Ein Blog über Religion und Politik

Wenn die Uiguren bloss Palästinenser wären

Von 10. Juli 2009 um 11:48 Uhr

... und die Chinesen Israelis, dann würde sich die muslimische Welt vielleicht auch für sie interessieren, meint Mona Eltahawy in einem Kommentar für die HuffPost. Doch was müsste passieren, damit die westliche Öffentlichkeit sich für sie einsetzen würde? Wenn die Uiguren Buddisten würden, hätten sie deutlich bessere Chancen auf ein Benefiz-Konzert mit Bono, Björk und Sting. Tja, Pech gehabt, falsche Minderheit mit dem falschen Unterdrücker!

If they were Buddhists, Bjork, Sting, Bono and all those other one-named saviors of the world's poor and oppressed would have held "Free Xinjiang" concerts already. But the West continues to largely ignore the Uighurs. Maybe they're not as cuddly as the Tibetans or their leader the Dalai Lama.

Perhaps the U.S. State Department would issue stronger words in their defense if only the Uighurs weren't the wrong kind of minority in a country that produces half the goods we use and which currently lends the wobbly global economy enough money to keep it just this side of total collapse.

The Uighurs aren't Buddhists but are instead Muslims and us Muslims don't get much love these days. You'd think the U.S. at least would be paying a bit more attention to Uighurs after locking up four of their brethren at the prison camp at Guantanamo without charge for seven years. They were released earlier this year to Bermuda.

If the West seems deaf to Uighur complaints, then where are their fellow Muslims? Surely this is a chance for Muslims across the world to march in protest at the stranglehold the godless Communist Chinese keep over the Uighurs?

Think again.

The Egyptian blogger Wael Abbas put it bluntly on the micro-blogging site, Twitter -- where thousands follow him -- when he asked why no one was paying attention to the Uighur "intifada," the Arabic word for uprising that is usually associated with Palestinians fighting back against Israeli occupation.

That's precisely the problem -- the Uighurs are no Palestinians and the Chinese are not Israel. Many Muslims -- Arab Muslims especially -- pay attention only when the U.S. and Israel are behaving badly. Palestine followed by Iraq always take precedence leaving little room for other Muslim grievances.

Look at Darfur, where the suffering goes ignored because those who are creating the misery are neither Americans nor Israelis but instead fellow Arab Muslim Sudanese.

China is coincidentally one of Sudan's biggest trade partners and sells Khartoum plenty of weapons which Darfuris complain are used against them. So it's unlikely Sudanese President Omar Bashir, who declared himself the guardian of Islam in 2007 by putting on trial a British teacher for insulting Muslims when she named a class teddy bear "Mohammed", will condemn Chinese oppression of Uighurs.

Perhaps Israel can save the day and invade Xinjiang.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Xinjiang ist ziemlich weit weg vom islamischen Kernland und den heilige Stätten.
    Selbst Afghanistan spielt eine weitaus kleinere Rolle als z.B. der Irak.

    • 10. Juli 2009 um 12:22 Uhr
    • J.S.
  2. 2.

    Obwohl es ‚Mittelasien‘ heisst, wird die Region von den Anrainern als Hinterhof angesehen, für alle anderen ist es so ziemlich der A. der Welt. Die wahren Zentren heissen Moskau und Peking, vielleicht ferner noch Ankara, Teheran, Islamabad. Auch wenn die Kasachen versucht haben ein Zentrum („Astana“) künstlich aus dem Boden zu stampfen. Ohne die Bodenschätze wären die -stans weltpolitisch quasi nichtexistent.
    Warum sollte sich also der durchschnittliche Araber für Chinesisch-Ostturkestan interessieren, zumal die Uiguren ein nationalistisch-separatistisches Turkvolk sind und der Islam bei diesem Konflikt eine untergeordnete Rolle spielt? Muslime, wie z.B. die Hui werden nicht generell verfolgt.

    • 10. Juli 2009 um 14:34 Uhr
    • word
    • 10. Juli 2009 um 14:56 Uhr
    • Rojas
  3. 4.

    Es müsste natürlich heißen: „Wenn die Chinesen bloß Juden wären.“

    • 10. Juli 2009 um 15:36 Uhr
    • Samuel
  4. 5.

    Tja, Pech für die Uiguren. Andererseits hat die Währung Weltöffentlichkeit deutlich an Wert verloren. Den Aufstand der Iraner hat die Weltöffentlichkeit interessiert zur Kenntnis genommen, aber nach einigen Tagen waren andere Dinge wichtiger: das Dahinscheiden eines freakigen Popmusikanten. Von einem Rauschen im Blätterwald lässt sich keine Regierung der Welt mehr ihre Politik vorschreiben. So schlau sind Politiker inzwischen auch, zu wissen, dass man die meisten Probleme einfach aussitzen kann. Medien vergessen nichts, aber Medienkonsumenten haben ein ausgesprochen schlechtes Gedächtnis.

  5. 6.

    Wenn die Palästinenser Uiguren wären und ihre Unterdrücker Chinesen, dann wäre mancher nie auf die Idee gekommen, dass der Islamismus die größte Gefahr für die Welt ist.

    • 12. Juli 2009 um 22:55 Uhr
    • AM
  6. 7.

    Wenn es nicht das Internet gäbe, dann würde AM Klowände bekritzeln.

    • 12. Juli 2009 um 23:57 Uhr
    • N. Neumann
  7. 8.

    @ NN

    würde?

  8. 9.

    Wenn sich Islamfeinde hier bei Lau unzensiert auskotzen können, verhindert das dann eigentlich echte Gewalt wie in Dresden oder steigern sich die Irren dann erst hinein? Jörg Lau, der Aufklärer, sollte sich fragen, wem er ein Forum bietet und ob es nicht völlig daneben ist, Beiträge stehen zu lassen, die Islam mit Faschismus gleichsetzen. Gräfin Dönhoff rotiert im Grab.

    • 13. Juli 2009 um 12:40 Uhr
    • Helmut Schmidt
  9. 10.

    @ H. Schmidt: Wenn Sie solche anmassenden Pseudonyme gebrauchen, schmeisse ich Sie raus. Versuchen Sie es mal mit Klarnamen…
    unzensiert auskotzen…
    Islam-Faschismus…
    Uff! Sind Sie ganz neu hier?

  10. 11.

    @ JL
    H. Schmidt schreibt wahrscheinlich unter anmaßendem Pseudonym und haut zu sehr auf die Pauke, aber:
    Wieso war Ihnen der Mord von Dresden eigentlich keine Zeile wert? (Oder habe ich doch etwas übersehen?) Interessieren in Deutschland gemeuchelte arabische Frauen den Liberalen nur dann, wenn der Täter auch ein Araber ist und man mal wieder kräftig auf die kulturelle Tränendrüse drücken kann? Die Frau von Dresden war auch nicht weniger mutig als Seyran Ates.

    • 13. Juli 2009 um 14:14 Uhr
    • AM
  11. 12.

    ad # 9

    RPG mal wieder?

    • 13. Juli 2009 um 14:21 Uhr
    • Joachim S.
  12. 13.

    @ AM: Nein, der Fall interessiert mich sehr, und ich finde ihn absolut niederschmetternd. Die junge Frau hatte Mut – und ihr Versuch, über den Rechtsstaat die Rassisten in die Schranken zu weisen, hätte ein ermutigendes Beispiel sein können. Und dann das.
    Ich habe aber schlicht keine Zeit, mich da einzuarbeiten. Das ist eindeutig ein Schwachpunkt, gerade für dieses Blog. Ich muss aber um Verständnis bitten, es geht einfach derzeit nicht.
    Dass in der Zeitung am kommenden Donnerstag etwas erscheint, habe ich aber mit meinem Kollegen Spiewak zusammen angeregt.

  13. 14.

    Die junge Frau hatte Mut – und ihr Versuch, über den Rechtsstaat die Rassisten in die Schranken zu weisen, hätte ein ermutigendes Beispiel sein können.
    Kommentar von Jörg Lau

    Wieso die Rassisten?
    Meines Wissens ist kein zweiter Fall dieser Tragweite bekannt.

    Diese sehr bedauerliche Gewalttat zeigt jedoch Eines sehr genau auf:
    Die selektive Wahrnehmung von Gewalt gegen Muslime, sofern sie nicht selbst von Muslimen ausgeht.

    Was für ein Zirkus mit Trauerakrobaten wie Müntefering,
    Roth und Konsorten.
    Was für Zirkus mit Staatsanwalts-Clowns aus Ägypten, in dem
    regelmässig dutzendfach Touristen zerbombt werden.
    Was für eine Labsal für die Instrumentalisierer der Muslim-Verbände – laut krakeelend in Dresden und stumm wie die Fische beim Mordvideo der jungen Frau in Teheran.

    • 13. Juli 2009 um 18:16 Uhr
    • tati
  14. 15.

    Wieso die Rassisten?
    Meines Wissens ist kein zweiter Fall dieser Tragweite bekannt.

    @ tati

    Es sind mehrere Fälle rassistischer Beleidigung bekannt, du Trottel.

    Und wenn z.B. eine Frau mit Kopftuch u.a. als Terroristin bezeichnet bzw. beschimpft wird, weil sie einen Erwachsenen auf dem Spielplatz bittet, eine Schaukel freizumachen, dann kann es als angebracht gelten, dies zur Anzeige zu bringen.

    Diese sehr bedauerliche Gewalttat zeigt jedoch Eines sehr genau auf:
    Die selektive Wahrnehmung von Gewalt gegen Muslime, sofern sie nicht selbst von Muslimen ausgeht.

    Bullshit.

    Als ob z.B. Ehrenmorde ein Thema wären, dass nicht ausführlich erörtert worden ist.

    Als ob über Gewalttaten von Muslimen gegen Muslime außerhalb Deutschlands nicht berichtet werden würde.

    • 13. Juli 2009 um 18:49 Uhr
    • N. Neumann
  15. 16.

    @N.Neumann

    Es sind mehrere Fälle rassistischer Beleidigung bekannt

    Darum geht´s mir doch gar nicht – es geht hier um die Instrumentalisierung einen Mordes, der in Deutschland alles andere als alltäglich ist und dessen trauriges Ergebnis dazu
    benutzt wird, um ein Szenario mordbereiter Muslimhasser an die Wand zu malen.

    Als ob z.B. Ehrenmorde ein Thema wären, dass nicht ausführlich erörtert worden ist.

    Durchaus, stellt sich nur die Frage:
    An welcher Stelle? Auf dem muslim-markt?

    Als ob über Gewalttaten von Muslimen gegen Muslime außerhalb Deutschlands nicht berichtet werden würde.

    Erbitte link aus ägyptischer, arabischer, iranischer o.ä.
    Quelle über Ehrenmorde an muslimischen Frauen und Mädchen in Deutschland.

    • 13. Juli 2009 um 19:59 Uhr
    • tati
  16. 17.

    @tati

    Keine Aufregung. Der ganze jetzt aufkommende Zauber bestätigt doch nur die schönsten Vorurteile. Ob Muslimverbände, ägyptische Politik, Ahmenidingsbums,ZdJ, oder der aufrechte Rechtsjäger Münte, die ganze Gruselparade will Nutzen aus dem Drama ziehen. Denen ist der Tod dieser Frau piepegal. Kein Wunder, dass sich JL raushält. Schließlich äußert er sich ja auch von Zeit zu Zeit kritisch über den Islam, d.h. im Verständnis der Herren Mayzek und Cramer hat er diesen Mord mitbefördert.

    • 13. Juli 2009 um 20:00 Uhr
    • riccardo
  17. 18.

    Mord an Muslimen, Mord an Christen: Wer erhebt anklagend seine Stimme?

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Irak-Christen-Muslime;art141,2846714

    • 13. Juli 2009 um 20:06 Uhr
    • word
  18. 19.

    @ tati

    Sowas gibt es auch:

    Solidarität für entführte Deutsche im Jemen

    http://www.n24.de/news/newsitem_5144064.html

    • 13. Juli 2009 um 20:09 Uhr
    • word
  19. 20.

    Schließlich äußert er sich ja auch von Zeit zu Zeit kritisch über den Islam, d.h. im Verständnis der Herren Mayzek und Cramer hat er diesen Mord mitbefördert.
    @riccardo

    Ganz so weit möchte ich nicht gehen (-:)

    Klar ist allerdings:

    In den meisten Ländern der muslimischen Welt hätte der blog
    von Herrn Lau einen sehr schweren Stand (diplomatisch ausgedrückt).

    • 13. Juli 2009 um 20:24 Uhr
    • tati
  20. 21.

    Her Lau,

    “ Tja, Pech gehabt, falsche Minderheit mit dem falschen Unterdrücker!“

    Das stimmt schon, aber nicht die Uiguren haben das Pech. Die Chinesische Regierung schert sich um die Meinung der arabischen Nationen höchstens einene Bruchteil dessen, was die Meinung des „Westen“ betrifft, und das ist schon recht wenig. Die Uiguren haben sogar „Glück“, dass China der Böse ist.

    http://news.google.de/news?pz=1&ned=de&hl=de&q=uiguren

    http://news.google.de/news?pz=1&ned=de&hl=de&q=pal%C3%A4stinenser

    Wie man leicht nachvollziehen kann, ist die deutsche Presse gegen Gewalt an Uiguren deutlich sensibler, als bei der Beobachtung Israelischer Besatzungsverbrecher in Gaza.

    Ja die Palästinenser haben wirklich Pech!

    • 13. Juli 2009 um 20:24 Uhr
    • Erol Bulut
  21. 22.

    @word

    Danke für die links.

    • 13. Juli 2009 um 20:24 Uhr
    • tati
  22. 23.

    Im Gegensatz zu den Palästinensern sind die Uiguren bisher nicht so sehr durch Terrorismus aufgefallen.

    • 13. Juli 2009 um 20:37 Uhr
    • J.S.
  23. 24.

    Wie man leicht nachvollziehen kann, ist die deutsche Presse gegen Gewalt an Uiguren deutlich sensibler, als bei der Beobachtung Israelischer Besatzungsverbrecher in Gaza.
    Kommentar von Erol Bulut

    Der Journalismus lebt durch Neuigkeiten.

    In 4 Wochen finden Sie im Verhältnis wieder mehr über die Palästinenser,
    dann ist Bulut´s Welt wieder in Ordnung.

    Zwischenzeitlich können Sie sich mit der Jungen Welt trösten

    http://www.jungewelt.de/2009/07-11/080.php

    • 13. Juli 2009 um 20:45 Uhr
    • tati
  24. 25.

    @ tati

    Der ZDJ-Generalsekretär Stephan J. Kramer meint zum Mordfall al-Sherbini:

    http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-1196/i.html

    Ich bin nicht nach Dresden gefahren, weil ich als Jude Angehöriger einer Minderheit bin. Ich unternahm die Reise, weil ich als Jude weiß: Wer einen Menschen wegen dessen Rassen-, Volks- oder Religionszugehörigkeit angreift, greift nicht nur die Minderheit, sondern die demokratische Gesellschaft als Ganzes an.

    Deshalb ist nicht die Frage relevant, warum ein Vertreter der jüdischen Gemeinschaft Elwi Ali Okaz seine Trauer und Solidarität bekundete, sondern die, warum es nicht auch einen massiven Besucherstrom oder Solidaritätsadressen von Vertretern der deutschen Mehrheitsgesellschaft gab?

    Warum kamen die Reaktionen der Medienlandschaft wie der Politik auf den Mord so spät? Jetzt wird, nicht zuletzt unter dem Druck der internationalen Öffentlichkeit, nachgebessert. Allerdings überzeugt erzwungene Betroffenheit nicht.

    Es scheint, dass die deutsche Gesellschaft die Tragweite des Dresdner Anschlags nicht erkannt hat. Es fehlt die Erkenntnis, dass der Mord an Marwa al-Sherbini ganz offensichtlich das Ergebnis der beinahe ungehinderten Hasspropaganda gegen Muslime von den extremistischen Rändern der Gesellschaft bis hin in deren Mitte ist.

    Vor allem die rechtsextremistische Szene sorgt seit Jahren für ein Klima der Ausgrenzung, Dämonisierung und Angst gegenüber Andersgläubigen, Ausländern und Angehörigen von Minderheiten.

    Es mangelt aber auch an der Einsicht, dass mangelnder gesellschaftlicher Widerstand gegen den Rassismus weitere Terrorakte – das Wort ist durchaus angebracht – wie diesen feigen Mord in Dresden zu ermutigen droht.

    • 13. Juli 2009 um 21:04 Uhr
    • Joachim_S
  25. 26.

    ad # 24

    von Mumia Abu Jamal? Ja lebt der noch?? Ist er nicht immer noch in der Todeszelle???

    • 13. Juli 2009 um 21:07 Uhr
    • Joachim_S
  26. 27.

    @Joachim S.

    Danke, den Artikel kannte ich schon.

    Herr Kramer sollte sich besser um die beinahe „ungehinderte Hasspropaganda gegen Juden aus der extremistischen Islamszene bis hin zur gesellschaftlichen Mitte der muslimischen Welt“ kümmern.
    Zusätzlich kann er sich dann auch noch um die antijüdische Hasspropaganda aus der rechtsradikalen und aus der linksradikalen Szene kümmern.

    Ich muss jetzt glatt mal googlen, ob irgendein Muslimvertreter in Frankreich bei der Beerdigung des zu Tode gefolterten Ilan Halimi kondoliert hat.

    http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1247136257660.shtml

    • 13. Juli 2009 um 21:23 Uhr
    • tati
  27. 28.

    Herr Kramer ist Deutscher, und kümmert sich sinnvollerweise erst mal um Geschehnisse in Deutschland.

    • 13. Juli 2009 um 21:39 Uhr
    • Joachim_S
  28. 29.

    Darum geht´s mir doch gar nicht – es geht hier um die Instrumentalisierung

    @ Tati

    Wer diesen allgemeinverständlichen Satz…

    JL: Die junge Frau hatte Mut – und ihr Versuch, über den Rechtsstaat die Rassisten in die Schranken zu weisen, hätte ein ermutigendes Beispiel sein können.

    …wiefolgt kommentiert…

    Tati: Wieso die Rassisten?
    Meines Wissens ist kein zweiter Fall dieser Tragweite bekannt.

    …der betreibt, sofern er der deutschen Sprache mächtig ist, erstmal nur eine semantische Verrenkung. Denn Rassismus fängt nicht erst bei achtzehn Messerstichen an.

    Und wenn es Leute gibt, die in Deutschland immer und überall Rassismus sehen und/oder diesen instrumentalisieren, dann besteht trotzdem nicht der geringste Grund dafür, real existierenden Rassismus in Deutschland herunterzuspielen.

    Darüber hinaus unterscheidet sich diese Aufforderung nicht im Geringsten vom typischen PI-Geseire:

    Tati: Herr Kramer sollte sich besser um die beinahe “ungehinderte Hasspropaganda gegen Juden aus der extremistischen Islamszene bis hin zur gesellschaftlichen Mitte der muslimischen Welt” kümmern.

    Wenn sich der deutsche Jude Kramer um einen rassistischen Mord eines Rechtsextremisten an einer Muslimin in Deutschland kümmert, dann ist es natürlich nicht recht. Motto: „Der Jud‘ ist nur dann von Belang, wenn er was gegen die Musels sagt.“

    Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.

    • 13. Juli 2009 um 22:50 Uhr
    • N. Neumann
  29. 30.

    Zwischenzeitlich können Sie sich mit der Jungen Welt trösten

    http://www.jungewelt.de/2009/07-11/080.php

    Das ist wahrscheinlich die neue Taktik der „politisch Inkorrekten“: Neben islamistischem Dreck auch noch möglichst viel linksextremistischen Müll auftischen, um ihren stinkenden bräunlichen Mist als appetitlich duftende Pizza feilzubieten.

    Waschechte Nazis spielen in diesem Rahmen natürlich allenfalls dann eine Rolle, wenn sie Amahdineschad beklatschen, nicht jedoch, wenn einer davon eine Frau mit Kopftuch ersticht.

    • 13. Juli 2009 um 23:13 Uhr
    • N. Neumann
  30. 31.

    Kairo vor ein wenigen Monaten.

    „Splitter trafen eine Gruppe französischer Studenten; ein 17-jähriges Mädchen wurde zerfetzt und verblutete.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,609455,00.html

    Betreibt der Spiegel da rechtsradikale Hetze?

    • 13. Juli 2009 um 23:25 Uhr
    • J.S.
  31. 32.

    Ich muss jetzt glatt mal googlen, ob irgendein Muslimvertreter in Frankreich bei der Beerdigung des zu Tode gefolterten Ilan Halimi kondoliert hat.

    Und selbst dann, wenn in Frankreich kein einziger Muslimvertreter im Fall des von muslimischen Rassisten ermordeten Ilan Halimi kondoliert haben sollte, ist und bleibt es in Deutschland ein ganz normaler Akt der Menschlichkeit und Zivilität, wenn der Judenvertreter Kramer im Fall der von einem deutschen Rechtsextremisten ermordeten Marwa E. kondoliert.

    • 13. Juli 2009 um 23:26 Uhr
    • N. Neumann
  32. 33.

    Betreibt der Spiegel da rechtsradikale Hetze?

    Nein, aber J.S. stellt da eine strunzdumme rhetorische Frage.

    • 13. Juli 2009 um 23:28 Uhr
    • N. Neumann
  33. 34.

    @Neumann

    Sehr beeindruckende verbale Inkontinenz. Respekt.

    • 13. Juli 2009 um 23:31 Uhr
    • riccardo
  34. 35.

    Wieso bloß fühlen Sie sich angesprochen?

    • 13. Juli 2009 um 23:45 Uhr
    • N. Neumann
  35. 36.

    @Neumann Das ist mal wieder typisch. Man lobt Sie wegen Ihres Furors, und Sie mäkeln rum. Verbessern Sie mal lieber Ihre Mobbingtaktik. Die jetzige ist Ihrer Position als Chefkommentator dieses Blogs nicht angemessen.

    • 14. Juli 2009 um 00:10 Uhr
    • riccardo
  36. 37.

    @N.Neumann

    Was soll dieses völlig deplatzierte Gekeife?

    Bringt gar nichts.

    1.Um jedwedes Mißverständnis ein für allemal abzustellen.

    Ich verurteile den Mord an der ägyptischen Frau aufs schärfste. Der Mörder hat eine harte Strafe verdient, die zugleich auch Abschreckung für alldiejenigen sein soll, die mit solchen Gewaltphantasien liebäugeln. PUNKT

    2.Die Umstände der Tat und das daraus resultierende Politikum muss beleuchtet und diskutiert werden dürfen

    3.Herr Kramer kann tun und lassen was er will, um seine persönliche Vorstellung von Rassismusprophylaxe zu verwirklichen – das entbindet ihn deshalb noch lange nicht von der kritischen Frage, wie er es mit dem Antisemitismus unter Muslimen hält, der demjenigen der Neonazis in nichts nachsteht.

    4.Mir geht Dein tendenziöses Konstrukt aus Beitrag 30+31 gewaltig auf den Sack.
    Für die Binse, daß Rassismus nicht bei 18 tödlichen Messerstichen anfängt brauche ich keinen Schulmeister.
    Ebensowenig brauche ich Nachhilfe für die Erkenntnis, daß Rassismus in Deutschland existiert – übrigens genauso wie an allen anderen Orten der Welt.

    Die Fragen sind: Welchen Hintergrund hat die Tat? Ist sie und bleibt sie ein tragischer Einzelfall? Gibt es Hinweise, daß sich ähnliche Gewalttaten wiederholen? Ist der Mord ein Indiz für steigende konfrontative Gewaltaffinität zwischen inkompatiblen oder vermeintlich inkompatiblen Gesellschaftssystemen?
    Diese Fragen muss man beantworten, indem man sich die Ursachen genauestens betrachtet und nüchtern präsentiert.
    Erst dann lassen sich sinnvolle Schlüsse ziehen.
    Dagegen ist es völlig kontraproduktiv, in Hysterie zu verfallen – und es ist im aktuellen Fall, abgesehen von Trauer und auch Empörung die der schreckliche Mord zurecht ausgelöst hat, eine Ebene sichtbar geworden, in welcher die Tat voreilig politisch instrumentalisiert wird.
    Diese Instrumentalisierung erlaube ich mir zu kritisieren.
    Nicht mehr und nicht weniger.

    • 14. Juli 2009 um 00:50 Uhr
    • tati
  37. 38.

    @tati

    In „Hysterie verfallen“ tut keiner, das ist alles ein politisches Machtspiel.

    Die Islamos sind dabei einfach zu dämlich, die versuchen wie bei der „Karikaturen-Krise“ Druck übers muslimische Ausland auszuüben.

    Das kommt in Europa und Deutschland sicher sehr gut an 😉

    Wenn es nun tatsächlich zu einem Terroranschlag in Deutschland kommt, was sehr wahrscheinlich ist, wird dieser sicher auch mit dem Fall „Marwa“ begründet werden.

    …und dann bekommen A. Köhler und seine Brüder ein ganz fettes Problem.

    • 14. Juli 2009 um 08:52 Uhr
    • PBUH
  38. 39.

    @ PBUH

    „Die Islamos sind dabei einfach zu dämlich, die versuchen wie bei der “Karikaturen-Krise” Druck übers muslimische Ausland auszuüben.“

    Dämlich? wohl kaum – der Erfolg spricht ja für sich.

    Wir reden doch hier nicht von einer Diskussion einzelner menschen miteinander, sondern von riesigen Kommunikationsströmungen, die sich gegenseitig beeinflussen.
    Der karrikaturenstreit war doch ein voller Erfolg.
    Relativ wenige sind aufgestanden, um die dänlischen karrikaturisten zu stützen, dafür aber ist überall stimmen aufgekommen, die verständnis hatten für die ‚Islamos‘ – sei es aus lagern, die selbst da eine gute gelegenheit witterten, gegen ‚Blasphemie‘ vorzugehen wie diverse konservative-christliche Gruppierungen, sei es aus linker seite oder sei es aus liberalen a lá: die Märkte & nur nicht provozieren….

    Was genau die reaktionen seien werden, falls es zu einem terroranschlag kommen würde in der BRD, ist dabei ebenfalls völlig ungewiss außer: es wird instrumentalisiert werden.
    Aller wahrscheinlichkeit nach wird wohl allen voran Schäuble & Co. versuchen die nächsten Bürgerrechte abzuschaffen udn die nächsten überwachungsmaßnahmen durch Bundestag und -rat durchzupeitschen, die anders nicht durchsetzbar wären.
    Dann wird es ettliche Politiker geben, die von ‚Beruhigung‘ reden werden udn dabei die schuld weniger bei den terroristen als vielmehr in der sog. ‚Islamfeindlichkeit‘ in diversen foren und in der Bevölkerung verordnen werden.Und dann werden ganz arg viele trommeln: der Terrorakt hat nichts mit dem islam zu tun – und , quasi im kampf gegen den terrorismus, mit einem mal die sog. gemäßigten muslimischen gruppen zu stärken versuchen durch erfüllung von diversen forderungen.
    Was ist denn in GB passiert seit den U-Bahn-Attentaten?
    Der (schariatische) islam treibt doch dort regelrechte Blüten schon – bis hin zur regierungserklärung, daß der Djihadistische terror nichts mit dem islam zu tun hötte, und wer was anderes sagt betreibt hetze und muss bestraft werden….
    Es gibt einfach zu viel Lämmer, die den metzger auch noch herbeisehnen.

    • 14. Juli 2009 um 09:09 Uhr
    • Zagreus
  39. 40.

    @Zagreus

    >Der karrikaturenstreit war doch ein voller Erfolg.

    Nur anfänglich, dann hat recht schnell ein Umdenken auf breiter Front eingesetzt. Sehr viele Medienleute, Politiker und Intellektuelle haben sich regelrecht geschämt für ihre ersten Reaktionen.

    Am Ende hat der Karikaturenstreit den Islamos maximalen Schaden zugefügt. Dieser Konflikt war für sehr viele Leute der Anlass sich mal näher mit dem Islam zu beschäftigen.

    Die Islamos haben aber eine total verschobene Selbstwahrnehmung und keine blasse Ahnung was den Westen ausmacht, deswegen äussert sich auch der irre von Teheran zu dem Fall.

    • 14. Juli 2009 um 10:21 Uhr
    • PBUH
  40. 41.

    Zum Mord in Dresden auf Nafisa.de

    Die Formulierung “Märtyrerin des Kopftuchs” finde ich hingegen höchst problematisch. Sie suggeriert, dass das Kopftuch eine im Islam so wichtige Sache wäre, dass man für sie in den Tod gehen müsste und ist damit ein Beispiel für die – nicht zuletzt durch die Kopftuchdebatte geförderte – maßlose Überbewertung des Kopftuchs unter vielen Muslimen. Und mit Sprüchen wie “Kopftuchträgerin bis zum Tod”, zu finden im arabischen Internet, ist die Grenze zur Geschmacklosigkeit weit überschritten.

    http://www.nafisa.de/medienanalyse/der-mord-an-marwa-el-sherbini-–-verschleierungen-und-versaumnisse/

    • 14. Juli 2009 um 10:22 Uhr
    • Andreas
  41. 42.

    @Andreas

    Dann können die Schleiertanten ihr Kopftuch ja ablegen

    http://www.nafisa.de/ueber-uns/ueber-uns-die-autorinnen/

    • 14. Juli 2009 um 10:36 Uhr
    • PBUH
  42. 43.

    @ PBUH

    Seien Sie doch froh, wenn Kopftuchträgerinnen sich gegen die ideologische Aufladung dieses Kleidungsstücks wenden! Damit entfällt viel Kampf und Krampf um dasselbe.

    • 14. Juli 2009 um 10:57 Uhr
    • Joachim S.
  43. 44.

    Sorry, aber chau doch z. b. die immer größere bereitschaft Religion als ein rassenmerkmal zu werten (dadurch, dass man rassismus gegenüber religionszugehörigkeit anfängt zu deffinieren)

    • 14. Juli 2009 um 10:59 Uhr
    • Zagreus
  44. 45.

    @Joachim S.

    Um zu überzeugen lässt man Worten am besten Taten folgen. IMHO kann man solche Mädels aber eh nicht ernstnehmen.

    • 14. Juli 2009 um 11:17 Uhr
    • PBUH
  45. 46.

    @ PBUH

    „IMHO kann man solche Mädels aber eh nicht ernstnehmen.“

    Die Pupsens, Tatis und Zagreuse noch weniger.

    • 14. Juli 2009 um 11:48 Uhr
    • Joachim S.
  46. 47.

    „Dann können die Schleiertanten ihr Kopftuch ja ablegen“

    „Schleiertanten“ finde ich, ist kein sachliches Wort. Das kann verletzen und ist damit nicht dienlich. Ich kenne Muslima, die von klein an eingetrichtert bekamen, dass sie das Tuch tragen müssen und aus ihrer Haut nicht rauskommen und gleichzeitig darunter leiden, dass man sie wegen des Tuches als unatraktiv wertet. Pauschal als Schlampe angesehen zu werden, weil man keines trägt, gefällt auch nicht, auch wenn solche Bemerkungen eh nicht ernst genommen werden.

    „Seien Sie doch froh, wenn Kopftuchträgerinnen sich gegen die ideologische Aufladung dieses Kleidungsstücks wenden! Damit entfällt viel Kampf und Krampf um dasselbe.“

    Damit finde ich, macht man es sich zu einfach. Keiner mit Augen im Kopf kann leugnen, dass das Kopftuch ein Ausfluss der Ungleichbehanldung zwischen Mann und Frau ist. Frauen sollen sich bedecken, Männer eben nicht oder nur bedingt. Das sehe ich als Frau einfach nicht ein. Wenn auch die Männer sich unter Schleiern verdecken würden, bitte, aber sie machen es nicht. Kein Mann schwitzt im Namen des Islams hinter einem schwarzen Schleier vor dem Gesicht in der brütenden Sonne. Jeder Moslem kann Nudeln essen ohne dabei darauf achten zu müssen, dass Soße nicht am Schleier hängen bleibt etc….

    Könnte man wirklich sagen, ohne Druck und Zwang würden sich die Frauen unter den Schleier oder auch nur unter das Kopftuch begeben, dann könnte man das abhaken unter jeder Jeck ist anders. Die Realität sieht aber anders aus. Auch wenn kein direkter Druck erzeugt wird, so ist es doch häufig eine Prägung welche die Frauen dazu bringt, sich zu verhüllen, während der Mann solchen Zwängen nicht unterliegt.

    Toleranz oder gar Verteidigung gegenüber / der Verschleierung ist eine Rolle rückwärts in Sachen Frauenrechte und läßt die Frauen im Stich.

    • 14. Juli 2009 um 12:16 Uhr
    • Stefanie
  47. 48.

    @Stefanie

    Die Damen sind wohl alle Konvertiten, da ist ein wenig Spott schon angebracht.

    Wer als westliche Frau zum Islam konvertiert muss wirklich eine grosse Persönlichkeitsstörung haben.

    • 14. Juli 2009 um 12:44 Uhr
    • PBUH
  48. 49.

    @ Stefanie

    „ein Mann schwitzt im Namen des Islams hinter einem schwarzen Schleier vor dem Gesicht in der brütenden Sonne. Jeder Moslem kann Nudeln essen ohne dabei darauf achten zu müssen, dass Soße nicht am Schleier hängen bleibt etc….“

    Naja – aber dafür hinter dem rauschevollbart teilweise.
    Wobei erwähnt werden muß, daß teilweise es auch schon fälle gab – z. b. in pakistan – in denen diskriminiert wurden, weil sie keinen Bard trugen und es sogar zu bombenanschlägen auf Friseurstuben gekommen ist, die Männern auf verlangen den bart abrasierten.

    Das riesige problem ist einfach, daß es einerseits breite religiöse Strömungen im islam gibt, die eine verschleierung oder zumindest ein Kopftuch als religiös verbindlich kommunizieren bis hin zu staaten, in denen man als frau verurteilt werden kann, wenn man keines trägt.
    Und zugleich das tragen des Schleiers/Kopftuches halt nicht einfach nur ein religiöses symbol ist wie z. b. ein Kreuz oder ein Krummschwert als Aufhänger an einer Halskette, sondern zugleich einzeichen der moralischen Sittsamkeit und somit auch ein soziales kontrollinstrument.
    Das frauen auch ganz Freiwillig ein kopftuch/schleier tragen, um eben auch anzuzeigen, daß sie nach diesen normen moralisch integer seien, bestreitet kaum jemand – aber es ist zugleich auch imemr auch ein zeichen dafür, dass die familie ebenfalls zumindest insoweit moralisch integer sei, insoweit ihre Kinder als repräsendanten derselbigen die moralische integrietät bezeugen somit.
    Diese Doppelstellung – einerseits religiöses bekenntnis zu sein, andererseits aber auch moralische repräsentation – ist auch der Knackpunkt dabei.
    Wäre es einfach nur zeichen für religiösität des einzelnen, gäbe es auch keine probleme damit oder nur relativ geringe (wie z. b. Identifizierungsproblematik für behörden der person) – wie ja auch z. b. der Rote Punkt bei einer Hindufrau keine probleme bereitet und dementsprechend auch nicht zu einer entsprechenden Diskussion führt – obwohl es auch ein öffentlich zur Show getragenes religiöses Symbol ist.

    • 14. Juli 2009 um 12:49 Uhr
    • Zagreus
  49. 50.

    „wie ja auch z. b. der Rote Punkt bei einer Hindufrau keine probleme bereitet“
    Probleme entstehen dabei immer auch auf der Seite der Betrachter. Würden diese (im richtigen Kontext und mit einem aktuellen Anlass) aus diesem roten Punkt eine Billigung oder Unterstützung von Witwenverbrennungen oder Mitgiftmorden konstruieren, ließen sich im Handumdrehen Probleme erzeugen oder verstärken, die dem Kopftuchproblem in nichts nachstehen.

    • 14. Juli 2009 um 12:57 Uhr
    • AM
  50. 51.

    @ AM

    „Probleme entstehen dabei immer auch auf der Seite der Betrachter. Würden diese (im richtigen Kontext und mit einem aktuellen Anlass) aus diesem roten Punkt eine Billigung oder Unterstützung von Witwenverbrennungen oder Mitgiftmorden konstruieren….“

    Konstruieren? Wollen sie sagen, daß das Kopttuch/Schleier nicht als moralisches Symbol innerhalb von muslimischen gemeinschaften sei, sondern ‚nur‘ andere Behaupten würden, dass es diese bedeutung hätte – und es für gar nichts außer als persönliches religiöses Bekenntnis der trägerin gewertet wird innerhalb der muslimischen Welt?
    Denn nur so würde ihr einwand sinn ergeben.

    Ja, mit dem *Roten Punkt* der Hindus gäbe es Probleme – sobald wir als Nichthindus und richtig: beobachter behaupten würden, es sei zeichen der billigung & Unterstützung von witwenverbrennungen.
    Soetwas kann (als reine potentialität) durchaus behauptet werden, und nun müßte man nachsehen, ob innerhalb der Hinduisten es zumindest eine starke Strömung gäbe, die wirklich einen zusammenhang zwischen dem tragen des ‚roten Punkes‘ und der bejahung von Witwenverbrennungen als religiöses zeichen herstellt und in Folge davon dann Hindufrauen oder gar Frauen allgemein, die keinen Roten Punkt tragen als z. B. ‚Verräterinnen am Glauben‘ oder als moralisch nicht integer kommunizieren würden.

    Ihr einwand zieht nur dann, wenn es keine starke gruppierungen im Islam gäbe, die das Kopftuch/Schleier nciht nur als ein individuelles religiöses Symbol kommunizieren, sondern auch als ein moralisches.
    Sind sie denn der meinung, dass niemand im Islam dies kommuniziert?

    • 14. Juli 2009 um 13:13 Uhr
    • Zagreus
  51. 52.

    „Diese Doppelstellung – einerseits religiöses bekenntnis zu sein, andererseits aber auch moralische repräsentation – ist auch der Knackpunkt dabei.“

    Es auf die Moral zu reduzieren, finde ich nicht den Problemen entsprechend. Denn wenn man sich die staatlich eingeräumten Frauenrechte in den Ländern ansieht, in denen Kopftuch/Verschleierung üblich ist, sieht man das Moment der Moral beschneidet immer die Rechte der Frauen. War hier in Deutschland nicht anders. Man denke nur daran, dass Frauen noch nach dem WK2 die Genehmigung des Mannes brauchten, um arbeiten zu dürfen. Die Moral ist doch aber in diesen islamistischen Ländern weiter ein Istrument zur Unterdrückung der Frau.

    Auch wenn man vor der eigenen Türe schaut. Der Prozentsatz der Frauen hier mit einem Kopftuch oder Schleier, die nicht arbeiten und mehr als zwei Kinder bekommen, ist bei islamisch geprägten Menschen weitaus höher als im Schnitt der Bevölkerung. Jetzt kann man wieder einwerfen, das hat nichts mit dem Islam zu tun, sondern mit patriachischen Traditionen, die es auch in der christlich geprägten Ländern gab. Stimmt, dennoch ist das Kopftuch heute auch ein Symbol für die Menschen hier, die eben in diesen überholten Strukturen leben und damit kann man nicht einfach das Kopftuch trennen vor der Ungleichbehandlung der Frauen in diesen Gruppen. Und deshalb ist es nach meiner Auffassung nicht möglich, das Kopftuch zu behandeln ohne dabei aus dem Blick zu verlieren, dass in den Gruppen weltweit Kopftuch getragen wird, die den Frauen weniger Rechte zubilligen als den Männern.

    • 14. Juli 2009 um 13:21 Uhr
    • Stefanie
  52. 53.

    @ Stefanie

    Hier muss man sehr vorsichtig sein.

    Zuerst: Die unterdrückung der Frau in manchen muslimischen Ländern, die mit religion begründet wird (idR. Scharia – die auch in den meisten islamischen Ländern in den verfassungen als Rechtsgrundlage festgeschrieben sind), entstammt nicht einfach nur den Schleier und dem genau hier dahinterstehenden moralbild, sondern oft einem wesentlich komplexeren allgemeinen Bild von Frau (&Mann), aus dem dann z. B. herausgelesen wird, dass die Aussage eine frau vor gericht nur halb soviel zählt wie die eines Mannes usw….

    Dann:
    Das Bild nun dem, was ein mann oder eine Frau (oder kinder, ungläubige usw….) ist, dass eine person im Kopf hat, bestimmt, ob eine Frau unterdrückt wird oder nicht.
    Dieses Bild (idR. Bilder), wird idR. kulturell tradiert, und Religion (in seinen vielfältigen erscheinungsformen innerhalb eines Kulturkontextes) ist dabei ebenfalls bestandteil dessen.
    Dieses Bild stellt quasi ein Muster, ein Schema dar, mit dessen hilfe situationen und ihre bestandteile eingeordnet udn somit qualifiziert udn beurteilt werden.
    Und dieses Bild gibt es nicht nur im Kopf von Männern, sondern auch von Frauen – Frauen selbst beurteilen das verhalten von Frauen – idR. von anderen frauen, oder von Frau-sein allgemein – auch nach diesen Muster (Bild).
    Aus dieser Sichtweise heraus gibt es dann auch entsprechend viele frauen, die eben es nicht so sehen, dass Frauen ungleich behandelt würden, sondern die ernsthaft glauben, dass Frauen ungleich seien udn deshalb es gerechtfertig sei, dass sie auch dementsprechend ungleiche rechte hätten.
    Man sollte nur dabei nicht vergessen, dass auch unsere eigenen Bilder – nämlich das Bild der gleichheit von mann und Frau (z. B. vor Gericht) – selbst wiederum ebenfalls ein Bild ist, ein Muster, mit dessen hilfe auch wir beurteilen…
    Darum ist es auch eine befreiung einer Frau gegen ihren Willen – z. b. aus einem Knechtschaftsverhältnis – keine befreiung.
    Der Sklave, der Sklave sein will, weil er die Sklaverei grundsätzlich bejaht und dabei seine Stellung darin ebenfalls, tut man unrecht, wenn man ihn befreit.
    Und entsprechende versuche die eigene sklaverei abzulegen kann auch heissten: austausch der gesellschaftlichen Positionen ohne infragestellung oder gar änderungen der gesellschaftlichen Wertesysteme (des systems: sklavengesellschaft).
    DEr Ansatzpunkt bei ‚Kopftuch‘ unter der Zielsetzung „Freiheit der Frau nach unseren Maßstäben“ ist darum auch religion – denn mit religion wird es eben begründet.
    religion stellt die stützten dar dafür – es wird eben nicht mit Unterdrückung kommuniziert, sondern mit religiöser Notwendigkeit und Gottgefälligkeit.

    • 14. Juli 2009 um 13:40 Uhr
    • Zagreus
  53. 54.

    @ zagreus
    „Sind sie denn der meinung, dass niemand im Islam dies kommuniziert?“
    Die entscheidende Frage ist doch, ob es klug ist, sich diese Interpretation zu eigen zu machen. Dabei kann nichts Gutes herauskommen. Vollends absurd wird es, wenn verschleierte Frauen von Männern angepöbelt und sogar attackiert werden, weil der Islam so frauenfeindlich sei.

    • 14. Juli 2009 um 13:45 Uhr
    • AM
  54. 55.

    @ AM

    „Die entscheidende Frage ist doch, ob es klug ist, sich diese
    Interpretation zu eigen zu machen. Dabei kann nichts Gutes herauskommen.“

    Ähmmm, ich verstehe hier ihren punkt nicht. Innerhalb der Islamischen Welt gibt es fast überall einen schleier/Kopftuch-zwang – rühmliche ausnahme Türkei – öft sogar von staatlicher Seite. Diese Interpretation also scheint die massgebliche zu sein innerhalb der meisten islamischen gemeinschaften. Und nun wäre es besser, wenn wir diese Interpretation, daß das tragen eines schleiers eine religiöse Pflicht sei und zugleich etwas über die sittsamkeit der trägerin aussagt, uns nicht zu eigen machen würden und es einfach nicht beachten würden… oder was genau meinen sie?

    „Vollends absurd wird es, wenn verschleierte Frauen von Männern angepöbelt und sogar attackiert werden, weil der Islam so frauenfeindlich sei.“

    So absurd, wie Frauen anzupöbel und sogar zu attackieren, weil diese aufgrund des nichttragens eines Kopftuches/Schleiers als moralisch nicht integer bzw. als unislamisch gewertet werden .
    –> gibt ganz schön viele absurde islamische Staaten und Imame, von den massen der strenggläubigen mal abgesehen, nicht?

    • 14. Juli 2009 um 13:54 Uhr
    • Zagreus
  55. 56.

    Innerhalb der Islamischen Welt gibt es fast überall einen schleier/Kopftuch-zwang

    ist definitiv falsch.

    • 14. Juli 2009 um 14:06 Uhr
    • Andreas
  56. 57.

    …. es sei denn, die islamische Welt besteht nur aus dem Iran und Saudiarabien ….

    • 14. Juli 2009 um 14:15 Uhr
    • Andreas
  57. 58.

    @ Zagreus
    Na gut, dann pöbeln Sie halt Frauen an, weil islamische Spinner Frauen anpöbeln. Wenn es das ist, worum es Ihnen geht….

    • 14. Juli 2009 um 14:25 Uhr
    • AM
  58. 59.

    @ Andreas
    Bingo. Staatlicher Kopftuchzwang ist sehr selten, aber Zagreus betet ihn förmlich herbei, um staatlichen Gegenzwang zu rechtfertigen und zu glorifizieren.

    • 14. Juli 2009 um 14:27 Uhr
    • AM
  59. 60.

    @ Andreas # 57

    Genauer gesagt nur aus Iran. In Saudi-Arabien gibt es einen Abaya-Zwang, keinen Kopftuchzwang – jedenfalls für Nicht-Musliminnen.

    • 14. Juli 2009 um 14:37 Uhr
    • Joachim S.
  60. 61.

    Worauf ich hinauswollte: wenn man das Kopftuch entideologisiert, wie es die Damen von „nafisa“ tun, und sich diese Sicht (die jahrhundertelang – bis zum Aufkommen des modernen Islamismus – vorherrschte) durchsetzt, ist an einem islamischen Kopftuch genauso wenig auszusetzen wie an einem Nonnenhabit.

    @ Stefanie

    Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Kleidung gibt es trotz aller Liberalisierung auch heute noch (BRD 2009).

    • 14. Juli 2009 um 14:41 Uhr
    • Joachim S.
  61. 62.

    @ Joachim S., man sollte niemanden überfordern.

    • 14. Juli 2009 um 14:42 Uhr
    • Andreas
  62. 63.

    test

    • 14. Juli 2009 um 15:30 Uhr
    • Joachim S.
  63. 64.

    Noch funktioniert’s

    • 14. Juli 2009 um 16:25 Uhr
    • Joachim S.
  64. 65.

    @ Andreas

    Sie haben zwar recht, wenn Sie einwenden, dass die Aussage, innerhalb der Islamischen Welt gibt es fast überall einen schleier/Kopftuch-zwang, definitiv falsch ist.

    Aber Sie machen es sich dabei doch ein bisschen zu einfach.

    es sei denn, die islamische Welt besteht nur aus dem Iran und Saudiarabien

    Staatlicher bzw. quasi-staatlicher Kopftuchzwang besteht zusätzlich auch im Sudan, in Afghanistan und in Gaza.

    Darüber hinaus gibt es ländliche Regionen oder manchmal auch bestimmte Viertel in größeren Städten innerhalb von einigen (nicht allen) islamisch geprägten Ländern, die keinen staatlichen Kopftuchzwang kennen (und mithin wenig Staatlichkeit), in denen es für die Frauen, die kein Kopftuch tragen wollen (bzw. würden, wenn sie könnten) nahezu unmöglich ist, ebendies zu tun.

    Die soziale Ächtung, die nicht kopftuchtragenden muslimischen Bewohnerinnen solcher Regionen (z.B.: fast überall im Jemen oder im Norden Syriens) kollektiv entgegengebracht würde, wäre, wenn auch unter anderen normativen Vorzeichen, in etwa so stark, wie jene im Kommentarbereich von PI hinsichtlich der Trägerinnen von Kopftüchern.

    • 14. Juli 2009 um 16:29 Uhr
    • N. Neumann
  65. 66.

    @ N. Neumann,

    inwieweit der quasi-staatlich Kopftuchzwang in Gaza und Sudan tatsächlich besteht, müsste erst einmal festgestellt werden.

    Al-Ghoul is fairly exceptional in Gaza because she does not wear a Muslim headscarf. On that evening she wore jeans and a T-shirt – dress that is considered fairly provocative in Gaza’s conservative society and which could have easily attracted the attention of the plain-clothed Hamas vice police who patrol the beaches.

    http://www.kansas.com/news/world/story/883616.html

    An dem Zitat ist zu sehen, dass in Gaza (bisher) eher sozialer Druck eine Rolle spielte. Vielleicht ändert sich das jetzt:

    When Hamas won electoral control of the PA parliament in 2006, there were widespread concerns that the Islamist group would ban the sale of booze in the West Bank (where Christian Palestinians make Taybeh beer), force women to wear headscarves and take other steps to create a conservative new social order.

    But Hamas never focused much attention on these issues.

    http://washingtonbureau.typepad.com/jerusalem/2009/07/hamas-vice-squad-steps-up-patrols-in-gaza.html

    Zu Sudan meinte 2007 de sudanesische Blogger „The Sudanese Thinker“:

    If they don’t do so in countries like Iran, Saudi Arabia, Pakistan and previously even Sudan, they get harassed and intimidated. Wonderful, I know.

    http://www.sudanesethinker.com/2007/08/02/the-ultimate-proof-of-how-patriarchal-muslim-societies-oppress-women/

    Der Hinweis auf die soziale Kontrolle in face-to-face Gesellschaften ist natürlich berechtigt. Allerdings beginnt und endet die Emanzipation in solchen Gesellschaften nicht mit dem Kopftuch, sondern mit Dingen wie beispielsweise Zugang zu Schulbildung, medizinischer Versorgung und wirtschaftlicher Eigenständigkeit.

    • 14. Juli 2009 um 17:30 Uhr
    • Andreas
  66. Kommentar zum Thema

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