Presshalbe: Mein Wort-Schatz

Um den Bezeichnungen für Schlürschluck, Scheidebecher et cetera noch eine hinzuzufügen: Vor einigen Jahren hörte ich von einem Bekannten aus Bayern das, wie ich finde, sehr anschauliche Wort Presshalbe. Man findet den Ausdruck auch online im bayerischen Wörterbuch: »Presshalbe [brässhåiwe]: schnelles Bier, das man im wahrsten Sinne des Wortes eilig ›reinpresst‹, zum Beispiel weil man zum Zug muss; möglicherweise leitet sich der Ausdruck aber gar nicht von ›pressen‹, sondern ›pressieren‹ ab (PRESSIERHALBE.)«

Wolfgang Wehmeyer, Münster

 

Was mein Leben reicher macht

Mir fallen in der Speisekammer die Cornflakes herunter und breiten sich über den ganzen Boden aus. Dass unser zweieinhalbjähriger Matthias die Szenerie beobachtet hat, bemerke ich erst an seinem Kommentar aus dem Hintergrund: »Muss noch Milch drauf!«

Elmar Paul Sommer, Monschau, Nordrhein-Westfalen

 

Trollschoppen: Mein Wort-Schatz

Einen weiteren Ausdruck für den »Abschiedstrunk« fand ich in der Pfalz, wo der Wein auch gerne im Halbliterglas getrunken wird. Am Ende der geselligen Runde trinkt man dann gerne den Trollschoppen, um sich anschließend nach
Hause zu trollen (nach Hause zu gehen).

Rolf-Dieter Holthaus, Neuenrade, Nordrhein-Westfalen

 

Was mein Leben reicher macht

Ich lebe in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Jeden Morgen gehe ich zur Hauptstraße, um die Zeitung zu holen. Dabei komme ich an einer Kirche vorbei, vor der eine kleine schwarze Tafel steht, auf die der Pastor täglich Sinniges, nie aber Biblisches schreibt. »Do you trust the police? Yes or no?« (Die Polizeistation ist 100 Meter die Straße runter). Oder: »A marriage of convenience can be chaotic afterwards. Please avoid.« Nach dem Tod eines Generals neulich: »There are no big or small dead bodies. They are all dead bodies.« An einem Montag: »It is not normal to be happy everyday.« Zumindest des Pastors Sprüche machen mich aber jeden Tag happy!

Anna Reuss, Kampala, Uganda

 

Was mein Leben reicher macht

Manchmal, wenn ich Obst einkoche, besucht mich eine Wespe und »überwacht« mein Tun. Sie ist selbstverständlich die Erste, die (am Fensterbrett) ein wenig von der Marmelade verkosten darf.

Christine Freudenthaler, Schwechat, Österreich

 

Zeitsprung: Land unter

Bei einer Trekkingtour in Lappland konnte ich im vergangenen Sommer diese beiden Fotos im Abstand von knapp drei Tagen aufnehmen. In diesen Tagen Ende Juli hat es in Nordschweden nahezu ununterbrochen geregnet. Nach der Zwangswanderpause, die ich überwiegend im Zelt verbrachte, war die Freude umso größer: Durch die Überflutung hatte sich der zuvor leuchtend grüne Talboden des Rapadalen in ein braunes Hochwassergebiet verwandelt. Die Grundstrukturen – von filigran bis robust – sind gleich geblieben, dazwischen mutierten die Grüngebiete zu einer Ansammlung von Seen. Die ohnehin bezaubernde Landschaft hat durch diese Veränderung eine zusätzliche Qualität erhalten. Diese Wanderung bleibt für mich ein unvergessliches Erlebnis.

Bernhard Hollunder, Waldkirch, Baden-Württemberg

 

Was mein Leben reicher macht

Als Rentner in einer Nachbarschaftsband die Bassgitarre zu spielen. Die anderen Bandmitglieder sind jünger. Wenn dann beim Konzert meine Enkeltöchter vor der Bühne tanzen, geht mir das Herz auf.

Hans-Ulrich Lübge, Berlin