Die Schande der South-Park-Zensur

Von 25. April 2010 um 13:34 Uhr

Die Huff Post berichtet, dass die Website der islamistischen Irren, die South Park bedroht haben, gehackt worden sei. Wer sie heute aufruft, findet die Bestätigung meiner These, dass es den “born again muslims” vor allem um Publicity ging.

“We received an overwhelming amount of media response due to one sentence included in a post last week.”

Und insofern muss man sagen: Chapeau, die Herren! Mit minimalem Aufwand die maximale Klickzahl erreicht. Das war’s denn aber auch.
Oder?
Auf Southpark.de ist die 200. Folge nicht mehr zu sehen. Am Freitag war das noch möglich. Folge 201 – auch ziemlich genial, denn dort wird die “Bärenkostüm”-Episode aufgelöst: im Fell steckt der Weihnachtsmann, nicht Mohammed – ist ebenfalls nicht zu sehen. (Mit ist es gestern gelungen, auf englischsprachigen Seiten beide anzuschauen.) Es war auch zu lesen, dass iTunes die Folgen nicht vertreiben will. Apple ist ja schon bekannt für seine Hasenfüßigkeit und seine Zensurmentalität. Und von diesen Leuten sollen wir demnächst voller Vetrauen per Ipad und Apps unseren “Content” beziehen? So nicht.
Ich finde das alles langsam verachtenswürdig. Kein einziger Muslim von Gewicht, keine angesehene Figur, keine Regierung eines islamischen Landes, kein Sprecher eines Verbandes hat irgendetwas gegen diese Folgen vorgebracht. Nur die drei, vier New Yorker Spinner (über die ich hier bereits geschrieben habe)!
Vielleicht muss ich das noch einmal klarstellen: Es geht hier nicht um “die Muslime”. Es geht um uns. Es ist die präventive Feigheit der westlichen Medienkonzerne, die aus einer Handvoll durchgeknallter “Revolution Muslims” erst eine islamistische Bedrohung der Meinungsfreiheit macht.
Seit der Rushdie Affäre – und verstärkt durch den Streit um die Karikaturen – haben manche westlichen Medien eine peinliche Unterwürfigkeit internalisiert – gegenüber einer “islamischen Bedrohung”. Dieser Fall hier zeigt – ähnlich wie die Affäre um die Berliner Idomeneo-Aufführung im Jahr 2006, dass wir eine reale Bedrohungslage schon gar nicht mehr brauchen.
Rushdie hatte noch den leibhaftigen Ajatollah Khomeini gegen sich, und bei den Karikaturen waren es reale Massen aufgeputschter Muslime, die vor den Botschaften Flaggen verbrannten. Menschen starben.
Die Erziehung hat funktioniert. Jetzt brauchen wir gar keine ernst zu nehmenden Gefährder mehr, damit eine der populärsten Shows – ein Meilenstein der Popkultur – von den größten Medienkonzernen der Welt im Stich gelassen wird, die viele Jahre fürstlich an ihr verdient haben.
Wir fürchten uns vor unseren eigenen Phantomen schon so sehr, dass jeder dahergelaufene Idiot unsere Reflexe abrufen kann: “South Park von Islamisten bedroht” – diese Headline wird dieser Tage weltweit kopiert, ohne dass jemand mal nachschlägt, um wen es sich eigentlich handelt.
Am Ende sind dann aus ein paar Verwirrten große Medienhelden geworden, die tatsächlich für etwas zu stehen scheinen.
Wir haben sie dazu gemacht.

Leser-Kommentare
  1. 89.

    @ Stefanie

    Ihr Urteil wird sich nicht ändern, wenn Sie wieder reinsehen, denke ich, denn dort ist das einfach der Ton. (Ich schätze die Situation allerdings anders ein – eben als ruppig)

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    • 28. April 2010 um 20:09 Uhr
    • FreeSpeech
  2. 90.

    @Jörg Lau

    Einfach zur Klärung: Ich unterscheide zwischen Mensch und Lehre.
    Bei der Lehre bin ich mit Wafa Sultan einig (wie ich bei der Lektüre jetzt feststelle). Menschen hingegen können ihre Meinung ändern.

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    • 28. April 2010 um 20:11 Uhr
    • FreeSpeech
  3. 91.

    @ Stefanie

    Verzeihung, aber die Situationskomik war zu skurril.

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  4. 92.

    Ja, ja, die freiheitlich westliche Welt unterwirft sich dem Tenor einer Welt, die hinte der unseren zurück liegt. Macht das Sinn?
    Wer im Streit um Meinungsfreiheit und Meinungsuntersrückung für die Meinungsfreiheit stimmt (und vor allem der Meinung ist, dass Folge 200 und 201 mal wieder, ganz in South Park-Tradition, Gesellschaftskritik in bester Form ist), der möge doch bitte folgende Petition mit seinem Namen unterstützen (soviel sollte uns u.a die Pressefreiheit schon wert sein): http://www.petitionspot.com/petitions/southpark201#signForm

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    • 29. April 2010 um 15:06 Uhr
    • Lara
  5. 93.

    Ich fand den Beitrag absolut klasse. Endlich traut sich mal jemand den Mund aufzumachen. Bravo Herr Lau!
    Es ist doch immer wieder unglaublich wie sich die großen “West-Mächte” vor Angst in die Hosen machen, wenn irgendwelche Extremisten Laut geben. Wenn es nun Massendemos und lautstarke Proteste von hohen Muslimen gegeben hätte, könnte ich es ja noch verstehen. Aber das Comedy Central/MTV gleich einen Rundumschlag macht und die Folgen für immer und ewig der Öffentlichkeit entzieht, ist meiner Meinung nach für eine so kleine Gruppierung doch etwas zu viel Aufmerksamkeit. Den Zensurbalken konnte ich noch verstehen, aber das geht dann doch zu weit!
    Zumal Mohammed bereits 2001 bei South Park gezeigt wurde! Aber auch diese Folge wurde jetzt fein säuberlich aus den Seiten getilgt. Ich finde es äußerst schade, dass selbst die ganz Großen vor kleinen extremistischen Gruppierungen in die Knie gehen müssen oder dazu gezwungen werden. Die wahre Zensur, das radikale Entfernen der Folgen, ging in diesem Fall von Comedy Central/MTV aus. Und das in Zeiten der Redefreiheit!
    Aber ganz ehrlich gesagt: Mit tun jetzt auch die normalen Muslime leid. Nur weil ein paar Fanatiker meinen, einen auf Druck und Macht machen zu müssen, stehen sie, wie so oft, dumm da.

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    • 1. Juni 2010 um 23:42 Uhr
    • Elli
  6. 94.

    auf allsp . com gibts alle folgen auf englisch uncut !!!

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    • 28. Juli 2010 um 23:21 Uhr
    • 200 und 201
  7. 95.

    Ich finde eher das die folge zensiert wurden ist, unteranderem wegen alath oder wie die phantasie figur heisst……. eher wegen der schluss rede von kyle……das dass mit dem terror ,nur einschüchterrung usw ist.

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    • 9. Januar 2011 um 16:46 Uhr
    • PA
  8. Kommentar zum Thema

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