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Condoleeza Rice: Obamas Wahl macht Amerika glaubwürdig

Von 18. November 2008 um 02:09 Uhr

Die scheidende Aussenministerin sieht in der Wahl des ersten schwarzen Amerikaners zum Präsidenten einen Schub für das Demokratisierungsprojekt, das sie mit Bush angefangen hat. 

Genau wie den Afghanen sei übrigens auch den Schwarzen die Fähigkeit zur Demokratie abgesprochen worden. Guter Punkt. Das ganze Gespräch zum Abgang hier.

Auszug: 

WHAT THE ELECTION THAT HE WON MEANS.
Electing a black president says around the world that you can overcome old wounds. I’ve said in our case, We have a birth defect, but it can be overcome.

WHAT THE ELECTION THAT HE WON MEANS.
I’ve heard people commenting on how in this election, in far places, people talk about what is a caucus and how does that differ from a primary. I think that links up with the fact that the United States under this president has been more active and more insistent that democracy is not just something for a few. People are watching, and I think they’re trying to learn from democratic experience.

WHAT ALL THOSE ELECTIONS IN IRAQ AND UKRAINE AND LEBANON MEANT.
It’s not that you deliver on it tomorrow. Maybe 2005 was a bit deceptive in that way because you had the Iraqi elections, the Cedar Revolution, the Orange Revolution, the Rose Revolution and the Palestinian election.  So maybe people came to expect too much too soon.

WHAT ELECTIONS COULD MEAN FOR PEOPLE WHO DON’T TEND TO HAVE THEM.
I’ve seen too many peoples dismissed as not ready for self-government. First it was Asians, and then Latin Americans and Africans were there for a while. I know for a while black Americans were, too.

I’ve seen it said, well, you know: They’re illiterate; how could they vote? And then you see in Afghanistan people line up for long, long lines. Because somehow they know that making a choice matters.

Kategorien: Außenpolitik, Debatte, Neocons, USA
Leser-Kommentare
  1. 1.

    “”"… auch den Schwarzen die Fähigkeit zur Demokratie abgesprochen worden. Guter Punkt”"”

    und was ist mit mandela ?

    ganz nebenbei, diese 180 grad wendung der weißen süd afrikaner war bei weitem spektakulärer … dort gab es viel mehr anlass zu vermuten dass dort noch sehr lange kein schwarzer president werden wird, genauso wenig wie ein araber in israel. hätte man in den 80er eine wette abschliesen wollen ob ein schwarzer eher in südafrika oder in den usa die führung übernimmt, hätte die mehrzahl wohl auf die usa getippt, damals war es völlig undenkbar was in südafrika dann doch geschah. aus dem gefängniss ins präsidenten amt, da ist doch diese obama wahl nichts dagegen, vorallem wenn man schon die sehr lange verehrung schwarzer sportler, musiker, künstler… in den usa im auge hat.

    • 18. November 2008 um 02:42 Uhr
    • Milko
  2. 2.

    was haben denn schwarze US-amerikaner mit Afghanen zu tun ? kulturell liegen welten dazwischen ! Eine Prise Hoffnung ist natuerlich immer gut fuer alle seiten …

    • 18. November 2008 um 05:53 Uhr
    • mathilde
  3. 3.

    “Genau wie den Afghanen sei übrigens auch den Schwarzen die Fähigkeit zur Demokratie abgesprochen worden.”
    Wer genau hat den Afghanen die Fähigkeit zur Demokratie abgesprochen?
    Aber: wenn sie wirklich mehrheitlich dahinterstehen, sollten sie nach 7 Jahren Besatzung langsam die Fähigkeit haben, ihren Staat auch gegen die Taliban-Minderheit zu verteidigen. Genug waffenfähige Männer haben sie ja, jedenfalls mehr als wir.

    • 18. November 2008 um 10:33 Uhr
    • AM
  4. 4.

    Ohne das ganze Gespräch gelesen zu haben: “Genau wie den Afghanen sei übrigens auch den Schwarzen die Fähigkeit zur Demokratie abgesprochen worden.”
    Was für eine apologetische Verdrehung! Was für eine strategische Augenwischerei!

    Den Schwarzen ist Teilhabe jeglicher Art abgesprochen worden, obwohl sie seit X Generationen nicht in einer eigenen, sondern in einer westlichen Gesellschaft lebten und, notgedrungen, an ihrem Leben teilnehmen wollten.

    Den Afghanen müssen die “Befreier” erst mal beibringen, dass sie zwar in einer uralten eigenen Kultur und Gesellschaft leben, aber “eigentlich” unsere westlichen Werte und Demokratie wollen, obwohl sie die weder kennen noch wollen.

    Wenn wir Afghanistan tatsächlich „befreien“ wollen, nicht nur von den Taliban, sondern den Afghanen tatsächlich die Demokratie bringen wollen, ist das nicht durch irgendeine begrenzte Befreiungsaktion à la Rumsfeld zu erreichen. Dann können wir nicht morgen oder übermorgen aus Afghanistan abziehen und wieder nach Hause gehen.

    Eine solche Befreiung zur Demokratie setzte – wenn es dergleichen überhaupt geben kann – die Bereitschaft zu demokratischen Kolonialismus über Generationen voraus, bzw. die Bereitschaft zu dem, was einmal einer Ihrer ehemaligen Kollegen “demokratischen Neokolonialismus” genannt hat.

    Wenn die USA das wollen, warum sagen sie das dann nicht offen? Sie reden stattdessen von der “Fähigkeit zur Demokratie” der Afghanen als gäbe es die irgendwo schon und als handele es sich bei der „Befreiung“ lediglich um eine begrenzte Aktion.

    Wie sollen wir im Westen zu einer strategischen Übereinkunft kommen, wenn der zentral Beteiligte die strategischen Ziele entweder absichtlich verschleiert oder von den Ausgangsbedingungen keine Ahnung hat?

    • 18. November 2008 um 10:56 Uhr
    • xNWO
  5. 5.

    @ Kürzelheimer xNWO

    “Eine solche Befreiung zur Demokratie setzte – wenn es dergleichen überhaupt geben kann – die Bereitschaft zu demokratischen Kolonialismus über Generationen voraus, bzw. die Bereitschaft zu dem, was einmal einer Ihrer ehemaligen Kollegen “demokratischen Neokolonialismus” genannt hat.”

    In der Tat. Doch das kann nicht unsere Aufgabe sein. Demokratie entwickelt sich von innen heraus oder gar nicht.

    Was in Afghanistan möglich ist, ist eine Art von Demokratie, die auf dem bestehenden Stammessystem beruht. Die NATO hat das ja versucht, als sie 2002 eine “loya jirga”, einen Stammes(-ältesten-)rat aller Afghanen initiierte. Leider entstand daraus nichts Nachhaltiges. Über die Gründe kann man spekulieren. Die Regierung Karzai scheint, bei aller Integrität ihres Chefs, vieles falsch gemacht zu haben. Vielleicht wäre es sinnvoll, trotz des Verzichts des greisen Zahir Shah aufgund des Parteiengezänks, wieder einen König einzusetzen, als Symbol für die Einheit Afghanistans.
    In der arabischen Welt haben sich die traditionellen Monarchien als weit stabiler erwiesen als alle Diktaturen, Halb- und Vierteldemokratien.

    • 18. November 2008 um 11:11 Uhr
    • Joachim S.
  6. 6.

    Joachim S,: Was in Afghanistan möglich ist, ist eine Art von Demokratie, die auf dem bestehenden Stammessystem beruht.

    Sofern im Zuge der Globalisierung auch Afghanistan sich der Modernisierung nicht wird entziehen können, hat auch das nur wenig Aussicht auf Erfolg. Erst recht dann nicht, wenn es sich bei den terroristischen Taliban selber um ein Modernisierungsphänomen handelt. Und dafür spricht viel.

    • 18. November 2008 um 11:20 Uhr
    • xNWO
  7. 7.

    > Genau wie den Afghanen sei übrigens auch den
    > Schwarzen die Fähigkeit zur Demokratie abgesprochen
    > worden. Guter Punkt.

    Ein alberner Punkt. Dass 12% Schwarze und 88% Nicht-Schwarze mit knapper Mehrheit einen halbschwarzen Präsidenten gewählt haben, sagt über die Demokratiefähigkeit Schwarzer weder Positives noch Negatives aus – aber viel über den Rassismus des Gutmenschen, dem echte Rührung ob Condis farbkodierter Betroffenheit den Verstand getrübt hat.

  8. 8.

    Für den Fall etwaiger Löschung separat:

       Fremde und eigene Emphase ist der Dauerständer der political correctness – und der senkt den Blutdruck im Denkorgan.

  9. Kommentar zum Thema

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