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Zuwanderer besser auswählen!

 

Gunnar Heinsohn findet im Tagespiegel einiges Lobenswerte an der Rede des Bundespräsidenten über „Arbeit, Bildung, Integration“. Vor allem seine Einlassungen zur Einwanderungspolitik. Ich stimme zu:

„Er (der Bundespräsident, JL) erinnert uns an Nationen, die aus unserer Sicht etwas ganz Merkwürdiges tun: Sie verlangen von Fremden dasselbe wie von ihren eigenen Kindern. Diese werden es nur dann einmal besser haben, wenn sie bessere Qualifikationen erwerben als ihre Eltern. Ganz entsprechend können Neuankömmlinge dem zulassenden Gebiet und damit auch sich selbst nur dann etwas geben, wenn sie Fähigkeiten mitbringen, die über dem Niveau der zukünftigen Heimat liegen oder dort noch gar nicht vorhanden sind. In den Worten des Präsidenten: ,,Manche westlichen Demokratien wählen ihre Zuwanderer so intelligent aus, dass die höher gebildet sind als im Durchschnitt die Einheimischen.“

Natürlich hätte Horst Köhler im gleichen Atemzug solche Demokratie schelten können, dass sie einfach jene abweisen, die dann bei uns Unterhalt findet. Das zu unterlassen, hat gewiss auch die Diplomatie geboten. Aber hätte er Kanada dafür getadelt, dass fast hundert Prozent seiner Einwanderer hochqualifiziert sind und nicht nur fünf wie bei uns, dann hätte er aus Redlichkeit noch etwas hinzufügen müssen: Kanada ist weltweit die erste Nation, in der die Kinder der Zuwanderer in allen Tests intelligenter abschneiden als die Kinder der vor Ort Geborenen. In Deutschland hingegen liegt das Leistungsniveau der Migrantenkinder tiefer unter dem landeseigenen Durchschnitt als irgendwo sonst auf der Welt.

Der Bundespräsident weiß um diese Zahlen. Aber diplomatisch verhält er sich eben nicht nur gegenüber unseren Verbündeten, sondern sanft bleibt er auch im Umgang mit den Politikern der eigenen Republik. Nun bleibt abzuwarten, ob der präsidiale Takt zum Anlass genommen wird, seine Ermutigung gleich wieder in den Wind zu schlagen oder dazu, auch hierzulande mit einer ,,kluge Einwanderungspolitik“ zu beginnen.“

183 Kommentare

  1.   Zagreus

    JL :

    “ Sie verlangen von Fremden dasselbe wie von ihren eigenen Kindern. Diese werden es nur dann einmal besser haben, wenn sie bessere Qualifikationen erwerben als ihre Eltern. Ganz entsprechend können Neuankömmlinge dem zulassenden Gebiet und damit auch sich selbst nur dann etwas geben, wenn sie Fähigkeiten mitbringen, die über dem Niveau der zukünftigen Heimat liegen oder dort noch gar nicht vorhanden sind. In den Worten des Präsidenten: ,,Manche westlichen Demokratien wählen ihre Zuwanderer so intelligent aus, dass die höher gebild sind als im Durchschnitt die Einheimischen.““

    Sie haben ier Köhler sehr schön zitiert und dieser Aussage auch zugestimmt.
    Eine Frage: sollte diese ‚höhere Bildung‘ nur bzl. naturwissenschaftlich-technischen Wissen oder auch gegenüber demokratisch-toleranten Weltanschauung gelten?
    Und was würde sich da als ‚Test‘ ergeben – nur ein Abfragen von geschichtlich-kulturellen-poltischen Fakta, wie ab 01.11. intentiert oder schon mehr ein wirklicher Test mit einer Überprüfung soweit als möglich des welanschaulichen Hintergrundes des Aufnahmewilligem?


  2. „Wenn andere klüger sind als ich,
    das stößt mir auf, das ängstigt mich,
    doch die Gewissheit, dass sie dümmer
    erfreut mich immer.“

    Die spannende Frage ist, ob die Kanadier ihre Einwanderer auch integrieren müssen.
    Wenn eine intelektuelle, wohlhabende Elite in ein Land immigriert, kann das zu genauso viel Zoff führen,
    wie der umgekehrte Fall.

  3.   Wachtmeister

    Die SPD-nahe „Friedrich-Ebert-Stiftung“ hat gerade festgestellt, dass die Differenzierung zwischen „guten“ und „schlechten“ Migranten „Rassismus“ bzw. „Ausländerfeindlichkeit“ ist:

    http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/802/181243/

    Präsident Köhler, Jörg Lau: Wer outet sich demnächst noch als „Rassist“? Und wie weit kann man den Kampf gegen Rassismus noch ausdehnen? In einer Einrichtung der Evangelischen Kirche sah ich vor kurzem z.B. eine „antirassistische Weltkarte“, in der die Bevorzugung des Nordens bei der geographischen Darstellung durch eine gerechte Darstellung überwurden war. Ich war froh, diesen Schwachsinn dank meines Kirchenaustritts wenigstens nicht mitfinanziert zu haben.

  4.   Joachim S.

    Herr Wachtmeister,

    In der Studie geht es nicht um Differenzierung zwischen gebildeten und ungebildeten Migranten, sondern um eine zwischen solchen „guter“ und „schlechter“ Nationalität. Unter letztere fallen vor allem Türken und Russen.

    Hier die Studie im Original:

    http://library.fes.de/pdf-files/do/05433.pdf

  5.   Wachtmeister

    @Joachim S.:
    Besten Dank, mich nervt die Rassismusdebatte dennoch. Nicht jede Schlußfolgerung aus beobachteten Tendenzen innerhalb von Gruppen ist der Skandal, zu dem manche Leute es gerne machen wollen. Unbedeutende Banalitäten werden da zu Vorboten des „Rechtsextremismus“ bzw. „Ausländerfeindlichkeit“ gemacht, womit man dann neue Gelder für wirkungslose sozialpädagogische Spielereien und hysterischen „Kampf gegen Rechts“ (man behauptet nicht einmal mehr, nur gegen Rechtsextremismus vorgehen zu wollen) freimachen will.

    Diese Empörungsindustrie gehört längst auf den Prüfstand. Dazu zähle ich übrigens auch die berüchtigsten Heitmeyer-Studien, denen zufolge man sich Rassismus unterstellen lassen muß, wenn man den Islam nicht als „bewundernswerte Kultur“ betrachtet.

    Wissenschaftlich sind die wesentlichen Schlußfolgerungen der jeweiligen Autoren reinster Müll. Mit der Methode der Autoren kann man allem und jedem „Ausländerfeindlichkeit“ nachweisen. Aber solange die Studien die erwünschten Ergebnisse produzieren…

    Herr Lau und Herr Köhler könnten mit solchen Methoden übrigens problemlos als Rassisten „entlarvt“ werden. Sie urteilen mit ihrem deutschen Bildungsbegriff über MigrantInnen, die aus Kulturen kommen, in denen Bildung eben anders definiert wird, und wollen damit bestimmte Gruppen ausgrenzen. Leider hört man solcherlei Argument von professionellen Antirassisten tatsächlich, und es wird Zeit, diesen Unfug nicht mehr widerspruchslos hinzunehmen.

    Der FES rate ich, mal vor ihrer eigenen Haustür zu kehren und z.B. die Zusammenarbeit mit militanten arabischen Organisationen einzustellen, anstatt großen Teilen der deutschen Bevölkerung ungerechtfertigt Rassismus zu unterstellen.

  6.   Wachtmeister

    P.S. Wie weit linksextremes Denken in die Mitte der Gesellschaft reicht, sieht man an der aktuellen Kollaboration zwischen SPD und Kommunisten. Anlaß für selbstkritische Reflexion gäbe es im SPD-Umfeld wahrlich genug. Wahrscheinlich will man davon ablenken, wenn man über den allgemeinen Rassismus in Deutschland fabuliert.

  7.   Erol Bulut

    @Wachtmeister

    Böse böse Welt. Wollen doch die linksextremistischen Kommunisten nur von ihren Aktivitäten ablenken, indem Sie bösartig Rassismus unterstellen. Die Bösen mit Ihren scheinheiligen Argumentationen. Ach wenn das doch bloß so seriös wäre, wie der Kampf gegen den Islam, den aufrexchte Bürger ausfechten, gelle.

  8.   Joachim S.

    @ Wachtmeister

    „MigrantInnen, die aus Kulturen kommen, in denen Bildung eben anders definiert wird…“

    Kein Wunder, dass Sie sich von den genannten Studien genervt fühlen: sie äußern immer wieder mal Sätze, denen zumindest eine gewisse ideologische Nähe zu rechtsextremen Einstellungen nicht abgesprochen werden kann, um es vorsichtig auszudrücken.

  9.   emcee

    @ wachtmeister

    Was haben Sie denn gegen „Kommunisten“? Ich finde sie sehr nett, auch wenn ich sie nur im Ausnahmefall wählen würde.

    Wenn die Regierung aber so weitermacht:

    http://www.pro-medienmagazin.de/themen/politik/politik-single/article/bka-gesetz-schaeuble-verteidigt-abhoerschutz-fuer-christliche-geistliche/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=9&cHash=25b715ade6

    Dann kann ich mir schon gut vorstelle, auch einmal DieLinke zu wählen. Und dies obwohl sie nun überhaupt nicht gut für die Wirtschaft sind.

  10.   N. Neumann

    Herr Wachtmeister,

    In der Studie geht es nicht um Differenzierung zwischen gebildeten und ungebildeten Migranten, sondern um eine zwischen solchen “guter” und “schlechter” Nationalität. Unter letztere fallen vor allem Türken und Russen.

    Hier die Studie im Original:

    http://library.fes.de/pdf-files/do/05433.pdf

    @ Joachim S.

    Wenn ich mich nicht täusche, handelt es sich bei den maßgeblichen Autoren dieser von der FES beauftragten Studie wieder um die beiden Leipziger Medizinpsychologen, die schon in einer vorangegangen Studie festgestellt hatten, dass rechtsradikale Einstellungen im Westen häufiger vorkommen als im Osten.

    Auf die Frage, wie er sich denn dann, die relativ und absolut höhere Anzahl rechtsextremer Gewalttaten sowie die Wahlergebnisse der NPD im Osten erklären würde, wusste einer der Autoren wenig zu sagen.

    Ich hatte mich in diese erste Studie mal etwas reingefutzelt (leider finde ich das jetzt nicht mehr), sie wies gemessen an den gängigen Standards der empirischen Sozialforschung Defizite auf. So war u.a. der Anteil der befragten Akademiker innerhalb der Stichprobe West deutlich niedriger als der in der Stichprobe Ost – was man, ohne das darauf explizit hingewiesen wurde, dem Anhang der Studie ganz hinten entnehmen konnte (es kann als Binse gelten, dass unter Akademikern rechtsradikale Einstellungen erheblich seltener sind als unter Personen ohne höheren Schulabschluss). Schon rutschen rechtsradikale Einstellungen im Osten etwas nach unten und rechtsradikale Einstellungen im Westen etwas oben.

    Und auch wenn ich mich an dieser Stelle (5.) Wachtmeister weniger anschließen möchte, hat er recht, wenn er kritisch darauf verweist, dass es zu Wilhelm Heitmeyers Kriterien für Islamophobie zählt, die Frage, ob der Islam eine bewundernswerte Kultur sei (oder hervorgebracht hätte?), zu verneinen.