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Vor dem Wahlparteitag der SPD: Vergleich der Stimmungen 2005 und 2009

 

Die SPD gilt als Kampagnenpartei, also als eine Partei, die im Wahlkampf an Fahrt gewinnt und auf der Zielgeraden mit dem politischen Gegner aufholt. Dies haben wir in den Jahren 2002 und 2005 recht eindrucksvoll erlebt. Allerdings sind die Ausgangsbedingungen heute deutlich schwieriger als 2009 und das liegt u.a. an der Kanzlerin! Schauen wir uns die Zahlen hierzu kurz an.

Die Stimmung 2005, also kurz vor dem Wahlparteitag der SPD Ende August, und einen knappen Monat vor der Wahl lagen die Sozialdemokraten bei der Sonntagsfrage 29%, die CDU/CSU bei 42% Prozent.

Allerdings, und das ist der zentrale Unterschlied, lag Kanzler Schröder in seiner Gunst deutlich vor seiner Herausforderin Angela Merkel: 48% zu 41%. Auf dem Wahlparteitag – wir erinnern uns – spielte Schröder dann auch erfolgreich die negative-campaigning-Karte mit Paul Kirchhoff, dem Professor aus Heidelberg.
Was ist 2009 anders? Die SPD stürzt in ein erneutes Umfragetief mit 22 %, bei der Sonntagsfrage erlangt sie nur 25% – und sie profitiert nicht von der im Vergleich zu 2005 schwächeren CDU. Und der Retter ist eben nicht in Sicht und das ist der große Unterschied zu der Situation 2005: der Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier liegt mit 29% im direkten Vergleich deutlich hinter seiner Chefin Angela Merkel, für die 58% der Befragten votieren.

Und auch mit der Waffe „negative campaigning“, die 2005 auf dem Wahlparteitag noch voll zur Geltung kam, wird Steinmeier wohl vorsichtig umgehen, denn das zu Guttenberg-bashing kam beim Wähler nicht gut an.
Was kann ein Wahlparteitag hier ausrichten: Steinmeier kann mit einer Blut- und Schweißrede die eigenen Leute einschwören, hinter sich bringen, eine solche Rede kann durchaus eine Strahlkraft entfalten – ob ihm dies gelingt und wenn ja wie werden wir heute sehen.

2 Kommentare

  1.   Peter L.

    Der zentrale Unterschied ist, dass alle Wahlforschungsinstitute die Union ziemlich genau 6-7 Punkte zu hoch eingeschätzt haben. Die eigentlich interessante Frage ist woran dies lag.

    Jedenfalls kann man getrost annehmen, dass die Institute versucht haben darauf eine Antwort zu finden und diese in ihre Projektionen eingebaut haben.

    Von daher waren die Zahlen von der letzten Periode verzerrt (wie sich ja im Nachhinein herausstellte). Die derzeitigen Umfragewerte weisen diese Verzerrung nicht mehr auf (möglicherweise natürlich andere), weil die Institute die Verzerrungen bereits „eingepreist“ haben.

    Von daher: Vergleichen Sie nicht die Umfragewerte mit den Wahlergebnissen, sondern die Werte zu Beginn des Sommers mit den Werten unmittelbar vor der Wahl.


  2. […] Andrea Römmele hat zurecht auf die im Vergleich zu 2005 noch schlechteren Umfragewerte der SPD hingewiesen. Kim Jucknat fokussierte auf die schlechten Werte Steinmeiers im Eigenschafts- und […]

 

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