Minarette: Wie du mir, so ich dir?
Guter Artikel zur Schweizer Minarett-Entscheidung auf dem immer wieder lesenswerten “Transatlantic Forum” von Michael Kreutz:
Obwohl auf dem Boden der gesamten Schweiz gerade einmal vier Minarette ihr Dasein fristen (weswegen die meisten Einwohner Minarette wohl nur aus dem Fernsehen kennen), ist das Alpenland, dessen gefühlte Grösse etwa der Liechtensteins entspricht, schon jetzt schwer überfremdet. Oder jedenfalls beinahe. Vier Minarette sind immerhin vier Minarette.
Freiheit verteidigt man daher am besten durch praktizierte Sippenhaftung: Weil in Dubai keine Kirchen gebaut werden dürfen, darf es in der Schweiz keine weiteren Minarette mehr geben. Symmetrie nennt man das. Symmetrie ist die neue Waffe im Kampf gegen die Islamisierung, wenngleich diese bislang eher darin bestand, dass ein Teil der Muslime sich selbst ausgrenzt (bis jetzt jedenfalls wurde noch keine Nicht-Muslimin unter die Burka gezwungen)…
Ganz ähnlich übrigens argumentiert Yassin Musharbash auf SPON.
@Erol Bulut
Gefahr für das Deutsche Grundgesetz von den mullahgleich denkenden Islamophoben sich in einer Massenbewegung konkretisiert.
Kommen Sie gerade aus einem Rhetorik-Seminar in Teheran?
Dort hat man doch sicher schon Beweise dafür, daß die Ergebnisse der Schweizer Volksabstimmung gegen Minarette von Islamophoben gefälscht wurden, um die Muslime zu knechten.
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@AM
Nur die Ruhe. Der Mann hat doch nichts getan, wofür man ihn beschimpfen muss. Versuchen Sie wenigstens, seine Argumente zu verstehen und zu wägen!
Das sehe ich konträr. Der Mann hat sich keine einzige Sekunde damit auseinandergestzt, WARUM diese Volksabstimmung durchgeführt wurde und WARUM sie genau dieses Ergebnis erbracht hat.
Auf rein vordergründige Islam-Apologetik reagiere ich allergisch.
Wenn man die Religions(un)freiheit in muslimischen Ländern mit einem Halbsatz würdigt und gleichzeitig das Minarettverbot in der Schweiz exzessiv moralisiert, dann hat man jegliches Augenmaß verloren.
Das ganze “tit for tat” Gefasel ist für die Tonne. Was glauben Sie, was hier los wäre, wenn die Muslime in Europa tatsächlich einem “tit for tat” Szenario ausgesetzt wären. Ersparen Sie mir lieber die Details.
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@ EB
Wissen Sie was: Ihre Behauptungen interessieren mich nicht im geringsten. Der minimale Gehalt an Aussage dient Ihnen ohnehin nur dazu, Verbalinjurieren zu transportieren.
@ AM
Schließlich würde ich auch keine Freudentänze veranstalten, wenn in meiner Nachbarschaft eine Großmoschee gebaut werden würde, mit oder ohne Minarett.
Nachvollziehbar. Und an der Goldküste soll das nicht so häufig vorkommen.
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@ AM
Schließlich würde ich auch keine Freudentänze veranstalten, wenn in meiner Nachbarschaft eine Großmoschee gebaut werden würde, mit oder ohne Minarett.
Ich wär dafür, nur damit sich Tati ärgert
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Akgün präsentiert eine andere Sichtweise, die m. E. den Dingen am nächsten kommt:
http://www.domradio.de/aktuell/artikel_59095.html
(Bitte keine blöden Sprüche, aber ich kann auch nichts dafür, dass es ausgerechnet auf einer Seite aus der kaputten Stadt steht.)
Symbolik ist das zentrale Wort. Irgendwie passt dazu: Je höher der Turm umso mehr Moschee. Je mehr Aufregung umso mehr Islamist.
Symmetrie ist hingegen das gerne benutzte Argument auf der anderen Seite.
Da mir Gusto und nicht geäußerte Gedanken beider Seiten vertraut sind, weiß ich nur eins: Obwohl die Entscheidung gegen Türmchen falsch ist, ist sie richtig. Die Smybolik ist ähnlich des Frauenverhüllungsdrucks der Islamistenfront anzusiedeln. Je mehr Öffentlichkeit umso mehr Macht. Und da können Hamburgische Filmemacher noch soviel boykottieren und von Angst reden, aber es ist nicht die Angst, die eine Minorität in der Diaspora hat, sondern die Angst, den Weltentraum zu verlieren. Das ist, was geredet wird. Deswegen ist es richtig.
Hier dürften – und deswegen ist es falsch – wieder die Hasspopen Oberhand gewinnen. Jene Hasspopen, die frei und unbehelligt Bigotterie, Reaktion und Teufelswerk unter die Schwertgläubigen säen. Die haben ein einfaches Spiel, weil es niemanden (Akgün vielleicht ausgenommen; der Spon-Artikel ist nahe dran) unter der Knute des Gewaltbuches gibt, der wirklich an Freiheit, Aufklärung und Demokratie hängt. Niemanden. Solche Leute werden dann wohl eher Atheist, als weiterhin an Schund vom Hörensagen vom Hörensagen vom Hörensagen zu glauben.
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@ Martin Riexinger
, wie sogar die FAZ mutmaßt.
“Nachvollziehbar. Und an der Goldküste soll das nicht so häufig vorkommen.”
Da war das Minarettverbot wohl doch eher eine Retourkutsche für das Ende des Bankgeheimnisses
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“Je höher der Turm umso mehr Moschee.” Sieht man ja auch hier im Blog: Krause im anderen Thread, der den Megaklotz in Gibraltar als supertoll empfindet. Pure reine banale Machtdemonstration, mehr nicht.
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Da war das Minarettverbot wohl doch eher eine Retourkutsche für das Ende des Bankgeheimnisses , wie sogar die FAZ mutmaßt.
Der entsprechende Kommentar Günther Nonnenmachers über kollektive Schweizer Befindlichkeiten ist recht erhellend:
Die Abfolge von Niederlagen und Krisen, welche die Schweizer in den vergangenen Jahren erleben mussten, das Gefühl nicht mehr in einer „splendid Isolation“, Neutralität genannt, zu leben, sondern von Partnern, mit denen man immer gute Geschäfte gemacht hatte, verlassen zu sein oder gar in die Enge getrieben zu werden, erklärt das Ergebnis dieser Volksabstimmung nicht. Aber ohne sie ist es auch nicht zu verstehen. Den Schweizern dämmert es, dass ihr Modell, der weltpolitische Sonderfall, an seine Grenzen geraten sein könnte.
Ein trotziger Rückzug auf sich selbst
Das Abstimmungsergebnis ist letztlich ein Reflex auf den Krisenfall: Abkehr von der Welt, ein trotziger Rückzug auf sich selbst, in das eigene „réduit“. Das ist zwar in den ländlichen Regionen stärker ausgeprägt als in kosmopolitischen Städten wie Zürich oder Genf. Aber im Grund ist es in Geschichte und Nationalcharakter der Schweizer angelegt: Man schließt die Reihen und versucht das Fremde, Unverstandene, potentiell Gefährliche, draußen zu halten.
http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E55FF750908A5437BA5159C1795C03507~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Und die Schweizer Facebook-Gruppe “Ich-könnte-Peer-Steinbrück-pausenlos-die-Fresse-polieren!” (ca. 24.000 Mitglieder) hatte zwar absolut nichts mit dem Islam zu tun, zeugt jedoch von einer gewissen Grundgereiztheit und dem Bedürfnis, dem Rest der Welt mal richtig zu zeigen, wo der Hammer hängt.
http://th-th.facebook.com/group.php?gid=106898285216
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