Ein Blog über Religion und Politik

Jon Stewart über die Ground Zero Moschee

Von 17. August 2010 um 17:08 Uhr

Okay, Leute, jetzt muss ich die ganz grosse Kanone rausholen.
Mein Held Jon Stewart nimmt die heuchlerische Kritik an dem Moscheeprojekt in New York auf die Schippe.
Keine weiteren Fragen, Euer Ehren:

The Daily Show With Jon Stewart Mon - Thurs 11p / 10c
Mosque-Erade
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor Tea Party
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Jon Stewart stellt mit Yes or No die falsche Frage.

    Es geht um die Konsequenzen.

  2. 2.

    @JL

    Keine weiteren Fragen, Euer Ehren

    Schön wärs, aber die Reaktionen auf ihren „Hallo, bin zurück aus dem Urlaub“-Beitrag legen doch nahe, das die masochistische Befriedigung bei solchen Pseudoaufregern einfach zu schön ist.

    Ich kann die Produktivität dieser Debatte zwar nicht erkennen, aber das Agendasetting ist mal wieder allererste Sahne, Hut ab.

    Wobei ich am Vid die Stelle mit „Yes we can – but should we?“ am besten fand, sie bringt gut rüber, das Obama vielleicht zu sehr auf den Ausgleich bedacht ist. Wär mal an der Zeit für ein bischen „Straight Talk“.

    • 17. August 2010 um 20:36 Uhr
    • Boothby
  3. 3.

    Herr Lau,

    Kritikern von President Obama zu unterstellen, sie seien nicht erwachsen, sondern dumme kleine Kinder, ist nicht viel besser als die Unterstellung der amerikanischen Linken, jegliche Kritik an Obama sei rassistisch.

    Wie kann man jemandem ‚moral clarity‘ unterstellen, der 20 Jahre lang die Kirche von Jeremiah Wright besucht hat und zu seinen Freunden Bill Ayers zaehlt?

    Obamas Aussenpolitik, moral clarity?

    GOP verrottet, alle Anhaenger, Vertreter dieser Partei verrottet?

    Merkwuerdig, dass Linke immer wieder ihre angebliche moralische Ueberlegenheit ins Feld fuehren.

  4. 4.

    Merkwuerdig, dass Linke immer wieder ihre angebliche moralische Ueberlegenheit ins Feld fuehren.

    Es geht hier einfach mal darum, die Veränderungen in der politischen Landschaft zu würdigen, ohne sich dabei von der Linkenfresserei leiten zu lassen. Zumindest sehe ich nicht, das die blue so miese Verlierer gewesen wären, und Grund gab es bei Bush weiß Gott genug.

    http://www.nytimes.com/2010/05/17/opinion/17krugman.html?_r=1&ref=paulkrugman

    • 17. August 2010 um 20:54 Uhr
    • Boothby
    • 17. August 2010 um 20:54 Uhr
    • Boothby
  5. 6.

    @ Vanfontheweg

    Es ist vor allem das gegenteil von „moral clarity“ dann im Wahlkampf so zu tun, als kenne man die gar nicht.

  6. 7.

    @MR

    Messen sie nicht mit zweierlei Maß? Ayers kannten viele, und ob Wright nun schlimmer ist als Jews for Jesus, lasse ich mal hingestellt (aber wenn sie recht hätten, dann hätten sie zwei Fliegen mit einer Klappe geholt*).

    Wir können stattdessen die humoristische Intention dieses Fred’s auf uns wirken lassen, und wenn wir noch mehr lachen wollen, dann gibt es immer noch:

    http://www.conservapedia.com/Main_Page

    Melde Vollzug, die Konstruktion der Gegenrealität ist numehr abgeschlossen.

    • 17. August 2010 um 21:48 Uhr
    • Boothby
    • 17. August 2010 um 21:49 Uhr
    • Boothby
  7. 9.

    @ Boothby

    Für wie witzig ich JS halte, habe ich in einem Posting dargelegt, das dank „Two links and you’re out“ festhängt.

  8. 10.

    @MR

    Sie meinen wegen der letzten Aktivitäten 1 Fred weiter unten? Ich halte es kaum noch aus. Ist nicht so, das ich ihre Links nicht schätzen würde.

    Ich fürchte aber, er würde den Witz nicht verstehen, das tut er nie.

    • 17. August 2010 um 22:04 Uhr
    • Boothby
  9. 11.

    Das ist wohl Scheibenwischer für Erwachsene. 😉

    • 18. August 2010 um 03:03 Uhr
    • Leutnant Gustl
  10. 12.

    @ LG

    nein, die Laugh and Shoot Society.

  11. 13.

    Auch Jon Stewart dreht sich nur um US-Innenpolitik. Das dem ganzen ein internationaler Konflikt zu Grunde liegt, übersieht er.

    Vom rein innenpolitischen Standpunkt spricht absolut nichts gegen so eine Moschee.

    • 18. August 2010 um 08:20 Uhr
    • J.S.
  12. 14.

    Allerdings spricht auch nichts gegen eine Schwulenbar direkt neben der Moschee.

    • 18. August 2010 um 08:46 Uhr
    • J.S.
  13. 15.

    @ Boothby

    Wenn Sie schon Pavlos Krugmanidis verlinken: Zu den Folgen der von ihm propagierten Fiskalpolitik: hier.

  14. 16.

    In der Debatte wird viel zu wenig zwischen Emotionen und Vernunft unterschieden. Wahrscheinlich ist ein unwohles Gefühl beim Gedanken an den Bau dieser Moschee nicht falsch, aber Kathrin Parker bringt es in der WaPo auf den Punkt: „The mosque should be built precisely because we don’t like the idea very much. We don’t need constitutional protections to be agreeable, after all. … We teach tolerance by being tolerant. We can’t insist that our freedom of speech allows us to draw cartoons or produce plays that Muslims find offensive and then demand that they be more sensitive to our feelings.“

    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/08/17/AR2010081704399_pf.html

    • 18. August 2010 um 09:04 Uhr
    • felaberlin
  15. 17.

    Wie wenn es nur um Gefühle ginge.

    • 18. August 2010 um 09:40 Uhr
    • J.S.
  16. 18.

    @ felaberlin

    naja – das ist ein ziemlich wohlfeiles argument von K. Parrker:
    The mosque should be built precisely because we don’t like the idea very much. We don’t need constitutional protections to be agreeable, after all…

    Weil es halt immer geht – passt was nicht, sollte man. passt es, macht man eh…. so oder so… man baut.

    • 18. August 2010 um 10:22 Uhr
    • Zagreus
  17. 19.

    J.S.

    „Allerdings spricht auch nichts gegen eine Schwulenbar direkt neben der Moschee.“

    Mooooment! Wir müssen Rücksicht nehmen auf die Gefühle der Menschen, die durch so etwas verletzt werden könnten! Meinungsfreiheitt ist gut und recht, aber sie sollte mit Verantwortung genutzt werden.

  18. 20.

    Man kann feststellen, dass zu diesem Thema mit Vermutungen argumentiert wird. Die Freunde der Moschee vermuten in den Bauherren liberale, gemäßigte und friedliche Moslems, die sich nur wünschen, als vollkommene Bürger der amerikanischen Nation akzeptiert zu sein.

    Mit der gleichen Berechtigung kann ich auch das Gegenteil vermuten: Dieser Bau repräsentiert für die Moslems einen Meilenstein im Kampf gegen die Ungläubigen.

  19. 21.

    Indianola Slim@ Nachdem auch Hamas-funktionaere nun die Dringlichkeit der Moschee neben ground zero erkannt haben, glaube ich Sie wissen garnicht WIE recht Sie haben !!

  20. 22.

    Dieser Bau repräsentiert für die Moslems einen Meilenstein im Kampf gegen die Ungläubigen.

    Bien sure!

    Durch jegliche Form von Toleranz gegenüber der Intoleranz bröckelt ein Stein aus dem Wertegefüge, welches die Toleranz als Ganzes ausmacht.
    Toleranz gegenüber dem Islam ist stets eine Einbahnstrasse in Richtung Intoleranz.
    Der Islam und seine Symbole sind das weltweit eindrucksvollste Netzwerk der Intoleranz – variabel in seiner Schärfe, jedoch als Richtung festgelegt.
    Der vollkommende Islam mündet in einer „Hölle auf Erden“ einer negativen Utopie der Unfreiheit und Unterwerfung.

    • 18. August 2010 um 13:01 Uhr
    • tati
  21. 23.

    Herr Lau,

    bei einem Verbund von Pseudomoralisten, der Menschen aus fehlender Kognitionsfähigkeit und dem Trieb, Demenzlogik zur Befriedigung der eigenen Hetzbedürfnisse anzuwenden, zu entrechten bereit ist, kann Ihre Kanone noch so groß sein, aber es wird nicht helfen.

    Die Bereitschaft diesem Verbund trotz der estrem peinlichen itellektuellen Qualität anzugehören, und gegen die elementarste Vernunft dümmlichste Aussagen zu treffen, ist offensichtlich. So wie Sie sich trotz aller offenliegenden Fakten in wenig schlauen Relativierungen bei den Entrechtungen anderer manchmal verlieren, so werden auch jene, die Sie eigentlich hier ansprechen wollen, gleichermaßen, auch wenn die notwendigen Kapazitäten vorhanden sein sollten, an das Klammern, was in einer heuchlerischen Moral üblich ist, den eigenen Glauben. Ob die Fakten eine eigene und deutliche Sprache sprechen, das interessiert gläubige Menschen nicht. Moslemhetze ist nunmal für viele zu einer Religion geworden.

    • 18. August 2010 um 13:30 Uhr
    • Erol Bulut
  22. 24.

    Ach Ja, „Bürol Kulut“, mein Nick in den ZEIT Forum, welches ich zuletzt hier benutzt habe, ist erlegt und nicht mehr existent. Dort bin ich gesperrt, weil das ZEIT Forum wie viele andere Foren von Online Zeitungen zu einem bestimmten Thema keine Fakten verträgt. Der aus praktischen Gründen erwogene Nickwechsel mach keinen Sinn mehr und deshalb nun wieder „Erol Bulut“, wie man mich hier besser kennt.

    • 18. August 2010 um 13:37 Uhr
    • Erol Bulut
  23. 25.

    … geh spielen!

    m.

    • 18. August 2010 um 13:43 Uhr
    • miles
  24. 26.

    @miles

    Sehen Sie das mal in einem positiven Licht.
    So lange Megalomanen wie Bulut bei Lau schreiben können, ist das Spektrum der Meinungsfreiheit gewahrt, auch wenn es sich bei Bulut´s Ergüssen manchmal so anfühlt, als würden mir die Zehennägel abfallen – und das geht den meisten hier ähnlich.

    • 18. August 2010 um 13:57 Uhr
    • tati
  25. 27.

    @tati

    Pech gehabt, dass Sie als Gläubiger den von mir eingebrachten Faktenlagen nichts gescheites zu entgegnen haben, sodass sich Ihre Fußnägel kräuseln müssen. Ebenfalls Pech für die anderen, die die von Ihnen gelebte Hilflosigkeit teilen und dann sich oft ebenfalls wie Sie genötigt fühlen, über mich substanzlos zu lästern.

    Aber das macht deutlich, wie genau meine Kommentare sind und deshalb auch ein kleiner Dank für Ihre Beharrlichkeit meine Kommentare zu bestätigen.

    • 18. August 2010 um 14:22 Uhr
    • Erol Bulut
  26. 28.

    „Aber das macht deutlich, wie genau meine Kommentare sind…“

    Hihihi!

    • 18. August 2010 um 14:31 Uhr
    • J.S.
  27. 29.

    „Ob die Fakten eine eigene und deutliche Sprache sprechen, interessiert gläubige Menschen nicht.“

    Wie wahr, wie wahr!

    Sind Sie gerade dabei einen kritischen Rationalismus dem Islam vorzuziehen?

  28. 30.

    @Indianola

    Sie kennen anscheinend nicht die Bedeutung von Rationalismus, da Rationalismus implizit „kritisch“ ist und Sie mir zudem unkritisch zu unterstellen versuchen, dass ich „dem Islam“ irgendwie zugeneigt sein könnte, was alles andere als rational ist.

    Wissen Sie überhaupt, was Sie mir sagen möchten? Wäre ratsam, da Sie sonst möglicherweise wie User J.S. oder Tati es hier vormachen zu entblößend stumpfsinnigen Reaktionen zu meinen Kommentaren gezwungen sein könnten.

    • 18. August 2010 um 18:51 Uhr
    • Erol Bulut
  29. 31.

    @MR #15

    Sie müssen ihren Artikel nochmal lesen, es steht doch drin, was derzeit am stärksten auf die Konjunktur drückt. Übertragen sie das mal auf die Deficit Hawks in den Staaten (denn darauf müssen sie sich ja beziehen, da mir kein einziger Artikel Krugmans bekannt wäre, der die griechische Finazpolitik rechtfertigen wollte, weder vor noch nach der Krise). Da kriegen sie schnell die selben Verhältnisse. Der Grund ist einfach: Die Höhe der Schulden an sich spielt keine so große Rolle wie deren Verhältnis zum GDP. Lassen sie das Abstürzen, dramatisieren sich die Schulden unverhältnismäßig (s. Hoover vs. Roosevelt).

    Und da sich Krugman ja zumeist bezüglich der Staaten äußert (wenn er nicht gerade China oder Deutschland Angst machen will), stellt sich in unserem Zusammenhang ja mal die Frage, ob sie hier nicht einen Mythos totreiten, und zwar den, Rechties könnten besser mit der Kohle umhgehen, ein zentrales Anliegen von krugman. Bush hat einen komplett sanierten Staat mit atemberaubender Nachhaltigkeit vor die Wand gefahren. Erhöhte Produktivität, Budgetüberschüsse, sogar harte Strukturmaßnahmen, das volle Brett, einfach so ruiniert.

    Aber da sie Krugman nicht so schätzen: http://www.welt.de/politik/article1186714/Greenspan_kritisiert_Bushs_Wirtschaftspolitik.html

    Aber Pavlos Krugmanidis, das hat schon was.

    • 18. August 2010 um 19:15 Uhr
    • Boothby
  30. 32.

    @ Boothby

    1. Der komplettsanierte Staat ist nicht Clinton zu verdanken, sondern der rep. Kongressmehrheit.

    2. Die Schulden unter Bush gehen zu einem erheblichen Teil auf außerökonomische Herausforderungen zurück.

    3. Die Schulden, die Obama vorsieht, dienen dem Aufbau einer Klientel stets demokratisch wählender Staatsdiener.

    4. Der griechischen Politik mag sich Krugmanidis nicht explizit gewidmet haben, aber wenn er Obama vorwirft, zu unter 3. genanntem Zweck nicht genug Geld auszugeben, kann man dies implizit als Zustimmung bewerten.

  31. 33.

    Der Animateur des netten Films dürfte übrigens nicht zuletzt Krugmann gemeint habe, wenn er sagt, dass es manchen Leuten nicht darum geht, wie schnaell das Auto fährt, sondern wer am Steuer sitzt.

  32. 34.

    @MR

    Zu 1: Da bin ich schon mal baff. Es wird gerne (z.B. bei Klages) auf den Mix hingewiesen, der aus expansiver Geldpolitik und Sparkurs bestand, ich denke doch, das ist nachvollziehbar (und gründet sich durchaus zum Teil auf den rep. Kongress). Problem dabei für Kritik wie die ihre: Die Strukturmaßnahmen, die die Sparpolitik flankierte (und die man rep. finden kann), ist: Sie fand wunderbar azyklisch statt, genauso, wie ein guter alter Keynesianer sich das wünscht, mitten im Aufschwung. Machen sie das heute, und sie wissen nicht mehr, was der Greenbuck eigentlich noch wert ist. Wir mögen verschiedener Ansicht sein, aber diese Krise war kein Alltagsgeschäft, und wenn sich der gegenwärtig abzeichnende double dip bewahrheitet, werden sie bald schon über andere Sachen in der Zeitung lesen als Flutkatastrophen. Und die Steuererhöhungen, ineins mit einer saftigen Progression sollen republikanisch sein? Leben sie damit: Er hat nicht viel mehr versprochen, als „nicht stupid“ zu sein, und kam durch, danach hat er beherzt die Richtung gegeben. Das ein Prez keine Allmachtsbefugnisse hat, ist mir schon klar. Umso mehr verwundert, das nun alle Last der Welt angeblich O’s Verschulden sein soll. Mythen halt.

    2. Einfach Quatsch, weder am Anfang noch am Ende, und das lief schon unter Reagon so. Was meinen sie denn? Die Kriege? Der teurere von denen war selbstgebastelt. Der Ölpreis? Wer hätte sich darauf schlechter Vorbereitet als Bush. Die Subprimes? Ich komme nicht drauf. Bush hat vom Start weg die Kennzahlen der Vorgängerregierung umgekehrt. Ihr Apologismus verwundert erst recht, wenn sie die Bailouts nun alleinig Obama zuschreiben. Der hat sich die Therapie nicht ausgedacht, und erst recht hat er die Notwendigkeit dafür nicht geschaffen, die traten am Ende der zweiten Wahlperiode von Bush auf, ich wette, er war froh, einfach so vom Hof zu schleichen. Worst Prez ever.

    Zu 3: Genau, darum finanziert er auch zunächst mal Banken und die Finazindustrie, und das auch noch, ohne den Dem’s gefällige Konsequenzen zu ziehen. Ist ja nun nicht so clever. Fakt ist: O. hat ein wahrlich schweres Erbe, das kann man auch hinnehmen, wenn man ihn nicht mag, und sein Vorgänger hat genauso gehandelt. Nur mit dem Unterschied, das der erst noch für seine Alternativökonomie übel Watschen bezogen hat. Überhaupt sehe ich die gegenwärtige Position der Reps so, das der politische Verstand derzeit der blossen Washington-Aversion geopfert wird, ohne irgendeine Vorstellung, was denn stattdessen recht sein soll, die Diktatur der Ressentiments. Ich kann damit leben, wenn sich im Nov. die Wähler anders entscheiden, aber wir sollten festhalten, das sich der oppositionelle Furor von Tag eins an mit der Ruinierung der politischen Landschaft beschäftigt hat, von Truthern, Birthern, Oath Keepern und Leuten, die man eher nach einer britischen Fuselsteuer benennen sollte. Schlechte Verlierer, eine wie ich finde, ganz und gar unamerikanische Haltung.

    Zu 4: Ich habe nie gelesen, das Krugman Nepotismus und Korruption gut geheißen hätte. Stattdessen war er der Meinung (wenn sie es schon so wollen), das sich Volkswirtschaften mit so drastischen Produktivitätsunterschieden* wie südl. und nördl. der Alpen vorzufinden sind, schwer tun mit den Konsequenzen einer gemeinsamen Währung (wobei ich hier aus politischen, nicht ökonomischen Gründen, nicht übereinstimme, aber das Europafass bringt mir hier vermutlich keinen Blumentopf mehr). Aber wir streiten hier über Ursache und Auswirkung. Was Krugman sagt, ist: Eine Politik der arten Eier bringt gar nix in einem Fall wie in Griechenland. Sie haben doch selber einen hübschen Artikel dazu verlinkt. Aber wenn sie so eine Nummer hätten vermeiden wollen, und zwar frühzeitig, dann wäre Krugman genau ihr Mann gewesen. Nennen sie mich einen Utopisten, wenn sie wollen, aber ein bischen fachlicher Beirat hätte nicht geschadet, man hätte halt mal fragen können. Und Clinton hat das wesentlich besser hinbekommen als Bush. Und ich will mir den Zustand der Weltwirtschaft ausmalen, hätte der Maverick gewonnen, der wäre jetzt auf Fototour in Tora Bora oder so.

    *Wenn sie ein bischen von Krugman gelesen haben, werden sie sehen, das er der Produktivität extremen Wert beimisst, Wettbewerbsfähigkeit verblasst da völlig.

    • 18. August 2010 um 22:36 Uhr
    • Boothby
  33. 35.

    @MR

    Der Animateur des netten Films dürfte übrigens nicht zuletzt Krugmann gemeint habe, wenn er sagt, dass es manchen Leuten nicht darum geht, wie schnaell das Auto fährt, sondern wer am Steuer sitzt.

    Vielleicht sollten wir uns nicht auf der Basis von Videoschnipseln unterhalten.

    • 18. August 2010 um 22:37 Uhr
    • Boothby
  34. 37.

    @ Erol Bulut
    Sie sollten mit Ihren Aussagen zu philosophischen Aussagen etwas vorsichtiger sein. Der Rationalismus von Descartes bis Husserl kann man nur mit Wohlwollen „kritisch“ nennen. Zu weiteren Informationen:

    Hans Albert, Kritizismus und Naturalismus. Die Überwindung des klassischen Rationalitätsmodells und das Überbrückungsproblem, in: Konstruktion und Kritik, Hamburg 1972

  35. 38.

    @Indianola

    wenn gewisse Philosophen ein „kritisch“ vor Rationalismus setzen, der implizit schon kritisch sein muss, um den Wortsinn „Vernunftgeleitet“ überhaupt erfüllen zu können, zeugt das für die Eitelkeit von Philosophen und deren Unverständnis für Vernunft.

    Wenn man Rationalismus nicht auch kritisch nennen kann, ist er auch nicht rational, fertig. Wenn ich das billige Brot im Supermarkt kaufe, um Geld zu sparen, mag das rational erscheinen. Aber wenn ich nicht gleichzeitig überlege, ob im Nachbarsupermarkt das Brot billiger ist, also kritisch das primäre Angebot betrachte, bin ich auch nicht rational.

    Aber die eigentliche Frage bleibt noch, ob Sie überhaupt wissen, was Sie mir sagen wollen? Es macht nicht den Eindruck.

    • 19. August 2010 um 11:00 Uhr
    • Erol Bulut
  36. 39.

    @ EB

    Aber wenn ich nicht gleichzeitig überlege, ob im Nachbarsupermarkt das Brot billiger ist,

    Kritisch sein hei%szlig; v.a. solche Dinge nicht allein zu „überlegen“, sondern kritisch einer empirischen Prüfung unterziehen.

  37. 40.

    Es ist vor allem nicht rational, im Supermarkt Brot zu kaufen, während gleichzeitig die Palästineneser verhungern, weil ihnen die Zionisten das Brot klauen.

    • 19. August 2010 um 11:20 Uhr
    • Samuel
  38. 42.

    @Riexinger

    manche Leute brauchen eine „empirische Überprüfung“ auch dort, wo andere sie nicht brauchen. Heißt, manch Schlaumeier muss erst in dem einen Supermarkt einkaufen und dann in dem anderen, um festzustellen, welches Brot billiger ist. Andere schauen nur auf die Preise, die draußen aushängen und können ohne Testkauf entscheiden, welches billiger ist. Andere brauchen Hilfe beim Vergleichen von Preisen und manche können sogar allein entscheiden, ob ein Preis geringer ist, oder nicht.

    Vernunft ist nur abhängig von der den gesetzten Prämissen der Zielsetzung und dem Optimierungsproblem. Schauen wir uns mal Samuels Kommentare zu meinen Aussagen an. Wenn er zeigen wollen würde, dass er zu extrem dümmlicher Menschenverachtung neigt und bereit ist, seinen jüdischen Rassismus um den Preis verblödeter Kommentare zu pflegen, würde er sehr rational handeln. Aber da er völlig unkritisch ist, hält er seine Aussagen für schlau und lässt sich auch von der Umgebung blenden, dass solcher Rassismus gesellschaftsfähig sei. Das ist gar nicht rational. Wenn er kritisch wäre, würde er erkennen, dass in Deutschland die Toleranz für israelische Verbrechen nur durch eine Lügenprpaganda erhalten wird, und dass der von ihm demonstrierte Rassismus genauso wie die jüdischen Besatzungsverbrechen hier an sich ohne die Lügenpropaganda gar nicht Gesellschaftsfähig ist. Das wäre dann auch rational.

    Aber genug der Nachhilfestunden für jene, die Rationalität ohnehin nicht zu begreifen bereit sind.

    • 19. August 2010 um 13:10 Uhr
    • Erol Bulut
  39. 43.

    Ganz wichtig ist es natürlich zu betonen, dass ich nicht einfach nur rassistisch sei, sondern den ganz besonderen „jüdischen Rassismus“ pflegen würde.

    • 19. August 2010 um 13:16 Uhr
    • Samuel
  40. 44.

    @ EB

    Woran erkennt man einen Antisemit?

    Wenn jemand bei einer Diskussion über Brotpreise und Erkenntnistheorie sofort bei den Jidn landet.

  41. 45.

    Auch jene Zeitgenossen, die von den Grundlagen der Philosophie unberührt sind und zu langen unstrukturierten Sätzen neigen, können einsehen, dass die Demokratie in Israel über jeden Zweifel erhaben ist.

  42. 46.

    @Samuel

    während Sie jede Gewalttat von jüdischen Israelis gegenüber entrechteten Palästinensern verteidigen, wahrscheinlich aufgrund der Toleranz, die Sie hier erfahren, sind Sie doch bei der Stigmatisierung der hiesigen Moslems weitaus zurückhaltender, genau wissend, dass die Stigmatisierung islamischer Handlungsvorgaben durch die Ähnlichkeit zu jüdischen Handlungsvorgaben nicht beim Moslem endet. Dieser Zusammenhang dürfte mit der Begrifflichkeit „Jüdischer Rassismus“ treffend ausgedrückt sein.

    @Riexinger

    süß, dass Sie mir wie gewohnt Antisemitismusverleumdung hinterher werfen, aber die Vorgabe kommt vom Kommentar 40. Dieser bedurfte auch einer Erläuterung.

    @Indianola

    Sie wissen offenbar immer noch nicht, was Sie mir sagen wollen. Ansonsten darf ich Sie darauf hinweisen, dass die Grundlage der Philosophie nicht das rumschleudern von Phrasen ist, auch wenn es so erscheint, sondern die philosophische Analyse von Gegebenheiten und Ideen, genauer ausgesprochen, das Argumentieren. Ich bin gerne Hilfreich, wenn Sie noch mehr Defizite aufarbeiten möchten.

    • 19. August 2010 um 17:10 Uhr
    • Erol Bulut
  43. 47.

    @ Bulut

    Warum sollte ich den Moslems per se stigmatisieren? Das tue ich ebenswenig, wie ich jede Handlung Israels verteidige. Das bilden Sie sich nur ein, weil Sie eh keine Argumente haben.

    • 19. August 2010 um 17:13 Uhr
    • Samuel
  44. 48.

    @Samuel

    na klar bilde ich mir ein, dass Sie Kommentar 40 geschrieben haben, wo Sie sich über die Bechuldigung Israels, die Versorgung der Palästinenser Völkerrecht brechend nicht mehr als grenzwertig zum Lebensnotwendigen halten. Ich habe ja auch nie Argumente beistehen, wie man leicht durch lesen meiner Kommentare erkennen kann.

    Sie sind mir schon einer der Schizophrensten Dödel hier.

    • 19. August 2010 um 18:30 Uhr
    • Erol Bulut
  45. 49.

    Da fehlt was:

    … die Versorgung der Palästinenser Völkerrecht brechend nicht mehr als grenzwertig zum Lebensnotwendigen zu HALTEN, BELUSTIGEN. Ich habe ja auch nie Argumente beistehen, wie man leicht durch lesen meiner Kommentare erkennen kann.

    • 19. August 2010 um 19:09 Uhr
    • Erol Bulut
  46. 50.

    @ Boothby

    @ 2. Subprimes, meines Wissens ist die Förderung des Immobilienerwerbs ohne Rücksicht auf Verluste ein Einfall Clintons, der danach allerdings intrauter bipartisanship fortgeführt wurde.
    Ggen die Stabilisierung der Banken habe ich mich nie ausgesprochen, ander sieht es bei ineffektiven Stimulus aus.

    Eine Problematik, die sie aber gar nicht ansprechen sind die Differenzen zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Staaten, dazu habe ich ja schon was von ganz links verlinkt, aber jetzt etwas Ernsthaftes: Der Vergleich fällt ganz eindeutig zuginsten der Red States aus. Hihe Steuer, ein aufgeblähter Staatsapparat, der z.B. im Bildungsbereich nicht unbedingt die besten Ergebnisse bringt, daraus resultierend früher ein geringes Wachstum, jetzt der Absturz, hohe Arbeitslosigkeit, Abwanderung. Mit Blick auf die Zukunft, die ihnen unter Obama droht, blicken sicher nicht wenige Amerikaner verschreckt nach Kalifornien, ist die Lage in diesem Labor für linksgrüne Experimente doch so dramatisch wie fast nirgends sonst (und dass in dem Staat der unter Ronald Reagan…, gut llassen wir das).

    wobei ich hier aus politischen, nicht ökonomischen Gründen, nicht übereinstimme, aber das Europafass bringt mir hier vermutlich keinen Blumentopf mehr

    Stimmt. Über die Frage, inwieweit gerade der Euro der Völkerverständigung zuträglich ist, ließe sich trefflich streiten. Früher zumnidest wurde den Griechen allenfalls vorgeworfen, dass man auch am Mittelmeer einfallslos kochen kann.

  47. 52.

    Mist hier ist der Blue State-Metdown. Der andere Link, zugegebenermaßen von einem rep. Politiker, soll verdeutlichen, wie die von Obama angedrohten Maßnahmen von Investitionen abschrecken.

  48. 54.

    @ Boothby

    Wer die Krise der öffentlichen Haushalte in Amerika begreifen will, muss noch etwas anderes verstehen. In Vallejo und in Hunderten von Gemeinden in Amerika ging es auf der Höhe des Booms so weit, dass man beschloss: Auch die öffentlich Bediensteten sollten am Wohlstand der neuen Ära beteiligt werden.

    Die Gewerkschaften der öffentlichen Angestellten sind sehr mächtig in Amerika, und sie erhoben wachsende, massive Forderungen. Die Politiker gaben gerne nach, weil es ihnen im Boom so erschien, als seien beispielsweise höhere Pensionszahlungen ohne Extrakosten für den Steuerzahler zu haben. Die Ruhegelder für die künftigen Pensionäre sind in öffentlichen Pensionsfonds angelegt, und diese fuhren plötzlich historische Gewinne und Überschüsse ein.

    http://www.zeit.de/2010/34/Schulden-USA?page=all

    Man müsste nat¨rulich ergänzen „demokratische Politiker.

  49. 55.

    @MR

    2. Subprimes, meines Wissens ist die Förderung des Immobilienerwerbs ohne Rücksicht auf Verluste ein Einfall Clintons, der danach allerdings intrauter bipartisanship fortgeführt wurde.

    Nein, ist sie nicht. Um es kurz zu machen: Sie spielen hier offenbar darauf an, die Subprimekrise wäre eine Folge zu sozialer Denkweisen, namentlich des CRA (obwohl ich nicht genau weiß, ob sie darauf überhaupt anspielen, denn die Clintonsche Förderung der Finazmärkte, z.B. die Aufhebung der strikten Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, können sie ja kaum mit dem Fördern des Homeownerdreams meinen). Und das ist längst widerlegt: Die Banken, die hier tätig waren, haben bessere Rücklaufquoten, sie stehen auch nach der Krise weitgehend gut dar, und der Anteil von CRA-gedeckten Krediten gegenüber den „freien“ ist marginal. Kurzum: Wir reden hier über eine von den Rechties gern gepflegte Urban Legend.

    Zudem Ist die Entwicklung der Blase selbst, finanztechnisch gesehen, ein Ereignis, das unabhängig von der allgemeinen Mentalität (die man für alles Verantwortlich machen kann) direkt in der Bushzeit stattfand. Achten sie dabei auf das eigentliche Kennzeichen der Blase: Die Immobiienpreisentwicklung. Die Korreliert auch nicht mit der Qoute des Eigenheimbesitz, sondern führt ein seltsames Eigenleben, ein ziemlich eindeutiges Indiz für die Verortung des Schlamassels auf seiten des Finanzmarktes, und nicht der Häuslebauer. Und es war die Fed unter Bush, die immernoch mehr Öl ins Feuer gegeben hat.

    Ggen die Stabilisierung der Banken habe ich mich nie ausgesprochen, ander sieht es bei ineffektiven Stimulus aus.

    Es ist ja nett, das sie das nicht kritisieren wollen, aber derzeit stehen die Zeichen doch so, das bei dem Streit der Demand-Side-Economics und der Supplyer die Demander die Nase vorn haben. Der Punkt ist, das sie soviel Geld in den Markt pumpen können, wie sie wollen. Es bringt nichts, wenn dadurch nicht Konsum/Investition angekurbelt werden, Stichwort Liquiditätsfalle (und jetzt bitte nicht das Narrativ, die Leute würden nix insvestieren, weil O. Prez ist, auch das ist Kappes).

    Eine Problematik, die sie aber gar nicht ansprechen sind die Differenzen zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Staaten, dazu habe ich ja schon was von ganz links verlinkt, aber jetzt etwas Ernsthaftes: Der Vergleich fällt ganz eindeutig zuginsten der Red States aus. Hihe Steuer, ein aufgeblähter Staatsapparat, der z.B. im Bildungsbereich nicht unbedingt die besten Ergebnisse bringt, daraus resultierend früher ein geringes Wachstum, jetzt der Absturz, hohe Arbeitslosigkeit, Abwanderung.

    Dann werde ich das hiermit nachholen. Ihr Problem ist, das sie von der Frage red or blue abhängig machen, welche Politik gefahren wird. Also erstens: In einem Red State zu leben, heißt mitnichten, geringere Steuern zu zahlen, da ist dann wohl die Sachpraxis vor (http://www.taxadmin.org/fta/rate/06stl_pi.html). Nr. 1 ist Wyoming, the home of the brave and the Cheneys, 2 ist NY, und Nr. 3. ist (Tusch) Palinland. Das geht immer so weiter. Zudem scheinen sie ernsthaft zu glauben, die politische Konfliktlinie entspräche unserem Weißwurschtäquator, nichts liegt ferner. Seltsamerweise gibt es eine enorme Korrelation zwischen der Nehmermentalität, und der Bereitschaft rechts zu wählen (der Gute Ezra hat da was, ich verlinke es unter * im Anschluss). Das erklärt sich zwanglos damit, das die red’s eher dazu neigen, in subventionierten Branchen zu arbeiten, während die Leistungskraft der blue’s eher als Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges der USA ganz allgemein herhalten darf (inklusive selbstredend den Finanzzentren). Was wiederum auch den Meltdown erklärt, denn natürlich hat die Krise ja gerade die Hochleistungsbranchen getroffen. Warten sie ab, bis das auf die Agrarsubventionen umschlägt, und sie kriegen ihren red meltdown (was natürlich nicht passieren wird, denn das Gezeter wird sich kein Mensch geben wollen). Das das argumentativ die red’s stützen soll: Stunning.

    Und drittens: Das die Vorsorge bzw. die Schulqualität davon nicht tangiert sein soll, ist wieder so ein ganz nebenbei gemachtes Statement, und es ist in der Sache falsch. Armut, schlechtes Gesundheitswesen, miese Schulbildung, geringe Innovationskraft, einhergehende soziale Probleme und und und haben sie selbstredend in den von ihnen favorisierten Staaten mehr. Aber ein Texaner kann dann imernoch nach NY gehen, die Neigung zur umgekehrten Migration ist deutlich geringer. Sie haben früher mal den Blue State Blues von Douthat (NYT Qoutenschlampe, es gibt wenig Kommentatoren, bei denen man so wenig auf Zerlegung durch andere Blogger warten muss, denn das regelt schon sein eigener Kommentarbereich) bei TF verlinkt, ich habe damals nichts gesagt. Der hat Texas als Beispielhaft angeführt, ein Witz (gerade hier sollten sie vielleicht auf die Ressourcen eingehen). Und er hat es verglichen mit Calif., ganz so, als ob ihre Vorstellung vom blue laboratory korrekt wäre. Cal. leidet noch heute unter Reagans Finanzpolitik, und es ist red, red, red, nur gucken sie be einigen Fällen genauer hin als bei anderen.

    Zudem bringen sie mehrere Begriffe durcheinander, denn die red states hatten nicht, wie explizit behauptet, ein höheres Wachstum, Texas schon mal gar nicht, sondern nur ein geringeren Nackenschlag durch die Krise, daher der relative Vorteil. Das liegt schlicht daran (same song wie im letzten Absatz), das die eher rückständigen Branchen weniger hart getroffen wurden. Ein anderer Fall ergibt sich z.B. bei der Autoindustrie: Der technische Rückstand in Detroit mag sicher auch an den Dems bzw. den Gewerkschaften liegen, aber eben auch an der republikanischen Bundesgesetzgebung, schließlich ist für die wesentlichen Modernitäts-Incentives immernoch D.C. zuständig, und die Sündenfälle fallen eindeutig in Reagans Amtszeit, demgegenüber darf der Pragmatismus in Alabama oder Missouri in Sachen Auftragsannahme bei der Produktion ausländischer Modelle (sind alle da, VW, BMW, Mercedes, die Koreaner, die Japaner, produzieren mit Erfolg) wohl kaum als Pflege originär amerikanischer Werte betrachten, zumindest nicht bei der von ihnen offenbar favorisierte Hardlinerfraktion.

    Wenn sie die states vergleichen wollen, müssen sie ganz andere Kriterien wählen als die Labels, die sie gegenwärtig draufpappen. Und btw.: Mir wegen des Meltdowns das AEI zu verlinken, ist fast schon unhöflich, sie können das auch seriös diskutieren. Es erklärt mir aber, wieso sie bei meinem anderen Steckenpferd (die Klimageschichte, sie wissen schon, ich sage es auch nur nebenbei) auf Crancks zurückgreifen. Was ich bei ihnen für eigentlich untypisch halte.

    Sie entwickeln sich zum Demokratenschreck. Was ich sagen will: Aus der Situation in den Staaten selbst ergibt sich eigentlich, das die Forderungen nach einer komplett wirren Wirtschaftspolitik des Bundes, die derzeit von rechts außen erhoben werden, eben keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die Realpolitik der Staaten zulassen, sondern schlicht das sind, was ich hier die ganze Zeit kritisiere: Billiger Populismus, der mich nicht wirklich überrascht. Was mich überrascht, ist der aus Frustration und Illusionismus gespeiste Resonanzboden, der sich gegenwärtig zeigt.

    Es hätte vielleicht besser in den „Obama ist ein verdammter Moslem“-Fred gepasst, aber hier geht es auch: Sie versuchen, mit einer Argumetation von outer space so zu tun, als wäre es nicht die Opposition, die derzeit völlig überschnappt. Sie versuchen das Bild aufrecht zu erhalten, O. wäre ein Soze oder sowas, aber der Punkt liegt für jeden sichtbar umgekehrt: Während sich O. immer weiter an die rechte anbiedert, um ja nicht als polarisierend durchzugehen, dreht die rechte immer weiter durch, sie geht sogar soweit, zu unterstellen, Palin wäre eine ansprechbare Person, oder Rand Paul schon sowas wie smart, nach hiesigen Maßstäben ist O. noch ziemlich weit rechts, und die Tea Partiers sind Ultras. Und die werden sie kriegen, 2012. Ich schwanke bei meiner Interpretation der Sachlage zwischen Nihilismus und komplett lobotomisiert.

    Ich habe jetzt gerade die Kiste angeschmissen, und wenn es unhöflich klingt: Entschuldigung dafür. Der Grund wäre eher, das ich sie nicht für sowas wie Pupsietatifreespechzaggy halte. Das sie in dieser Frage immer nach ganzaußenlinks greifen, erschließt sich mir nicht.

    Btw., wo wir gerade babei sind: Da sie die Huffpost für „Changology“ halten, muss ich davon ausgehen, das sie es begrüßt hätten, wenn Andrew Howling Wolf Breitbart im Team verblieben wäre? ich würde ihnen ja gerne seine schlimmsten Tiraden kredenzen, allerdings scheint dieser Freespeecher besonders viel Wert auf die Zensur bei Youtube zu legen. Vor ein paar wochen war da noch Marterial, das man eigentlich unter 18 nicht verköstigen darf, alles weg.

    Zum ZEIT-Beitrag wegen der Schulden morgen mehr.

    • 21. August 2010 um 20:53 Uhr
    • Boothby
  50. 56.

    @MR

    *http://voices.washingtonpost.com/ezra-klein/2010/04/the_red_state_ripoff.html

    • 21. August 2010 um 20:53 Uhr
    • Boothby
    • 21. August 2010 um 20:55 Uhr
    • Boothby
    • 21. August 2010 um 20:56 Uhr
    • Boothby
    • 21. August 2010 um 20:57 Uhr
    • Boothby
  51. 60.

    @MR, wegen des Boston Globe

    Ich hatte den noch nicht gelesen, und es passiert da genau das, was ich schon im letzten Post befürchtet hatte:

    The private sector has retreated, frightened by his agenda and paralyzed by the uncertainty, lack of predictability, and outright hostility he has engendered.

    Nicht begründet, gleich als Einleitung, the case is clear. Nur stimmt es eben nicht: http://krugman.blogs.nytimes.com/2010/07/07/why-isnt-investment-higher/

    (Auch wenn sie Paule nicht mögen: Er begründet wenigstens manchmal, was er sagt. Und hier erwähnt er implizit auch gleich den Zusammenhang zwischen Konsum und Investment, den Romney so überhaupt nicht begriffen hat, mehr unten.)

    Mal abgesehen davon, das wir über ein von McCain oder Bush veantwortetes Wirtschaftsklima nur spekulieren können, verblüfft es umso mehr, als das es von Mr. Romneycare kommt. Die Doppelzüngigkeit ist kaum zu überbieten. Hinzu malt er ein Bild an die Wand, das verschleiern soll, das so riesige Veränderungen gar nicht stattgefunden haben (die Health care ist ja der Hauptangstmacher, und wenn ausgerechnet Romney hier das Problem sieht, tja dann*…). Ich denke, die Steuern sollten als nächstes drankommen, aber ich bin ja auch nur ein Kommi.

    De facto propagiert er genau diejenigen Methoden, die das Phänomen der jobless recovery nach sich ziehen. Es ist ein Mythos, das es mehr Arbeitsplätze gäbe, wenn D.C. klein bleibt. Was die Arbeitsmarktregulierung angeht, schaut man auch gerne über den großen Teich zu uns, wir gelten hier als beispielhaft.

    To give an immediate boost to jobs and investment, permit businesses to write off in 2010 and 2011 the capital investments made in those years rather than over time.

    Da, schon wieder. Was Mr. Romney hier wünscht, ist, das man die Kohle besser gleich verbrennt, und diese Angebotsseitigkeit ist so merkwürdig, das man schon an Vorsatz denken muss. Wenn die Kapazitäten nicht ausgeschöpft sind, weil die Nachfrage ausbleibt, was genau ist der Nutzen, wenn ich den Company’s Geld schenke, damit sie weitere Kapazitäten aufbauen?

    Verstehen sie mich nicht falsch, man kann den Marktmechanismen freie Bahn geben, wenn man denn will, aber das tut R. ja nicht, er will die Kohle nur anders verteilen. Und das auf der Grundlage einer kruden Kausalität. Und zu dieser gehört der Mythos, es wird wegen Obama himself nichts investiert, letztlich hat Romney das Ausmaß des Schlamassels gar nicht begriffen. Aber es kommt noch besser:

    Aggressively negotiate and sign trade agreements with other nations to promote American exports.

    Mal abgesehen davon, das Obama (z.B. mit China) überhaupt aktiv wird (was dem Vorgänger irgendwie missglückte): Liegt die Betonung hier auf „agressiv“ ode „verhandeln“? Was R. im ersteren Fall wünscht, erschließt sich mir nicht, es hat auf alle Fälle nicht unbedingt mit freien Märkten zu tun (Anbei, J. Stiglitz, wahrscheinlich nicht ihr Favorit, macht sich über die Agressivität ganz allgemein in „Chancen der Gloalisierung“ Gedanken, über ihr Scheitern in „Free fall“, besonders ersteres würde ich empfehlen), im letzteren ist er in der falschen Partei.

    Adopt an energy policy that will actually eliminate our dependence on OPEC and hostile states.

    Man könnte versucht sein, Romney den Wunsch nach einer clean energy bill zu unterstellen, aber wenn man seine Fanbase reinnimmt, muss es wohl irgendwas mit „mehr Kohlekraft“ zu tun haben. Aber nur für’s Protokoll: Wenn man für die Rückständigkeit der USA in dieser Frage einen einzelnen Verantwortlichen nennen müsste, so blieb wohl nur Reagan übrig, das „Weniger-Staat“-Pin-Up**. Wobei ich nicht verhehlen möchte, das ausgerechnet Nixon hier viel erreicht hat, aber damals waren Republikaner noch aus anderem Schrot und Korn. So oder so: Romneys Forderung ist etwas, das derzeit von den Reps‘ mit Macht bekämpft wird. Friedman hat nach 9/11 mal eine „Patriot-Tax“ vorgeschlagen, da hätte die Rechte mal ein reales Problem auf eigenständige Art lösen können, aber das hatte natürlich keine Chance.

    …and preserving the Bush tax cuts — especially for small business.

    May I ask: What about big buisness? Darum ging es bei Bush in erster Linie. Ein Mythos jagd den nächsten***.

    The president said last week that Republicans have no economic ideas other than lowering taxes on the wealthy.

    Ich denke, der Prez spielt hier auf den gegenwärtigen Mob an. Und der hat tatsächlich nichts besseres zu tun, als solchen Quatsch wie „darf man in Manhatten eine Moschee bauen?“ zu bekakeln. Das es auch vernünftige Konservative gibt, bezweifle ich mit keinem Wort, nur dringen die Derzeit nicht durch.

    Rather than raising the tax on investment dividends, eliminate it and the tax on capital gains and interest for all households earning less than $250,000 a year.

    Nix begriffen, er will hier die income-gap vergößern. Was er nicht ahnt: Die Kohle wird nicht investiert werden. Ich würde mein Kohle einstreichen und gut. Das würde jeder tun, der noch alle Liter im Kanister hat, mir ist unbegreiflich, wie man das ignorieren kann.

    Rather than opening the door to ever-increasing demands from states for bail-outs, take action to enable the states to solve their unfunded pension obligations.

    Ah, das Sozialisten-Bashing. Schauen sie sich noch mal den Link unter #56, speziell die beiden Grafiken, an. Vielleicht sollte man ja auch da sparen, obwohl ich denke, Herrn Romney wäre das nicht so recht, der Rechten ganz sicher nicht. Wie gesagt, es entspricht nicht den deutschen Verhältnissen, in den USA sind ist Rechts eher in den Schnurrer-Staaten beliebt. Warum die sich so dringend ins eigene Knie schießen wollen? God only knows.

    It’s time for a growth and jobs agenda to replace the special interest political agendas that we have endured over the past decades. So much is at stake — a strong economy provides for the strong defense which preserves our liberty and promotes peace.

    Na klar, noch ein bischen Kohle für’s Militär. Das könnte ja Einsparungen vornehmen, indem es bei EADS ordert. Aber man muss daran denken, das dieses Erfolgsmodell eben auch durch staatliche Kooperation ermöglicht wurde, da ist man überm Teich jetzt neidisch drauf. Und reagiert alles andere als marktfreudig.

    Ich weiß nicht, ob sie Romneys Vorschläge goutieren, aber es ist mMn. genau das, was den Schlamassel erst ermöglicht hat. Und jetzt will er denselben Kram als Lösung kredenzen, und tut dann auch noch so, als wäre die gegenwärtige Regierung schuldig.

    Ich möchte hinzufügen, das ich die Verantwortlichkeiten keineswegs so schwarz/weiß verorte, wie sie möglicherweise denken. Allerdings wünschte ich für den derzeit enorm groben Klotz in der Tat einen (viel)gröberen Keil. Derzeit ist die Rechte in den Staaten dabei, uns richtig vor die Wand zu fahren, meine Meinung, und ich fühle mich bei Romney da irgendwie bestärkt. Das liegt auch nicht daran, das sie rechts ist, sondern daran, das sie komplett durchdreht, ich denke, das meinte JL mit „rotten“.

    • 22. August 2010 um 12:19 Uhr
    • Boothby
  52. 61.

    *http://theweek.com/article/index/201077/the-curious-triumph-of-romneycare

    • 22. August 2010 um 12:20 Uhr
    • Boothby
  53. 62.

    **

    Vielleicht sollte man sich in der Energiefrage vor Augen halten, wie sehr sich die Protagonisten doch ähneln. Ein Fakt, das man in der gegenwärtigen Kakophonie wohl leicht übersieht, aber thank the lord, there’s a Stewart:

    http://www.thedailyshow.com/watch/wed-june-16-2010/an-energy-independent-future

    • 22. August 2010 um 12:24 Uhr
    • Boothby
  54. 63.

    ***

    http://www.tnr.com/blog/jonathan-chait/75128/the-stigmatization-bush-blaming

    Das mag die Verhältnismäßigkeiten etwas zurechtrücken.

    But Obama’s case isn’t wrong — it really is true that the economic and budgetary problems we’re facing were inherited from the previous administration. What’s false is the Republican effort to imply that Obama caused the problems — an argument that collapses upon the slightest empirical pressure. But somehow the standard here is not what’s correct but what’s polite, and it’s impolite for Obama to blame Bush.

    • 22. August 2010 um 12:26 Uhr
    • Boothby
  55. 64.

    CBO’s mid-year review largely reinforces the bad news we already knew—to wit, that spending has exploded since Democrats took over Congress in 2007, first with the acquiescence of George W. Bush and then into hyperdrive after Mr. Obama entered the White House.

    To appreciate the magnitude of this spending blowout, compare CBO’s budget “baseline” estimate in January 2008 with the baseline it released Thursday. The baseline predicts future spending based on the law at the time. As the nearby chart shows, in a mere 31 months Congress has added more than $4.4 trillion to the 10-year spending baseline. The 2008 and 2009 numbers are actual spending, the others are estimates. As recently as 2005, total federal spending was only $2.47 trillion.

    The annual average increase in domestic, nondefense discretionary spending—on the likes of education, food stamps, and things other than Medicaid, Medicare and Social Security—was 6.4% from 1999-2008. Yet in 2009, nondefense discretionary spending rose by 11.2%, and in 2010 it will grow by another 14.7%.

    http://www.commentarymagazine.com/blogs/index.php/rubin/345646

  56. 65.

    @ Boothby

    Wie gesagt, es entspricht nicht den deutschen Verhältnissen, in den USA sind ist Rechts eher in den Schnurrer-Staaten beliebt. Warum die sich so dringend ins eigene Knie schießen wollen? God only knows.

    Die USA haben (noch) keinen Staatenfinanzausgleich. Die potyenziellen Wowis und Böhrnsens sitzen aber in Kalifornien und Illinois (!), nicht in Texas oder North Dakota. Haben Sie den Artikel gelesen? Ich denke, wie die Politik der beiden Parteien in den Staaten aussieht sollte man nicht außer Acht lassen, und sei es nur um die Wirlung der ggw. Entwicklung auf den vielleicht weniger bedarfetn Durchschnittsamerikaner abzuschätzen.

    There is, of course, a much more prosaic alternative: businesses aren’t investing because they have lots of excess capacity. Why build new structures and buy new machines when you’re not using the ones you already have?

    (aus Ihrem Link) Das mag für die Industrie zutreffen. Den Dienstleistungssektor/ Handwerk etc. blendet Paule wohlweislich aus.

  57. 69.

    @MR, that thing won’t let me be.

    Ich hatte nicht recht mitgekriegt, das es weitergeht, sry für die Verspätung, aber Thilo neigt offenbar dazu, Diskussionen zu überlagern.

    Die USA haben (noch) keinen Staatenfinanzausgleich. Die potyenziellen Wowis und Böhrnsens sitzen aber in Kalifornien und Illinois (!), nicht in Texas oder North Dakota. Haben Sie den Artikel gelesen? Ich denke, wie die Politik der beiden Parteien in den Staaten aussieht sollte man nicht außer Acht lassen, und sei es nur um die Wirlung der ggw. Entwicklung auf den vielleicht weniger bedarfetn Durchschnittsamerikaner abzuschätzen.

    Ein nicht unwesentlicher Teil meiner Bemühungen zielte darauf ab, genau auf die Politik der einzelnen Staaten ja mit reinzunehmen. Nur ist dann offensichtlich, das red or blue dabei nicht die Frage ist (in Romneyland klappt Obamacare ja auch). Zwar gibt es auch keinen Finanzausgleich wie bei uns, aber selbstredend wird federal cash von den Vermögenden zu den Bedürftigen gegeben. Was, wenn man es ordentlich macht, auch kein Problem darstellt. Und wenn wir das zum Indikator machen, gilt „arm aber sexy“ nunmal für ihr Team, no doubt. Sie werden mitgezogen, davon abgehalten, innovative Branchen zu kreeiren (über Dekaden, man sollte die Dynamik dabei nicht unterschätzen), machen es sich bequem, und vor allem: Sie werden fürchterlich undankbar. Die Selbstsicht der Red’s stimmt einfach nicht, und sie scheinen es auch selbst zu ahnen:

    http://content.ksg.harvard.edu/blog/jeff_frankels_weblog/2010/03/31/red-states-blue-states-and-the-distribution-of-federal-spending/

    (Nochmal mit anderen Worten, bis sie es vernünftig widerlegen. Wowi sitzt in diesem Fall mit einem Strohhut auf der Veranda, schaut über die Plains und summt leise „my grandfathers clock“.)

    Calif. mag im Stress stehen, es ist aber immernoch die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt, und mit ein bissl weniger republikanischer Verklärung würde es vielleicht mal seine Steuergesetzgebung überdenken, so wie der Bund als ganzes.

    Das mag für die Industrie zutreffen. Den Dienstleistungssektor/ Handwerk etc. blendet Paule wohlweislich aus.

    Ich denke, das Paule bei einer statischen Betrachtung der Dinge zu dem Schluss kommen wird, das eine Republik aus Nagelstudiosbesitzern der USA ein anderes Gepräge geben wird. Bei einer dynamischen mag er sich Fragen, ob die anderen Player ähnlich unbesorgt über Produktivität denken. Das treibt ihn bezüglich Germany auch zur Weißglut, weil er findet, D sollte nicht ausnutzen dürfen, das es die Fehler der USA nicht kopiert hat. Zumal ein nicht unerheblicher Teil der einträglichen Dienstleistungen derzeit übel Prügel bezieht, und das Handwerk, nun, da es bei den Häusslebauern weniger Arbeit findet, wohl wieder stärker dazu übergeht, sich als Investitionsaufwand zu verdingen. Was ja aber auch nicht so ohne weiteres geht. Wie sollen die also in Lohn und Brot kommen?

    Aber ich hänge noch ein bischen an dieser Zeile, weil ich finde, das ihnen etwas offenbar nicht auffällt. Die Vorstellung, man könnte die Basissektoren einfach so durch Binnenkonsum kompensieren, ist schon fast Lafomäßig. Keine Frage: Übermäßige Exportfixierung ist Quatsch, aber ganz ohne geht es nicht, das muss austariert werden. Die ökonomischen Hardliner meinen offenbar, Regulierung weg, dann geht alles von selber. Halte ich für Kappes, dafür gibt es auch keine Gründe.

    Wegen Ezra: Ihnen fällt aber auf, das er offenbar selbst über dieses monokausale Fitting verblüfft ist. Ich denke mal, das liegt daran, das es ihm selber schwer fällt, diese brandneue Sau durchs Dorf zu treiben. Er Schreibt:

    There was a lot going on in this period, including the rise of securitization and the global money flows and Fed policies and interest rate drops that created the easy money that led to the easy credit that supercharged the mortgage market. And for all the intentions of the NHS, it’s got a lot more rhetoric than policy.

    Also mehr Rhetorik, demnach geht es um die Suggestivkraft? Er spricht die vielfältigen anderen Faktoren ja auch an, nur blendet er hier aus: Die fanden nicht nur in dieser Periode statt, sondern die ganze Zeit, auch schon vorher, und danach erst recht. Meine Güte, wir könnten dann auch Mit Carter, oder Friedman und der Reaganomicbande anfangen.

    Konkret dazu: In dieser Zeit fand auch ein Wirtschaftswachstum statt, noch dazu mit einer Reduzierung der Staatsverschuldung*. Ich behaupte mit keinem Wort, das wäre alles OK, im Großen und Ganzen finden sich da viele Fahrlässigkeiten. Ich würde sogar sagen, sie hätten sich auf die Clintonschen Finanzmarktaufweichungen stürzen können, dann stände ich jetzt viel blöder da. Aber was das Fitting der Kurve angeht, das halte ich für tralala. Und zwar darum: Während der Clintonära sind die Preise gestiegen, weil die Leute mehr Kohle hatten. Das hätte man auf einer Grafik auch sehen können, wenn neben den Preisen auch das income mit reingenommen hätte. Sehen sie: Wenn die Leute sich die Hütten leisten können (wenn also Preise und Lohnzuwächse im Gleichgewicht stehen), haben sie keine Auswirkungen für den Kreditmarkt. Wieso auch? Ich verlinke wieder unter **. Also: die relativen Preise (also die, für die sie Kohle von der Bank brauchen) sind erst in die Höhe geschossen, als unter Bush die Fed den Leitzins von 6,5 auf 1 runtergenommen hat. Sie tat das mit guten Grund, schließlich war da ja noch die Dotcom-Geschichte, aber man hätte dieses Regulierungsmittel ja auch einfach mal als, äh, Regulierungsmittel benutzen können.

    So richtig in Fahrt kam die Schose aber erst, als die Leute nun diese Entwicklung (der Leitzins) nutzen konnten, um mit Hypotheken schmutzige Kredite an den Rest der Welt zu verscherbeln, und es gab noch Jahre nach Clinton nicht den kleinsten Hinweis, das es Grund zum Gegensteuern gäbe (praktischerweise wiederum **). Es ist ein Mythos. Ich habe mal irgendwo gelesen, der wirklich richtig wahre Grund für diese Krise sei die Einführung der Wirtschaftsmathematik im 19. Jahrh. gewesen, wer weiß, vielleicht stimmt das sogar. Aber das ist Spökenkiekerei, genauso wie das Aufhängen dieser Sache an der allgemeinen Mentalitätsgeschichte. Oder der Instrumentalisierung für die gerechte politische Sache. Rechties können nicht besser mit Geld umgehen, auch wenn es viele Gründe gibt, sowas erstmal anzunehmen. Der „how-did-we-get-here“-Prez schon mal gar nicht.

    Abschließend: Das in New Jersey also kriminelle Politiker unterwegs sind, muss ich das auf meine Kappe nehmen? Wenn sich das darauf bezieht, was ich über die Red’s sage: Es führt wohlmöglich dazu, das Alabama künftig nichtmehr 1,66$ für jeden ausgezahlten $ einstreicht, denn wer soll das bezahlen?***

    Die Pizzakarte schaue ich mir später an.

    • 25. August 2010 um 18:04 Uhr
    • Boothby
  58. 70.

    *

    http://en.wikipedia.org/wiki/File:US_Federal_Debt_as_Percent_of_GDP_by_President.jpg

    Überhaupt haben die blauen eine ziemlich eindeutige Tendenz zu weniger Staatsverschuldung, kaum zu glauben.

    • 25. August 2010 um 18:05 Uhr
    • Boothby
    • 25. August 2010 um 18:06 Uhr
    • Boothby
    • 25. August 2010 um 18:09 Uhr
    • Boothby
  59. Kommentar zum Thema

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