Ein Blog über Religion und Politik

Zuwanderer besser auswählen!

Von 20. Juni 2008 um 12:06 Uhr

Gunnar Heinsohn findet im Tagespiegel einiges Lobenswerte an der Rede des Bundespräsidenten über “Arbeit, Bildung, Integration”. Vor allem seine Einlassungen zur Einwanderungspolitik. Ich stimme zu:

“Er (der Bundespräsident, JL) erinnert uns an Nationen, die aus unserer Sicht etwas ganz Merkwürdiges tun: Sie verlangen von Fremden dasselbe wie von ihren eigenen Kindern. Diese werden es nur dann einmal besser haben, wenn sie bessere Qualifikationen erwerben als ihre Eltern. Ganz entsprechend können Neuankömmlinge dem zulassenden Gebiet und damit auch sich selbst nur dann etwas geben, wenn sie Fähigkeiten mitbringen, die über dem Niveau der zukünftigen Heimat liegen oder dort noch gar nicht vorhanden sind. In den Worten des Präsidenten: ,,Manche westlichen Demokratien wählen ihre Zuwanderer so intelligent aus, dass die höher gebildet sind als im Durchschnitt die Einheimischen.“

Natürlich hätte Horst Köhler im gleichen Atemzug solche Demokratie schelten können, dass sie einfach jene abweisen, die dann bei uns Unterhalt findet. Das zu unterlassen, hat gewiss auch die Diplomatie geboten. Aber hätte er Kanada dafür getadelt, dass fast hundert Prozent seiner Einwanderer hochqualifiziert sind und nicht nur fünf wie bei uns, dann hätte er aus Redlichkeit noch etwas hinzufügen müssen: Kanada ist weltweit die erste Nation, in der die Kinder der Zuwanderer in allen Tests intelligenter abschneiden als die Kinder der vor Ort Geborenen. In Deutschland hingegen liegt das Leistungsniveau der Migrantenkinder tiefer unter dem landeseigenen Durchschnitt als irgendwo sonst auf der Welt.

Der Bundespräsident weiß um diese Zahlen. Aber diplomatisch verhält er sich eben nicht nur gegenüber unseren Verbündeten, sondern sanft bleibt er auch im Umgang mit den Politikern der eigenen Republik. Nun bleibt abzuwarten, ob der präsidiale Takt zum Anlass genommen wird, seine Ermutigung gleich wieder in den Wind zu schlagen oder dazu, auch hierzulande mit einer ,,kluge Einwanderungspolitik“ zu beginnen.”

Leser-Kommentare
  1. 1.

    JL :

    ” Sie verlangen von Fremden dasselbe wie von ihren eigenen Kindern. Diese werden es nur dann einmal besser haben, wenn sie bessere Qualifikationen erwerben als ihre Eltern. Ganz entsprechend können Neuankömmlinge dem zulassenden Gebiet und damit auch sich selbst nur dann etwas geben, wenn sie Fähigkeiten mitbringen, die über dem Niveau der zukünftigen Heimat liegen oder dort noch gar nicht vorhanden sind. In den Worten des Präsidenten: ,,Manche westlichen Demokratien wählen ihre Zuwanderer so intelligent aus, dass die höher gebild sind als im Durchschnitt die Einheimischen.“”

    Sie haben ier Köhler sehr schön zitiert und dieser Aussage auch zugestimmt.
    Eine Frage: sollte diese ‘höhere Bildung’ nur bzl. naturwissenschaftlich-technischen Wissen oder auch gegenüber demokratisch-toleranten Weltanschauung gelten?
    Und was würde sich da als ‘Test’ ergeben – nur ein Abfragen von geschichtlich-kulturellen-poltischen Fakta, wie ab 01.11. intentiert oder schon mehr ein wirklicher Test mit einer Überprüfung soweit als möglich des welanschaulichen Hintergrundes des Aufnahmewilligem?

    • 20. Juni 2008 um 13:24 Uhr
    • Zagreus
  2. 2.

    “Wenn andere klüger sind als ich,
    das stößt mir auf, das ängstigt mich,
    doch die Gewissheit, dass sie dümmer
    erfreut mich immer.”

    Die spannende Frage ist, ob die Kanadier ihre Einwanderer auch integrieren müssen.
    Wenn eine intelektuelle, wohlhabende Elite in ein Land immigriert, kann das zu genauso viel Zoff führen,
    wie der umgekehrte Fall.

  3. 3.

    Die SPD-nahe “Friedrich-Ebert-Stiftung” hat gerade festgestellt, dass die Differenzierung zwischen “guten” und “schlechten” Migranten “Rassismus” bzw. “Ausländerfeindlichkeit” ist:

    http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/802/181243/

    Präsident Köhler, Jörg Lau: Wer outet sich demnächst noch als “Rassist”? Und wie weit kann man den Kampf gegen Rassismus noch ausdehnen? In einer Einrichtung der Evangelischen Kirche sah ich vor kurzem z.B. eine “antirassistische Weltkarte”, in der die Bevorzugung des Nordens bei der geographischen Darstellung durch eine gerechte Darstellung überwurden war. Ich war froh, diesen Schwachsinn dank meines Kirchenaustritts wenigstens nicht mitfinanziert zu haben.

    • 20. Juni 2008 um 14:01 Uhr
    • Wachtmeister
  4. 4.

    Herr Wachtmeister,

    In der Studie geht es nicht um Differenzierung zwischen gebildeten und ungebildeten Migranten, sondern um eine zwischen solchen “guter” und “schlechter” Nationalität. Unter letztere fallen vor allem Türken und Russen.

    Hier die Studie im Original:

    http://library.fes.de/pdf-files/do/05433.pdf

    • 20. Juni 2008 um 14:28 Uhr
    • Joachim S.
  5. 5.

    @Joachim S.:
    Besten Dank, mich nervt die Rassismusdebatte dennoch. Nicht jede Schlußfolgerung aus beobachteten Tendenzen innerhalb von Gruppen ist der Skandal, zu dem manche Leute es gerne machen wollen. Unbedeutende Banalitäten werden da zu Vorboten des “Rechtsextremismus” bzw. “Ausländerfeindlichkeit” gemacht, womit man dann neue Gelder für wirkungslose sozialpädagogische Spielereien und hysterischen “Kampf gegen Rechts” (man behauptet nicht einmal mehr, nur gegen Rechtsextremismus vorgehen zu wollen) freimachen will.

    Diese Empörungsindustrie gehört längst auf den Prüfstand. Dazu zähle ich übrigens auch die berüchtigsten Heitmeyer-Studien, denen zufolge man sich Rassismus unterstellen lassen muß, wenn man den Islam nicht als “bewundernswerte Kultur” betrachtet.

    Wissenschaftlich sind die wesentlichen Schlußfolgerungen der jeweiligen Autoren reinster Müll. Mit der Methode der Autoren kann man allem und jedem “Ausländerfeindlichkeit” nachweisen. Aber solange die Studien die erwünschten Ergebnisse produzieren…

    Herr Lau und Herr Köhler könnten mit solchen Methoden übrigens problemlos als Rassisten “entlarvt” werden. Sie urteilen mit ihrem deutschen Bildungsbegriff über MigrantInnen, die aus Kulturen kommen, in denen Bildung eben anders definiert wird, und wollen damit bestimmte Gruppen ausgrenzen. Leider hört man solcherlei Argument von professionellen Antirassisten tatsächlich, und es wird Zeit, diesen Unfug nicht mehr widerspruchslos hinzunehmen.

    Der FES rate ich, mal vor ihrer eigenen Haustür zu kehren und z.B. die Zusammenarbeit mit militanten arabischen Organisationen einzustellen, anstatt großen Teilen der deutschen Bevölkerung ungerechtfertigt Rassismus zu unterstellen.

    • 20. Juni 2008 um 14:55 Uhr
    • Wachtmeister
  6. 6.

    P.S. Wie weit linksextremes Denken in die Mitte der Gesellschaft reicht, sieht man an der aktuellen Kollaboration zwischen SPD und Kommunisten. Anlaß für selbstkritische Reflexion gäbe es im SPD-Umfeld wahrlich genug. Wahrscheinlich will man davon ablenken, wenn man über den allgemeinen Rassismus in Deutschland fabuliert.

    • 20. Juni 2008 um 14:59 Uhr
    • Wachtmeister
  7. 7.

    @Wachtmeister

    Böse böse Welt. Wollen doch die linksextremistischen Kommunisten nur von ihren Aktivitäten ablenken, indem Sie bösartig Rassismus unterstellen. Die Bösen mit Ihren scheinheiligen Argumentationen. Ach wenn das doch bloß so seriös wäre, wie der Kampf gegen den Islam, den aufrexchte Bürger ausfechten, gelle.

    • 20. Juni 2008 um 15:48 Uhr
    • Erol Bulut
  8. 8.

    @ Wachtmeister

    “MigrantInnen, die aus Kulturen kommen, in denen Bildung eben anders definiert wird…”

    Kein Wunder, dass Sie sich von den genannten Studien genervt fühlen: sie äußern immer wieder mal Sätze, denen zumindest eine gewisse ideologische Nähe zu rechtsextremen Einstellungen nicht abgesprochen werden kann, um es vorsichtig auszudrücken.

    • 20. Juni 2008 um 16:10 Uhr
    • Joachim S.
  9. Kommentar zum Thema

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