Helmut Schmidt verteidigt Sarrazin

Von 12. November 2009 um 18:26 Uhr

Schmidt: “Wenn er sich ein bisschen tischfeiner ausgedrückt hätte, hätte ich ihm in weiten Teilen seines Interviews zustimmen können.

(…)

di Lorenzo: Und was soll es bringen, alle Türken pauschal anzurempeln und so hässliche Ausdrücke zu gebrauchen wie »Kopftuchmädchen produzieren«?

Schmidt: Ich hätte diese Ausdrücke sicherlich nicht gebraucht. Nach einem langen Gespräch, das umgangssprachlich geführt wurde, hätte ein Redakteur an drei oder vier Stellen Korrekturen vornehmen müssen. Das hat offenbar keiner getan.”

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Kategorien: Debatte, Integration
Leser-Kommentare
  1. 9.

    Es gibt hier offensichtlich einige, die nicht lesen können:
    “Wenn er sich ein bisschen tischfeiner ausgedrückt HÄTTE, HÄTTE ich ihm in weiten Teilen seines Interviews zustimmen können.”
    Das heißt nichts anderes, als dass Schmidt ihm in großen Teilen NICHT zustimmen kann, weil der Ton die Musik macht.

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    • 13. November 2009 um 09:25 Uhr
    • AM
  2. 10.

    Herr Sarrazin bekam also quasi die Absolution von dem wohl bedeutendsten noch lebenden Politiker, den wir in Deutschland haben, Altkanzler Helmut Schmidt. Das wird Herrn di Lorenzo wohl nicht so gefallen haben, gelang es ihm auch durch Insistieren kaum, den Gesprächspartner auf den Pfad der weitgehend bei uns gewünschten gesellschaftlichen und politischen Entrüstung und akzeptierten Tabus zu ziehen. Auch hier hätte Schmidt bei dem Chor der Befürworter von “es kann nicht sein, was nicht sein darf” punkten können. Dass er darauf verzichtet und sich nicht angebiedert hat, macht ihn noch glaubwürdiger…Schmidt ist einfach zu bewundern, ob seiner geistigen Frische trotz seines Alters, seines logischen Denkvermögens, seiner offenbaren gesundheitlichen Stabilität trotz Kettenrauchens (das ich trotzdem für riskant halte) und dass er sich z.B. nicht zu schade ist, auch die Verdienste des politischen Gegners wie Helmut Kohl vor dem Chefredakteur zu artikulieren.
    Nun muss ich doch die Bemerkung von vorhin mit dem bedeutendsten noch lebenden Politiker einschränken: von der staatsmännischen Statur her ist es sicherlich Helmut Schmidt. Viele denken dabei an sein mutiges, entschlossenes und riskantes Vorgehen bei der Mogadischu-Krise. Von dem, was geschichtlich bleibt, ist es Helmut Kohl, denn ohne ihn hätte es das “Wunder der Wiedervereinigung” wohl nicht gegeben…bei allem Respekt vor dem Mut, der Umsicht und Geschicklicheit der ostdeutschen Demonstranten.

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    • 13. November 2009 um 10:22 Uhr
    • germi
  3. 11.

    @ amadeusw
    Ich fand sehr interessant, dass die Passage mit den osteuropäischen Juden und dem IQ z. B. bei Leuten, wie Broder, nicht sofort sauer aufgestoßen ist. Ich habe das so interpretiert, dass osteuropäische Juden, die beispielsweise einen 3% geringeren IQ als der deutsche Bevölkerungsdurchschnitt aufweisen, nicht willkommen wären. Ganz abgesehen von der Fragwürdigkeit der Methodik und der Ergebnisse von IQ-Tests, halte ich das für menschenverachtend. Als könne man anhand des IQ den Wert eines Menschen für eine Gesellschaft bestimmen, sein Arbeitsethos, seine Gesetzestreue und seine Fähigkeiten bewerten. Da habe ich mich gleich gefragt, wie denn das Ergebnis des Herrn Sarrazin oder anderer deutscher Politiker aussehen würde. Vielleicht könnte man ja als Voraussetzung für eine politische Karriere in Deutschland IQ-Test einführen. Wieviele wohl dann noch für eine solche Karriere in Frage kämen?

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    • 13. November 2009 um 10:56 Uhr
    • Antonio
  4. 12.

    >Helmut Schmidt verteidigt Sarrazin

    Um das zu wissen hätte man kein Interview führen müssen.

    Helmut Schmidt ist allerdings zu spät aus seinen eigenen Multikultiträumen erwacht und eignet sich deshalb auch kaum als Vorbild für Politiker und Journalisten.

    OT – dpa gibt türkischen Dienst auf

    Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wird ihren türkischsprachigen Dienst zum Jahresende einstellen.

    Der im April gestartete Dienst umfasste etwa 50 Meldungen und Berichte pro Tag und richtete sich an Türken in Deutschland. Die Agentur wollte mit dem Angebot nach eigenen Angaben dazu beitragen, türkischstämmige Zuwanderer besser zu integrieren.
    —————————-

    Hier sieht man sehr schön mit welcher unglaublichen Weltfremdheit man es in gewissen Kreisen zu tun hat.

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    • 13. November 2009 um 11:34 Uhr
    • PBUH
  5. 13.

    @ Blacki: Hallo, Sie sind hier auf der Website der ZEIT, und ich zitiere das ZEITmagazin – also in Ihrem Sinn: Systempresse. Schnackelt’s?

    Ihr Magazin hat Sarrazin von A-Z verteufelt. Die letzten dürftigen Versuche unternahm Lorenzo im Interview mit Altbundeskanzler Dr. Helmut Schmidt. Die “Volksmeinung” ist auf der Seite Sarrazins, Helmut Schmidt ist auf der Seite Sarrazins, und ich schließe mich vertrauensvoll dieser Position an, auch weil ich nie eine andere Position vertreten habe.

    Das heißt nicht, daß sie oder ihr Magazin die Mehrheitsmeinung vertreten müssen. Allerdings ist es sehr traurig, daß es der Autorität eines Altbundeskanzler Dr. Helmut Schmidt bedarf, um überhaupt der Wahrheit unbeschadet und unbeschimpft ans Licht zu helfen!

    @Bulut

    Immerhin sind dann 30% der Türken produktiv, wie sie sicher selbst ausrechnen können.

    Die Arbeitslosenzahlen unter Türken sehr hoch, in Berlin so um die 40%. In NRW, wo die meisten Türken leben, sind deutsche Frauen häufiger erwerbstätig als türkische Männer.
    Googeln nach
    Nordrhein-Westfalen:
    Land der neuen Integrationschancen
    1. Integrationsbericht der Landesregierung

    Seite 203.
    Die Erwerbsquote der Türken im Alter von 15-65: 40.6% Weiterer Kommentar überflüssig.

    Ich hab es schon einmal erklärt. Selbst wenn gearbeitet wird, heißt das noch lange nicht, daß das Land profitiert. Wenn Herr Lau zusätzlich zu seinen 2 Sekretärinnen noch 2 dazu bekommt (wobei das Gehalt dann auf alle 4 aufgeteilt wird), dann werden seine Artikel nicht besser. Wenn man der ZEIT helfen will, dann müssen dort endlich gute Journalisten anheuern, und keine Portiere, Sekretärinnen und Kantinenmitarbeiter. Genauso in Deutschland. Die 10000. Dönerbude, das 5000. Wettbüro und der 20000. Gemüsehändler beseitigen keine Engpässe mehr, sondern schüren nur weiter den Konkurrenzdruck unter der in- und ausländischen “Unterschicht”.

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    • 13. November 2009 um 11:43 Uhr
    • Black
  6. 14.

    @Bergpalme:

    Tut mir leid, ihre Zahlen

    Antworten

  7. 15.

    @ Bergpalme
    Tut mir leid, aber was sagt Ihre Statistik denn aus?

    “Auch sehr interssant wie wenig kreativ und innovativ Berlin als Ganzes ist – hat Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner 2008: Berlin 26, NRW 43, Bayern 108, BW 140. Also neben Sachsen innovatives Schlusslicht in Deutschland. Einbürgerungen übrigens absolut 1991: 7.515, 2008: 6.864.”

    So könnte man auch sagen: “Bremen und Hamburg werden 500% mehr Schiffe gebaut als in BaWü. BaWü und Bayern sind hier die Schlusslichter Deutschlands. Sogar in einem Dritte-Welt-Land wie Kamerun werden mehr Schiffe gebaut.”
    Patentanmeldungen einfach so mit der Intelligenz/Kreativität gegenzurechnen, ist doch ein Witz. Als ob von Brain-drain, Industrieagglomeration und davon, dass viele Patente heute professionell von etablierten Firmen angemeldet werden, noch nichts bekannt wäre.

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  8. 16.

    @ Jörg Lau, Offtopic, Betr. Technik

    Es ist echt ätzend.

    Gestern gab es in einem etwas älteren Strang eine recht interessante und substanzielle Nebendiskussion über platonische Staatsideen. Ich weiß aber nicht mehr genau in welchem. Wenn man nun aber auf einen ruhenden Strang mit mehreren Einträgen bzw. Dutenden von Seiten klickt, landet man auf Seite 1. Daneben ist es auch nicht (mehr) möglich, sich die Diskussion durch Stichworte zu ergoogeln.

    Könnten Sie daher bitte bei der Technik nochmal nachfragen, ob wenigstens die Seiteneinteilung großzügiger bemessen werden könnte und/oder es so eingerichtet werden könnte, dass man innerhalb einer Diskussion direkt zum Ende derselben springen kann anstatt sich durch (teilweise) Dutzende Seiten zu klicken?

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    • 13. November 2009 um 14:07 Uhr
    • N. Neumann
  9. Kommentar zum Thema

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