oder leisten sich diese Kanäle, bei der Auflage, nur reiche Bands? Ist es vielleicht der Versuch, versehentlich noch mehr Geld abzuschöpfen, mit Kanälen, die bei dieser Auflage/Relevanz niemand sonst zugänglich gemacht werden können, wegen der Unkosten? Spielt hier jemand sein Monopol aus? Vgl. Microsoft oder Mercedes Benz. So neu sind Minizeitungen mit Platte auch wieder nicht, man vgl. einige 80er Effekte. Finden Sie diese Anti-Major-Label-Kampagne der letzten Jahre nicht auch suspekt und widersprüchlich?

  2.   blackjelly

    Welches Monopol??? Und was wäre denn die gangbare Alternative zu diesem ganz und gar nicht alltäglichem Vertriebskonzept? Musik in Form von Teigwarennoten in Fertigsuppen beilegen? Aber geheim, damit es keiner merkt? – Kommentar aus der Ecke „Ich bin alternativer als jede Alternative und darum ist keine Alternative alternativ…“. Und: wer Radiohead ob der gewählten Vertriebs- und Vermarktungsstrategien für „dekadent“ oder gar „stevjobshaft“ befindet, muss sich wohl auch die Frage gefallen lassen, ob er nicht selbst ein wenig unreflektiert und auf der Suche nach ein wenig Selbstbestrahlung durch das www tippselt.

 

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