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Ryan McGinley

 

Neue Bilder von Ryan McGinley, dessen preisgekrönte Reportagefotografie 2008 im ZEITmagazin erschien, sind noch bis zum 11. Dezember in der Gallery Ratio 3 in San Francisco zu sehen. Der Bildband zur Ausstellung  „Life Adjustment Center“ wurde bei Dashwood Books veröffentlicht. Einige der beeindruckenden Fotos, die junge nackte Menschen zeigen, die in Farbe durch die Luft wirbeln oder in Schwarz-Weiß mit Tieren portraithaft posieren, haben wir hier ausgewählt.

2008 schrieb Wolfgang Büscher für das ZEITmagazin über Ryan McGinley:

„Absurd? Nur auf den ersten, skandalgereizten Blick. Denn eigentlich tut dieser Ryan McGinley, was Generationen amerikanischer Fotografen vor ihm getan haben: Amerika fotografieren, entdecken, erobern, wieder und wieder. Als triebe ein unstillbares Siedler-Gen sie alle dazu, ein Bandwagon im Blut. McGinley, gerade 30, durchstreift sein riesiges Land wie die Alten vor ihm auf der Suche nach amerikanischen Bildern, Mythen – das Land, von dem wir alle Bilder im Kopf haben, so hyperamerikanisch, so symbolsatt, dass einem schlecht davon werden kann, als habe man zu viel Süßzeug gegessen.

Von den frühesten Fotopionieren, die mit Bildern nie zuvor von Weißen betretener Landschaften aus den Rocky Mountains, aus Prärien und Wüsten in die Ostküstenstädte zurückkamen, bis zum Nachspielen und Nachfühlen jüngster amerikanischer Traumata im Kino reicht diese Tradition. Von Ansel Adams’ Naturtableaus bis zu Vietnamfilmen wie Apocalypse Now und den Vorstadtfehlfarben von David Lynch.

Diese Beschäftigung Amerikas mit sich selbst in immer neuen Wellen ist oft ein Akt der Rebellion gewesen, ein Ausbruch aus in den Erzählfabriken der großen Städte zu Propaganda geronnenen Bildern – etwas Vitales also, eine amerikanische Eigenart und Stärke. Eine deutsche übrigens auch, wenngleich die Motive sich unterscheiden. Amerikas Künstler reisen, auch wenn sie noch so rebellisch unterwegs, ja selbst wenn sie splitternackt sind und McGinley heißen, einer Verheißung nach, deutsche einer Wunde mit wechselnden Namen. Dies ist eben der Stoff, mit dem beide Nationen arbeiten.“

 

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