Reform des Islam?

Von 29. Mai 2008 um 14:30 Uhr

Mitblogger Rafael stellt die entscheidende Frage:

“Die Zeit wird zeigen, ob es die Reform des Islam geben wird. Und es ist wichtig, dass wir Nicht-Muslime die Stimmen der Reformer beachten, denn wer würde es sonst tun?

Auf eine Frage habe ich immer noch keine Antwort gefunden. Und deshalb lese ich nach wie vor mit großem Interesse diesen Blog, in der Hoffnung, irgendwann einmal eine Antwort oder eine Idee zu bekommen. Die Frage ist:

Wenn der Islam, so wie er ist, gelinde gesagt reformbedürftig ist, uns im Allgemeinen also eher nicht so gefällt, wie er sich real existierend darstellt, wie können wir, die Nicht-Muslime des Westens, dazu beitragen, dass die Reform des Islam vorankommt?

Geht uns das eigentlich etwas an? Ich denke, ja. Schließlich ist der Islam ein immer wichtiger werdender Aspekt unserer Gesellschaft. Er mischt sich in unseren gesellschaftlichen Diskurs ein und gestaltet unsere Gesellschaft in zunehmendem Maße mit. Er gewinnt an Bedeutung durch Globalisierung, durch Immigration, durch Demografie und durch Mission. Daher sollte die Gesellschaft auch das Recht haben, sich in die Angelegenheiten des Islam, der ja Teil dieser Gesellschaft sein will, einzumischen.

Also, was sollen, was können wir tun, damit der Islam besser wird?”

Wir haben da nur begrenzte Wirksamkeit, scheint mir. Aber folgenlos bleibt auch nicht, wenn und wie wir uns einmischen. Vielleicht hat es noch nie (oder jedenfalls seit Jahrhunderten nicht mehr) soviel Kontakt, Einmischung und Vermischung gegeben wie heute (durch die Kriege des Westens von Bosnien über den Kosovo bis zu Afghanistan und Irak und durch die globale Migration). Eine Entmischung wird es jedenfalls nicht geben, auch wenn mancher davon träumen mag.

Leser-Kommentare
  1. 9.

    Mein Peng-Post bezog sich auf
    Kommentar von Zagreus | 29.05.2008 | 5:26
    und nicht auf Erol Bulut oben

    Antworten

  2. 10.

    @Riccardo

    Meiner Meinung nach ist es “pathologisch” mich immer noch Moslem zu nennen, obwohl ich im Grunde nie einer war. Ein Gebet habe ich vielleicht ein- bis zweimal als Kind meiner Mutter nachgesprochen. Jedenfalls habe ich hier oft genug meinen Unglauben bekundet.

    Antworten

    • 29. Mai 2008 um 17:49 Uhr
    • Erol Bulut
  3. 11.

    Falscher Artikel, sorry!

    Antworten

    • 29. Mai 2008 um 17:49 Uhr
    • Erol Bulut
  4. 12.

    Ius reformandi im neuen Gewand. Welch eitler Anspruch Herr Rafael.

    Ic

    Antworten

    • 29. Mai 2008 um 20:06 Uhr
    • emcee
  5. 13.

    @ rafael und joerg lau

    Ich zitiere hier einmal Martin Heckel vor dem Hintergrund des Islamischen Religionsunterrichts:

    “Nur “aufgekärte” Richtungen eines “Reform-Islam” zum Religionsunterricht zuzulassen, würde den Verfassungsgarantien des Art. 4 GG und Art. 7 III GG nicht gerecht. Auch den Muslimen kann nicht angesonnen werden, auf den Wahrheits- , Universalitäts-, und Absolutheitsanspruch ihres Glaubens zu verzichten und sich zu einem “westlichen”, säkularisierten Verständnis von Religion und Recht, Emanzipation und Pluralismus als ihrem religiösen Richtmaß zu bekennen.”

    Heckel, Martin, Vom Religionskonflikt zur Ausgleichsordnung
    Bayer. Akad. d. Wissenschaften, 2007

    Danke Herr Rafael für Ihr Angebot. Kehren Sie aber lieber besser vor Ihrer eigenen Tür!

    Antworten

    • 29. Mai 2008 um 20:15 Uhr
    • emcee
  6. 14.

    @emcee

    #Auch den Muslimen kann nicht angesonnen werden, auf den Wahrheits- , Universalitäts-, und Absolutheitsanspruch ihres Glaubens zu verzichten#

    Es geht hier um Religionsunterricht an Schulen in Deutschland – nicht um Koranschulen in Pakistan.
    Um den Absolutheitsanspruch konkurrieren in Deutschland verschiedene Religionen. Wo kämen wir hin, wenn jeder meinte, er könne seine Religion an der Schule mit Maximalforderungen durchsetzen.
    Deshalb ist es für die Institution Schule eine Pflicht, z.B. islamische Religionslehrer auszuwählen, welche Toleranz gegenüber anderen Religionen vermitteln.
    Toleranz ist die Grundbedingung, die ein Reform-Islam erfüllen sollte.
    Leider ist die reale Welt des Islam davon weit entfernt, beruft sich ggf. auf den Koran, in dem Andersgläubige bestenfalls als Untermenschen koexistieren können.
    Siehe Vorschriften bei Apostasie, Vertreibung und Genozide an “UNgläubigen”.

    Da kommen SIE emcee, mit dem Grundgesetz und der gelinde gesagt abstrusen Rechtskonstruktion eines 75jährigen Kirchenrechtlers, die über diesen Mann leider mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

    Antworten

    • 29. Mai 2008 um 21:11 Uhr
    • tati
    • 29. Mai 2008 um 21:27 Uhr
    • PBUH
  7. 16.

    Interessant:

    Iran to post Web response to Dutch anti-Islam film Fitna

    TEHRAN, May 29 (RIA Novosti) – Iranian authorities plan to post a film on the Internet on Thursday designed as a riposte to a controversial anti-Koran documentary by a Dutch politician, an Iranian newspaper said.

    http://en.rian.ru/world/20080529/108812409.html

    Antworten

    • 29. Mai 2008 um 22:15 Uhr
    • PBUH
  8. Kommentar zum Thema

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