Ein Blog über Religion und Politik

Im Reich des Widerlichen: kein Kommentar zu Sarrazin

Von 6. September 2010 um 13:04 Uhr

Werte Mitblogger: Zur Sarrazin-Debatte fällt mir partout nichts Besseres ein als mein nun auch schon fast ein Jahr alter Text von der Seite 3 der ZEIT. Steht alles drin, was ich dazu denke.

Als ich ihn vorhin kontrollehalber wiederglesen habe, wurde mir deutlich, dass ich mich lieber weiter zurückhalte. Über Sarrazin II habe ich anläßlich von Sarrazin I (Lettre-Interview) alles gesagt, was mir dazu einfällt. Meine Schlußpointe steht: Die mutlose Politik lädt die Bürger geradezu  ein, sie zu verdächtigen und zu verachten.

Sarrazin hat seinerzeit mit einem Leserbrief darauf geantwortet, der schon von der gleichen urdeutschen Haltung der  "verfolgenden Unschuld" geprägt war wie seine derzeitigen Reaktionen auf den von ihm selbst kalkuliert inszenierten Tohuwabohu. Peinlich, das. Alles sehr unbürgerlich und nicht sehr fein. Aber eben nicht neu und auch darum für mich nicht ergänzungsbedürftig.

Ich habe das Buch seit etwa fünf Wochen in einer mit Wasserzeichen versehenen Datei vorliegen. Jedermann, der das Gebaren des Verlages kennt, wusste von Anfang an, dass es sich um einen geplanten Krawall handelte. Durch den Wirbel um das Lettre-Interview ist man ja erst darauf gekommen, dass hier noch mehr geht. Ich bin froh, dass DIE ZEIT sich dazu nicht hergegeben hat, sondern mit einem kontroversen Interview in die Debatte eingestiegen ist.

Der SPIEGEL hat (parallel mit Bild) die Auszüge gedruckt. Jetzt aber stehen die Kollegen offenbar ratlos vor der Debatte, die "aus dem Ruder gelaufen" (SPIEGEL von heute) sei. Ich zitiere aus der aktuellen Ausgabe: "Sarrazin hat die Debatte mit einem falschen Zungenschlag begonnen. Er beschrieb Mängel bei der Integration, die tatsächlich beklagenswert sind, aber er verknüpfte sie mit biologstischen Gedankenspielen. Er räsonierte über die Vererbbarkeit von Intelligenz und schwadronierte über ein 'bestimmtes Gen', das 'alle Juden teilen'. Damit war er beim Biologismus und bei der Rassenlehre, und er war im Reich des Widerlichen... (...) , hat er sich für den Satz über ein jüdisches Gen entschuldigt. Aber erst einmal hatte ihm die Provokation gefallen, und manchem seiner Anhänger vielleicht auch."

Tja. Hat dem SPIEGEL die Provokation nur 2 Wochen zuvor nicht auch "erst einmal" gefallen? Im "Reich des Widerlichen" - die Formel gefällt mir. Ach, man ist so recht froh, dass ihm das mit den Juden passiert ist (wie eine Art Tourette-Syndrom bei deutschen "Querdenkern", nur dass die nicht "Penis" rufen müssen, sondern "Jude"). So kann man den peinlichen Herrn jetzt entsorgen.

Im Lettre-Interview ist alles schon enthalten - die feine eugenische Note, die Unterschichtenverachtung, die Suggestion, dass Deutschland durch die Fruchtbarkeit der Türken und Araber immer dümmer wird. Das postume Erschrecken mancher Kollegen ist entweder Unkenntnis oder Heuchelei, ebenso wie die zahlreichen Versuche, das nun unter den Teppich zu kehren mit dem Hinweis, dass er doch bitteschön "kein Genetiker" (Sarrazin) sei und es ihm primär um die Integration gehe.

Nur eins noch: Dass ein Mann erst in dem Moment ins "Reich des Widerlichen" eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt, während er vorher ungestraft und unter großem Gejohle und bedächtigem Kopfwiegen des Publikums über türkische und arabische Gene bramarbasieren kann - das kann einem auch zu denken geben.

Ach, soviel zu bedenken...

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wie kommt man eigentlich auf die mitunter geäußerte Idee Provokationen oder Brachialpolemik könnten Auslöser für eine sachliche Debatte sein?

    Das kann ich einfach nicht verstehen und meine Erfahrungen bislang zu diesem Bereich zeigen das Gegenteil.

    Hat man die Provokationen und Polemiken ertragen (und/oder sich gegen diese Zumutungen zur Wehr gesetzt), dann stirbt eher die Diskussion (bis zur nächsten Provokation), als dass dadurch eine Sachdebatte in Gang kommt.

    Zu den Bewohnern des Reichs des Widerlichen mag ich ansonsten nichts schreiben.

    • 6. September 2010 um 13:15 Uhr
    • Limited
  2. 2.

    Interessant ist aber vor allem folgender Satz in Ihrem alten Text:

    „Es steht zwar nicht da, dass Araber die Dummheit vererben, aber es ist schon verzeihlich, dass mancher Sarrazin-Fan dies schlußfolgert, wenn der Interviewte im Gegenzug die überlegene Intelligenz der „osteuropäische Juden“ („15 Prozent höheren IQ“) preist.“

    Es stand eben nicht da. Vielleicht ist das der Unterschied? Ich denke schon. Vor allem wo Norbert Bolz gestern meinte feststellen zu müssen, dass es völlig ehgal sei, ob er nun rassisitisch sei oder nicht.

    Ansonsten habe ich auch gepennt … . Nach dem Lettre Interview.

  3. 3.

    @ f.lübberding: Norbert Bolz, welch eine Enttäuschung. Wenn Intellektuelle sich ans Volk ranschleimen, ein hässlicher Anblick.

    • 6. September 2010 um 13:38 Uhr
    • Jörg Lau
  4. 4.

    @ ALL: This just in:
    Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard wird in diesem Jahr mit dem M100 Medien Preis ausgezeichnet. Der M100 Medien Preis wird im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium am 8. September in Potsdam verliehen. Das M100 Sanssouci Colloquium lädt seit 2005 internationale Chefredakteure und Medienmacher zum intensiven Dialog in die historischen Schlösser und Gärten von Potsdam. In diesem Jahr lautet das Thema „Pressefreiheit in Europa“. Die Laudatio für Westergaard spricht der ehemalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes und Vorsitzende des Vereins Gegen Vergessen – für Demokratie e.V., Joachim Gauck.

    Kurt Westergaard zeichnete eine der 12 Mohammed-Karikaturen, die am 30. September 2005 unter der Überschrift „Das Gesicht Mohammeds“ in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten erschienen ist. Seine Darstellung löste einen internationalen Streit um Meinungsfreiheit und gewalttätige Demonstrationen von Muslimen in der ganzen Welt aus, die sich von den Abbildungen beleidigt fühlten. „Meine Intention mit dieser Zeichnung war nicht, den Islam anzugreifen“, so Westergaard in einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel, „sondern die Terroristen, die einen Teil des Islam als spirituelle Munition benutzen.“ Trotz eines auf ihn und einige seiner Kollegen ausgeschriebenen Kopfgelds von insgesamt elf Million Dollar verteidigt Westergaard seine Karikatur unter Hinweis auf das Recht der freien Meinungsäußerung.

    Der M100-Beirat verleiht ihm die Auszeichnung als Anerkennung für sein unbeugsames Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit und für seinen Mut, zu diesen demokratischen Werten zu stehen und sie trotz Gewalt- und Todesdrohungen zu verteidigen.
    Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, der auch Vorsitzender des M100-Beirats ist, erklärte dazu: „Mit Kurt Westergaard ehren wir eine Persönlichkeit, die zum Symbol für die Presse- und Meinungsfreiheit geworden ist. Wenn eine Karikatur zu Drohungen gegen Leib und Leben führt, ist es unsere Pflicht, dem Verfasser öffentlich zur Seite zu stehen. Der Preis soll dieses Zeichen setzen.“

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hält im Rahmen der Verleihung des M100 Medien Preises die Hauptrede. Sie erklärte dazu: „Wir Deutschen erinnern uns in diesen Monaten an die Überwindung der SED-Diktatur und die Wiedervereinigung unseres Landes vor 20 Jahren. Wir wissen noch, was Unfreiheit bedeutet und sollten deshalb nie vergessen, wie wertvoll Freiheit ist. Die Pressefreiheit ist eins der Wesensmerkmale einer freiheitlichen Demokratie.“

    Ach, ist das die Dame von der Reichsschrifttumskammer? (H. Broder)

    • 6. September 2010 um 13:39 Uhr
    • Jörg Lau
  5. 5.

    Im Reich des Widerlichen: kein Kommentar zu Sarrazin

    Herr Lau, auch die Widerlichkeit (wobei das bekanntlich Geschmackssache ist) ist durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

    Abgesehen davon, wer lebt denn in erster Linie von der Präsentation der verschiedensten Widerlichkeiten?

    • 6. September 2010 um 13:43 Uhr
    • tati
  6. 6.

    @JL

    Habe das bereits vor 2 Stunden gefunden und hielt es für Satire.

    Wissen Sie möglicherweise, seit wann die Preisverleihung in dieser Abfolge feststeht?

    Es würde mich persönlich beruhigen, wenn man ein politisches Kalkül im Zusammenhang mit den Vorgängen um Sarrazin ausschliessen könnte.

    • 6. September 2010 um 13:59 Uhr
    • tati
  7. 7.

    @ tati: Logisch. Aber: Muss das Buch im Samisdat erscheinen? Oder heißt Meinungsfreiheit auch Konsequenzlosigkeit? Ist die Meinungsfreiheit in Gefahr nach dieser Woche? Es gibt kein Menschenrecht auf einen Posten bei der Bundesbank.

    • 6. September 2010 um 14:00 Uhr
    • Jörg Lau
  8. 8.

    @ tati: Es gibt keinen Zusammenhang. War alles längst geplant.

    • 6. September 2010 um 14:01 Uhr
    • Jörg Lau
  9. 9.

    Lieber Jörg,

    sehr schöner und richtiger Kommentar!

    „Nur eins noch: Dass ein Mann erst in dem Moment ins “Reich des Widerlichen” eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt, während er vorher ungestraft und unter großem Gejohle und bedächtigem Kopfwiegen des Publikums über türkische und arabische Gene bramarbasieren kann – das kann einem auch zu denken geben.“

    Sehe ich genauso. Wobei ich sicher bin, dass Leute wie beispielsweise Friedman oder der Zentralrat sich auch ohne diesen freudschen Versprecher auf die Seite der diskriminierten Muslime gestellt hätten. Nur Broder ist einer derjenigen, der aus der Geschichte die falschen Schlüsse zieht. Traurig aber wahr. Zu Broder ein lesenswerter Kommentar von Niggemeier in der FAS und auf seinem Blog.

    • 6. September 2010 um 14:07 Uhr
    • Ario Ebrahimpour Mirzaie
  10. 10.

    „…während er vorher ungestraft und unter großem Gejohle und bedächtigem Kopfwiegen des Publikums über türkische und arabische Gene bramarbasieren kann – das kann einem auch zu denken geben.”

    Kenne das Buch nicht. Hat er das? Gibt’s dazu ein Zitat (inkl. Zusammenhang)?

    • 6. September 2010 um 14:14 Uhr
    • Tschaeka
  11. 11.

    Immerhin interessant, dass an der Preisverleihung zahlreiche Verlage beteiligt sind, die nicht den Mumm hatten die Karikaturen zu drucken.

  12. 12.

    @ NKB

    ist JL # 7 arbeits- und verfassungsrechtlich wasserdicht?

  13. 13.

    Haette ein deutscher Karikaturist diese Kartoons gezeichnet bekaeme er bestimmt diese Auszeichnung nicht.

    • 6. September 2010 um 14:26 Uhr
    • karin bryant
  14. 14.

    @JL

    Es gibt kein Menschenrecht auf einen Posten bei der Bundesbank.

    Bien sure, das ist eine Frage des Arbeitsrechts.

    Ist die Meinungsfreiheit in Gefahr nach dieser Woche?

    Die Meinungsfreiheit ist stets in Gefahr.

    Oder heißt Meinungsfreiheit auch Konsequenzlosigkeit?

    Das ist ein rhetorische Frage, weil jedes Handeln (und dazu gehört auch das Äussern einer Meinung) zu Konsequenzen führt.
    Die Frage um die es geht lautet: Wo sind die Grenzen der Sanktionierbarkeit einer anderslautenden Meinung.

    • 6. September 2010 um 14:34 Uhr
    • tati
  15. 15.

    Es ist die Schuld aller deutschen Regierungen die es zuliessen dass sich die Situation in der BRD so hochgekocht hat weil diese laengst ueberfaellige Debatte um Probleme mit muslimischen Zuwanderern und ihrem Nachwuchs immer wieder unterdrueckten und jeden Kritiker beschuldigten ein Nazi,Islamophone und Rassist zu sein.
    Deswegen ist es gut dass Sarrazin diese Lawine losgetreten hat und die jetzige Regierung dazu zwingt endlich den Kopf aus dem Sand zu ziehen.
    Dass nun alle moeglichen Politiker aus den Ritzen kommen und sich mit Vorschlaegen ueberschlagen ist laecherlich.Das sind doch die gleichen Leute die uns diese “ mutual Admiration Society “ aufgeschwatzt haben, und persoenlich, bezweifle ich dass sich etwas gravierend aendern wird.
    Dabei waere es jetzt eine gute Gelegenheit endlich Naegel mit Koepfen zu machen. Das waere auch fuer die integrierten Einwanderer gut denn es wuerde ihnen zeigen in welche Richtung das Land gehen muss und den integrations resistenten Einwanderern und ihrem Nachwuchs die Grenzen aufzeichnen. Das alles haette laengst geschehen muessen aber das war ja nicht politisch korrekt Dabei hat nichts der BRD mehr geschadet wie dieser Vogel Strauss Zustand.

    • 6. September 2010 um 14:35 Uhr
    • karin bryant
  16. 16.

    ESKIMOS sehen auf grund Ihrer Gene nicht so aus wie Juden.Wer ist denn jetzt schlauer?Nimmt man die Türken hinzu(ANATOLISCH gebildet)fällt einem schon mal das Wort(nein, nicht Integration)ein sondern ASYL,SOZIALHILFE,H.4,SCHEISS DEUTSCHER? ein.ICH Hoffe,Herr SARAZZIN war erst der Anfang.Für Ihn und seine ehrlichen Worte alles gute.
    PS.Ich wünschte mir als Türkeiurlauber und KATHOLIK viel mehr KIRCHEN an meinen Urlaubsorten???Nicht möglich???

    • 6. September 2010 um 14:44 Uhr
    • klamottenkopf
  17. 17.

    @ JL
    „Norbert Bolz, welch eine Enttäuschung. Wenn Intellektuelle sich ans Volk ranschleimen, ein hässlicher Anblick.“

    Pfui teufel, widerlich – das Volk, igitt.
    Was meinen sie, wieder zensuswahlrecht oder eine Oligarchie oder wollen wir gleich eine monarchie wieder einführen?
    Denn mit dem widerlichen ‚volk‘ bei dem man sich als intellektueller nicht ‚einschleimt‘ wollen wir doch wirklich nciht zu tun haben, gelle.

    „Ach, ist das die Dame von der Reichsschrifttumskammer.“

    Ja, genau das ist sie – und nun die neue oberminisetrin für integration – dabei hat sich doch schon so stark sich bemüht…
    Idioten wie ich glauben allen erstes, daß erst die gerichte feststellen, ob eine meinung zulässig ist oder nicht, und es bei einem buch nicht darauf ankommt, ob es ‚hilfreich‘ sei oder nicht, um jemanden die berufliche existenz kaputt zu machen.

    • 6. September 2010 um 14:48 Uhr
    • Zagreus
  18. 18.

    @JL

    Norbert Bolz, welch eine Enttäuschung. Wenn Intellektuelle sich ans Volk ranschleimen, ein hässlicher Anblick.

    Ja Herr Lau, dem „Volk“ sollte man lieber nicht zu nahe kommen.
    Dann schon lieber so elegante Auftritte wie die von Wowereit und der GRÜNEN Antirassistin.

    • 6. September 2010 um 14:50 Uhr
    • tati
  19. 19.

    @ JL

    „Oder heißt Meinungsfreiheit auch Konsequenzlosigkeit?“

    jo,. sehe ich genauso – jeder darf sagen was er will, und wenn es nicht konveniert, dann wir er halt zusammengeschlagen oder man nehme ihm seine berufliche existenz weg, oder heisst meinungsfreiheit etwa konsequenzenlosigkeit?

    • 6. September 2010 um 14:52 Uhr
    • Zagreus
  20. 20.

    Kann dem nur zustimmen.Katastrophale Zustände an den Schulen(Sicherheitsdienste).Ja wo bin ich denn in meinem unseren Land.Das neueste(war im Fernsehen):INTEGRATIONS-MENTALTRAINER warnt in Bussen und Bahnen vor dem sogenannten BLICK-FICK.Migrant ist in der Bahn schlecht drauf und will die Füsse nicht von den Sitzen nehmen.Diesbezügliche Frage wird mit SCHEISS DEUTSCHER beantwortet,anschliessend wird KEHLE durchschneiden angedeutet!!!
    Normaler Alltag in DEUTSCHLAND.Gruss an „FATHIMA“ROTH und MULTI-KULTI.
    Armes Deutschland.

    • 6. September 2010 um 15:03 Uhr
    • klamottenkopf
  21. 21.

    Die Existenz von Herrn Sarrazin steht ausser Frage. Selbst wenn er als Vorstand abberufen wird erhält er sein Gehalt bis 2014 (~17.000 im Monat)

    Dann ist er ~68. Was er durch Buchveröffentlichungen, Interviews und Auftritte kassiert wird eine sehr angemessene finanzielle Kompensation dafür sein, zukünftig auf Dienstwagen und Briefkopf verzichten zu müssen.

    Ich denke es gibt viele, die sind auf den „Märtyrerstatus“ von Herrn Sarrazin direkt ein wenig neidisch. Wieso auch nicht?

    Die Meinung „Deutschland schafft sich ab“ wird auf allen Kanälen verbreitet, man erhält Aufmerksamkeit, Fernsehauftritte und kommt mit der Kohlescheffeln kaum noch nach.

    Wer wäre da nicht auch gerne Opfer für die Meinungsfreiheit und Märtyrer?

    • 6. September 2010 um 15:06 Uhr
    • Limited
  22. 22.

    Herr Lau

    >>>
    Nur eins noch: Dass ein Mann erst in dem Moment ins “Reich des Widerlichen” eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt, während er vorher ungestraft und unter großem Gejohle und bedächtigem Kopfwiegen des Publikums über türkische und arabische Gene bramarbasieren kann – das kann einem auch zu denken geben.
    >>>

    Was denn? Das Blinde auch irgendwann mal das Licht spüren, wenn es zu intensiv glüht, oder das es in Wirklichkeit eine Lobby gibt, die wirklich den Einfluss hat, der den islamischen Verbänden (auch von Ihnen) fälschlich nachgesagt wird?

    • 6. September 2010 um 15:11 Uhr
    • Erol Bulut
  23. 23.

    “Oder heißt Meinungsfreiheit auch Konsequenzlosigkeit?”

    Ich würde mir das nicht so einfach machen wollen.
    Sarrazin wird gekündigt, Sarrazin soll aus seiner Partei ausgeschlossen werden, Buchvorlesung wegen Gewaltandrohung abgesagt.

    Er kann sich mit solchen Konsequenzen vielleicht arrangieren.

    Der „kleine Mann“ kann das nicht. Man hält aus Angst vor Jobverlust öffentlich besser die Klappe und denkt sich seinen Teil. Bleiben ja noch anonyme Internetumfragen.

    • 6. September 2010 um 15:27 Uhr
    • Tschaeka
  24. 24.

    @ Limited

    „Die Existenz von Herrn Sarrazin steht ausser Frage. Selbst wenn er als Vorstand abberufen wird erhält er sein Gehalt bis 2014 (~17.000 im Monat)“

    ach so, wir wählen also aus, ob bei jemanden seine existenz daran hängt oder nicht?
    Mir persönlich geht es hier um Prinzip, daß niemand seine berufliche oder sonstige grundlage aus politischen gründen kaputt zu machen seien, solange er nichts juristisch verbotenes geäußert habe.

    Das gilt für einen Herr Sarrazin genauso wie irgendeinem NPD-heine, für einen Bosbach oder merkel genauso wie für einen herrn Gysi oder sonstigen Linken-heini oder einen von deer KPD oder den Maoisten.
    Und zwar in absehung davon, ob das den nun viel oder wenig finanziellen schaden verursacht.

    • 6. September 2010 um 15:34 Uhr
    • Zagreus
  25. 25.

    Es gibt kein Menschenrecht auf einen Vorstandsposten bei der Bundesbank.

    Einer Partei das Recht abzusprechen darüber zu entscheiden wer bei ihr Mitglied ist, erscheint auch etwas „gewagt“.

    Und wer die Konsequenzen für Aussagen zur eigenen Meinung scheut, sollte lieber den Mund halten.

    So oder so hat Sarrazin schon gewonnen.

    • 6. September 2010 um 15:39 Uhr
    • Limited
  26. 26.

    @ limited

    „Es gibt kein Menschenrecht auf einen Vorstandsposten bei der Bundesbank.“

    hab ich da was verpasst, habe ich was von einem menschenrecht gesagt?

    bzl. parteimitgleidschaft habe ich gar nichts gesagt – wenn die spd dahin kommt, daß sie sarrazin meint ausschließen zu müssen, sollen sie.

    etwas anderes ist es aber jemanden seine berufliche existenz kaputt zu machen aufgrund von äußerungen die innerhlab des verfassungsmäßig garantierten meinungsspektrums fallen (sofern er dafür also nicht verurteilt wird).

    Sie scheinen mir aber der ansicht zu sein, dßa man jemanden auch den beruf kaputt machen darf, wenn er in seinr freizeit etwas sagt, was ihnen nicht passt, und das zugleich eben juristisch ok ist.
    Denn hier sagen sie ja ganz deutlich, daß es anscheinend ok ist, jemanden den beruf wegzunehmen bei einer ‚unangenehmen‘ Meinungsäußerung in seienr freizeit:
    „Und wer die Konsequenzen für Aussagen zur eigenen Meinung scheut, sollte lieber den Mund halten.“
    Das recht auf meinungsfreiheit beinhaltet eben auch, daß man seine meinung frei äußern darf, ohne konsequenzen wie z. b. die vernichtung seiner beruflichen existenz fürchten zu müssen.
    Ihre lesart hingegen dürfte sogar für eine diktatur durchgehen – z. b. man durfte doch bei stalin alles sagen, man musste nur mit den konsequenzen leben….
    denken sie einmal darüber nach.

    • 6. September 2010 um 15:57 Uhr
    • Zagreus
  27. 27.

    Zitat Lau: „Er (Sarrazin) räsonierte über die Vererbbarkeit von Intelligenz und schwadronierte über ein ‘bestimmtes Gen’, das ‘alle Juden teilen’. Weiter heißt es: „Nur eins noch: Dass ein Mann erst in dem Moment ins “Reich des Widerlichen” eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt::“

    Auf der Internetseite http://www.hagalil.com und http://www.igenea.com/genealogie-dna-juden-judentum-ahnenforschung-40.htm diskutieren Juden engagiert über ihre jüdischen Gene „Haben Juden eigene Gene?“ In diesem Zusammenhang wird auch auf den Unterschied von jüdischen und baskischen Genen hingewiesen. DAN Tests werden auf der Seite http://www.igenea.com/juedisch ausgelobt.

    Solange diese Diskussion nicht „in das Reich des Widerlichen“ gerückt wird – wie vom „Spiegel“- ist daran nichts auszusetzen. Im Zusammenhang mit Integration ist die kulturelle und soziale Thematisierung richtig, die genetische falsch.

    • 6. September 2010 um 15:57 Uhr
    • Schreiber
  28. 28.

    >>Mir persönlich geht es hier um Prinzip, daß niemand seine berufliche oder sonstige grundlage aus politischen gründen kaputt zu machen seien, solange er nichts juristisch verbotenes geäußert habe.<<

    Also sollte ein McDonalds-Mitarbeiter ohne jegliche Sanktionen sagen dürfen, dass es bei BurgerKing besser schmeckt?

    Zagreus, du hast nicht verstanden um was es geht. Sarrazin ist eben in seiner Position auch eine Repräsentant. Ebenso wie der McDonalds-Mitarbeiter.

    • 6. September 2010 um 15:59 Uhr
    • Hein_W
  29. 29.

    @ hein

    du anscheinend ebenfalls aber nicht, wenn man deinen absurden vergleich betrachtet:
    „Also sollte ein McDonalds-Mitarbeiter ohne jegliche Sanktionen sagen dürfen, dass es bei BurgerKing besser schmeckt?

    Zagreus, du hast nicht verstanden um was es geht. Sarrazin ist eben in seiner Position auch eine Repräsentant. Ebenso wie der McDonalds-Mitarbeiter.“

    wenn du scheon einen vergleich tätigen willst, dann doch einen wo die grundpositionen stimmen.
    also z. b. sioch ein mcdonald-mitarbeiter am christiopher-street-day mitmachen in seiner freizeit oder ihn gar initiiert, obwohl mac-donald vielleicht gar nicht sich durch diesen repräsendiert sehen möchte.
    Sarrazin hat meines Wissens nirgends etwas negatives über die Bundesbank gesagt, im gegensatz zu deinem mac-donald-mitarbeiter in deinem beispiel.

    • 6. September 2010 um 16:07 Uhr
    • Zagreus
  30. 30.

    Vielleicht ist die grundsätzliche Frage ja auch eher:

    Wie integriert man eigentlich Sarrazin und seine selbsternannten Reichsverweser?

    Jedem einen türkischen Integrationsberater und syrische Adoptivkinder zu vermitteln dürfte wohl nicht umsetzbar sein.

    • 6. September 2010 um 16:11 Uhr
    • Limited
  31. 31.

    Zagreus, Sarrazin repräsentiert die Bundesrepublik Deutschland. Sich in dieser Position über Eugenik und Biologismus auszulassen, gerade vor dem geschichtlichen Hintergrund von Deutschland ist, nunja, gewagt. Mal ganz abgesehen von seiner offensichtlichen Abneigung gegenüber dem Prekariat. Dass sich soetwas für einen Menschen in seiner Position nicht gehört, wirst du mit etwas Nachdenken sicher auch verstehen.

    • 6. September 2010 um 16:29 Uhr
    • Hein_W
    • 6. September 2010 um 16:31 Uhr
    • Leutnant Gustl
  32. 33.

    „Wenn Intellektuelle sich ans Volk ranschleimen“

    und gleichzeitig Abneigung gegen Unterschicht or whatever ein Negativattribut sein soll.

    • 6. September 2010 um 16:46 Uhr
    • Leutnant Gustl
  33. 34.

    Vielleicht würde e sich lohnen, mal die Dummheit nach der Definition von Cipolla anzusehen. Witzig zu lesen und sehr treffend.

    http://www.google.ch/search?q=dummheit+nach+cipolla

  34. 35.

    @Jörg Lau
    Ich bin froh, dass DIE ZEIT sich dazu nicht hergegeben hat, sondern mit einem kontroversen Interview in die Debatte eingestiegen ist.

    Das war kein Interview, und auch kein Streitgespräch, sondern ein Verhör, der wie folgt begann
    Herr Sarrazin, Sie waren ein guter Berliner Finanzsenator und haben in der Integrationsfrage vieles Wichtiges angesprochen. Aber, um es vorweg zu sagen: Ihr neues Buch hat uns verzweifeln lassen, weil es als rassistisch missverstanden werden kann.

    und in dem Ton weiterging.

    Es ging ihren Kollegen die ganze Zeit einzig und allein darum, Sarrazin ein Geständnis abzuringen bzw. ihn des Rassismus zu überführen. Als Sternstunde des Journalismus habe ich es nicht empfunden.

    Sie schreiben:
    Der SPIEGEL hat (parallel mit Bild) die Auszüge gedruckt. Jetzt aber stehen die Kollegen offenbar ratlos vor der Debatte, die “aus dem Ruder gelaufen” (SPIEGEL von heute) sei. (…) Tja..

    Matussek macht keinen ratlosen Eindruck. Am Ende seines Beitrags auf SPON schreibt er:
    Fest steht aber seit Sarrazin, dass Einschüchterungen durch das publizistische Justemilieu und seine Drohungen mit dem gesellschaftlichen Abseits nicht mehr funktionieren, denn das Publikum hat einen hochentwickelten Instinkt für Fairness.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,715836,00.html

    p.s. Sie waren bisher nie so „tja“-mäßig drauf. Aber sowohl in der Sarrazin-Sache als auch in der Cordoba-Geschichte legen sie mit einem „Tja“ eine gewisse triumphale Süffisanz an den Tag, die ungewohnt ist.

  35. 36.

    @Karin

    Wir haben seit 2006 Integrationsgipfel und Islamkonferenz. Seit 2000 (Leitkultur) und 2001 (Terror) ist das Thema Islam in aller Munde. Sie scheinen die letzten Jahre ebenson wie viele Eliten in diesem Land auf dem Mond gelebt zu haben. Zweifelsohne, die Aufgaben sind noch groß, aber hier von „hochkochen“ und Ignoranz zu sprechen halte ich für falsch. Sie bedienen gerade jenes Klima, indem Sarrazin unbegründeter Weise als Tabubrecher daher kommt. Aber klar, wenn man zehn Jahre nicht hinhört erscheint einem die abgehalftertste Aussage noch als Innovation.

    Desweiteren sind die meisten Probleme die Sarrazin thematisiert sozialer Dimension – nicht ethnischer oder gar religiöser. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, wer gerade auch aus bildungsfernen, „deutschen“ Schichten Sarrazin zujubelt. Sarrazin ist nicht der Vorkämpfer für den „kleinen Mann“, er ist der Vorkämpfer einer kleinen Elite die unter sich bleiben will, egal ob Muslime oder Christen an der Tür klopfen.

    • 6. September 2010 um 17:25 Uhr
    • Ario Ebrahimpour Mirzaie
  36. 37.

    Jörg Lau

    Dohnanyi verwirrte mich heute morgen etwas in der Süddeutschen. Ich hatte den Eindruck, dass er etwas falsch verstanden haben muss. So wird das wohl gewesen sein:

    http://www.weissgarnix.de/2010/09/06/dohnanyis-ganz-privater-bildungsnotstand/#more-5912

  37. 38.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass es minderer Intelligenz bedarf, um Sarrazins angebliches Anliegen ernst nehmen zu können. So sind die minderbemittelten Sarrazin Fans folgerichtig weit überfordert, die Vereinbarkeit Sarrazinscher Aussagen aus seinem Buch mit seiner Funktion als Bundesbankvorstand einschätzen zu können.

    Allein der Umstand, dass die Bundesbank international agieren muss, sollte zivilisierten Mensch nahe legen, dass man als Bundesbank&Deutschland Reräsentant nicht einfach generalisierende gnadenlos schwachsinnige Abfälligkeiten „Türken sind wahrscheinlich Schulversager, wegen Cousinenheirat“ oder 70% „Unnützte Tükischstämmige“ veräußern darf, doch zivilisierte Menschen gibt es leider immer weniger in Deutschland. Die Folgen für die Angestellten der Bundesbank, sollte für die Sarrazin Fans ohnehin in den fernen der Erkenntnisfähigkeit liegen.

    Was aber neben der politischen Verantwortung eines Repräsentanten Deutschlands, der Sarrazin leider nunmal ist, noch viel schwerer wiegt, ist das analytische Versagen Sarrazins bei seiner unter Idioten als „Expertise“ geltenden und von Sarrazin so dargestellten Buchintension. Populisten können sich erlauben, mit einem der Wirklichkeit fernen „Beleg“, Integrationsablehnung der Moslems über deren Beteiligung am Arbeitsmarkt oder über deren „Wohnverhalten“, herzuleiten. Aber ein analytisch denkender Mensch, was die Grundvoraussetzung für eine arbeit im Bankbereich ist, erwartet mehr Analysevermögen, als die Sarrazin anzubieten bereit ist. Die Konstruktion einer Sarrazinschen Welt, in der die Ausgrenzung am Arbeitsmarkt, in der Schule oder bei der Wohnungsvermietung durch Deutsche keine Rolle bei einer Analyse haben soll, mag zar der Idiotie der islamophoben Sarrazinjünger befriedigen, ist aber eine Analyse, die minderwertiig ist, und auf keinen Fall das Niveau der Analysefähigkeit eines bundesbankvorstands wiedergeben darf. Von diesem erwarte man, gescheite und nicht dumme Analysen herzustellen.

    • 6. September 2010 um 17:38 Uhr
    • Erol Bulut
  38. 39.

    @ Miriam: Triumphal kann ich wohl kaum sein. Ich befinde mich in einer Minderheit. Und es graust mich vor der Mehrheit. Nicht so toll, das mit „tja“ zu überkompensieren. Matussek: Sorry, den nehme ich nicht ernst.

    • 6. September 2010 um 17:43 Uhr
    • Jörg Lau
  39. 40.

    Erst waren es die Spaghettifresser. Ithaker, die uns die Frauen wegnehmen. Dann pauschal Ausländer.

    Die nächste Wendung – Asylanten und Neger.

    Zwischendurch mal polnische Autoknacker und russische Mafoisi. Dann Jugos. Rumänen und Aussiedler nicht zu verkennen.

    Jetzt Muslime.

    Willkommen in Deutschland.

    Das sind so ca. 50 Jahre Migration.

    Ich weiß gar nicht, wie oft ich in diesen Jahren „Das Boot ist voll“ und „Untergang des christlichen Abendlands“ hören durfte.

    Die Welt hat sich sonderbarerweise weitergedreht und Deutschland hat sich nicht in einen archaischen Zirkus verwandelt.

    Neu an dieser Diskussion ist allenfalls, dass jetzt auch wieder Erklärungen zur genetischen Disposition als Begründung aus der Mitte der Gesellschaft herhalten müssen.

    • 6. September 2010 um 17:45 Uhr
    • Limited
  40. 41.

    @AEM 36

    Desweiteren sind die meisten Probleme die Sarrazin thematisiert sozialer Dimension – nicht ethnischer oder gar religiöser.

    Falsch.

    Ethnisch als auch religiös als auch sozial.
    Das Eine bedingt das Andere

    er ist der Vorkämpfer einer kleinen Elite die unter sich bleiben will

    Aber na klar, Sarrazin und seine Elite, seine Freunde bei der Bundesbank, bei der SPD und seine vielen Freunde in den deutschen Medien.
    Träumen Sie weiter.

    • 6. September 2010 um 17:45 Uhr
    • tati
  41. 42.

    @ MG

    Es ging ihren Kollegen die ganze Zeit einzig und allein darum, {XXX} ein Geständnis abzuringen bzw. ihn des {YYY} zu überführen.

    Diese Kritik leuchtet mir nicht ein, denn das ist die Aufgabe von Journalismus. Der „Zeit“ ist vorzuwerfen, dass dort andere Politiker seitenweise devot beweihräuchert werden (weshalb ich sie trotz „Wissen“, Joffe, Martenstein, Siebeck auch abbestellt habe) und der Politikteil weitgehend substanzlos ist.

  42. 43.

    @ EB

    Aber ein analytisch denkender Mensch, was die Grundvoraussetzung für eine arbeit im Bankbereich ist, erwartet mehr Analysevermögen, als die Sarrazin anzubieten bereit ist.

    Die Unetrstellung eines dienstlichen Versagens müssen Sie schon belegen: Werden die Euros jetzt wegen Sarrazin aus einer falschen Legierung ehrgestellt?

  43. 44.

    @Martin

    Die Kritik leuchtet mir nicht ein.

    Hast du das Interview gelesen?
    „Sind Muslime dümmer?“
    http://www.zeit.de/2010/35/Sarrazin

  44. 45.

    @JL 39

    Triumphal kann ich wohl kaum sein. Ich befinde mich in einer Minderheit. Und es graust mich vor der Mehrheit

    Das Gefühl muss Sarrazin in den talk-shows auch gehabt haben.

    Seien Sie froh, immerhin droht Ihnen die Mehrheit nicht mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bei der ZEIT.

    • 6. September 2010 um 17:57 Uhr
    • tati
  45. 46.

    @ MG

    Hast du das Interview gelesen?

    Natürlich

    Journalisten sollen ihre Interviewpartner hart rannehmen und ihnen etwas Entlarvendes entlocken. Skandalös ist allenfalls, dass dies im Rahmen der medial-politischen Verfilzung nur in Ausnahmefällen, z.B. Sarrazin passiert.

  46. 47.

    @tati
    „Seien Sie froh, immerhin droht Ihnen die Mehrheit nicht mit dem Verlust des Arbeitsplatzes bei der ZEIT.“

    Der arme Sarrazin. Er wird von H4 leben müssen und sein Buch verkauft sich auch so schlecht. Mir kommen die tränen.

    • 6. September 2010 um 18:01 Uhr
    • docaffi
  47. 48.

    @Ario Ebrahimpour Mirzaie

    „..und 2001 (Terror) ist das Thema Islam in aller Munde…“

    Mich wundert ja immer, dass der Wendepunkt in unserem Verhältnis zum Islam 9/11 gewesen sein soll. Das ist Quatsch!
    Der Wendepunkt war die Affäre mit den Mohammed-Karikaturen.
    Da hat man Verschiedenes gelernt: kein westlicher Politiker hat sich für uneingeschränkte Meinungsfreiheit eingesetzt.
    Zeitungen, die sonst in jeden Promi-Schlüpfer schnüffeln, fingen auf einmal an, von Respekt zu faseln.

    @Jörg Lau
    “ Ich befinde mich in einer Minderheit. “

    Ja nee, is klar. Jeder Deutsche glaubt, er gehöre einer Minderheit an und stelle sich todesmutig der Mehrheit entgegen. Da fällt moralischer Mehrwert ab. Keine Angst! In den Kommentarspalten diverser linker Blogs und Publikationen sind die Sarrazin-Gegner immer noch deutlich in der Mehrheit.

    • 6. September 2010 um 18:01 Uhr
    • lebowski
  48. 49.

    @JL

    Haben sie es also nochmal geschafft die Augen zuzukneifen und die Ohren zuzuhalten. Ich gratuliere, das waren bestimmt interessante Redaktionssitzungen wenn sogar der Kollege di Lorenzo sich bemüßigt fühlt auf der ersten Seite dem Publikum darzulegen wozu es erzogen werden muss.

    Mir tun die leid die unter der Führung der Medien und wohlmeinender Fürsprecher immer weiter in die Sackgasse getrieben werden. Am Ende werden sich diese alimentierten Parallelwelten nicht halten können, aber das Ende wird umso schmerzhafter sein, je länger es dauert.

    Während Sie dann Ihrem Biographen in die Feder diktieren werden das Sie einen „fordernden Bewußtseinswechsel“ vollzogen haben, was ja „letztendlich auch eine faszinierende Erfahrung“ war, bleiben die anderen in der Sch… sitzen in die sie von Totalkonsens- und Nullkonsequenzapologeten geritten wurden.

    • 6. September 2010 um 18:05 Uhr
    • Mates
  49. 50.

    @ lebowski

    Da hat man Verschiedenes gelernt: kein westlicher Politiker hat sich für uneingeschränkte Meinungsfreiheit eingesetzt.

    Dafür hat er aber von Lau gekriegt:

    Botschafter islamischer Staaten, die die Krise begrenzen helfen wollten, wurden brüsk zurückgewiesen. 22 ehemalige dänische Diplomaten forderten Rasmussen auf, das Gespräch mit den Vertretern der islamischen Staaten zu suchen. Rasmussen aber erklärte in hochfahrendem Ton, Pressefreiheit könne kein Gegenstand des diplomatischen Dialogs sein.

    Botschafter islamischer Staaten, die die Krise begrenzen (sic!!!) helfen wollten, wurden brüsk zurückgewiesen.

  50. 51.

    Sehr geehrter Herr Lau,

    es war und ist richtig, dass Sie Ihren Blog wieder geöffnet haben.

    Mit Dank und freundlichen Grüßen

    P.

  51. 52.

    @Herr Lau

    Dieses Grausen schien schon durch als sie im Zusammenhang mit Schäubles Nahost/Ägyptenreise über „Führung“ und Verantwortung auch von Ihnen als Elite sprachen.
    Hier in den Kommentaren sowieso.

    Ich hoffe nur, dass es nicht zu irren Sachen wie „Stellt euch vor, Islam ist drin und niemand läuft weg.“ kommt. Schaut ja n bischen danach aus.

    • 6. September 2010 um 18:19 Uhr
    • Leutnant Gustl
  52. 53.

    Soweit ich mich erinnern kann hat der dänische Karikaturist deutliche Unterstützung durch maßgebliche Politiker erhalten. Überall und durchaus auch durch die meisten Medien. Von denen einige allerdings die Karikaturen nicht abdrucken wollten, weil sie sie als zu geschmacklos einstuften.

    Aber vielleicht gibt es ja auch eine Pflicht zum Abdruck. Wer weiß das schon…..

    Und auch diverse muslimische Verbände haben klargestellt, dass man dies akzeptieren muss.

    Zudem fände ich es sehr schade, wenn Positionen die so oder so ähnlich sind wie hier, im linken Meinungsspektrum nicht auf Zustimmung stießen.

    Nennt man glaube ich Meinungsfreiheit und Meinungspuralität.

    Das gibt mir dann immer so ein schön warmes demokratisches Gefühl in der Magengegend und ich fühle mich nicht ganz so umzingelt von Leute, die Abends vor dem zu Bett gehen nachsehen, ob Ali messerbewaffnet darunter auf sie lauert und die auf dem Nachtisch Bücher wie „Deutschland schafft sich ab“ liegen haben, um sich vor dem Einschlafen noch eine Dosis Apokalypsmusgenetik zu geben.

    • 6. September 2010 um 18:27 Uhr
    • Limited
  53. 54.

    @ Limited:

    Ironischerweise hat ‚Jyllands-Posten‘ einige Jahre zuvor Jesus-Karikaturen abgelehnt bzw. nicht veröffentlicht – ‚aus Sorge um die Gefühle der Leser':

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,399818,00.html

  54. 55.

    #53

    Aber vielleicht gibt es ja auch eine Pflicht zum Abdruck. Wer weiß das schon …

    Natürlich gabt es die! Verdammt noch eins! Und die besteht nach wie vor: all die großmäulig-liberal Daherschwätzenden, die dieser Pflicht (schöner Begriff – sollten Sie nachschlagen) nicht genügten, stehen auf der anderen Seite.

    Rasmussen hat sich klare Verdienste um die Zivilisation erworben.

    Zuletzt, nach dem Axtangriff, wäre die nächste Veröffentlichungswelle fällig gewesen!

    m.

    • 6. September 2010 um 18:39 Uhr
    • miles
  55. 56.

    #54

    ‚Ironischerweise …‘ Was für ein dummes Statement; Jyllands-Posten, wie jedes andere Organ, stand da in einem völlig anderen Sinnzusammenhang.

    Oder haben Sie je gehört, daß Kinderbuchillustratoren vor Aufträgen zurückschreckten, wenn Sie Jesus oder Maria hätten abbilden sollen?

    m.

    • 6. September 2010 um 18:42 Uhr
    • miles
  56. 58.

    @ MM #

    Gähn.

    Der selbständige Zeichner Christoffer Zieler hatte die Jesus-Karikaturen unaufgefordert kurz vor Ostern 2003 an die Zeitung gesandt. „Er wollte, dass ich sie am Ostersonntag bringe“, sagt Kaiser. Er habe sie abgelehnt, „so wie 95 Prozent aller Angebote“. Er habe Zeichnern häufig nicht gesagt, dass ihre Arbeit schlecht sei, sondern andere Gründe angeführt, sagt Kaiser, der inzwischen im Lokalteil arbeitet.

  57. 59.

    Es gibt ja hier offenbar große Verfechter einer unbegrenzten Meinungsfreiheit.

    Nun meine Meinung ist: Thilo Sarrazin macht sich rassistischer Äußerungen schuldig.

    Nun werft euch aber mal vor mich – ihr Verfechter der Meinungsfreiheit.

    Oder ist meine Meinung weniger wert, als die von Sarrazin oder Westergard?

    Allerdings muss ich zugeben – ich fühle mich benachteiligt. Keine Leibwächter, keine Buchveröffentlichungen, keine Talk-Show Auftritte, kein Zahlungen für nicht zu leistende Arbeit für die nächsten Jahre in Höhe von mehr als 200.000 Euro pro Jahr.

    Noch nicht einmal ein Fanklub im Internet! Seufz.

    • 6. September 2010 um 18:47 Uhr
    • Limited
  58. 60.

    @Riexinger

    Schön, dass Sie sich nicht mehr mit völlig geistesabwesender Papageiensprechart zum Volltrottel abstempeln.

    Wenn Sie dazu noch meine Beiträge so lesen würden, wie es von einem Akademiker verlangen könnte, hätten Sie das nich übelerlesen, was ich hier nun wiederhole:

    >>> Die Konstruktion einer Sarrazinschen Welt, in der die Ausgrenzung am Arbeitsmarkt, in der Schule oder bei der Wohnungsvermietung durch Deutsche keine Rolle bei einer Analyse haben soll, mag zwar die Idiotie der islamophoben Sarrazinjünger befriedigen, ist aber eine Analyse, die minderwertiig ist, und auf keinen Fall das Niveau der Analysefähigkeit eines Bundesbankvorstands wiedergeben darf.<<<

    Zu den Hintergründen noch ein paar Worte. Seit der Integrationsstudie gelten die von Sarrazin verwendeten Aussagen über "Türkenverhalten" bei Statistikfragestellungen überforderten als belegt. Jedoch wird gern übersehen, dass diese Studie die in meinem Kommentar eingebrachten analytischen Mängel für ein Urteil eingesteht und mangelnde aussagefähigkeit einräumt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie Einwände zur Aussagefähigkeit dieser Studie hier teilweise extrem debil abgeschmettert worden sind.
    http://www.jurblog.de/2009/01/28/ungleiche-potenziale-studie-verzerrt-die-lage-der-integration-in-deutschland/
    Jedenfalls war die Geilheit, Türkischstämmige mit bestimmten Attributen zu versehen, quer durch die gesamte Presse und Politik zu beobachten, und zwar ohne jeglich angebrachte Relativierung.

    Nun hat man bei Sarrazin, der rassistische Ergüsse von sich lässt ("Cousinenheirat ursächlich für Schulversagen", "70% unnützte Türken"), das Problem, dass dieser die gesellschaftlich akzeptierten generalisierenden Aussagen über Moslems zu einem "Diskriminierungsaufruf" (Wer solch generalisierende Aussagen noch mit einer schwachsinnigen Eroberungsabsicht versieht, schreit nach Gegenwehr) zusammen wirft. Die Aussagen, die man selber Kritikfrei mitgetragen hat, kann man nun schlecht als falsch darstellen, nachdem man ehemals damit hausieren gegangen ist (auch Sie Herr lau), so dass die reale Gefahr einer nationalen Hetzjagd im braunen Gewand anders abgewendet werden musste. So war es das "Judengen", und nicht der Menschenverachtende Müll über Moslems.

    Doch nach wie vor gilt, ohne Diskriminierungsanalse sind die Behauptungen über Moslems analytischer Schwachsinn. Wenn ein Chauvinist behaupten würde, Frauen
    -wären dümmer als Männer
    -wollen sich nicht in Führungspositionen Integrieren
    -sind nicht bereit Verantwortung zu tragen
    und zum Beleg die deutschen Arbeitsmarktdaten der Frauen in Führungspositionen abieten würde, würde man den nicht im geringsten ernst nehmen, weil die angebotene Analyse minderwertig ist. Das ein Sarrazin mit der identischer Argumentation über Moslems, insbesondere Türkischstämmige herziehen kann, weil der rest der Republik das auch gemacht hat, ist zwar ein soziologisches Phänomen, aber aus analytischer Sicht genauso minderwertig, wie die Aussage über Frauen.

    Von einem Bundesbankchef muss man erwarten können, dass vollständige(!) und der Realität entsprechende(!) Analysen vorgenommen werden, da die gesamte Wirtschaft und das Wohl Deutschlands zum großen Teil von der Analysefähigkeit dieser Männner abhängt. Mit seinen Behauptungen, sein Buch wäre wissenschaftlich gestützt, ist Sarrazin für Analysebefähigte Menschen weit davon entfernt. Trottel geben Sarrazin natürlich jedes Recht, inkompetes Zeug daher zu schwafeln, solange das den nach Menschenverachtung gierenden Mob befriedigt.

    • 6. September 2010 um 18:50 Uhr
    • Erol Bulut
  59. 61.

    @ EB

    Schön, dass Sie sich nicht mehr mit völlig geistesabwesender Papageiensprechart zum Volltrottel abstempeln.

    Das tun Sie selber.

  60. 62.

    @Publicola
    es war und ist richtig, dass Sie Ihren Blog wieder geöffnet haben.

    Nicht der Blog war geschlossen, sondern die Kommentarfunktion von zwei Threads. Daraufhin wurde der Cordoba-Thread „gekapert“ und die Diskussion ging dort munter weiter.

  61. 63.

    @Riexinger

    wenn Sie es meinen, wird es schon stimmen :o)

    • 6. September 2010 um 19:07 Uhr
    • Erol Bulut
  62. 64.

    #62

    Petze …! :)

    m.

    • 6. September 2010 um 19:10 Uhr
    • miles
  63. 65.

    Sarrazin darf nicht einfach nur anderer Meinung sein oder Unrecht haben. Nein, er muß direkt als „widerlich“ bezeichnet werden. Diese Überreaktion ist es, die ich nicht nachvollziehen kann.

    • 6. September 2010 um 19:16 Uhr
    • Theo
  64. 66.

    #65

    Klarer Ausdruck Ihrer mangelnden Kultursensibilität! Sie werden nach der Stunde an sich nacharbeiten müssen.

    Und jetzt schreiben Sie 100x „Touche pas à mon pote“

    m.

    • 6. September 2010 um 19:20 Uhr
    • miles
  65. 67.

    Und ich kann es nicht verstehen, wie man auf Thesen, die auf einer genetischen Disposition zur grundsätzlichen Unvereinbarkeit zwischen Menschen beruhen, anders als mit Widerwillen reagieren kann.

    Ach ja, seit wann darf man eigentlich zu einem Rassisten nicht mehr Rassisten sagen? Oder gibt es dafür auch ein Pflichtenheft?

    Mal was zum Schmunzeln:
    http://www.politblogger.eu/images/gargathilo010910_klein.png

    • 6. September 2010 um 19:27 Uhr
    • Limited
  66. 68.

    #67

    Und ich kann es nicht verstehen, wie man auf Thesen, die auf einer genetischen Disposition zur grundsätzlichen Unvereinbarkeit zwischen Menschen beruhen, anders als mit Widerwillen reagieren kann.

    Sie wissen schon, daß es hier um Sarrazin geht? Was halluzinieren Sie gerade?

    m.

    • 6. September 2010 um 19:30 Uhr
    • miles
  67. 69.

    @Limited

    Und ich kann es nicht verstehen, wie man auf Thesen, die auf einer genetischen Disposition zur grundsätzlichen Unvereinbarkeit zwischen Menschen beruhen, anders als mit Widerwillen reagieren kann.

    Die These habe ich nirgendwo bei Sarrazin gefunden. Aber das Buch habe ich noch nicht. Wo haben Sie sie gefunden?

  68. 70.

    Wenn Sie das nirgendwo gefunden haben, liegt das wohl an ihren Suchkriterien.

    Da kann ich ihnen auch nicht helfen. Sorry.

    • 6. September 2010 um 19:37 Uhr
    • Limited
  69. 71.

    @Limited: Ihre Beitrage sind dumm und langweilig. Können Sie nicht bei Niggemeier weiterposten?

    • 6. September 2010 um 19:40 Uhr
    • Unlimited
  70. 72.

    @ 71

    Und jetzt schön persönlich werden. Na wenn es ihnen gut tut. Nur zu. Ich bin Gutmensch. Ich halte das aus. Irgendwo müssen sie ja ihren Streß loswerden.

    Besser hier im Blog, als auf der Straße.

    • 6. September 2010 um 19:42 Uhr
    • Limited
  71. 73.

    @Theo

    >>>Sarrazin darf nicht einfach nur anderer Meinung sein oder Unrecht haben. Nein, er muß direkt als “widerlich” bezeichnet werden. Diese Überreaktion ist es, die ich nicht nachvollziehen kann.<<<

    natürlich darf Sarrazin eine Meinung haben, auch wenn sie nicht fundiert ist, genauso wie er nicht nur unrecht haben darf, sondern in vielen aussagen auch hat. Sie müssen es auch nicht als widerlich empfinden, wenn Menschenverachtung als widerlich bezeichnet wird, auch wenn Menschen, die das tun, Sie irgendwie auch in Schutz nehmen, da letztere überforderten Menschen Verantwortung in gewissen Mß abnehmen. Einem Bundesbankvorstand, der sich aber durch menschenverachtende Aussagen finanziell zu bereichern bedenkt, sich dadurch in seinem Job unhaltbar macht, dennoch als Sozialschmarotzer seine Kohle für den Job haben will (für den er sich selber disqualifiziert hat) und dabei gleichzeitig über Sozialschmarotzer herzieht, dem kann man keine Verantwortung absprechen. Der ist einfach nur ein widerlicher Heuchler.

    • 6. September 2010 um 19:56 Uhr
    • Erol Bulut
  72. 74.

    @Limited: Wieso persönlich? Sie sagen Sarrazin ist ein Rassist. Ich sage Sie sind ein langweiliger Dummkopf. Ist meine Meinung etwa weniger wert als Ihre?

    • 6. September 2010 um 19:58 Uhr
    • Unlimited
  73. 75.

    Bundesbankvorstand, der sich aber durch menschenverachtende Aussagen finanziell zu bereichern bedenkt, sich dadurch in seinem Job unhaltbar macht, dennoch als Sozialschmarotzer seine Kohle für den Job haben will (für den er sich selber disqualifiziert hat) und dabei gleichzeitig über Sozialschmarotzer herzieht, dem kann man keine Verantwortung absprechen. Der ist einfach nur ein widerlicher Heuchler.

    i.V., m.

    • 6. September 2010 um 20:01 Uhr
    • miles
  74. 76.

    @ 74

    Nö, natürlich ist ihre Meinung was wert. Meine auch – auch wenn sie diese abfällig bewerten.

    Ich hätte dann allerdings auch gerne die Alimentation und Aufmerksamkeit entsprechend Sarrazins für meine Meinung.

    Sie sorgen also dafür, dass ich die nächsten 4 Jahre ~17.000 Euro aufs Konto bekomme, ohne dafür etwas zu tun und für meinen nächsten Talk-Show Auftritt können Sie den übernächsten Sonntag buchen.

    Den Gastkommentar bei der BILD am Samstag möchte ich auch haben und für die Spiegel-Homestory „Limited Normalbürger“ bügelt die beste aller Lebenszeitabschnittsgefährtinnen sogar schon die Platzdeckchen.

    Ansonsten müsste ich annehmen, sie schätzen Meinungsfreiheit nicht. Nun aber los.

    • 6. September 2010 um 20:18 Uhr
    • Limited
  75. 77.

    #76

    Bulut? Sind Sie das?

    • 6. September 2010 um 20:20 Uhr
    • miles
  76. 78.

    @JL

    @ tati: Logisch. Aber: Muss das Buch im Samisdat erscheinen? Oder heißt Meinungsfreiheit auch Konsequenzlosigkeit? Ist die Meinungsfreiheit in Gefahr nach dieser Woche? Es gibt kein Menschenrecht auf einen Posten bei der Bundesbank.

    Möglicherweise ist es Ihnen gar nicht aufgefallen, aber indem Sie sagen, es gebe „kein Menschrecht auf einen Posten bei der Bundesbank“, reproduzieren Sie, wenn auch unter anderen Vorzeichen den Blödsinn, der etwa nach der Schweizer Anti-Minarett-Abstimmung vielfach zu lesen und zu hören war. Ein „Menschenrecht auf Minarette“? Das gibt es nicht. Ein Menschenrecht auf Moscheen? So ein Blödsinn! Mit der gleichen Art der höhnischen Rabulistik ließe sich nahezu alles in Frage stellen, was Ausprägung eines Grundrechtes ist.

    Juristisch stellt sich das Ganze freilich ungleich schwieriger dar, was inzwischen auch dem ehemaligen Juristen und jetzigen Bundespräsidenten Wulff aufgegangen ist: Das Bundesbankgesetz regelt zwar die Ernennung von Vorständen, nicht aber deren Abberufung. Das ist Absicht, weil dieser Fall nicht vorgesehen war. Demgegenüber heißt es in § 12 S. 1 Bundesbankgesetz ausdrücklich, dass die Bundesbank von „Weisungen der Bundesregierung unabhängig“ sei. Davon kann angesichts der Geschehnisse der vergangenen Woche keine Rede mehr sein. Dass dem Gesetzgeber diese „politische Unabhängigkeit“ der Bundesbank einst so wichtig war, geht übrigens maßgeblich auf die Erfahrungen während des Nationalsozialismus zurück, als die Nazis die Reichsbank für ihre Zwecke nutzten.

    Der Presse kann man zwar entnehmen, dass sich in Sarrazins Vertrag mit der Bundesbank ein Passus finden soll, wonach eine Abberufung durch den Präsidenten möglich sei. Ob der Passus wirksam ist, ist allerdings eine andere und durchaus schwierige Frage. Vorher wäre aber noch zu klären, ob Sarrazin sich überhaupt etwas hat zu Schulden kommen lassen, was eine sofortige Entlassung rechtfertigen würde. Das Bundesbankgesetz schweigt sich zu dieser Problematik, wie gesagt, aus – offenkundig, weil es gar keine Abberufungen eines Vorstandes geben soll. Zum Teil wird deshalb vorgeschlagen, auf die Regelungen im Aktiengesetz zurückzugreifen, die eine Abberufung eines Vorstandes aus wichtigem Grund ermöglichen (§ 84 Abs. 3 AktG). Das aber setzt voraus, dass der Abzuberufende eine grobe Verletzung gegenüber einer ihm obliegenden Pflicht begangen hätte. Sarrazin müsste also in grober Weise gegen eine Amtspflicht als Bundesbankvorstand verstoßen haben, indem er schrieb, was er schrieb, und sagte, was er sagte. Mit seinen Äußerungen hat er jedoch kaum einen Straftatbestand, etwa den der Volksverhetzung, verwirklicht. Zwar mögen Ermittlungsverfahren in dieser Sache, angestoßen von wütenden Bürgern, noch nicht abgeschlossen sein, doch an diesem Ergebnis dürfte für kaum einen vernünftigen Menschen ein Zweifel bestehen. Was man Sarrazin vorwirft und nun zu einer groben Pflichtverletzung zu stilisieren sucht, ist vielmehr diffus und nebulös: Sarrazin soll mit seinen Äußerungen und seinem Buch das Ansehen der Bundesbank, zumal international, schädigen. Jedenfalls, so heißt es, könnte das die Folge sein. Nähere Belege dafür sind bislang indes nicht geliefert worden. Selbst wenn denn tatsächlich eine bedeutende Schädigung von Bundesbank und Bundesrepublik aufgrund der Äußerungen zu erwarten wäre, wäre diese mögliche Schädigung mit Sarrazins Recht auf freie Meinungsäußerung abzuwägen, niedergelegt in Art. 5 Abs. 1 GG, das Sie mal schnell mit den mit den Worten übergehen wollen, ein „Menschenrecht“ auf eine Anstellung bei der Bundesbank gebe es nicht, mithin sei es auch unproblematisch, Sarrazin nun als Strafe für oder vornehmer gewendet: als Reaktion auf seine Äußerungen zu entlassen.

    Mag Sarrazin auch bei der Bundesbank in einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis stehen, so beschneidet das doch nicht seine Grundrechte. Die Lehre von den „Sonderrechtsverhältnissen“, die man früher etwa bei Beamten in Stellung brachte, hat das Bundesverfassungsgericht schon lange verworfen – wir leben schließlich nicht mehr im 19. Jahrhundert. Für Sarrazin als Bundesbankvorstand, mithin in einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis beschäftigt, gilt das erst recht. Sarrazin hat sich darüber hinaus nicht in beruflicher Eigenschaft kontrovers geäußert. Natürlich wäre es wohlfeil, behaupten zu wollen, dass Sarrazin – als Vorstand der Bundesbank – gar nicht mit seiner Arbeitgeberin verbunden werde, aber den meisten Menschen in Deutschland und durchaus auch denjenigen im Rest der Welt, die diese Geschehnisse zur Kenntnis nehmen, dürfte sehr wohl bewusst sein, dass er hier als Privatmann spricht und schreibt, nicht aber als Repräsentant der Bundesbank – zumal diese sich schon lange von ihm distanziert hat. Nach allem, was man hört, sieht der hausinterne Verhaltenskodex der Bundesbank außerdem ausdrücklich vor, dass Vorstände privat Vorträge halten und Veröffentlichungen tätigen können, wie sie wollen.

    Sarrazin, wie nun angedacht, für schlechterdings „untragbar“ zu erklären und deshalb über alle juristischen Bedenken hinweg zu entlassen ist mithin noch viel wohlfeiler: Wenn Sarrazin diese Äußerungen nun in dienstlicher Funktion getätigt hätte oder sich, um seine eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, explizit auf seine Tätigkeit beriefe, so wäre es wohlverständlich, dienstrechtliche Konsequenzen zu ziehen. So aber stellt dieses Vorgehen in der Tat eine Beschneidung der Meinungsfreiheit dar – auch wenn Sie sie kleinzureden versuchen.

    Die Frage ist doch: Ist von Sarrazin, weil er Vorstand bei der Bundesbank ist, tatsächlich zu erwarten, dass er sich kontroverser, womöglich auch grundlegend falscher Äußerungen enthält, die mit seiner Tätigkeit nichts, aber auch gar nichts zu tun haben, nur weil dadurch irgendwie das Ansehen der Bundesrepublik geschädigt werden könnte und weil anderen diese privaten Äußerungen missfallen mögen? Wo soll man dann die Grenze ziehen? Ab wann ist eine nicht strafbewehrte Äußerung – zumal im privaten Rahmen – nicht mehr tragbar? Sarrazin auf Grundlage solch diffuser Argumente zu entlassen hieße, alles und nichts zur Disposition vermeintlicher außenpolitischer Interessen und der mitunter eitlen Befindlichkeiten anderer zu stellen.

    Mag sein, dass es von Sarrazin besser wäre und aufrichtiger, selbst Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten, damit er, nunmehr unstreitig nur noch Privatmann, für seine Ansichten werben kann, wie es ihm behagt. Eine Verpflichtung dazu gibt es aber nicht. Sie lässt sich zumal dem Gesetz nicht entnehmen. Sarrazin mangels gesetzlicher Grundlage und überdies gestütut auf Scheinargumenten aus dem Amt drängen zu wollen, heißt indes nichts anderes, als Rechtsbruch zu begehen. Viel größerer internationaler Schaden, so würde ich behaupten, ist der Bundesbank ohnehin dadurch entstanden, dass die vergangenen Tage gezeigt haben, dass sie so politisch unabhängig, wie vom Gesetz postuliert, keinesfalls ist.

    Was wäre denn überdies das Signal, das eine Entlassung weithin aussenden würde? – Du sagst etwas, was uns nicht gefällt, und dafür schmeißen wir dich raus. Rechtliche Schranken kümmern uns nicht. Gesetze sind dazu da, umgangen zu werden, wenn sie uns nicht passen. Ist dies wirklich das Bild, das Deutschland vermitteln will?

    Und noch etwas, da Sie bereits das Wort „Samisdat“ erwähnten und in Ihrem Artikel, der gar kein Artikel sein will, davon sprechen, dass Sie „froh“ seien, dass die „Zeit“ ein, „kontroverses Interview“ (sic!) mit Sarrazin geführt habe: Die unkritische Verfemung Sarrazins als „Rassist“ oder gar „Nationalsozialist“, wie in den vergangenen Tagen in der Presse weithin exerziert, ist in der Tat Ausweis einer miserablen Diskussionkultur in diesem Land und einem peinlichen Verständnis, was für „Meinungsfreiheit“ zu geltend habe. Wenig überraschend ist denn auch, dass Sarrazin nun sogar Polizeischutz braucht (womit er sich zumindest diesbezüglich in gewisser Weise als „deutscher Wilders“ erwiesen hätte). Das „Interview“, auf das Sie sich beziehen und das sie als „kontrovers“ loben, nahm sich zudem nicht wie eine kritische Befragung Sarrazins aus. Es ging dabei nur darum, ihn endlich zu einem Geständnis zu bewegen, dass er ein verachtenswerter „Rassist“ sei – inhaltliche Punkte wurden darüber kaum geklärt. Welch Wunder angesichts solcher Antipathie. Als streitbare Figur muss Sarrazin sich freilich auch schlimme Anwürfe gefallen lassen, aber ein Gespräch, das nahezu ausschließlich aus solchen Anwürfen besteht, vorgetragen mit größter Verachtung und Arroganz, als „kontroverses Interview“ zu bezeichnen ist nichts weiter als billige Propagandasprach. Entsprechend erinnerte etwa auch Sarrazins Behandlung bei „Beckmann“ schon ein wenig ans DDR-Fernsehen. Dass Sie sich angesichts all dessen gleichwohl kein bisschen um die Meinungsfreiheit sorgen, sondern sich stattdessen in Rabulistik erheben, obwohl Sarrazin – das haben auch Sie nur allzu gut verstanden – wegen einer missliebigen Meinung entlassen werden soll, rundet das Bild schließlich ab.

    Es ist übrigens gleichfalls bezeichnend, dass diejenigen, die sich noch vor kurzem laut (und übrigens völlig zu Recht!) an der Schweizer Anti-Minarett-Abstimmung störten und diese als Grundrechtsverletzung bewerteten, nun kein bisschen daran stören, dass auf diese Weise ebenfalls ein Grundrecht beschnitten werden soll. Mehr noch: In Sachen Sarrazin und Bundesbank wird ein Mechanismus bemüht, der sich überall, wo die Unfreiheit überwiegt, großer Beliebtheit erfreut: der Zerstörung der beruflichen Existenz als Strafe für ideologische Inkompatibilität und ein großes Mundwerk. Übrigens helfen uns dabei auch keine rabulistischen Einwände weiter wie etwa dergestalt, dass Sarrazin auf das Geld doch gar nicht angewiesen sei und ihm die Bundesbank sogar einen goldenen Handschlag angeboten habe, den Sarrazin bislang aber die Frechheit besaß, trotzig auszuschlagen. Auf derartige Hintergründe kommt es nämlich gar nicht an. Man sollte sich schließlich zumal fragen, welche Folgen es haben würde, wenn dieser besagte Mechanismus, hier gar noch von der Bundeskanzlerin (!) in Gang gesetzt, tatsächlich Erfolg verhieße. So weit, dass man missliebige Meinungen im „Samisdat“ veröffentlichen müsste, sind wir in Deutschland zwar gewiss nicht, aber Sie werden Ihrerseits schon Grund gehabt haben, ausgerechnet diesen Begriff zu gebrauchen.

    Die Meinungsfreiheit, auf die Sarrazin sich grundsätzlich auch dann berufen kann, wenn er Falsches oder potentiell Beleidigendes von sich gibt, gilt seit jeher als eines der vornehmsten, wenn nicht gar als das vornehmste Menschenrecht. Sie ist überdies „schlecht konstituierend“ für die Demokratie. So hat es das Bundesverfassungsgericht einst ausgedrückt. Und es sprach damals keinesfalls mit zu viel Pathos: Die Meinungsfreiheit ist gerade deshalb konstituierend für die Demokratie, weil sie notwendig ist, um Ansichten und Positionen einer kritischen Prüfung zugänglich zu machen, und zwar, ohne dass man fürchten müsste, darob im Gefängnis zu landen oder in seiner Existenz vernichtet zu werden. Die Meinungsfreiheit ist daneben ein Recht, das zumal die Freiheit schützt, zu irren. Vor allem ist sie notwendig, um Irrtümer im freien Austausch der Argumente (oder eben Nicht-Argumente) zu erweisen – und zwar ohne Berufsstrafen zu verhängen.

    Sarrazin wegen seiner Äußerungen entlassen zu wollen ist also aus verschiedenen Gründen nicht nur juristisch höchst fragwürdig. So vorzugehen hieße daneben wohl auch und gerade, Hand an einen vornehmen Wert unserer Verfassung zu legen. Ein solches Vorgehen könnte sich zumal als Präzedenzfall für die Zukunft erweisen – dann vielleicht auch mit Personen und Meinungen, die Ihnen genehmer sind und die Sie für wichtiger halten.

    Die meisten Reaktionen aus dem Ausland, die ich bislang hierzu gelesen habe – namentlich etwa aus der Schweiz –, sahen deshalb auch anders aus, als die Bundesbank glauben machen will: Statt allzu empört zu sein ob Sarrazins Äußerungen, schüttelt man dort vielmehr nicht selten den Kopf schüttelte ob der Reaktion der Bundesbank und der Medien. Und nicht umsonst wird dabei mitunter angedeutet, dass Deutschland eben eine noch verhältnismäßig junge Demokratie sei – was Erinnerungen daran evoziert (und wohl auch evozieren soll), dass wir demgegenüber auf eine lange und schlimme Geschichte der Unfreiheit, Zensur und der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung zurückblicken können – wobei freilich auch in der DDR Rabulistik betrieben wurde, wie Sie sie andeuten, dergestalt, man verbiete den Menschen doch gar nicht den Mund oder bestrafe sie für die Bekundung von etwas Unliebsamen.

    Sie mögen ja glauben, dass Sarrazin es erstens verdient habe, gefeuert zu werden, und dass zweitens nichts von alledem Bedenken rechtfertige, wie ich sie vorgetragen habe – aber wenn Sie die Grenze nicht mehr sehen, die hier überschritten zu werden droht, dann sehen Sie gar nichts mehr. Dann sollten Sie sich überdies künftig auch über den Rechtsbruch der anderen und deren Hohn, es gehe doch gar nicht um eine Grundrechtsbeeinträchtigung, nicht mehr beschweren.

    Meinungsfreiheit heißt gewiss nicht Konsequenzlosigkeit, und Sie können sicher sein, dass Sarrazin, der nun unter Polizeischutz steht und der mitunter angefeindet wird, als sei er der Leibhaftige persönlich, das bewusst ist – vielleicht auch schmerzlich bewusst ist. Aber Meinungsfreiheit heißt durchaus und vor allem, Konsequenzen für eine Meinungsäußerung nur im Rahmen des geltenden Rechtes zu ziehen – und unter Berücksichtigung der spezifischen Bedeutung der Meinungsfreiheit für die Demokratie, und zwar im eigenen Land.

    • 6. September 2010 um 20:21 Uhr
    • NKB
  77. 79.

    .
    Herr Sarazin könnte noch soviel Bücher schreiben,

    wenn diese sich nicht in Tatsachen

    ( zb Kriminal-, Arbeitslosen-, Schulabbrecher-statistik )

    und

    in zum Teil negativen Alltags Erfahrungen der Menschen
    in diesem Land wiederspiegelten,

    würde ja nicht überall so eifrig dikutiert werden.

    Das die Politische Klasse und ihre Helfershelfer,
    die Zeitungen und das Fernsehen aufheulen,

    wenn deren man kann schon sagen Systematischen Versagen aufgezeigt wird.

    Und dann alles getan wird um den Überbinger der
    Schlechten Nachricht, mehr ist Herr Sarazin ja nicht.

    Zu Verunglimpfen, ihm der Arbeitsplatz weggenommen
    werden soll ist UNZWEIFELHAFT ein Zeichen für die
    Verringerung der Meinungsfreiheit…

    Gruß

    Kamill

    • 6. September 2010 um 20:23 Uhr
    • Kamill
  78. 80.

    ad 62 – Miriam G.

    Nicht der Blog war geschlossen, sondern die Kommentarfunktion von zwei Threads. Daraufhin wurde der Cordoba-Thread “gekapert” und die Diskussion ging dort munter weiter.

    Pardon – habe mich bedauerlicherweise nicht korrekt (punktgenau) ausgedrückt.

    PS:
    Das ‚Kapern‘ „gelang“ vermutlich nicht ohne stumme Einwilligung des ‚Jefe‘.

  79. 81.

    Allgemeines hochgradiges Erregungsniveau zu verzeichnen

    – ‚du meine Güte‘ –

  80. 82.

    Korrektur: Sie ist überdies „schlecht konstituierend“ für die Demokratie.

    muss: „schlechthin konstituierend“ heißen.

    • 6. September 2010 um 20:29 Uhr
    • NKB
  81. 83.

    @ 79

    Vor noch gar nicht solanger Zeit war es Alltagserfahrung, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Und so ein Ding wie die „jungfräuliche Geburt“ war Ausgangspunkt für gesellschaftliche Deutungshoheit.

    Auch wenn ich Alltagserfahrungen sehr schätze – zu Initialzündung für gesellschaftliche Diskussionen sind sie eher ungeeignet, da zu subjektiv und fehlerträchtig.

    Das kapiert offenbar auch Sarrazin nicht, indem er Fakten vergewaltigt und teilweise erfindet (und sich fallweise sogar nicht davor geniert zu bekennen, dass er gar keine Fakten für seine Behauptungen hat – aber er hat ja sein Bauchgefühl ;-)).

    • 6. September 2010 um 20:35 Uhr
    • Limited
  82. 84.

    @NKB
    Bei allem Respekt vor Ihrer tollen Ausführung und der Meinungsfreiheit aber als Mitglied des Bundesbankvorstandes hat man auch eine gewisse Vorbildfunktion, gilt als Aushängeschild und kann sich unwissenschaftliche Schwätzerein wie „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben“ nicht erlauben. Da kann man geteilter Meinung sein, wo die Grenzen zwischen Volkverhetzung und Meinungsfreiheit existieren.

    • 6. September 2010 um 20:41 Uhr
    • docaffi
  83. 85.

    @docaffi

    Da kann man geteilter Meinung sein, wo die Grenzen zwischen Volkverhetzung und Meinungsfreiheit existieren.

    Nein. Das Kosovaren-Geschwätz war und ist doof, aber keine Volksverhetzung. Abgesehen davon lässt sich mit guten Gründen annehmen, dass die entsprechenden §§ für eine Demokratie schädlich sind.

    In Sarrazins Vertrag steht außerdem kein Wort davon, dass er „Aushängeschild“, „Vorbild“ oder ähnliches zu sein habe. Das steht auch nicht im Bundesbankgesetz. Jemand, der ihm gewogener ist als Sie, könnte übrigens leicht argumentieren, er tauge mindestens insoweit zum Vorbild, als er seine Meinung gegen alle Widerstände bekundet. Wer also beurteilt, ob Sarrazin zum Vorbild tauge oder nicht?

    Mir kommt es auch gar nicht so sehr darauf an, was Sarrazin gesagt hat und ob das richtig oder falsch ist bzw. inwiefern es für richtig oder falsch gelten kann. Wenn man anfängt, Leute rauszuwerfen, weil sie etwas gesagt haben, was zwar nicht strafbewehrt ist, aber von einigen als missliebig empfunden wird, haben wir uns schon einen großen Schritt auf die Unfreiheit zubewegt. Daneben ist auch die Einmischung der Politik in Angelegnheiten der vermeintlich unabhängigen Bundesbank mehr als bedenklich.

    Insofern täten Sarrazins Gegner das einzig Richtige – und das könnte man ihnen auch nicht verleiden -, wenn sie versuchen würden, ihn freiwillig zum Rücktritt zu bewegen – so wie die meisten Gegener der Moschee unweit Ground Zero in Amerika versuchten, Rauf und Co. zum freiwilligen Verzicht auf ihr Bauvorhaben an dieser Stelle zu bewegen. Was die Bundesbank und die Politik getan haben, ist dagegen grundlegend falsch.

    Und es ist zumal äußerst wohlfeil, sich, wie Lau es tut, etwa im einen Augenblick, wo es passt, auf die Grundrechte zu berufen (vgl. Rauf) und sie im anderen Moment geradezu höhnisch zu verleugnen (vgl. Sarrazin).

    Die Aussagen zu den Kosovaren hat die Bundesbank übrigens schon insoweit geahndet, als Sarrazin dafür bekanntlich schon vor einiger Zeit einen Rüffel und eine (kleine) „Degradierung“ kassierte.

    • 6. September 2010 um 20:52 Uhr
    • NKB
  84. 86.

    Bei soviel Feingefühl allenthalben gegenüber Aussagen, die rassistisch und ausgrenzend sein könnten: Der ideologische Rassismus der islamischen Eheregelungen (Moslem darf Nichtmuslimin heiraten/ Muslima darf nur einen Moslem heiraten) scheint als Selbstverständlichkeit durchzugehen.

    • 6. September 2010 um 20:53 Uhr
    • moron
  85. 87.

    @NKB 78

    chapeau

    • 6. September 2010 um 21:00 Uhr
    • tati
  86. 88.

    @ 86

    Bei allem Widerwillen von Gepflogenheiten anderenortens – hier geht es um die Suada Sarrazins. Warum ablenken?

    Bleiben wir doch einmal bei dem Umstand, dass es rassistisce Aussagen durch einen Vorstand der Bundesbank gibt, da er im Kontext von Bildungsanstrengungen durch Angehörige einer Religionsgruppe auf genetische Ausprägungen in einer anderen Religionsgruppe eingeht.

    – das ist entweder dumm, da Sarrazin von keinem Wissenschaftler mit Reputation in Bereich der genetischen Disposition von Intelligenz Zustimmung erhält.
    – oder es ist von rassistischer Verblendung getragen. Wofür auch andere Aussagen durch Sarrazin sprechen.

    Die Reichsverweser Sarrazins können sich also entscheiden, ob sie einem Dummschwätzer, der keine Ahnung hat, applaudieren oder einem Rassisten.

    Viel Spaß dabei.

    • 6. September 2010 um 21:02 Uhr
    • Limited
  87. 89.

    Ist Limited Hein_W?

  88. 90.

    Limited ist limited.

    m.

    • 6. September 2010 um 21:09 Uhr
    • miles
  89. 91.

    Die Integration der Einwanderer aus muslimisch geprägten Staaten ist nicht so erfolgreich wie die Integration von Menschen aus westlichen Demokratien. Doch daraus den Schluss zu ziehen, dass Türken, Libanesen oder Iraker nicht integrationswillig, ja, nicht integrationsfähig seien, ist vorschnell. […]

    Tatsächlich sind es nicht die Unterschiede zwischen den Kulturen oder Religionen, die Integration erschweren oder gar scheitern lassen. Schon gar nicht sind es biologische Dispositionen oder gar mangelnde Intelligenz. Eine wichtige Ursache der vielfältigen Schwierigkeiten liegt vielmehr in der autoritären Prägung, die Menschen während ihrer Sozialisation erlebt haben.

    Integrationsprobleme entwickeln regelmäßig genau jene Einwanderergruppen, die aus autoritär bestimmten Gesellschaften kommen. Dabei ist es nicht entscheidend, ob sie christlich oder muslimisch erzogen wurden oder ob sie aus einem arabischen oder westlichen Kulturkreis kommen. Wesentlich für ihre Integrationsfähigkeit ist, ob sie in ihrer Kindheit und Jugend eine autoritäre oder eine freiheitlich-demokratische Prägung genossen haben.

    […] Ich rede hier nicht in erster Linie von Staatsformen oder politischen Entscheidungen. Den Autoritarismus sehe ich als eine psychologische Dimension, die zuerst in den Familien zum Tragen kommt. In meinen Forschungen zu drei Einwanderergruppen in Deutschland konnte ich nachweisen, dass unter türkischen Einwanderern die autoritäre Prägung signifikant höher ist als unter westlichen. Ebenfalls stark autoritär geprägt sind die Zuzügler aus der ehemaligen Sowjetunion, allerdings etwas weniger als die Immigranten aus der Türkei. Gleichzeitig konnte ich eine Korrelation von autoritärer Prägung und jeweiligem Bildungsstand feststellen. Je besser ausgebildet die Menschen sind, um so weniger werden sie von den autoritären Mustern beherrscht – und das steht nicht in Beziehung zu Herkunft oder ethnischer Zugehörigkeit.

    Für das Welt- und Selbstbild derjenigen, die in Familie und Gesellschaft eine autoritäre Sozialisation erfahren haben, sind scharfe Abgrenzungen typisch. Sie blicken auf Gruppenfremde herab und bevorzugen Gruppenmitglieder. Alle Menschen, die gleiche oder ähnliche Charakteristiken aufweisen, gelten ihnen als gut. Diejenigen aber, die zu einer anderen (Sub)Kultur gehören, müssen nicht unbedingt ernst genommen werden, gelten als „ungläubig“, „nicht richtig“ und so weiter. Nach autoritären Denkmustern ist Menschenwürde nicht ein unabänderliches Attribut, sondern kann dem Menschen nur unter bestimmten Bedienungen von einer Vaterfigur gegeben werden. […]

    … für diejenigen, die autoritär geprägt sind, ist [Immigration und Integration in eine fremde Kultur] noch komplexer. Sie müssen sich an gesellschaftliche Normen anpassen, die in Spannung zum eigenen Weltbild und Selbstbild stehen. Das verlangt eine Flexibilität, die sich in einem autoritären Rahmen gerade nur sehr schwer ausbilden lässt. Menschen, die in autoritären Systemen aufgewachsen sind, neigen zur Empfindlichkeit in Hinsicht auf die eigene „Ehre“. Sie sehen in der Integration schnell eine Bedrohung ihrer persönlichen Würde. Dieses Problem stellt sich mit besonderer Schärfe für Menschen, die seit ihrer Kindheit erlebt haben, dass ihre Existenz nicht selbstverständlich als wertvoll gilt. […]

    Der Staat sollte sich den Kindern, die aus autoritär geprägten Familien kommen, als eine aufnehmende und kontrollierende Elternfigur präsentieren. Vater Staat in diesem aufgeklärten Verstande unterscheidet die Menschen nicht nach Herkunft und Glauben. Er ist streng, aber immer fair. Ein Staat, der sich in diesem wohlverstandenen Sinne paternalistisch darstellt, kann die Kinder der Einwanderer überzeugen – der amerikanische Staat hat es immer wieder vermocht.

    Ein Staat, der diese Elternrolle nicht annimmt oder vernachlässigt, überlässt die Kinder, die aus autoritären Familien kommen, den bekannten Mechanismen. Statt an den gerechten, freiheitlichen Staat glauben sie wieder an die Führer ihrer Gruppen, an die Priester ihrer Religionen. Ein Staat, der den autoritär geprägten Menschen schwach und unsicher erscheint, erklärt sich selbst zum Opfer des irrationalen Kampfes der Einwanderer. Steine auf Polizeiwagen und Molotow-Cocktails gegen Feuerwehreinsätze werden als Zeichen verstanden, dass der Staat als schwach und hilflos angesehen werden will.

    Ein falsch verstandener Liberalismus, der Konflikte unter Einwanderergruppen als Ausdruck kultureller Selbstbestimmung, womöglich als Folklore deutet und auch die religiöse Verbrämung des autoritären Verhaltens als multikulturelle Bereicherung begrüßt, führt genauso in die falsche Richtung wie die diffamierenden Thesen Thilo Sarrazins. […]

    Quelle:
    Artikel „Einwachsen statt auswachsen – Abstammung ist kein Schicksal: Entscheidend für die Integration von Einwanderern ist die Befreiung von autoritären Prägungen. Der liberale Staat darf die Vaterrolle nicht ablehnen“
    Von Lena Kornyeyeva
    FAZ – 06.09.2010, Nr. 206, S. 29

    Autorin:
    Die Ukrainerin Lena Kornyeyeva ist mit einer Untersuchung über Einwanderer aus autoritär geprägten Staaten an der Jacobs University in Bremen promoviert worden. In ihrem Buch „Putins Reich – Neostalinismus auf Verlangen des Volkes“ beschreibt sie die Machtanbetung des russischen Volkes.

  90. 92.

    Was gibt es hier eigentlich für eine Paranoia?

    Ich gestatte es gerne dem Blogbetreiber meine (anonymisierte) IP und Zugangsdetails (Windows7, Asus Netbook) bekanntzugeben.

    Ich bin nur ein ganz normaler Bürger. Eine Stimme in einem vielstimmigen Chor. Auch wenn das einige offenbar nicht wahrhaben wollen.

    • 6. September 2010 um 21:12 Uhr
    • Limited
  91. 93.

    Der FAZ-Artikel ist leider nicht kostenfrei online-zugänglich.

  92. 94.

    @moron
    „Der ideologische Rassismus der islamischen Eheregelungen (Moslem darf Nichtmuslimin heiraten/ Muslima darf nur einen Moslem heiraten) scheint als Selbstverständlichkeit durchzugehen.“

    Wo is’n da Rassismus, ob ideologisch oder ethnisch? Hauptsache ich habe was gesagt, wie? Das Bedauerliche an der Meinungsfreiheit ist, dass die Dummen auch immer eine Meinung haben.

    PS

    1. Moslem darf nur Anhänger der abrahamitischen Religionen heiraten.
    2. Muslima kann das nicht, weil der Islam annimmt, dass der Mann in der Familie das Sagen hat. Ich schätze, Sie sehen das auch nicht gerne, wenn Christinnen lauter kleine „Kopftuchmädchen“ produzieren.

    • 6. September 2010 um 21:16 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  93. 95.

    @NKB
    Es ist doch uninteressant, was in TS Vertrag steht. In keinem vertrag eines Angestellten steht, wie man sich benehmen zu benehmen hat. Wie überall kann er nach einem Regelverstoß (Rufschädigung der Bundesbank durch Schwätzerei) abgemahnt und dann bei Wiederholung entlassen werden. Oder haben Bundesbänker besondere Verträge?
    Ein plattes aber schnelles Beispiel: Wie war es 87 mit Toni Schumacher? Entlassung sowohl bei der Nationalmannschaft als auch bei der FC Köln wegen „Anpfiff“.

    • 6. September 2010 um 21:17 Uhr
    • docaffi
  94. 96.

    JL: „Dass ein Mann erst in dem Moment ins “Reich des Widerlichen” eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt“

    Dazu muss man allerdings sagen, dass Sarrazin dies eben nicht zum ersten Mal gemacht hat. Im Lettre-International-Artikel fabulierte er schon über (Ost-)Juden und Gene. Das hat er nun anderslautend im Interview wiederholt. Erst dann ist er ins „Reich der Widerlichen“ eingetreten.

    • 6. September 2010 um 21:17 Uhr
    • Bergpalme
  95. 97.

    @ L

    Dann sind Sie eben nicht Hein_W, aber genauso d…

  96. 98.

    Korrektur

    ……….wie man sich zu benehmen hat………

    • 6. September 2010 um 21:18 Uhr
    • docaffi
  97. 99.

    Preisrätsel für heuchelnde Intelligenzbestien:

    Wieso darf eine Muslima als Lehrerin ihre „Meinung“ nicht in Form eines Kopftuches zeigen, wenn die herablassenden, unwissenschaftlichen, teilweise gnadenlos debilen Äußerungen eines Bundesbankvorstands von der Meinungsfreiheit gedeckt sein sollen?

    • 6. September 2010 um 21:19 Uhr
    • Erol Bulut
  98. 100.

    Boah, die Klaoke stinkt wieder nach brauner Scheiße …

    • 6. September 2010 um 21:22 Uhr
    • Bergpalme
  99. 101.

    Au&szer;halb der Schule, darf sie tragen, was sie will.

  100. 102.

    Ich frage mich, ob es einen Ausweis für meine genetische Behinderung von Pappa Staat gibt. Überall parken können, wäre nicht schlecht!

    • 6. September 2010 um 21:24 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  101. 103.

    @Bergpalme

    hasiktir lan ibne!

    • 6. September 2010 um 21:25 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  102. 104.

    —Spirit of Canakkale

    2. Muslima kann das nicht, weil der Islam annimmt, dass der Mann in der Familie das Sagen hat. Ich schätze, Sie sehen das auch nicht gerne, wenn Christinnen lauter kleine “Kopftuchmädchen” produzieren.

    Sie verteidigen hier die Diskriminierung. Es könnten ja auch kleine Christen sein. Schliesslich kann sie auch einen Chriten geheiratet haben, und der hat sogar Islam-konform das Sagen.

  103. 105.

    @Jörg Lau

    Ich bitte stets Ursache-Wirkungszusammenhänge zu beachten!

    • 6. September 2010 um 21:28 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  104. 106.

    @ f.lübberding
    Norbert Bolz meinte, der Fall Sarrazin sei ein „Geschichtszeichen“. Ich halte dieses Pathos für angebracht. Warum?
    Wir haben eine gigantische Kluft zwischen den Umfrageergebnissen und den Verlautbarungen der Elite in Politik und Medien. Selbst wenn man Sarrazin ganz und gar daneben findet, muss man sich damit auseinandersetzen. Bezeichnenderweise geschieht das viel zu wenig. In den Umfragen hat sich geradezu brachial etwas manifestiert, was für die Diversity-Ideologen sicher auch zum Reich des Widerlichen gehört: Das deutsche Volk. (Man traut es sich kaum zu schreiben.) Das gibt es nämlich noch. Ob man das will oder nicht. Wenn dieses deutsche Volk auch nach dem Fall Sarrazin das Gefühl hat, dass nichts wirklich Ernshaftes unternommen wird, um die Probleme von Teilen bestimmter Gruppen in den Griff zu kriegen, kommen wir z.B. bei größeren Wirtschaftskrisen in eine Lage, vor der mir jetzt schon graut. Die Enttäuschung, dass selbst nach Sarrazin nichts passiert ist, würde für die ethnischen Konflikte wie ein Verstärker wirken. Und ich glaube nicht, dass die Leute, wenn sie Sarrazin zustimmen, sich auf Gene, Intelliganz, Darwin usw. beziehen. Viel zu intellektuell. Nein, denen geht es um die Stichworte: Bildungsdefizite, Kriminalität, Integrationsverweigerung, Deutschenfeindlichkeit, Gewaltneigung, Leben auf Staatskosten usw. Und ich glaube, dass das, was die Leute bewogen hat, Sarrazin zuzustimmen, mit dem zu tun hat, was sie mit ihren Augen und Ohren auf den Straßen und in den Schulen wahrnehmen – und nicht mit den Einflüsterungen böser Rassisten oder der Bildzeitung.
    Rückblickend könnte man diese Hysterie um Sarrazin dann durchaus als „Geschichtszeichen“ begreifen, als Warnung: Tut was oder: tut endlich mehr.
    Deswegen, nehme ich an, ist es Norbert Bolz auch gleichgültig, ob Sarrazin sich nun rassistisch geäußert hat oder nicht. Sollen sie ihn doch rausschmeißen; aus der jeweiligen Logik von SPD und Bundesbank heraus ist es vielleicht sogar zwingend. – An dem Mann hat sich jetzt etwas ganz Wichtiges kristallisiert. Für den Fortgang der Dinge wird er keine Rolle mehr spielen.
    Auf die Politik kommt es jetzt an.

    • 6. September 2010 um 21:28 Uhr
    • Martin Schönberg
  105. 107.

    @ 97

    Wenn sie meinen. Ich gesteht ihnen das Recht auf ihre Meinung zu mir zu.

    Aber eigentlich geht es hier ja um die Aussagen Sarrazins.

    Vermutlich hätte es kein Schwein gestört, hätte er in seinen Beispielen Ostfriesen statt Juden erwähnt.

    Insofern stimmt die Beobachtung von Jörg Lau in meinen Augen.

    Offenbar ist es daher auch eher konsensfähig auf Muslime einzuschlagen, statt auf Juden. Bedenklich meines Erachtens nach.

    Zum von Sarrazin dick aufgetragenen Philosemitismus haben im übrigen die meisten Menschen jüdischen Glaubens die ich kenne eine Meinung. Die ist nicht sonderlich schmeichelhaft in Bezug auf Philosemiten.

    • 6. September 2010 um 21:28 Uhr
    • Limited
  106. 108.

    @docaffi

    Es ist doch uninteressant, was in TS Vertrag steht. In keinem vertrag eines Angestellten steht, wie man sich benehmen zu benehmen hat.

    Nein, das ist überhaupt nicht „uninteressant“, ganz im Gegenteil, weil der Arbeistvertrag Ihre dienstlichen Pflichten festlegen soll. Darüber hinaus mag es Pflichten geben, die als Selbstverständlichkeit eines bestimmten Geschäftsfeldes angesehen werden – Ihre Meinung nicht zu bekunden gehört dazu aber gewiss nicht. Zumal der hausinterne Kodex der Bundesbank noch ausdrücklich vorsieht, nach eigenem Gusto Vortäge zu halten und Bücher schreiben zu dürfen.

    Es gibt daneben durchaus Arbeitsverträge, die versuchen, Ihnen auch in Ihrer Freizeit bestimmte Pflichten aufzuerlegen – gerade wenn dadurch aber ein Widerspruch zu Grundrechten begründet werden, sind die entsprechenden Passagen in der Regel unwirksam, weil die Bedeutung der Grundrechte überwiegt.

    Wie überall kann er nach einem Regelverstoß (Rufschädigung der Bundesbank durch Schwätzerei) abgemahnt und dann bei Wiederholung entlassen werden. Oder haben Bundesbänker besondere Verträge?

    Dann müssten Sie erst einmal bestimmte Regeln aufstellen – was Ihren ersten Absatz, wonach das „uninteressant“ sei, mit Verlaub, ad absudrum führt. Das wiederum geschieht entweder durch den Arbeitsvertrag selbst oder, schwammiger und deshalb weniger verbindlich, durch die Verkehrssitte, die stärker noch von den Grundrechten bestimmt wird.

    Wenn Sie schließlich sicher sind, dass es bestimmte Regeln und Pflichten gibt, an die Sarrazin sich auch als Privatmann zu halten hat, so müssten Sie im nächsten Schritt darlegen, worin diese „Rufschädigung“ (die Sie als Verstoß gegen seine Pflichten ansehen) bestehen soll. Ich glaube, um ehrlich zu sein, nicht, dass das konsistent gelingen kann, ohne dabei zugleich die Meinungsfreiheit an sich, will heißen: die Betätigung derselben auch in anderen Berufen und Konstellationen zur Disposition stellen.

    • 6. September 2010 um 21:30 Uhr
    • NKB
  107. 109.

    @ Limited

    haben im übrigen die meisten Menschen jüdischen Glaubens die ich kenne eine Meinung.

    Einige Ihrer besten Freunde sind also Juden?

  108. 110.

    @ M.Schönberg 106

    Das ist mit Abstand der zweitklügste Kommentar heute nach NKB 78.

    • 6. September 2010 um 21:33 Uhr
    • pelicula loca
  109. 111.

    @FreeSpeech

    Häh?

    Nix verstehen Zusammenhang! Du wissen, ich Türk!

    • 6. September 2010 um 21:33 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  110. 112.

    – Ad acta –

    Außer dem Stürmer der Bastille und einem weiteren Foristen hat sich meines Wissens ein jeder der zahlreichen, mir beitragsmäßig bekannten/geläufigen, Kommentatoren deutlich klipp und klar von dem Genetik-Biologismus-Unsinn distanziert und entsprechend auch so bezeichnet.

    (siehe die letzten 400 Beiträge auf dem Thread von Jörg Lau
    Die Frau hinter der “Cordoba Initiative” spricht)

  111. 113.

    … und diesen entsprechend auch so bezeichnet….

  112. 114.

    @ 109

    Einige Ihrer besten Freunde sind also Juden?

    Um Himmels Willen – Nein. Wie kommen Sie auf einen derartigen Gedanken?

    Meine Freunde mögen auch Juden sein, das ist aber noch nicht einmal zweitrangig in Hinsicht auf Freundschaft. In erster Linie sind das meine Freunde und Bekannte.

    Verstehen Sie? Oder muss ich es ihnen aufmalen?

    • 6. September 2010 um 21:37 Uhr
    • Limited
  113. 115.

    @Erol Bulut

    Wieso darf eine Muslima als Lehrerin ihre “Meinung” nicht in Form eines Kopftuches zeigen, wenn die herablassenden, unwissenschaftlichen, teilweise gnadenlos debilen Äußerungen eines Bundesbankvorstands von der Meinungsfreiheit gedeckt sein sollen?

    Schön, dass Sie, was Teil der Religionsfreiheit wäre, als Teil der Meinungsfreiheit ansehen. Es zeigt, dass Sie – wie üblich – nicht wissen, wovon Sie sprechen. Die Antwort auf Ihre Frage ist aber ganz einfach: Niemand verbietet einer muslimischen Lehrerin in ihrer Freizeit ein Kopftuch zu tragen oder in die Moschee zu gehen. Wohl aber schränkt der Staat ihr Recht, das im Unterricht zu tun, aus Gründen seiner Verpflichtung zur weltanschaulichen Neutralität ein. Er hat dabei zumal die Grundrechte der Kinder zu berücksichtigen, namentlich deren Grundrecht auf negative Religionsfreiheit.

    Wenn Thilo Sarrazin in dienstlicher Funktion Werbung für sein Buch oder seine politischen Ansichten betriebe, wäre Ihrem „Vergleich“ wenigstens ansatzweise etwas abzugewinnen, so ist er wieder einmal bloß Zeugnis Ihres Unverständnisses der Materie und der üblichen Islamophobie-Phobie, die Sie als Ihren höchst eigenen Rassismus spazieren tragen.

    • 6. September 2010 um 21:37 Uhr
    • NKB
  114. 116.

    @ docaffi, NKB

    Noch spaßer stelle ich mir vor, wenn vor Gericht geklärt werden soll, wem die Definitionsmacht für öffentliches Ansehen obliegt.

  115. 117.

    @ 112

    Danke für die Information. Bin hier nur zu Besuch und habe weder Neigung noch Lust mir 400 Kommentare woanders durchzulesen.

    • 6. September 2010 um 21:40 Uhr
    • Limited
  116. 118.

    —Spirit of Canakkale

    Wenn Sie die islamischen Heiratsregeln mit Dhimmis damit begründen, dass eben der Mann der Chef sei, dann
    – gibt es kein Problem damit, dass eine Muslima einen Christen heiratet
    – verstossen Ihre Ansichten, sofern Sie die durchsetzen wollen, gegen die hiesigen Gesetze

  117. 119.

    @NKB
    „Dann müssten Sie erst einmal bestimmte Regeln aufstellen – was Ihren ersten Absatz, wonach das “uninteressant” sei, mit Verlaub, ad absudrum führt. Das wiederum geschieht entweder durch den Arbeitsvertrag selbst oder, schwammiger und deshalb weniger verbindlich, durch die Verkehrssitte, die stärker noch von den Grundrechten bestimmt wird. “

    Sie werden doch nirgends einen Arbeitsvertrag finden, die alle Verhaltensregeln und Fehler am Arbeitsplatz definiert. Vielmehr werden die Fehler und Regelverstöße vom Vorgesetzten situationsbedingt festgelegt und beim Verstoß abgemahnt. Sie sagen doch selbst, dass er nach der ersten Interview mit „Lettre“ von der Bundesbank abgemahnt wurde.

    • 6. September 2010 um 21:45 Uhr
    • docaffi
  118. 120.

    ad 117 – Limited

    Selbstredend können Sie sich auch auf das Lesen der letzten 5 oder 10 oder 15 oder 20 oder 25 oder 30 oder 35 oder 40 etc. dortigen Kommentare beschränken, die m.E. repräsentativ sind für die ca. 400 zuletzt dort geposteten Beiträge sind.

  119. 121.

    Mal was etwas weniger heiteres.

    Aber wer auf Meinungsfreiheit steht, wird auch das wohl verteidigen:

    http://moslaemm.blogspot.com/2010/09/and-winner-is-thilo-sarrazin.html

    Man beachte auch die Kommentare. Die offenbar eine höhere Form des Dadaismus und Fäkalhumors darstellen sollen.

    • 6. September 2010 um 21:47 Uhr
    • Limited
  120. 122.

    @MR
    Wessen öffentliches Ansehen?? Der Bundesbank?

    • 6. September 2010 um 21:48 Uhr
    • docaffi
  121. 123.

    @94 Spirit
    Durch Ihre Erläuterungen wird der Sachverhalt nicht besser. Nicht das was ich gerne sehe zählt, sondern das Grundgesetz.

    • 6. September 2010 um 21:49 Uhr
    • moron
  122. 124.

    @ docaffi

    z.B.

  123. 125.

    @docaffi

    Sie werden doch nirgends einen Arbeitsvertrag finden, die alle Verhaltensregeln und Fehler am Arbeitsplatz definiert. Vielmehr werden die Fehler und Regelverstöße vom Vorgesetzten situationsbedingt festgelegt und beim Verstoß abgemahnt. Sie sagen doch selbst, dass er nach der ersten Interview mit “Lettre” von der Bundesbank abgemahnt wurde.

    Nein, „abgemahnt“ wurde er, soweit ich weiß, nicht. Nur informell gerüffelt und etwas „degradiert“. Und dass die Bundesbank das damals getan hat, besagt nicht, dass sie das Recht dazu hatte – vieles spricht dagegen; ein Rüffel ist aber auch nicht gleichbedeutend mit einer Abberufung. Ich hatte diesen Umstand außerdem vor allem deshalb erwähnt, weil Sie Sarrazins Entlassung mit den entsprechenden Aussagen zu Kosovaren rechtfertigen wollten. Das wäre dann aber, so gewendet, wohl sogar ein Fall von „ne bis in idem“.

    Was die Pflichten angeht, so habe ich dazu schon alles Wichtige gesagt: Es mag bestimmte Verkehrssitten geben, die Pflichten neben dem Arbeitsvertag begründen, aber diese reichen in keinem Fall so weit, private Äußerungen unterbinden zu können. Selbst wenn so etwas im Arbeitsvertrag stehen würde, also Ausprägung einer freiwilligen Abrede zwischen den Parteien wäre, dürfte es angesichts von Art. 5 Abs. 1 GG kaum Bestand haben.

    Die hauseigenen Juristen von Bundesbank und Finanzministerium scheinen all diese Bedenken übrigens zu teilen.

    • 6. September 2010 um 21:53 Uhr
    • NKB
  124. 126.

    @FreeSpeech
    „verstossen Ihre Ansichten, sofern Sie die durchsetzen wollen, gegen die hiesigen Gesetze“

    Ohja, ich horte in meinem Keller gerade so allerlei Spielzeug. Die Bazuka ist dabei mein Favorit. Den stopfe ich der Bergschwuchtel in den Hintern. Das gibt eine Sauerei!

    PS

    Was meinen Sie eigentlich, gegen was die Ansichten von Herr Sarrazin, sofern er die Eier hat sie zu Ende zu formulieren und sie durchsetzen zu wollen, so alles verstoßen würde?

    • 6. September 2010 um 21:54 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  125. 127.

    @moron
    Das Grundgesetz kann man ändern, den Kuran aber nicht! Das wissen Sie doch, puehehehe.

    • 6. September 2010 um 21:57 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  126. 128.

    @SoC

    Das Grundgesetz kann man ändern, den Kuran aber nicht!

    Uthman war in Bezug auf den Koran wahrscheinlich anderer Ansicht.

    • 6. September 2010 um 22:00 Uhr
    • NKB
  127. 129.

    @ NKB

    Wenn man ganz böse sein wollte, jemand anders erst recht…

  128. 130.

    Islamnazi: „hasiktir lan ibne“

    Kann leider kein Chinesisch, είσαι κάθαρμα.

    • 6. September 2010 um 22:02 Uhr
    • Bergpalme
  129. 131.

    @NKB
    Ja? Erklären Sie! So ein einzelner Satz beschädigt doch hier Ihren Ruf, yuahahaha

    • 6. September 2010 um 22:03 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  130. 133.

    —Spirit of Canakkale

    „Was meinen Sie eigentlich, gegen was die Ansichten von Herr Sarrazin, sofern er die Eier hat sie zu Ende zu formulieren und sie durchsetzen zu wollen, so alles verstoßen würde?“

    Gegen die Scharia, ja. Gegen deutsche Gesetze, nein.

  131. 135.

    @Riexinger

    wenn man davon absieht, dass Bundesbankvorstand ein 24h Job ist (oder meinen Sie, dass man als Bundesbankvorstand seine spekulative(!) abwertende wertende Meinung über CDU Mitglieder nach „Feierabend“ in die Öffentlichkeit posaunen darf?), ist Ihr Einwand durchaus gerechtfertigt.

    Deshalb formuliere ich meine Frage ein wenig um, damit die Blitzgescheiten auch eine Chance haben, die Frage zu erfassen.

    Darf eine Lehrerin ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen nach Feierabend Bücher veröffentlichen, in denen Sie behauptet, das Kopftuch wäre ein Zeichen für eine „anständige Frau“, oder darf das im Rahmen der „Meinungsfreiheit“ nur ein Bundesbankvorstand ?

    • 6. September 2010 um 22:04 Uhr
    • Erol Bulut
  132. 136.

    Ob das Canakalelutscherchen überhaupt den Flugplan nach Konstantinopel lesen kann?

    • 6. September 2010 um 22:05 Uhr
    • Bergpalme
  133. 137.

    @FreeSpeech
    Na, denken Sie mal in Ruhe nochmal drüber nach :-)

    • 6. September 2010 um 22:05 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  134. 138.

    @ EB

    Eine Posting ohne das Wort debil. Ersma bravo.

    Sischer dat.

  135. 139.

    @Publicola

    Sie sind wahrhaft ein Segen für diesen Blog :-)

    • 6. September 2010 um 22:07 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  136. 140.

    @SoC

    Ja? Erklären Sie! So ein einzelner Satz beschädigt doch hier Ihren Ruf, yuahahaha

    Manches muss den Eingeweihten vorbehalten bleiben – oder denen, die mit Google umzugehen wissen.

    • 6. September 2010 um 22:08 Uhr
    • NKB
  137. 141.

    @NKB
    Verehrter NKB,

    ich kann Sie zwar nicht ausstehen, aber ich respektiere Sie. Seien Sie nicht langweilig!

    • 6. September 2010 um 22:10 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  138. 142.

    [[In die Rolle des bedeutenden Genetik-Experten Sarrazin geschlüpft:]]

    Es gibt übrigens ein Gen, das für Beschimpfen verantwortlich ist, und so einem jeden die eigene, persönliche Verantwortung für eine derartige Neigung abnimmt – Ursache ist ja das Gen:

    http://www.happinessonline.org/MoralCode/LiveWithTruth/p3.htm

  139. 143.

    JL: “Oder heißt Meinungsfreiheit auch Konsequenzlosigkeit?“

    Aha ! Konsequenzen sollen Meinungen haben, Sie outen sich lieber Herr Lau!
    Und Sie möchten vielleicht zu den Gerechten gehören, die die Klinge schärfen!?

    JL:„Ist die Meinungsfreiheit in Gefahr nach dieser Woche? „

    Sie war in Gefahr, vor dieser Woche!

    JL:“Es gibt kein Menschenrecht auf einen Posten bei der Bundesbank.“

    Bei Ihrem, mit Verlaub, läppischen Versuch in Klassenkampf, vergessen Sie Ihre KollegInnen, lieber Herr Lau, die ihre Meinung nicht sagen, aus Angst davor, danach ihre Familien nicht mehr ernähren zu können.
    Und Ihren Kollegen, den von mir hochgeschätzten Mathias Matussek , nehmen Sie nicht ernst?
    Dann machen Sie mal folgendes Experiment: Sehen Sie morgen in den Spiegel und denken Sie an ihn.
    Viel Spaß, und Gute Nacht!

    • 6. September 2010 um 22:12 Uhr
    • Hippodamos
  140. 144.

    @NKB

    alte Labertasche, vorsicht mit den unausgegorenen Beissversuchen.

    >>> Er (der Staat) hat dabei zumal die Grundrechte der Kinder zu berücksichtigen, namentlich deren Grundrecht auf negative Religionsfreiheit (die Meinung der Lehrerin).<<<

    Und darf ein Bundesbankvorstand, Repärentant einer der wichtigsten Staatsinstitutionen, Kindern jeden menschenverachtenden Schwachsinn nahe legen?

    Im Übrigen habe ich, wie schon erwähnt der Überforderung vorzubeugen, die Frage zwischenzeitlich angepasst.

    • 6. September 2010 um 22:14 Uhr
    • Erol Bulut
  141. 145.

    Das ‘Kapern’ “gelang” vermutlich nicht ohne stumme Einwilligung des ‘Jefe’.

    Eben, denn er kennt seine Pappenheimer.

  142. 146.

    @Bulut

    Darf eine Lehrerin ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen nach Feierabend Bücher veröffentlichen, in denen Sie behauptet, das Kopftuch wäre ein Zeichen für eine “anständige Frau”, oder darf das im Rahmen der “Meinungsfreiheit” nur ein Bundesbankvorstand ?

    Kommt ganz auf das Bundesland an. In manchen müssen Sie sich als Lehrer nämlich bekanntermaßen verpflichten, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu vertreten – wobei auch diese Bestimmungen nicht immer wasserdicht sein dürften. In Ihrem Beispielsfall könnte die solchermaßen bekundene Ansicht jedenfalls zu Problemen führen.

    Abgesehen davon, dass der Aussagegehalt Ihres Beispiels ein anderer ist als bei Sarrazin, besteht ein wesentlicher Unterschied darin, dass die Tätigkeit einer Lehrerin, anders als bei einem Bundesbankvorstand, die Aufgabe umfasst, Kindern etwas zu vermitteln. Soweit sie ihre Ansichten aber tatsächlich nur im privaten Rahmen äußert, sollte auch eine Lehrerin das Recht haben, sich ein wenig als Islamistin zu betätigen. Wie ihre Schüler und Kollegen das aufnehmen, ist natürlich eine andere Frage.

    Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt, in dem eine Lehrerin für ein kontroverses Buch entlassen worden wäre – obwohl es, da es hier wohl um Beamtenrecht ginge, dafür wenigstens ein geeignetes und vorgesehenes Verfahren gäbe.

    alte Labertasche, vorsicht mit den unausgegorenen Beissversuchen.

    Was macht es Ihnen eigentlich so schwer, in Beiträgen auf Beleidigungen zu verzichten – zumal Sie derjenige sind, der hier alle paar Tage dieselben seitenlangen Versatzstücke über Israel und die pöhsen Juden einstellt?

    • 6. September 2010 um 22:19 Uhr
    • NKB
  143. 147.

    @ Spirit
    Bevor das Grundgesetz für den Islam passend gemacht wird, kann ma’s einfach ignorieren. Hat sich ja bisher auch keiner drüber aufgeregt. Die Zeit geht aber langsam zu Ende.

    • 6. September 2010 um 22:22 Uhr
    • moron
  144. 148.

    @moron

    Uhhhhhhhhh, yuahahahaha!

    Wie auch immer, ich gehe Urlaub machen in der Stadt der christlichen feuchten Träume, yuahahaha.

    Allah’u akbar und gute Nacht!

    • 6. September 2010 um 22:25 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  145. 149.

    Und hier das Tanz-Gen (1):

    http://genome.wellcome.ac.uk/doc_WTX033715.html

  146. 150.

    Und hier das Tanz-Gen (2):

    http://www.youtube.com/watch?v=8AauQtk9l8A

  147. 151.

    *kringel*

    „Nicht nur die SPD kann etwas von Buschkowsky lernen“, sagte Nahles.

  148. 152.

    @SoC

    Wenn das so ist, will ich mal nicht so sein:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Origin_and_development_of_the_Qur%27an

    Es wird daneben schon seinen Grund gehabt haben, dass Uthman offenbar sehr erpicht war, soweit möglich, frühere Versionen vernichten zu lassen.

    • 6. September 2010 um 22:30 Uhr
    • NKB
  149. 153.

    Wie wäre es mit SchweiGen.

  150. 154.

    @ M. Riexinger

    SchweiGen

    Hey – super – I like it

  151. 155.

    ad 145 – Miriam G.

    Eben, denn er kennt seine Pappenheimer

    Fein – lol

  152. 156.

    @spirit
    (zu Bergpalme)
    hasiktir lan ibne!

    „Ibne“ und „oruspu“ habe ich bei Ahmet Toprak gelernt („Die türkischen Männer, das schwache Geschlecht“)

    Vor allem die sexualisierte Gewalt in Form von Beleidigung ist
    verbreiteter als angenommen. Die Mädchen, und vor allem aber die Ehefrauen, werden als Nutte (orospu) beschimpft, die Männer als schwul (ibne) bezeichnet. Ziel dieser sexualisierten Gewalt ist es, die Betroffen in ihrer Ehre zu kränken und dafür zu sorgen, dass sie sich nicht wie Nutten oder wie schwule Männer verhalten.

  153. 157.

    p.s. Um Missverständinisse vorzubeugen: Die Aussage Hasiktir lan ibne!
    stammt natürlich von Spirit und nicht von mir.

  154. 158.

    @NKB

    ein Bundesbankvorstand muss nicht nur jedem Kind, sondern auch jedem Bürger die „Bildung“ vermitteln, dass er als Wächter unserer Kohle kompetent genug dafür ist, 24h, jeden Tag! Da darf man einfach nicht den Dünnschiss Schwätzen, den Herr Sarrazin in die Welt wirft. Oder meinen Sie, dass einer der Bundesbankvorstände einfach behaupten dürfte, dass frauen Dümmer als Männer sind und keine Führungspositionen anstreben? Genauso wenig darf eine Lehrerin Bücher oder Interviews veröffentlichen, in denen Sie willkürlich 70% der Deutschen als „unnütz“ bezeichnet. Das aus gutem Grund, weil das die Grenzen der Meinungsfreiheit in einem zivilisierten Staat sind.

    • 6. September 2010 um 22:43 Uhr
    • Erol Bulut
  155. 159.

    @ P

    Gut Sie haben Humor, habe einen Moment gezögert…

  156. 160.

    ad 159 @MR

    A pun is always fun

  157. 161.

    @Miriam

    wow, jetzt wisssen mit Hilfe von Toprak die Deutschen endlich, warum „Nutte“ und „Schwuler“ hier in Deutschland als Beleidigungen verwendet werden.

    • 6. September 2010 um 22:50 Uhr
    • Erol Bulut
  158. 162.

    @Bulut

    Sarrazins Meinung zu diesen Sachverhalten hat mit seiner beruflichen Tätigkeit schlicht nichts zu tun. Daneben möchte ich gar nicht wissen, wie ein Qualifikationsprofil sich ausnehmen würde, wenn es Ihren ideologischen „Ansprüchen“ genügen müsste.

    Oder meinen Sie, dass einer der Bundesbankvorstände einfach behaupten dürfte, dass frauen Dümmer als Männer sind und keine Führungspositionen anstreben?

    Das hat Sarrazin über die Muslime (oder eine andere Zuwanderergruppe) nun wiederum nicht gesagt. Selbst wenn ein Bundesbankvorstand eine solche Ansicht privat bekunden würde, sich aber sonst im Umgang mit den etwa bei der Bundesbank angestellten Frauen korrekt verhält, würde ich darin nicht ohne weiteres einen Grund sehen, ihn zu entlassen.

    • 6. September 2010 um 22:51 Uhr
    • NKB
  159. 163.

    @NKB
    Es ist doch uninteressant, was in TS Vertrag steht. In keinem vertrag eines Angestellten steht, wie man sich benehmen zu benehmen hat. Wie überall kann er nach einem Regelverstoß (Rufschädigung der Bundesbank durch Schwätzerei) abgemahnt und dann bei Wiederholung entlassen werden. Oder haben Bundesbänker besondere Verträge?
    Ein plattes aber schnelles Beispiel: Wie war es 87 mit Toni Schumacher? Entlassung sowohl bei der Nationalmannschaft als auch bei der FC Köln wegen “Anpfiff”.

    Sarrazin sitzt einerseits in einem hochen Gremium einer staatlichen Institution, insofern können seine Äußerungen als von gesteigertem öffentlichen Interesse gewertet werden. Andererseits hat dr Tünn im Gegensatz dazu tatsächliche und/oder vermeintliche Branchen- und Vereinsinterna ausgeplaudert. Das lässt sich Sarrazin nicht nachsagen.

    • 6. September 2010 um 22:51 Uhr
    • N. Neumann
  160. 164.

    (@ docaffi)

    • 6. September 2010 um 22:51 Uhr
    • N. Neumann
  161. 165.

    @ NN

    Wenn wir schon bei den Pappenheimern sind:

    Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt, der lange Weg entschuldigt Euer Säumen!

  162. 166.

    @NKB & NN

    Wir dürfen gespannt sein, wie die Sache ausgeht. Auf jeden Fall argumentiert die Führung der Bundebank so ähnlich, wie ich geschildert hatte:

    „Zudem zitierte der „Spiegel“ aus einem dem Entlassungsantrag an Bundespräsident Christian Wulff vorangestellten Brief von Bundesbank-Präsident Axel Weber und dessen Stellvertreter Franz-Christoph Zeitler: Sarrazin sei vertraglich verpflichtet, „Mäßigung und Zurückhaltung zu wahren, die sich aus seiner Stellung gegenüber der Allgemeinheit und aus Rücksicht auf die Pflichten seines Amtes ergeben“. Folglich müsse er seine Aufgaben „unparteiisch und gerecht erfüllen“.
    „In dem Schreiben heiße es weiter, Sarrazin habe nach seinem Anstellungsvertrag die Pflicht, „sich jederzeit in einer Weise zu verhalten, die das Ansehen der Deutschen Bundesbank und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Deutsche Bundesbank aufrechterhält und fördert“. Dagegen habe Sarrazin durch sein Verhalten in der Öffentlichkeit in gravierender Weise verstoßen. Das notwendige Vertrauensverhältnis sei nicht mehr gegeben. Deshalb sehe die Bundesbank „keine andere Möglichkeit, als die Abberufung von Herrn Dr. Sarrazin aus seinem Amt zu beantragen.“

    http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E16690887C92B43D29278A7539D0289ED~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    • 6. September 2010 um 23:13 Uhr
    • docaffi
  163. 167.

    Vor 38 Jahren haben arabische Terroristen unsere Olympiade überfallen.

    • 6. September 2010 um 23:14 Uhr
    • J.S.
  164. 168.

    @Jörg Lau

    Ich bitte stets Ursache-Wirkungszusammenhänge zu beachten!

    @ SoC

    Präventives Rummjammern ist würdelos.

    • 6. September 2010 um 23:20 Uhr
    • N. Neumann
  165. 169.

    Komisch das Kirsten Heisig so viel weniger Beachtung gefunden hat.

    • 6. September 2010 um 23:27 Uhr
    • J.S.
  166. 170.

    Öhm, mal ne Frage am Rande.

    Wo bleibt eigentlich die vielbesungene lange ausgebliebene Integrationsdebatte, nachdem endlich mal jemand ausreichend provoziert und polemisiert hat. Die muss doch jetzt kommen. Oder?

    Ich warte……

    • 6. September 2010 um 23:27 Uhr
    • Limited
  167. 171.

    @J.S.

    Ist interessanter;

    Vor 56 Jahren :
    Beginn der deutschen Bombardierung englischer und belgischer Städte mit der V2 Rakete

    Vor 45 Jahren :
    In Istanbul und İzmir kommt es zu schweren antigriechischen Pogromen, wobei fast alle orthodoxen Kirchen verwüstet werden.

    • 6. September 2010 um 23:27 Uhr
    • Erol Bulut
  168. 172.

    @Neumann

    Ey Neumann, Sie edler Deutscher, was bin ich gerührt, dass Sie mich wieder ansprechen.

    Kaum bin ich weg, wird über mich hergezogen, ihr Lümmel ihr, yuahahahaha.

    • 6. September 2010 um 23:29 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  169. 173.

    @NKB & NN

    Wir dürfen gespannt sein, wie die Sache ausgeht.

    @ Docaffi

    Bin ich.

    Auf jeden Fall argumentiert die Führung der Bundebank so ähnlich, wie ich geschildert hatte:

    Naja, bis auf den Vergleich zum Tünn.

    Wenn ich der Verteidiger Sarrazins wäre, würde ich jedenfalls darauf verweisen, dass seine öffentlichen Äußerungen und seine publizistische Tätigkeit in keinerlei Zusammenhang zu seinem Amt stehen.

    Ein wenigstens etwas passenderer Vergleich wäre der zum ehemaligen Oberstleutnant Rose, ein Pseudopazifist, der seinen staatlichen Arbeitgeber, die Bundeswehr, doch in einem erheblichen Ausmaß kritisiert hat. Der Punkt ist, dass Rose für eine beleidigende Äußerung über das KSK zwar mit einer Geldstrafe belegt, aber nicht gefeuert wurde. Er trat in den Ruhestand.

    • 6. September 2010 um 23:35 Uhr
    • N. Neumann
  170. 174.

    @Limited

    ?

    • 6. September 2010 um 23:40 Uhr
    • Unlimited
  171. 175.

    @Neumann

    Ey Neumann, Sie edler Deutscher, was bin ich gerührt, dass Sie mich wieder ansprechen.

    @ SoC

    Sie waren beleidigt, nicht ich.

    Kaum bin ich weg, wird über mich hergezogen, ihr Lümmel ihr, yuahahahaha.

    Ja, ich weiß, sie werden von den Doitschen immer und überall schlecht behandelt.

    • 6. September 2010 um 23:43 Uhr
    • N. Neumann
  172. 176.

    @Neumann
    „Sie waren beleidigt, nicht ich.“

    Ihnen muss ich bedauerlicherweise jetzt auch einen Idiotenschein ausgeben. Warum stecken Sie eigentlich Ihre Nase in diese Sache, wenn Sie den Zusammenhang nicht kennen? Ich bin mit einer Sperrung vorgewarnt und wollte den Hernn Lau bloß darauf aufmerksam machen, dass ich die Bergschwuchtel ignoriere, aber seine Attacken nicht hinnehme. Der Herr Lau mag mich natürlich nach eigenem Ermessen für irgendeinen Kommentar sperren wollen, aber die Bergschwuchtel als Ursache für eine Sperrung emfände ich als inakzeptabel. Wo genau sehen Sie nun da ein „Rumjammern“ oder ein „Beleidigt sein“?

    „Ja, ich weiß, sie werden von den Doitschen immer und überall schlecht behandelt.“

    Sie bilden da natürlich eine Ausnahme, Sie edler Deutscher Sie, yuahahahaha.

    • 7. September 2010 um 00:00 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  173. 177.

    @NN
    Warum war der Vergleich zum Tünn falsch?? Er wurde vom DFB rausgeschmiessen, weil er über Doping in der Bundesliga erzählt hatte. Stand in seinem Vertrag, dass er das nicht erzählen dürfe?

    Ich finde die Analogie verblüffend:

    „MAYER-VORFELDER: Als Kapitän der Nationalmannschaft. Es ist ja ein Unterschied, ob irgendein Journalist, ob die „Bild“-Zeitung oder der SPIEGEL, es sagt oder der Kapitän der Nationalmannschaft, der in einem besonderen Vertrauensverhältnis zu seinen Mitspielern steht. Darüber hinaus, gleichgültig, was stimmt oder nicht, hat Schumacher es ja nicht getan, um endlich Sauberkeit in den Fußball zu bringen, sondern um die Verkaufsziffer seines Buches zu erhöhen.“

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13523379.html

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13524967.html

    • 7. September 2010 um 00:00 Uhr
    • docaffi
  174. 178.

    @NN
    Warum war der Vergleich zum Tünn falsch?? Er wurde vom DFB rausgeschmiessen, weil er über Doping in der Bundesliga erzählt hatte. Stand in seinem Vertrag, dass er das nicht erzählen dürfe?

    Ich finde die Analogie verblüffend:

    “MAYER-VORFELDER: Als Kapitän der Nationalmannschaft. Es ist ja ein Unterschied, ob irgendein Journalist, ob die “Bild”-Zeitung oder der SPIEGEL, es sagt oder der Kapitän der Nationalmannschaft, der in einem besonderen Vertrauensverhältnis zu seinen Mitspielern steht. Darüber hinaus, gleichgültig, was stimmt oder nicht, hat Schumacher es ja nicht getan, um endlich Sauberkeit in den Fußball zu bringen, sondern um die Verkaufsziffer seines Buches zu erhöhen.”

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13523379.html

    • 7. September 2010 um 00:00 Uhr
    • docaffi
  175. 179.

    @Soc:Haben sie Hämorrhoiden, oder warum reden sie so gequält daher?

    • 7. September 2010 um 00:06 Uhr
    • Unlimited
  176. 180.

    >Ich habe das Buch seit etwa fünf Wochen in einer mit Wasserzeichen versehenen Datei vorliegen.

    Dann lesen sie es endlich

    • 7. September 2010 um 00:09 Uhr
    • PBUH
  177. 181.

    Also, wer immer noch das genetische Handicap einer gewissen Klientel bezweifelt, ist spätestens jetzt in Erklärungsnöten.

    Postet Ihr Knallfrösche alle aus demselben beschützten Wohnprojekt?

    m.

    • 7. September 2010 um 00:11 Uhr
    • miles
  178. 182.

    Stimmt es eigentlich, dass sich Spiegel und BILD für das Recht zur Erstveröffentlichung der Buchauszüge und andere Redaktionen bei Zitationen verpflichtet haben (bei Androhung einer Buße von 50.000 Euro, so berichtete es zumindest Herr Reitzle von der WAZ im Presseklub) diese Auszüge für mehrere Tage nicht kritisch und differenziert zu kommentieren?

    Wenn ja, wäre dies nicht nur kein Gütesiegel für den Spiegel (die BILD spielt hier keine Rolle), sondern eine verheerende Verletzung journalistischer Prinzipien, da man sich damit zum devoten Herold für Sarrazin Thesen gemacht hätte.

    Was das heißt, wenn ein Autor und ein Verlag Kritik verbieten lassen, kann sich jeder selbst denken.

    • 7. September 2010 um 00:14 Uhr
    • Limited
  179. 183.

    @Unlimited

    „Aber bei dem Deutschen ist das Selbstbewußtsein schlimmer, hartnäckiger und widerwärtiger als bei allen andern. Der Deutsche bildet sich ein, die Wahrheit zu kennen. “ Tolstoi

    Diese Wahrheit erfüllt mich mit tiefem Schmerz! yuahahahahahaha

    • 7. September 2010 um 00:15 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  180. 184.

    @soc:sie kennen die wahrheit auch. immer.sie sind ein deutscher!yuahahahahaha

    • 7. September 2010 um 00:32 Uhr
    • Unlimited
  181. 185.

    @Unlimited
    „sie sind ein deutscher“

    Oh Mann, wenn das jetzt kein Eigentor war, yuahahahahahaha! Wollten Sie mich jetzt etwa beleidigen? Ein Deutscher bleidigt scheinbar einen Türken mit „Sie Deutscher“, yuahahahaha. Ey, mir kommen die Tränen!

    Wie ist das denn jetzt eigentlich? Bin ich als Deutscher nun intelligenter als Türken? Habe ich nun plötzlich kein Dummen-Gen mehr oder wie? Fragen über Fragen …

    • 7. September 2010 um 00:39 Uhr
    • Spirit of Canakkale
  182. 186.

    – jörg lau. eine antwort aus dem volk

    Mit Recht oder nicht, Sie werfen dem Sarrazin allerhand vor, dadurch unterscheiden Sie sich von vielen nicht. Es herrscht seit einiger Zeit Meinungseinfalt. Was mich aber stutzig macht, ist Ihre Formulierung bezüglich des Norbert Bolz (wahrlich nicht mein Fall):
    „Norbert Bolz, welch eine Enttäuschung. Wenn Intellektuelle sich ans Volk ranschleimen, ein hässlicher Anblick.“ So – das darf man ungestraft so ausdrücken? Das mag von so ausdrücken, -jörg.lau? An wen wollen Sie sich durch diese Äußerung ranschleimen? Welche Sorte Menschen passt Ihnen besser als das gemeine (das wollten Sie sicherlich sagen) Volk? Man muss feststellen, Sie haben auch nichts dazu gelernt. Was versuchte mir beizubringen (wie viele andere Väter oder Mütter): Fass Dich zuerst an Deine eigene Nase!

    • 7. September 2010 um 01:04 Uhr
    • dacapo
  183. 187.

    textberichtigung an -jörg.lau:
    1/ …….Das mag man so ausdrücken?
    2/ …….Mein Vater versuchte mir beizubringen (wie viele Väter und Mütter):………..

    • 7. September 2010 um 01:09 Uhr
    • dacapo
  184. 188.

    Meine Beobachtungen:

    Viele Politiker und Journalisten werfen Sarrazin alles mögliche vor, Rassismus, NPD-Nähe, blablabla… .
    Nur sind das ihre Interpretationen auf Sarrazins Thesen und ihre Reflexe auf bestimmte Wörter, wie „Gene“ und „Juden“. Es ist nicht, das was Sarrazin tatsächlich geschrieben, gesagt oder gemeint hat. Noch dazu interessieren sie sich auch nicht für biologische Erkenntnisse und den Stand der Forschung. Nur die eigene Bestätigung zählt. „Gene“ in Bezug auf Menschen sind Nazi, basta.
    Mich hat das völlig restlich desillusioniert.
    Es scheinen sich in erster Linie Träumer und Realitätsverweigerer unter diesen Berufsgruppen zusammenzufinden. Lesekompetenz und Verständnisfähigkeit gehen scheinbar gegen 0.
    Hauptsache sich empören.

    Das Paradebeispiel war die Sendung „Beckmann“. Nur noch Fremdschämen angesagt.
    Das ist nicht nur mir aufgefallen, auch in meinem weitgehend unpolitischen Freundeskreis wurde die argumentative Hilflosigkeit und peinliche Rhetorik der Sarrazin-Gegner bemerkt.

    Mich interessiert jetzt vor allem, wie dies zu Stande kommt?
    Wie kommt es zu dieser „Parallelwelt“ vieler Journalisten und Politiker, die nicht mal merken, wie schwach sie daher reden?
    Was ist der Grund?

    • 7. September 2010 um 02:26 Uhr
    • Tschaeka
  185. 189.

    Deutschland’s Ruf im Ausland

    Nachfolgend sind einige Reaktionen der Internationalen Presse auf die Aussagen von Thilo Sarrazin.

    http://dontyoubelievethehype.com/2010/09/deutschlands-ruf-im-ausland/

  186. 190.

    @188

    Sie interessiert also mehr der Ruf Deutschlands als sein tatsächlicher Zustand?

    • 7. September 2010 um 07:09 Uhr
    • Faber
  187. 191.

    Sie interessiert also mehr der Ruf Deutschlands als sein tatsächlicher Zustand?

    1) Deutschland grenzt an neun europäische Nachbarstaaten

    2) Im Jahr 2009 war es die zweitgrößte Export- und drittgrößte Importnation

    3) Die wichtigsten Leitlinien deutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen

    4) Das deutsche Grundgesetz äußert sich an gleich vier unterschiedlichen Stellen zur Wahrung des Friedens. Schon in der Präambel heißt es, das deutsche Volk sei vom Willen beseelt, „dem Frieden der Welt zu dienen“. Gleich darauf in Art. 1 GG wird weiter ausgeführt, dass die Menschenrechte als Grundlage des Friedens gelten sollen.

    5) Deutschland unterwirft sich nach Art. 25 GG dem Völkerrecht. Dabei ist bemerkenswert, dass die Bundesrepublik das Völkerrecht auch als unmittelbar im internen Rechtsraum anerkennt und nicht etwa von einer Dualität von nationalem und Völkerrecht ausgeht, wie es andere Staaten tun.

    6) Das Völkerrecht (ungenau ist der Begriff internationales Recht) ist eine überstaatliche Rechtsordnung, durch die die Beziehungen zwischen den Völkerrechtssubjekten (meist Staaten) auf der Grundlage der Gleichrangigkeit geregelt werden.
    Wichtigste positivrechtliche Rechtsquelle des Völkerrechts ist die Charta der Vereinten Nationen und das in ihr niedergelegte Allgemeine Gewaltverbot, das als Völkergewohnheitsrecht auch über die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen hinaus verbindlich ist und jedem Staat einen Angriffskrieg verbietet.
    Das supranationale Recht [z.B. Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte] gilt als Besonderheit des Völkerrechts, weil es ebenfalls überstaatlich organisiert ist, weist allerdings durch die Übertragung von Hoheitsgewalt auf zwischenstaatliche Einrichtungen einige Besonderheiten auf, die nicht vollständig mit dem Völkerrecht erklärbar sind.

    7) 1965 definiert die UNO im Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung den Begriff der „Rassendiskriminierung“ als: „jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird.“

    Zitate aus wikipedia (de); dort die 4 Einträge:
    ‚Deutschland‘ – ‚Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland‘ – ‚Völkerrecht‘ – ‚Rassismus‘ – ‚Supranationalität‘

  188. 192.

    5 Einträge

  189. 193.

    @Faber
    sein tatsächlicher Zustand interessiert mich allerdings. Das meiste, was ich von Herrn S. gehört habe, halt ich für Unsinn.

  190. 197.

    Alt i alt diskuteres sagen faktisk i Tyskland efter de indledende diffameringer.

    http://blogs.jp.dk/slipfrihedenloes/2010/09/06/problemer-erkendes-f%C3%B8rst-nar-de-ikke-kan-l%C3%B8ses/

  191. 198.

    For the moment, Mr. Wulff is caught in a Ceausescu moment as he stands before the country and sees nobody waving back.

    Sowas würde ich mal gerne von einem dieser konditionierten Lohnschreiber hierzulande hören. Einfach göttlich.

    • 7. September 2010 um 09:08 Uhr
    • riccardo
  192. 199.

    @ marriex

    schau doch nochmal bitte in den alten treat (die frau hinter der…), da hab ich noch was gepostet für dich.

    • 7. September 2010 um 09:08 Uhr
    • Zagreus
  193. 200.

    ad 193 – MR

    Sarrazin, for better or worse, has outted a festering issue that Germany’s political class will have to take on before it’s hijacked by fringe groups

    Hatte nicht korrekter-weise und dankenswerter-weise der Kommentator N. Neumann auf dem Lau-Parallel-Thread ‚Die Frau hinter der „Cordoba Initiative“ in seinem Beitrag Nr. 598 angemerkt:

    De[r] größte[n] Fehler … besteht darin, sich auf die ebenso beständige wie frontale Abwehr von Rechtspopulisten zu kaprizieren und darüber das reale Substrat von Defiziten und Problemen zu vernachlässigen, von dem sich Rechtspopulismus nährt.

  194. 201.

    @Wetter #188

    DasmachtmannichtwassollendenndieLeutedenken? Wetter,Sie haben ein Untertanen-Gen

    • 7. September 2010 um 09:22 Uhr
    • riccardo
  195. 202.

    @ricci

    😉

    • 7. September 2010 um 09:25 Uhr
    • Andreas Wetter
  196. 203.

    ad 197 – MR

    Relevantes Zitat in dem Beitrag des dänischen Blogtextes
    ‚Die Probleme werden nur anerkannt, wenn sie nicht mehr gelöst werden können':

    Dire la vérité est utile à celui à qui on la dit, mais désavantageux à ceux qui la disent, parce qu’ils se font haïr

    die Wahrheit sagen ist dem nützlich, dem man sie sagt, aber denen nachtheilig, die sie sagen, weil sie sich gehässig machen
    von Blaise Pascal (1623-1662)

    http://littre.reverso.net/dictionnaire-francais/citation/dire_la_verite_est_utile_a_celui_a_qui_on_la_dit/188273

  197. 204.

    @ ricc

    Es würde zumindest zum Herrenreiter-Gen passen.

  198. 205.

    Heute kommt es wohl dichke für die Lusenkisten vom sozialdemokratisch-medialen Komplex:

    Folgt auf die politische Kontroverse nun eine Wissenschaftsdebatte? Die Entwicklungspsychologen Detlef Rost und Heiner Rindermann, auf deren Forschungsergebnisse sich Thilo Sarrazin in seinem Buch oft bezieht, prüfen Sarrazins fünf intelligenz- und bildungsbezogenen Hauptthesen nach und stellen fest, dass sie „was die psychologischen Aspekte betrifft, im Großen und Ganzen mit dem Kenntnisstand der modernen psychologischen Forschung vereinbar“ sind. Das gelte auch für seine Zusammenfassung von Erb- und Umwelteinflüssen auf die Intelligenz: „Aufgrund vieler Zwillings-, Adoptions- und Patchworkfamilienstudien aus unterschiedlichsten Ländern wissen wir, dass sich Intelligenzunterschiede von Menschen zu fünfzig bis achtzig Prozent durch genetische Faktoren aufklären lassen; bei Älteren und unter günstigen Umweltbedingungen ist der Einfluss genetischer Faktoren auf die interindividuelle Variabilität kognitiver Leistungen stärker als bei jüngeren Kindern und unter ungünstigen Umweltbedingungen. Die von Sarrazin angeführten Zahlen, die sich auf die Bedeutung der Genetik für Intelligenzunterschiede beziehen, sind korrekt.“ (Detlef Rost hat dies auch schon 2007 in einem Interview in der Zeit erklärt, ohne das es irgendein Aufsehen erregt hätte.)

    http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2010-09-07.html#a28569

  199. 206.

    Arrrg. Lysenkisten.

  200. 207.

    @MR

    In einem anderen Zweig sieht es dann so aus:

    My interest is in the interaction of policy/politics and science in the past – in situations far enough away that they will not arouse passions today (maybe a futile hope). Lysenkoism was one of the worst, if not the worst cases, where this interaction went really bad. Another one was eugenics. How did science come into such bad situations, and how did it escape/recover from it.

    F***k, man wird total wuschig bei diesem Thema.

    http://klimazwiebel.blogspot.com/2010/06/nils-roll-hansen-lesson-from-lysenkoism.html

    • 7. September 2010 um 09:54 Uhr
    • Boothby
  201. 208.

    Viel Vergnügen bei der weiteren Gen-Diskussion (‚senza fine‘):

    Artikel “ Intelligenz-Forschung – Wir sind alle Schlümpfe“
    Von Jörg Albrecht und Volker Stollorz
    FAZ – 05. September 2010 “

    http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~E8263E3ECE7D04FE491A22CC348AADD20~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  202. 209.

    @ M. Schönberg # 106

    „Selbst wenn man Sarrazin ganz und gar daneben findet, muss man sich damit auseinandersetzen. “

    Muss man nicht.

  203. 210.

    @M. Riexinger

    >Perlentaucher Link

    Auch gut:

    Gemeldet wird, dass Kurt Westergaard bei einer von Chefredakteuren besetzten Tagung in Potsdam einen Preis für Pressefreiheit bekommt, „weil er trotz Todesdrohungen demokratische Werte verteidige“. (Und ihm gegenüber sitzen dann Medienrepräsentanten wie Stefan Aust oder Hans-Werner Kilz, die trotz keiner Todesdrohung, demokratische Werte nicht verteidigten, mehr hier.)

    :-)

    Lau muss unbedingt nachlegen, sonst gehört er am Ende doch noch zu den Verlierern

    • 7. September 2010 um 11:43 Uhr
    • PBUH
  204. 211.

    http://www.zeit.de/2007/23/C-Interview-Rost

    ZEIT: Hochbegabte kommen, das haben Sie herausgefunden, häufig aus höheren sozialen Schichten. Woran liegt das?

    Rost: Intelligenz ist erstens zu 50 bis 80 Prozent genetisch bedingt, wird zweitens von Umweltanregungen beeinflusst und hängt drittens von der Wechselwirkung zwischen Anlage und Umwelt ab. In der Regel werden Begabtere in höhere soziale Schichten hineingeboren. Dort erhalten sie dann zumeist eine bessere Erziehung und Förderung, es gibt mehr Bücher, man unterhält sich viel und differenziert, die Kinder werden vielleicht auch auf bessere Schulen geschickt.

    • 7. September 2010 um 11:55 Uhr
    • PBUH
  205. 212.

    SPON hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716081,00.html

    Bade: Ich sehe keine Integrationsmisere in Deutschland. Wie der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration in seinem aktuellen Jahresgutachten gezeigt hat, verläuft Integration in Deutschland sehr viel erfolgreicher, als es die Desintegrationspublizistik glauben machen will, auch im internationalen Vergleich. Ausnahmen bestätigen die Regel. In den letzten zehn Jahren ist in Sachen Integrationspolitik mehr geschehen als in den vier Jahrzehnten zuvor. Die in Deutschland geborene Zuwandererbevölkerung der zweiten und dritten Generation erzielt in fast allen Bereichen, sei es Bildung oder Arbeitsmarkt, deutlich bessere Ergebnisse als ihre Eltern und Großeltern. Dieser Effekt lässt sich für nahezu alle Herkunftsgruppen beobachten.

    Ja ja, wo wäre Schland ohne den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration und was wäre ohne die Migrationsindustriellen und -industriearbeiter, die kleinen und großen Bades, die Heitmeyers und Terkessides‘, und all die anderen ‚Experten‘ und ihre publizistischen Claqueure nur aus diesem Land geworden.

    Noch nicht zufrieden? Dann müssen eben weitere ‚Mittel‘ fließen – dann wird auch dem letzten Zweifler klar, wie blind er bisher auf die eingebildeten Probleme blickte: wir müssen unsere Anstrengungen intensivieren. Und intensivieren. Und …

    m.

    • 7. September 2010 um 12:00 Uhr
    • miles
  206. 213.

    @PBUH
    Das sollten Sie vielleicht auch verlinken:

    „Rost: Ja. Intelligenz hängt deutlich von Umweltanregungen ab. Das kann man daran sehen, dass der Schulbesuch die Intelligenz fördert. Jeder Schulmonat bringt bis zu einem halben IQ-Punkt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es vielleicht keine so gute Idee, die Schulzeit zu verkürzen.“

    http://www.zeit.de/2007/23/C-Interview-Rost

    • 7. September 2010 um 12:12 Uhr
    • docaffi
  207. 214.

    @HJS
    Schade, dass Sie nicht den ganzen Absatz kopiert haben:
    „Wir haben eine gigantische Kluft zwischen den Umfrageergebnissen und den Verlautbarungen der Elite in Politik und Medien. Selbst wenn man Sarrazin ganz und gar daneben findet, muss man sich damit auseinandersetzen.“

    Auf die besagte Kluft zwischen Elite und Otto Normalverbraucher kam es mir an, nicht auf Sarrazin als Person, noch nicht mal auf seine Thesen im Einzelnen. Die Leute nehmen doch das von seinen Äußerungen wahr, was mit ihren Erfahrungen zu tun hat und fühlen sich bestätigt.

    • 7. September 2010 um 12:20 Uhr
    • Martin Schönberg
  208. 215.

    @docaffi

    >Das sollten Sie vielleicht auch verlinken

    Hab ich doch :-)

    • 7. September 2010 um 12:28 Uhr
    • PBUH
  209. 216.

    —PBUH

    Kommt dazu, dass viele Hochbegabte aus unteren Schichten gar nicht als solche erkannt werden, oder ihre Leistung begrenzen, weil sie sich nicht für intelligent halten.
    Ich kenne genug solche Fälle.

  210. 217.

    Die Mehrheit derjenigen, die Herrn S. recht geben, haben sicherlich gerade keine realen „Erfahrungen“ mit der angeblichen Problemgruppe gemacht (wenn man das missfallende Erblicken von Kopfbetuchten Frauen einmal absieht).

    • 7. September 2010 um 12:34 Uhr
    • Andreas Wetter
  211. 218.

    @Wetter
    Das sehe ich anders, zumindest für westdeutsche größere und auch kleinere Städte, weiß es aber zugegebenermaßen nicht. Doch selbst wenn Sie Recht hätten, wäre die erwähnte Diskrepanz für die Politik ein dramatischer Befund. Finden Sie nicht?

    • 7. September 2010 um 12:48 Uhr
    • Martin Schönberg
  212. 219.

    —M. Riexinger

    Folgt auf die politische Kontroverse nun eine Wissenschaftsdebatte? Die Entwicklungspsychologen Detlef Rost und Heiner Rindermann, auf deren Forschungsergebnisse sich Thilo Sarrazin in seinem Buch oft bezieht, prüfen Sarrazins fünf intelligenz- und bildungsbezogenen Hauptthesen nach und stellen fest, dass sie “was die psychologischen Aspekte betrifft, im Großen und Ganzen mit dem Kenntnisstand der modernen psychologischen Forschung vereinbar” sind. Das gelte auch für seine Zusammenfassung von Erb- und Umwelteinflüssen auf die Intelligenz: “Aufgrund vieler Zwillings-, Adoptions- und Patchworkfamilienstudien aus unterschiedlichsten Ländern wissen wir, dass sich Intelligenzunterschiede von Menschen zu fünfzig bis achtzig Prozent durch genetische Faktoren aufklären lassen; bei Älteren und unter günstigen Umweltbedingungen ist der Einfluss genetischer Faktoren auf die interindividuelle Variabilität kognitiver Leistungen stärker als bei jüngeren Kindern und unter ungünstigen Umweltbedingungen. Die von Sarrazin angeführten Zahlen, die sich auf die Bedeutung der Genetik für Intelligenzunterschiede beziehen, sind korrekt.” (Detlef Rost hat dies auch schon 2007 in einem Interview in der Zeit erklärt, ohne das es irgendein Aufsehen erregt hätte.)

    http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2010-09-07.html#a28569

    Danke.

  213. 220.

    Man wird ja wohl mal noch lachen dürfen:

    http://www.youtube.com/watch?v=dGx7JcAfaJ0

  214. 221.

    @Schönberg

    als jemand, der in mittlerweile zwei größeren westdeutschen Städten lebte, sehe ich es genau so, wie ich es schrieb. Ich finde das nicht dramatisch. Eher (noch) positiv. Vor ca. 18-20 Jahren habe ich so etwas ähnliches schon mal erlebt. Damals gab es aber Anschläge mit mehreren Toten und dann einen, für die Betroffenen, dramtischen Politikwechsel.

    • 7. September 2010 um 12:57 Uhr
    • Andreas Wetter
  215. 222.

    @FreeSpeech

    >Kommt dazu, dass viele Hochbegabte aus unteren Schichten gar nicht als solche erkannt werden, oder ihre Leistung begrenzen, weil sie sich nicht für intelligent halten.

    Richtig

    • 7. September 2010 um 12:59 Uhr
    • PBUH
  216. 223.

    >Die Mehrheit derjenigen, die Herrn S. recht geben, haben sicherlich gerade keine realen “Erfahrungen” mit der angeblichen Problemgruppe gemacht

    Ja klar, die ganze gutmenschlich verschwulte Polit- und Medienelite zum Beispiel, ach Schei**e, die geben S ja gar nicht recht.

    • 7. September 2010 um 13:09 Uhr
    • PBUH
  217. 224.

    @ Free Speech & PBUH 216 & 222:

    Stimmt, gilt jedoch natürlich nur für die biodeutschen unteren Schichten, nicht wahr?

  218. 225.

    gutmenschlich verschwulte Polit- und Medienelite

    😉

  219. 226.

    gerade in der FAZ im Feuilleton (in einem kostenpflichtigen artikel – auszug aus SPON zusammenfassungen der wichtigsten Feuilletons) :

    „Folgt auf die politische Kontroverse nun eine Wissenschaftsdebatte? Die Entwicklungspsychologen Detlef Rost und Heiner Rindermann, auf deren Forschungsergebnisse sich Thilo Sarrazin in seinem Buch oft bezieht, prüfen Sarrazins fünf intelligenz- und bildungsbezogene Hauptthesen nach und stellen fest, dass sie „was die psychologischen Aspekte betrifft, im Großen und Ganzen mit dem Kenntnisstand der modernen psychologischen Forschung vereinbar“ sind. Das gelte auch für seine Zusammenfassung von Erb- und Umwelteinflüssen auf die Intelligenz: „Aufgrund vieler Zwillings-, Adoptions- und Patchworkfamilienstudien aus unterschiedlichsten Ländern wissen wir, dass sich Intelligenzunterschiede von Menschen zu fünfzig bis achtzig Prozent durch genetische Faktoren aufklären lassen; bei Älteren und unter günstigen Umweltbedingungen ist der Einfluss genetischer Faktoren auf die interindividuelle Variabilität kognitiver Leistungen stärker als bei jüngeren Kindern und unter ungünstigen Umweltbedingungen. Die von Sarrazin angeführten Zahlen, die sich auf die Bedeutung der Genetik für Intelligenzunterschiede beziehen, sind korrekt.“ (Detlef Rost hat dies auch schon 2007 in einem Interview in der Zeit erklärt, ohne dass es irgendein Aufsehen erregt hätte.)
    Q. des Zeit-Aufsatzes: http://www.zeit.de/2007/23/C-Interview-Rost

    nur mal so zum einbeziehen in die diskussion.

    • 7. September 2010 um 13:28 Uhr
    • Zagreus
  220. 228.

    @Mani

    Sie teilen das Problem mit dem Blogmeister und einigen anderen Postern hier, Vorurteile gepaart mit mangelnden analytischen Fähigkeiten.

    Mein Vorteil, ich muss das Buch nichtmal lesen um zu wissen was drin steht, sie können es lesen und wissen es trotzdem nicht.

    Irgendwie lustig, nicht wahr?

    • 7. September 2010 um 13:39 Uhr
    • PBUH
  221. 229.

    pusp, das trifft den nagel auf den kopf:

    nichtmal lesen um zu wissen

    • 7. September 2010 um 14:02 Uhr
    • Kamill
  222. 231.

    Gibt es Punkte in Sarrazins Buch, wo Sie ihm Recht geben?
    Schauen Sie, so kann man dieses Thema nicht angehen. Wenn sich jemand respektlos, beleidigend, verachtend und entwürdigend über Menschen äußert, kann ich nicht in diesem ganzen dreckigen Wortsumpf nach dem klaren Tropfen Wasser suchen. Das funktioniert so nicht.

    […]

    Ist Sarrazin für Sie ein Rassist?
    Es ist egal, ob er einer ist oder nicht. Welche Rolle spielt das jetzt noch? Er hat mit seinem Geltungsdrang, seiner Gier nach Aufmerksamkeit die Arbeit von so vielen Menschen zerstört. Mir tun die ehrenamtlichen Helfer, Sozialarbeiter, Lehrer leid, die tatsächlich jeden Tag Integrationsarbeit leisten. Die müssen jetzt dank Herrn Sarrazin wieder bei Null anfangen.

    Machen Leute wie Henryk Broder einen Denkfehler, wenn sie sich offenbar ganz reell vor einem Dschihad vor der eigenen Haustür fürchten?
    Ich frage mich manchmal, wo Broder, Kelek und Konsorten eigentlich ihre Feldforschung betreiben. Mit denen spricht doch keiner mehr. Die Nichtintegrierten und Problemfälle nicht und die moderaten Muslime auch nicht mehr. Wenn in der türkischen Community der Name Kelek fällt, rümpfen alle angewidert die Nase. Die können das Geschwafel nicht mehr ertragen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Zur Zeit arbeite ich an einem Filmstoff, für den ich fast jeden Tag in Kreuzberg recherchiere. Ich treffe mich mit Türken, die dort geboren sind, seit 40 Jahren dort leben und dort verwurzelt sind. Menschen, aus den unterschiedlichsten Schichten. Gebildete, HartzIV-Empfänger, Gemüsehändler, Ehefrauen, Jugendliche. Und seit Wochen suche ich verzweifelt nach den Familien, die sich nicht integrieren wollen. Ich finde sie einfach nicht.

    http://www.stern.de/panorama/deutschland-schafft-sich-ab-frau-akyuen-lohnt-sich-sarrazins-buch-1601090.html

  223. 232.

    Was haben Natascha Kampusch und Thilo Sarrazin gemeinsam?

    http://twitpic.com/2m3nel

  224. 233.

    Er hat mit seinem Geltungsdrang, seiner Gier nach Aufmerksamkeit die Arbeit von so vielen Menschen zerstört. Mir tun die ehrenamtlichen Helfer, Sozialarbeiter, Lehrer leid, die tatsächlich jeden Tag Integrationsarbeit leisten. Die müssen jetzt dank Herrn Sarrazin wieder bei Null anfangen.

    Schön, dass die Dame gedanken lesen kann. Und erstaunlich, dass die muslimischen Migranten so schnell beleidigt sind, dass die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer, Sozialarbeiter, Lehrer völlig zerstört ist.

    Aber was heisst das nun, zerstört, wenn doch alle bereits integriert sind? Dann gibt’s doch gar keine Arbeit mehr.

    Auch diese Frau ist noch nicht angekommen.

  225. 234.

    @ fs

    im Unterschied zu Ihnen ist die Dame schon längst dort. Wie viel Zeit haben Sie denn in Kreutzberg oder ähnlichen Vierteln verbracht? Kennen Sie überhaupt Menschen, die in solchen Vierteln leben?

  226. 235.

    —Andreas Wetter

    Ich muss nicht nach Kreuzberg gehen, um festzustellen, dass die Frau Gedanken lesen kann und ausserdem sich selber widerspricht.

  227. 236.

    @ Free Speech:

    Kein Mensch spricht davon, dass „alle bereits integriert sind“. Das sind Ihre eigenen Hirngespinste und Projektionen; entweder alle (z.B. Chinesen) sind integriert oder aber alle (z.B. Türken) sind eben nicht integriert???
    Sagt viel über Ihr Menschen- und Weltbild…

  228. 237.

    fs, ich frag mich, wo Sie das herhaben

    , dass die Frau Gedanken lesen kann

  229. 238.

    —Manfred Mustermann

    „Stimmt, gilt jedoch natürlich nur für die biodeutschen unteren Schichten, nicht wahr?“

    Wieso?

  230. 239.

    @ FS

    „…oder ihre Leistung begrenzen, weil sie sich nicht für intelligent halten.“

    Zu meiner Schulzeit galten besonders gute Schüler als „Streber“, die, um dieses Stigma zu vermeiden, sich betont unstrebsam und faul gaben. Zu dieser Sorte gehörte ich damals. Ich tat so gut wie nichts für die Schule und schaffte dennoch einen Abi-Schnitt von 2,0. Das böse Erwachen kam dann im Studium. Ohne Anstrengung lief da zu meinem Erstaunen nichts und ruck-zuck hatte ich 2 Jahre verbummelt.

  231. 240.

    @ AW # 225

    PUPS und SoC schenken sich in dieser Beziehung nichts.

  232. 241.

    —Andreas Wetter

    fs, ich frag mich, wo Sie das herhaben

    ,“ dass die Frau Gedanken lesen kann“

    von da zB:

    Er hat mit seinem Geltungsdrang, seiner Gier nach Aufmerksamkeit
    oder da
    Ich glaube, Herr Sarrazin hatte nie vor, Probleme, Missstände, Defizite wahrhaftig anzusprechen und Visionen zu entwickeln

    http://www.stern.de/panorama/deutschland-schafft-sich-ab-frau-akyuen-lohnt-sich-sarrazins-buch-1601090.html

  233. 242.

    —Hans Joachim Sauer

    Ich meine vor allem diejenigen, die nicht wissen, dass sie hochbegabt sind. Da geht die Beschränkung unbewusst. (Die Bummler machen das ja selber, und das ist auch eine Form der Lebensgestaltung)

  234. 243.

    fs, falls Sie’s nicht über sich brachten, das Interview zu ende zu lesen; hier noch ein Teil, der vielleicht noch mehr zu Ihrer Verwirrung beiträgt:

    Sie wollen sagen, dass der mangelnde Integrationswille nur eine Erfindung bestimmter Politiker und Publizisten ist?
    Nein, das ist es nicht. Es gibt diese Familien, das bestreitet niemand. Aber die Mehrheit der türkischstämmigen Migranten ist gut integriert. Diese Tatsache wird gern verschwiegen. Es wird gerade so getan, als ob Herr Sarrazin das Rad neu erfunden hätte. Aber er beschreibt nichts Neues. Vor ihm haben schon andere „seriöse“ Politiker die Probleme auf den Tisch gebracht. Aber eben nicht mit einem verachtenden Vokabular.

  235. 244.

    fs, Sie können der Dame nicht vorwerfen, das Buch nicht zu kennen. Nach der Lektüre eines Buches kann man Überlegungen zur Motivation des Autors wohl kaum als „Gedankenlesen“ abtun, zumal wenn man seine Einschätzung mit „ich glaube“ beginnt.

  236. 245.

    .
    Der gern angestellte Vergleich
    von »Antisemitismus« und »Isamophobie« verkennt. dass der
    Antisemitismus ,.auf hysterischen Ängsten, Erfindungen, Projektionen und Neidgefühlen« beruht.
    die »Isamophobie« aber nicht. denn die Terroranschläge,
    die Ehrenrmorde, das Wüten der Taliban, die
    Kinderehen in Saudi-Arabien, die Steinigungen von
    Ehebrecherinnen und das Aufhängen von
    Homosexuellen. das alles sind Realitäten.
    Die ausgeübte Gewalt wie auch der maßlose und aggressive
    Ton. der gegenüber Kritikern mancher Erscheinungsformen
    des Islam angeschlagen wird, wirken einschüchternd und
    haben bereits schleichend Einfluss genommen auf die
    Offenheit des europäischen Meinungsklimas.

    (Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab,
    Akademische Verlagsanstalt 2010, Seite 187)

    • 7. September 2010 um 14:49 Uhr
    • Kamill
  237. 246.

    Bergpalme, was müssen Sie hier eigentlich kompensieren?

  238. 247.

    Anbeter eines Schwerverbechers.

    • 7. September 2010 um 14:58 Uhr
    • Bergpalme
  239. 248.

    Ok, Bergpalme, sobald Sie einen Muslim sehen, bekommen Sie Schaum vorm Mund?

  240. 249.

    Wetterchen, ich ungläubig, Kloake Dein Bruder.

    • 7. September 2010 um 15:06 Uhr
    • Bergpalme
  241. 250.

    Wetter: Die Mehrheit derjenigen, die Herrn S. recht geben, haben sicherlich gerade keine realen “Erfahrungen” mit der angeblichen Problemgruppe gemacht (wenn man das missfallende Erblicken von Kopfbetuchten Frauen einmal absieht).

    Schönberg: Das sehe ich anders, zumindest für westdeutsche größere und auch kleinere Städte, weiß es aber zugegebenermaßen nicht. Doch selbst wenn Sie Recht hätten, wäre die erwähnte Diskrepanz für die Politik ein dramatischer Befund. Finden Sie nicht?

    Wetter: als jemand, der in mittlerweile zwei größeren westdeutschen Städten lebte, sehe ich es genau so, wie ich es schrieb. Ich finde das nicht dramatisch. Eher (noch) positiv. Vor ca. 18-20 Jahren habe ich so etwas ähnliches schon mal erlebt. Damals gab es aber Anschläge mit mehreren Toten und dann einen, für die Betroffenen, dramtischen Politikwechsel.

    @ Andreas Wetter

    Auf dem Hintergrund, dass Sie in zwei größeren westdeutschen Städten gelebt haben, erscheint mir Ihre erste Aussage, wenn ich sie richtig verstehe, als eher wenig stimmig. Gerade in größeren Städten ist die Quote derjenigen, die reale (positive, normale, negative) Erfahrungen mit „muslimischstämmigen“ Menschen gemacht haben doch durchschnittlich erheblich höher als zusammengenommen in mehr oder weniger ländlichen Gebieten und zumal im Osten, wo in nahezu allen sozialwissenschaftlichen Studien ein höheres Maß an rechtsradikalen Einstellungen gemessen wird. Mein persönlicher Querschnitt der mir bekannten Studien besagt, dass ca. 20% der Bevölkerung, mal mehr, mal weniger rechtsradikal eingestellt sind.

    Die Crux besteht in meinen Augen nun darin, dass selbst Sie als ein Ethnologe, dem gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund im Allgemeinen und Muslimen im Besonderen ein überdurchschnittlich hohes Maß an Aufgeschlossenheit zu eigen ist, die hohen Zustimmungsraten für Sarrazin zum größten Teil wohl nicht einfach mit dem Grundstock an rechtsradikalen Einstellungen innerhalb der autochtonen Bevölkerung erklären kann.

    Ich gehe davon aus, dass zumindest ein höherer Anteil derjenigen, die Sarrazin zustimmen – und das ist realiter relativ, ist doch die Diskrepanz zwischen der Zustimmung zu Sarrazin und dem Prozentsatz derjenigen, die sich vorstellen könnten, eine „Sarrazin-Partei“ zu wählen, hoch -, reale Erfahrungen mit „muslimischstämmigen“ Menschen gemacht hat.

    Im Laufe der Jahre habe ich hier in Berlin mit durchschnittlichen, ethnodeutschen Leuten, die länger im Wedding, Neukölln und Kreuzberg 36 gewohnt haben und von dort weggezogen sind, wenn man so will, eine Reihe von qualitativen Interviews geführt. Das waren und sind keine Grün-Wähler, die um der Bildung ihrer Kinder willen aus Kreuzberg flüchten, aber eben auch keine CDU-Spießer. Alle sind der Ansicht, dass ihre Bezirke vernachlässigt wurden und die Integration zumindest größtenteils gescheitert ist. Allerdings konnte ich keine veritablen Ressentiments gegenüber Türken und Arabern ausmachen. Alle hatten und haben türkische Schulkameraden, Arbeitskollegen und/oder Einzelhändler, ein Teil hat türkische Bekannte, haben also auch normale und positive Erfahrungen mit Individuen aus diesen durchschnittlich schlechter integrierten Migrantengruppen gemacht. Gleichwohl gehe ich davon aus, dass die von mir befragten Personen Sarrazin relativ zustimmen würden. Die Erklärung dafür ist relativ einfach. Sie haben sich dort nicht mehr zu hause gefühlt, jede Menge, größtenteils eben nicht auf Ethnodeutsche zurückzuführende Alltagskriminalität mitbekommen und waren mit relativ vielen Menschen konfrontiert, die kein oder nur ein schlechtes Deutsch sprechen.

    Anders formuliert: Die betreffenden Bezirke sind mit einer zunehmenden Zahl von sozial schwachen „muslimischstämmigen“ Migranten weiter nach unten gerutscht. Und das wiegt in den Augen derjenigen, die dort gelebt haben oder dieses Abrutschen, wie viele andere ethnodeutsche Bewohner Berlins, aus der „Nahferne“ mitbekommen haben, umso schwerer, je größer die kulturelle Distanz zwischen den Alteingessenen und den hinzu gekommenen Migranten ist.

    Und wenn Sie nun, wenn ich Sie richtig verstehe, rückblickend den Asylkompromiss in den frühen 90ern anprangern, kann ich Ihnen nur sagen, dass Sie wenig kapiert haben. Sie haben nicht den geringsten Sinn dafür, dass einige Bewohner westdeutscher Städte in Folge einer ehemals ungesteuerten Zuwanderung überfordert worden sind. Es ist sozialanthropologisch naiv und nahezu borniert, von anderen implizit das hohe Maß an Aufgeschlossenheit gegenüber Fremden (und wer z.B. Deutsch mehr radebricht als spricht bleibt fremd) und eine Zustimmung zum alten Asylrecht zu verlangen.

    • 7. September 2010 um 15:11 Uhr
    • N. Neumann
  242. 251.

    —Andreas Wetter

    Es handelt sich nun mal um Intentionen, die sie unterstellt. Dass sie es glaubt, wachts auch nicht wahr. Wenn man ein Buch gelesen hat, weiss man immer noch nicht, dass jemand das aus Geltungssucht geschrieben hat.

  243. 252.

    Bergpalme,

    ich ungläubig – woher soll ich das wissen?

    Bei Ihnen wundert mich immer wieder, dass Sie sich im Ton vergreifen und anscheinend sofort beleidigend werden müssen. Können Sie eigentlich nicht höflich diskutieren?

  244. 253.

    @Wetter

    Die Palme ist eben kultursensibel. Besonders wenn sie einen Musel wittert.

    • 7. September 2010 um 15:18 Uhr
    • riccardo
  245. 254.

    Benehmt euch gefälligst mal anständig!
    Wir sind hier doch nicht im Irrenhaus…

    • 7. September 2010 um 15:29 Uhr
    • Tschaeka
  246. 255.

    —Andreas Wetter

    Ich habe das ganze Interview gelesen.

    Dass alles schon früher gesagt worden wäre, passt ja wunderbar dazu, das haben alle von Merkel bis Lau gesagt.

    Schön fand ich an ihren Worten zum Beislpiel diese Stellen

    „- weil ich nach allem, was ich von ihm gelesen und gehört hatte, einen knallharten Aufklärer a la Roland Schill oder Jörg Haider erwartet habe.“

    Jörg Haider als Aufklärer. :-)

    „- ich habe dieses Land landauf, landab bereist, es waren bei den Lesungen zwischen 50 und 500 Zuhörer dabei. Unter ihnen Hunderte Türkischsstämmige. Wenn das alles Einzelfälle sind, dann würde ich gerne wissen, was dann die Mehrheit sein soll.“

    Hübsch.

    „- haue ein Buch heraus, in dem es vor Halbwahrheiten und Falschinterpretationen nur so wimmelt“

    Wieder mal die Frage: Welche? Nachdem auch die Genetik-Experten sich endlich geäussert haben, bleibt da nicht mehr viel.

  247. 256.

    Die Sünde von Sarrazin ist doch ganz einfach die, dass er die bestehende hohe Korrelation mit dem Islam gesehen hat, und das erst noch schreibt.

  248. 257.

    @N.Neumann,

    also zunächst mal bin ich kein Ethnologe sonder Linguist, der auch Ethnologie studiert hat.

    Wenn ich Ihren ersten Absatz richtig verstehe, dann ist es doch so, dass es eine größere Ablehnung gerade in den Gebieten Ostdeutschlands gibt, wo relativ wenig Migranten leben. Das bestätigt also teilweise meine Aussage, viele Befürworter von S. Thesen hätten keine Erfahrung mit Migranten.

    Ich würde darüber hinaus auch nicht auf die Idee kommen, Zustimmung für S. als rechtsradikal zu bezeichnen. Das ist einfach nur eine Art virtuelle Distanz-Ressentiment.

    Ich wohne jetzt seit fast einem Jahr in Wedding und kann nachvollziehen, was Sie beschreiben, obwohl ich das selbst nicht so sehe. Aber ich habe sicherlich mehr Fremdheitserfahrung als der Durchschnittsbewohner hier.

    Und in Bezug auf die 90iger weise ich Ihren Vorwurf entschieden zurück. Ich habe in Mainz mehr als ein Jahr in einem Asylbewerber heim gearbeitet und die negativen Seiten direkt mitbekommen. Wenn dann aber zwei Handwerker, die in dem Heim einen Auftrag erledigen, also eigentlich auch gerade etwas Geld verdienen, zu einander sagen, dass man das ganze am besten abfackeln sollte, hört es mit dem Verständnis für die Überforderung auf. Berechtigte Anliegen der Autochtonen rechtfertigte eben nicht, dass jeden Tag zwei Asylantenheime angesteckt wurden.

  249. 258.

    ad Bergpalme, Wetter, Taschaeka

    Es gibt übrigens ein Gen, das für Beschimpfen verantwortlich ist, und so einem jeden die eigene, persönliche Verantwortung für eine derartige Neigung abnimmt – Ursache ist ja das Gen:

    http://www.happinessonline.org/MoralCode/LiveWithTruth/p3.htm

  250. 259.

    @FS

    so oft kann man den Unsinn von Sarrazin gar nicht erklären, als dass die minderbemittelten Sarrazin Jünger verstehen können, wovon geredet wird, weil zum einen grundsätzliche Verständnisprobleme aufgrund mangelnder Intelligenz (ca. 70% Hauptschüler unter Sarrazin Fans) gegeben sind und zum anderen bei Sarrazin Fans die Halbwertszeit für Erinnerungen an Sarrazin entlarvenden Erklärungen grenzwertig gegen Null ist, schlicht verursacht durch den Umstand, dass eine Erkenntnis über Sarrazinsche Sinnbefreitheit das eigene Leben in Frage stellen würde. Wie sollen Idioten, die von morgends bis abends vor der Kiste hocken, um krampfhaft nach Meldungen gieren und suchen, die irgendwas negatives über Muslime aussagen, auch einsehen können, dass das eigene Leben nur aus einem schlechten Krampf besteht. Traurig das mit den xenophoben Internetkrüppeln, aber viel viel wahrer, als Sarrazinscher Dilettantismus.

    • 7. September 2010 um 15:45 Uhr
    • Erol Bulut
  251. 260.

    @ Publicola

    Es gibt übrigens ein Gen, das für Beschimpfen verantwortlich ist

    und das offensichtlich über-ethnisch verteilt ist.
    😉

  252. 261.

    @Publicola

    Verehrter Herr Publicola,

    ich spreche hier nur die Wahrheit aus, wie auch unsere lieben PI-sser. Die Bergpalme ist’ne Schwuchtel und Riccardo sein Hinterlader. Also, das perfekte Pärchen! puehehehe

  253. 262.

    —Erol Bulut

    Zum Glück sind wenigsten Sie so stilvoll, nie irgendwen zu beleidigen.

    Danke.

  254. 263.

    Die Frage stellt sich:

    Streben wir eine ‚Genetocracy‘ oder eine ‚Meritocracy‘ an?

    Im ersteren Falle (‚Genetocracy‘) sollte man die Ausstellung von Schulzeugnissen und die Zuweisung eines jeden in die seinem Genpotential zustehende Gehalts- oder Lohngruppe sowie die Zuweisung beruflichen Aufstiegs bzw. von Beförderungsstellen durch einen Genetiker vornehmen lassen – die Erlösung von zwecklosen individuellen Anstrengungen und Bemühungen ist erreicht, das Paradies ist da – hallooo!

    Im zweiten Fall (‚Meritocracy‘) bleibt es dabei: das Leben ist entbehrungsreich, hart und ohne wilde Anstrengungen und Bemühungen nicht zu bewältigen („Quäl dich, Du Sau!“). Nicht der Garten Eden und auch nicht das Paradies.
    http://www.amazon.de/Qu%C3%A4l-dich-Sau-Die-Autobiografie/dp/3936973202

    Die Gesellschaft hat zu wählen zwischen ‚Paradies‘ oder ‚Dornen und Disteln‘.

  255. 264.

    ad 265 – @ Spirit Of Canakkale

    Riccardo habe ich im Verlauf mehrerer verbal-gedanklicher Begegnungen als einen
    sehr witzigen,
    erfreulich formulierungsbegabten,
    nicht-primitiv-intelligenten,
    geistig-ideologisch eher recht flexiblen Kommentator
    in deutlicher Erinnerung.

    Entweder hat sich so Einiges in den letzten Wochen getan bzw. geändert,
    oder es gibt verschiedene Wahrnehmungssensibilitäten,
    oder ich irre mich in erheblichem Maße.

    Nicht auszuschließen ist natürlich auch ein Zusammentreffen aller drei genannten Faktoren.

  256. 265.

    ad 264 – Andreas Wetter

    Gestern hatte ich schon darauf hingewiesen (Nr. 149), dass es ein Tanz-Gen gibt:

    http://genome.wellcome.ac.uk/doc_WTX033715.html

  257. 266.

    ad 264 – Andreas Wetter

    Ich persönliche vermute, dass es jedem Wald-und-Wiesen-Genetiker ohne großes Hullabaloo – Teil seines Everyday-Life – möglich ist, das Beschimpfungs-Gen bei dem betreffenden Foristen durch das Tanz-Gen zu ersetzen.

    Das Resultat wäre dann das Ausbleiben von wüsten Schimpf- und Beleidigungs-Orgien, die dann durch das folgende Verhaltensphänomen auf Laus Blog ersetzt würden:

    http://www.youtube.com/watch?v=8AauQtk9l8A

  258. 267.

    —Publicola

    Bei uns in der (erweiterten) Familie sind die Eugene häufig.

  259. 268.

    @ Bergpalme, Canakkale: Stop it. Ich lösche diesen Jungs-Unfug hier. Wenns nicht aufhört, geht bitte vor die Tür und haut oder küsst euch.

    • 7. September 2010 um 16:24 Uhr
    • Jörg Lau
  260. 269.

    @F.S.

    Wie kann es denn eine Beleidigung sein, Dummes dumm, Idiotisches idiotisch und Schwachsinn als schwachsinnig zu nennen. Ich bin bloß der Bote mit den Fakten.

    • 7. September 2010 um 16:27 Uhr
    • Erol Bulut
  261. 270.

    ad 267 – FreeSpeech

    Mein berufliches Umfeld ist nicht arm an karrieretrieblümmelhaften ScheinheiliGen.

  262. 272.

    FreeSpeech Kommentar 262

    FreeSpeech greift sich hier den einzigen Türken neben mir und bedankt sich dafür, dass er nicht beleidigt. Bin ich eigentlich der Einzige hier, der sieht, wie der Typ sich entlarvt?

    @Publicola
    Typen wie Riccardo bezeichnet man umgangssprachlich als Ratte. Verlassen Sie sich darauf!

    @Jörg Lau
    Bei einer guten alten Prügelei bin ich gerne dabei. Ich zweifle allerdings, dass die Bergtunte etwas zu bieten hat. Es reicht aber auch aus, wenn er einen Bogen um mich macht.

  263. 273.

    @SPC

    Wenn Beleidigen Ihre Intension ist, können Sie weiter gleichermaßen wie Sarrazin oder das Palmchen nicht belegbare Unterstellungen mit Argummentation ad Personam paaren, oder den von den betreffenden Personen vor sich her getragenen Anspruch mit Fakten als schlechten Witz im heuchlerischen Gewand entlarven. Letzteres ist zwar keine Beleidigung, wird aber so empfunden, weil Eingeständnisse persönlichen Versagens bei Idioten, die ihr Wissen sich durch Zuspruch anderer Idioten gewährleistet sehen, extrem selten sind. Ist leicht anhand meiner Kommentare zu überprüfen.

    Sie können aber auch gerne rumalbern, und PI Niveau auf Ihre Art leben. Das macht Sie aber anfällig für Spielchen von Personen, die kaum strukturiert denken können. So schafft es auch ein Palmchen sie auf die Palme zu bringen.

    • 7. September 2010 um 16:52 Uhr
    • Erol Bulut
  264. 274.

    —Spirit Of Canakkale

    Ich habe natürlich auch daran gedacht, Ihnen zu sagen, dass Sie niemanden beleidigen, und dass Sie damit ihren vorzüglichen Stil beweisen, und das sei hiermit getan.

  265. 275.

    @Erol Bulut
    Nun gut, Sie werden wohl Recht haben. Es spricht tatsächlich nicht für mich, dass ich mich auf den Dreck unter meinen Schuhsohlen einlasse.

    @FreeSpeech
    Dass ich kein Problem mit dem Beschimpfen habe, ist nun wirklich kein Geheimnis. Sie müssen entweder unwahrscheinlich blöde sein oder die Leute hier für blöde halten.

    Hmm, vielleicht sind sie das ja sogar?!

  266. 276.

    Der hier

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,716159,00.html

    könnte hier im Forum einige Fans finden.

    • 7. September 2010 um 17:41 Uhr
    • docaffi
  267. 277.

    —Spirit Of Canakkale

    Wissen Sie, ich denke, nicht, dass Sie beleidigen, den zur Beleidigung muss ja erstens beim Objekt ankommen, dass es sich beleidigt fühlen soll, und zweitens die Fähigkeit, sich so auszudrücken, dass man ernst genommen wird.

    Bei einem Menschen mit den bekannten Syndrom wird man warten, bis der Stress vorbei ist. Beim Nachbarsjungen, der starke Worte ausprobiert, verlässt man sich auf die Eltern, die das verstehen und allmählich dem Jungen abgewöhnen.

    Und Menschen, bei denen mit der Phase der kräftigen Worte die endgültige und höchstmögliche Reife erreicht ist, können nichts dafür.

  268. 278.

    Abgesehen von dieser müßigen Gendebatte, die Migranten sind keineswegs blöder als die „Autochtonen“, sondern nicht ausreichend gefördert. Das zeigt sich hier in Duisburg deutlich daran, dass die Jungs, die in Wohnheimen bestimmter Moscheevereine mit geregelten Tagesabläufen Hausaufgaben machen, von Viererschnitten auf der Hauptschule locker zu guten bis sehr guten Gymnasiasten aufsteigen. Da machen aber auch teilweise Uni-Assistenten bei der Nachhilfe mit. Und das ist keine Knochenmühle. Um 17.00 werden die da rausgejagt zum Fußballspielen.
    Stattdessen steckt mich das Land NRW am Berufskolleg derzeit mit bis zu 36 Migrantenjungs in eine Klasse. Die Klassen ohne Ausbildung bestehen nämlich fast nur noch aus solchen, weil die deutschen Kids als erste wieder Lehrstellen kriegen, wenn der Markt anzieht.
    Mein Eindruck vor Ort zeigt mir ganz klar. Eine Bildungsoffensive, die den Namen verdient und die habe ich in 10 Jahren an der Schule in NRW bisher nicht gesehen, könnte sowohl dem Problem schwieriger Migrantenjungs, wie auch dem künftigen Fachkräftemangel entgegenwirken. Ich persönlich kann dazu keine Alternative erkennen. Aber leider beschränken allzuviele, wie auch Herr S. und seine Geistesgenossen aufs Beschimpfen, was außer Verletzungen und Gegenreaktionen nichts aber auch gar nichts bringt.

    • 7. September 2010 um 18:16 Uhr
    • cwspeer
  269. 279.

    Vielleicht interressiert’s (Ich find’s auch unabhängig von der Debatte spannend.)

    Was ist dran an Sarrazins Thesen?

    Die Arbeiten der Entwicklungspsychologen und Begabungsforscher Heiner Rindermann und Detlef Rost wurden zu den wichtigsten Quellen für Thilo Sarrazins Deutschland-Buch. Jetzt schreiben sie, was an Sarrazins Thesen ihrer Meinung nach Bestand hat – und was nicht.

    Im Folgenden von mir herausgegriffene Sätze.
    Der Link zum Text ist hier:
    http://tinyurl.com/sarrazins-thesen

    -Sarrazins Thesen sind, was die psychologischen Aspekte betrifft, im Großen und Ganzen mit dem Kenntnisstand der modernen psychologischen Forschung vereinbar.

    -Die von Sarrazin angeführten Zahlen, die sich auf die Bedeutung der Genetik für Intelligenzunterschiede beziehen, sind korrekt.

    -Je komplexer ein Wirtschaftssystem ist, desto mehr hängen seine Erfolge von kognitiven Kompetenzen ab.

    -Größere Untersuchungen zur kognitiven Epidemiologie haben belegt, dass Bildung und Intelligenz, auch unabhängig vom Wohlstand, positiv mit Gesundheit und Lebenserwartung zusammenhängen.

    -Die Genese von Intelligenz ist weniger auf ökonomische Faktoren als auf kulturell-pädagogische und auf heute im Einzelnen noch unbekannte genetische Determinanten zurückführbar.

    -Da Intelligenz ein besonders wichtiger Faktor für den Schul-, Studien-, Ausbildungs- und Lebenserfolg ist (daneben spielen natürlich auch Persönlichkeitsmerkmale wie Motivation, Fleiß, Arbeitshaltung, Selbstdisziplin und Gewissenhaftigkeit eine Rolle), wird sich langfristig, wenn Leistung eher zum Aufstieg und Nichtleistung zum Abstieg führen, eine Schichtung nach Intelligenz und Persönlichkeit einstellen.

    -ichtiger sind die kulturellen Faktoren, die unter anderem zu diesen Verwandtenheiraten führen, aber noch entscheidender ist die Wertschätzung des Denkens.

  270. 280.

    Das sollte natürlich nicht im blockquote stehen, das ist ja von mir:

    Im Folgenden von mir herausgegriffene Sätze.
    Der Link zum Text ist hier:
    http://tinyurl.com/sarrazins-thesen

  271. 281.

    @ Free Speech

    „Die Genese von Intelligenz ist weniger auf ökonomische Faktoren als auf kulturell-pädagogische und auf heute im Einzelnen noch unbekannte genetische Determinanten zurückführbar.“

    Also lassen überlassen wir doch die noch „unbekannten genetischen Determinanten“ doch den Forschern in ihren Labors und konzentrieren uns stattdessen auf die kulturell-pädagogischen Faktoren und zwar die, auf die wir in unseren öffentlichen Institutionen Einfluss haben! Das ist der Weg, auf dem es für uns gesellschaftlich weitergehen kann. Leute wie S. könnten sich ihre Tinte sparen. Das weckt nur Begeisterung im BLÖD-Leser Lager und bewirkt nichts Positives.

    • 7. September 2010 um 19:05 Uhr
    • cwspeer
  272. 282.

    Das zeigt sich hier in Duisburg deutlich daran, dass die Jungs, die in Wohnheimen bestimmter Moscheevereine mit geregelten Tagesabläufen Hausaufgaben machen, von Viererschnitten auf der Hauptschule locker zu guten bis sehr guten Gymnasiasten aufsteigen.

    Wieder Nachrichten aus Ihrem seltsamen Duisburg. Man könnte fast glauben, Sie haben ein bewußt kreatives Verhältnis zur Realität.

    Hatten wir heute schon einmal … http://blog.zeit.de/joerglau/2010/09/06/im-reich-des-widerlichen-kein-kommentar-zu-sarrazin_4105/comment-page-27#comments #212

    m.

    • 7. September 2010 um 19:13 Uhr
    • miles
  273. 283.

    @cwspeer

    Das weckt nur Begeisterung im BLÖD-Leser Lager und bewirkt nichts Positives.

    Fällt Ihnen eigentlich manchmal auf, wie viele Ressentiments Sie selbst spazieren tragen? Nebenbei: Wenn Sie sich die Welt schön schwurbeln dürfen, warum sollte Sarrazin dann nicht schmarz malen dürfen?

    • 7. September 2010 um 19:14 Uhr
    • NKB
  274. 284.

    @cw speer
    Das zeigt sich hier in Duisburg deutlich daran, dass die Jungs, die in Wohnheimen bestimmter Moscheevereine mit geregelten Tagesabläufen Hausaufgaben machen, von Viererschnitten auf der Hauptschule locker zu guten bis sehr guten Gymnasiasten aufsteigen.

    DER SPIEGEL berichtete über einen solchen Wohnheim in Duisburg:

    http://www.spiegel.de/media/0,4906,14108,00.pdf

    Der VIKZ unterhält sie in ganz Deutschland.

  275. 285.

    @CW Speer

    Ursula Boos-Nünning hingegen, stelle den VIKZ-Wohnheimen ein gutes Zeugnis aus:
    http://www.vikz.de/index.php/pressemitteilungen/items/besserer-start-ins-leben-dank-wohnheimbesuch.html

    Ihre Studie kann man auf der verlinkten Seite herunterladen.

  276. 286.

    Unabhängig das ich dazu kei Urteil habe,

    Den Verein will ich sehen der sich selbst ein Schlechtes Zeugiss ausstellen würde…

    Gruß

    Kamill

    • 7. September 2010 um 19:39 Uhr
    • Kamill
  277. 287.

    —cwspeer

    „und konzentrieren uns stattdessen auf die kulturell-pädagogischen Faktoren“

    Jenau.

  278. 288.

    @Kamill

    Die Studie wurde von dem VIKZ in Auftrag gegegeben, nicht von ihm durchgeführt. Frau Boos-Nünnings-Studie ist wissenschaftlich fundiert und z.T. auch kritisch. Insgesamt jedoch schneiden die Wohnheime gut ab. Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich solche Wohnheime das beste Argument dafür, dass die Bundesregierung bzw. die Bildungsministerien CW Speers Aufforderung nachkommen und eine konsequente Bildungsoffensive starten sollten.

  279. 289.

    @ miles

    Nein, ich habe nur ein direktes Verhältnis zu einem Teil der hier besprochenen Realität und schildere, was ich aus dieser Sicht wahrnehme. Ich sehe da auch Probleme. Ich sehe auch, dass speziell Jungs aus dem muslimischen Kulturkreis davon betroffen sind, aber ich halte es für völlig kontraproduktiv ständig auf diesen Jungs, ihren Familien, ihrer Religion und ihrer Kultur herumzuhacken oder jetzt auch noch an ihren Genen herumzumäkeln. Ich frage: Was bringt das? Ich stelle jeden Tag immer wieder fest: Türken oder Araber oder Marokkaner haben tatsächlich auch Menschen als Kinder. Begeisterungsfähig, motivierbar, träumend von einer guten Zukunft, genau wie unsere Kinder. Diese Wahrnehmung könnte jeder machen, der mal die Brille von den „bösen Muselmanen“ abnimmt und ich sage: da geht noch was. Es ist einfach nicht angemessen und nicht gerecht, diese Gruppe einfach abzuschreiben.

    • 7. September 2010 um 20:23 Uhr
    • cwspeer
  280. 290.

    Jörg Laus letzte zwei Abschnitte des Artikels:

    Im Lettre-Interview ist alles schon enthalten – die feine eugenische Note, die Unterschichtenverachtung, die Suggestion, dass Deutschland durch die Fruchtbarkeit der Türken und Araber immer dümmer wird. Das postume Erschrecken mancher Kollegen ist entweder Unkenntnis oder Heuchelei, ebenso wie die zahlreichen Versuche, das nun unter den Teppich zu kehren mit dem Hinweis, dass er doch bitteschön “kein Genetiker” (Sarrazin) sei und es ihm primär um die Integration gehe.

    Nur eins noch: Dass ein Mann erst in dem Moment ins “Reich des Widerlichen” eintritt, in dem er etwas über Juden und Gene sagt, während er vorher ungestraft und unter großem Gejohle und bedächtigem Kopfwiegen des Publikums über türkische und arabische Gene bramarbasieren kann – das kann einem auch zu denken geben.

    Ach, soviel zu bedenken…

    Die Forscher schreiben:

    Sarrazins Thesen sind, was die psychologischen Aspekte betrifft, im Großen und Ganzen mit dem Kenntnisstand der modernen psychologischen Forschung vereinbar.

    Die von Sarrazin angeführten Zahlen, die sich auf die Bedeutung der Genetik für Intelligenzunterschiede beziehen, sind korrekt.

    „bramarbasieren“ heisst „aufschneiden, prahlen“

  281. 291.

    ad 279 u. 280 – FreeSpeech

    Danke für den wichtigen Hinweis auf und Link (einer der heutigen FAZ-Artikel) zum Thema!

    Ein gegenüber Sarrazins Buch wohlwollender, es bestätigender FAZ-Kommentar aus Sicht von Heiner Rindermann (Pädagogische und Entwicklungspsychologie, TU Chemnitz) und Detlef Rost (Pädagogische und Entwicklungspsychologie, Philipps-Universität Marburg),
    wobei bemerkenswert das ‚Zurück-‚ oder ‚Herausrudern‘
    weg von bzw. heraus aus derzeitig diskutierter genetischer Determination
    hin zu derzeitig diskutierter kulturell beeinflussbarer Entwicklung und Veränderung
    scheint:

    …Wichtiger sind die kulturellen Faktoren, die unter anderem zu diesen Verwandtenheiraten führen, aber noch entscheidender ist die Wertschätzung des Denkens. Es ist schwierig, die Wirkung von Weltanschauungen auf die Erziehung, damit auf Intelligenz und umgekehrt von Intelligenz auf Kultur zu bestimmen.

    Kritisch sind für herkömmliche Strömungen des Islams die Traditionen autoritären Auswendiglernens, mangelnde Orientierung zum Selberdenken und autoritäre Erziehung in Familien. Hinzu kommen eine gescheiterte Geschichte der Aufklärung, die geringe Bildung von Frauen und damit der Mütter, ein generell geringes Bildungsniveau der Eltern, das aufzuholen ein bis zwei Generationen dauert. Und schließlich gibt es im Arabischen noch Sprach- und Schriftprobleme.

    Das alles ist aber nicht festgezurrt, sondern kann verändert werden. In vielen muslimischen Ländern ist eine Verbesserung der Bildungssituation beobachtbar:
    So hat die Türkei die Schulpflicht von fünf auf acht Jahre hochgesetzt.
    In Iran gibt es seit jeher eine aktive Intellektuellen- und Universitätsszene.
    In den Golfstaaten werden Universitäten gegründet, welche aber hauptsächlich als Ausbildungsschulen, kaum als lebendige Zentren für geistige Auseinandersetzung und Forschung konzipiert sind.
    Es gibt also in vielen muslimisch geprägten Staaten erste, noch nicht ausreichende Reformen zur Verbesserung von Schule und Unterricht. …

    … Der Intelligenzzuwachs scheint sich in Industrieländern abgeschwächt zu haben, in Entwicklungsländern ist der Anstieg seit etwa einer Generation besonders stark.

    Eine stärkere genetische Bedingtheit ist wegen der Geschwindigkeit, mit der sich der Anstieg vollzogen hat, nicht wahrscheinlich. Für ihn selber dürfte es mehrere Ursachen geben, die simultan zusammenwirken:
    die Erhöhung der Schulbesuchsdauer und Unterrichtsqualität,
    die zunehmende Verbreitung vorschulischer Förderung in Kombination mit einer generellen Verbesserung der Ausbildung von Lehrern und Erzieherinnen;
    der Rückgang des mechanischen Auswendiglernens;
    die Intensivierung des Lesens und Betonung des kritisch-problemlösenden Reflektierens, insbesondere im Fach Mathematik.

    In Ergänzung dazu ist auch an ein verändertes Erziehungsverhalten vieler Eltern und an ihr gesteigertes Interesse an einer guten Förderung der Kinder zu denken, was insgesamt zu einer „intellektualisierteren“ Erziehung führt.
    Daneben wurden auch vielfältige andere Faktoren als mögliche Gründe thematisiert,
    vor allem bessere Ernährung (Vitamine, Eiweiß etc.),
    aber auch progressiv zunehmende Umwelt-Entwicklungsanreize,
    die Reduktion der Geburtenrate (d. h. mehr Zeit der Eltern für die Beschäftigung mit ihrem Kind),
    Exogamie
    und verbesserte medizinische Versorgung.

    … Sarrazin macht auch Vorschläge zur Förderung von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern. Seine diesbezüglichen Anregungen sind vernünftig und unterscheiden sich wenig von denen, die in der aktuellen bildungspolitischen Diskussion auch von anderen geäußert werden (z. B. mehr Krippen; mehr und bessere Kindergärten; intensivierte Sprachförderung; Ganztagsschulen).

    Allerdings weist das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich keine extremen Defizite auf, und Ressourcen, die hier investiert werden sollen, müssten zunächst außerhalb dieses Systems erwirtschaftet werden. Auch darf man sich nicht einer Machbarkeitsillusion hingeben: Es gibt Grenzen der Förderung, letzten Endes muss immer die betreffende Person selbst lernen und selbst denken. Maßnahmen müssen psychologisch zielführend, politisch sinnvoll, von wohlwollender Verantwortung getragen und ethisch legitimierbar sein. Die Frage der Gene ist hier von nachgeordneter Bedeutung, zudem eine stärkere genetische Verankerung nicht automatisch Unveränderbarkeit bedeutet.

  282. 293.

    @Miriam G.

    Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich solche Wohnheime das beste Argument dafür, dass die Bundesregierung bzw. die Bildungsministerien CW Speers Aufforderung nachkommen und eine konsequente Bildungsoffensive starten sollten.

    Mit Geld lässt sich allerdings nicht jedes Problem lösen. Solche Wohnheime scheinen für mich vor allem einmal mehr aufzuzeigen, dass die Nutzung eines Angebotes auch davon abhängt, wer es einem unterbreitet. Glauben Sie, dass die Bundesregierung bzw. die Länder das gleiche Ansehen und dieselbe Akzeptanz genießen?

    • 7. September 2010 um 20:34 Uhr
    • NKB
  283. 294.

    @ NKB

    Darf er ja, genau wie Sie auch eine total subjektive Sicht Ihrer Realität haben. Das geht, wie alle Philosophen seit Sokrates festgestellt haben auch gar nicht anders. Also, Sie, Herr Sarrazin und ich, wir schwurbeln so vor uns hin und versuchen uns unter anderem hier zu verständigen.
    Das gilt vielleicht auch für meine Ressentiments gegen BLÖD, die in meiner Welt absolut gerechtfertigt und angemessen sind. Gegen deren Schlagzeilengeschrei hat mich seinerzeit schon mein Deutschlehrer am Gymnasium immunisiert. Tja, so kommt man an seine Ressentiments…

    • 7. September 2010 um 20:35 Uhr
    • cwspeer
  284. 295.

    ad 288 – Miriam G.

    Insgesamt jedoch schneiden die Wohnheime gut ab. Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich solche Wohnheime das beste Argument dafür, dass die Bundesregierung bzw. die Bildungsministerien CW Speers Aufforderung nachkommen und eine konsequente Bildungsoffensive starten sollten.

    Nur so geht’s – korrekt: Danke für die genannte Inpflichtnahme des Staates für eine effiziente, gute allgemeinbildende Schulerziehung. Der Staat hat sich nicht aus dieser Aufgabe herauszustehlen!
    Auf diese Tradition darf man nicht freiwillig verzichten.

  285. 296.

    @FS
    Die Zahlen von Sarrazin sind zwar korrekt; seine Schlussfolgerungen daraus sind Murcks. Es ist durchaus unwissenschaftlich zu behaupten, dass bei 50-80% genetischer Disposition der Intelligenz und einer Geburtenrate, die nicht konstant bleibt, die Muslime langfristig zur Senkung der Gesamtintelligenz der Gesellschaft führen.

    • 7. September 2010 um 20:42 Uhr
    • docaffi
  286. 297.

    @cwspeer

    Sie haben meinen Einwand etwas missverstanden. Ich werfe Ihnen nicht vor, dass Ihre Sichtweise subjektiv ist. Das wäre Blödsinn, denn es versteht sich von selbst. Ich halte Sie mit Ihrer hier immer wieder ausgelebten Attitüde aber für ein ähnliches Extrem wie Sarrazin, wobei Sie zumindest nicht versuchen, Ihre Sichtweise statistisch zu untermauern. Das Extrem, das Sarrazin darstellt, bringen Sie in gewisser Weise allerdings selbst hervor. Sie neigen hier schließlich regelmäßig dazu, jede Verantwortung von Migranten für das Misslingen von Integration zu negieren. Probleme lasten Sie mithin lediglich dem deutschen Staat an – und der ethnisch deutschen Bevölkerung. Unter diesem Gesichtspunkt ist die von Ihnen so sehr gehasste Gegenposition dialektisch nur folgerichtig und unvermeidlich.

    Was Ihre eigenen Ressentiments angeht, so stehen Sie zumindest dazu, welche zu haben. Es ist allerdings alles andere als konsistent, etwa die Ressentiments von Sarrazin völlig unkritisch als „nazimäßig“ zu inkriminieren und sich in einem Anfall moralischer Überlegenheit zu ergehen, über Bild-Leser denselben Scheiß aber selber offenbar ohne jedes schlechte Gewissen zu denken.

    • 7. September 2010 um 20:45 Uhr
    • NKB
  287. 298.

    @ Miriam G.

    „Mit Geld lässt sich allerdings nicht jedes Problem lösen.“

    Aber Geld und das richtige Konzept wären eine echte Hilfe. Das Konzept müsste lauten: Vom Kindergarten an mehr Pädagogen pro Kopf und die Marschroute ginge IMHO so: Schon bei den Kleinen alle Energie auf Deutsch und Basiskulturtechniken. Darauf können dann weiterführende Schulen aufbauen. Insgesamt mehr Konsequenz und klare Lernzielvorgaben für alle Jahrgänge, also das, was an Gymnasium und Uni schon läuft auch auf die anderen Schulformen übertragen und die besten Pädagogen zu den schwierigsten Schülern. Die guten Schüler lernen selbstständig. Für die Migranten ist jede Form von Hausaufgabenhilfe gut und seien es pensionierte Lehrer, die das ehrenamtlich anbieten, wie in Essen in einer Kirchengemeinde. Die Wohnheime sind ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber sie zeigen, was möglich ist, wenn man mal ein Brikett zulegt.

    • 7. September 2010 um 20:48 Uhr
    • cwspeer
  288. 299.

    Im Zusammenhang mit den Forderungen von Miriam G. und cwspeer scheint mir der Focus der ‚Quellen-Autoren‘ von Sarrazin in der FAZ auf das ‚Zurück-‚ oder ‚Herausrudern‘ weg von bzw. heraus aus genetischer Determination hin zu kulturell beeinflussbarer bzw. kulturell beeinflusster Entwicklung und Veränderung.
    Hochinteressant ist diese Darstellung, wenn sie sich bezieht
    a) auf Deutschland im Vergleich mit dem Ausland sowie
    b) auf den Vergleich zwischen verschiedenen Bundesländern innerhalb Deutschlands:

    In der Tat schneiden türkische Immigrantenkinder in Schulleistungs- und Intelligenzteststudien schwach ab.
    Diese Werte korrespondieren mit
    ähnlichen Werten in den Herkunftsländern und
    einer geringeren Bildung Erwachsener sowie
    einem intellektuell weniger stimulierendem Familienklima.
    Deshalb sind die Befunde vermutlich gültig.
    Die Ergebnismuster sind über die Einwanderungsländer hinweg recht robust; dennoch gibt es beachtliche Unterschiede:
    Türkischstämmige Schüler in den Niederlanden schneiden besser ab als türkischstämmige Kinder in Deutschland,
    in Bayern Migranten besser als in Berlin.
    Die Leistungen von Schülern, nicht nur von Immigranten, hängen also sowohl von Faktoren ab, die die Schüler mitbringen, als auch von länderspezifischen Besonderheiten (z. B. Qualität des Schulsystems).

    Quelle:
    Artikel „Intelligenz von Menschen und Ethnien – Was ist dran an Sarrazins Thesen? – Die Arbeiten der Entwicklungspsychologen und Begabungsforscher Heiner Rindermann und Detlef Rost wurden zu den wichtigsten Quellen für Thilo Sarrazins Deutschland-Buch. Jetzt schreiben sie, was an Sarrazins Thesen ihrer Meinung nach Bestand hat – und was nicht“
    FAZ – 07.09.2010

    http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~EBFC72F0534A149BE84CA714A883B6B5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  289. 300.

    „Schon bei den Kleinen alle Energie auf Deutsch und Basiskulturtechniken.“

    Funzt in Basel so.

  290. 301.

    @ NKB

    Wenn ich den Migranten vorwerfe, Sie seien Schuld am Misslingen ihrer Integration, was teilweise natürlich stimmt, was erreiche ich damit? Ich suche einen Hebel zur Verbesserung der Verhältnisse. Den haben wir nicht im Privatleben der Migranten. Da lassen sie sich genausowenig reinreden, wie Sie und ich, aber sehr wohl in unseren staatlichen Institutionen, wie z.B. im Bildungswesen oder auch in sinvollen, pädagogisch betreuten Formen von Jugendstrafvollzug. Oder auch in obligaten Deutschkursen für Einwanderer. Wer solche Dinge fordert, hat mich auf seiner Seite. Aber ganze Bevölkerungsteile zu erblich bedingter Minderwertigkeit zu stempeln, also wenn das kein Nazizeug ist, was ist dann Nazizeug?

    • 7. September 2010 um 21:01 Uhr
    • cwspeer
  291. 302.

    ad 298 – cwspeer

    Das grundsätzliche ‚Besserabschneiden‘ von bayerischen Schülern in internationalen Vergleichsstudien legt nahe, dass die kontinuierlich sich steigernde Infragestellung von Schule, Noten und Funktion sowie Ansehen des Lehrers in Bundesländern wie NRW, angefeuert von der Bertelsmann-Stiftung, das Öffnen der Büchse der Pandora war.

    Bedauerlicherweise hat man in einem solchen Bundeslande nicht nur der Schülerschaft insgesamt geschadet,
    sondern, wie die jetzige Diskussion bezeugt, den ‚migrantischen‘ Schülern nicht nur hinsichtlich der Leistung und ihrer beruflichen Zukunft, sondern auch und insbesondere langfristig in gigantischer Weise hinsichtlich ihres Rufes. Der Integration und Integrationsbemühungen wurde in ähnlich gigantischer Weise geschadet.

    Es sollte erlaubt sein, – zumindest einmal – , konkret Ross und Reiter zu nennen. Was hiermit geschehen ist.

    [[Das alles sollte man bei den nächstmöglichen Landtagswahlen, wo auch immer, bedenken.]]

  292. 303.

    —docaffi

    Sie haben den Artikel nicht verstanden. Wird entweder an den Genen liegen oder an der Umwelt.

  293. 304.

    —cwspeer

    „Wenn ich den Migranten vorwerfe, Sie seien Schuld am Misslingen ihrer Integration, was teilweise natürlich stimmt, was erreiche ich damit?“

    Wenn’s Chinesen sind, dann werden sie sich schämen und sich fragen, was sie besser machen können. Wenn es wer anders ist und die das nicht so machen, dann müssen sie das eben noch lernen.

  294. 305.

    @FS
    Warum immer direkt so persönlich?? Finden Sie es so schlimm, wenn man Ihren Müll aufdeckt?

    • 7. September 2010 um 21:14 Uhr
    • docaffi
  295. 306.

    @cwspeer

    Wenn ich den Migranten vorwerfe, Sie seien Schuld am Misslingen ihrer Integration, was teilweise natürlich stimmt, was erreiche ich damit?

    Sie erreichen damit, dass diese zur Kenntnis nehmen, dass Sie auch selbst in der Verantwortung stehen, etwas zu tun. Sie würden doch auch in der Schule nicht davon absehen, Ihren Schülern Fehler anzustreichen, weil Sie Angst hätten, sie dadurch demotivieren zu können? Darüber hinaus erreichen Sie damit zumindest, dass sich unter der übrigen Bevölkerung nicht deshalb völlig unnötige Ressentiments aufstauen, weil nämlich beständig mit zweierlei Maß gemessen wird.

    Da lassen sie sich genausowenig reinreden, wie Sie und ich, aber sehr wohl in unseren staatlichen Institutionen, wie z.B. im Bildungswesen oder auch in sinvollen, pädagogisch betreuten Formen von Jugendstrafvollzug.

    Nein, es ist unerlässlich, gegenüber den Migranten eine klare Erwartungshaltung zu formulieren. Daneben taugt Ihre Abgrenzung nicht. Das Geld, das Sie ausgeben wollen, muss schließlich auch irgendwer erwirtschaften. Sie wollen also den je einzelnen Steuerzahler in die Pflicht nehmen (darunter natürlich auch Migranten), nicht aber den je einzelnen Migranten als solchen?

    Wer solche Dinge fordert, hat mich auf seiner Seite.

    Wären Sie auch bereit, als Konsequenz für die Verweigerung eines Deutschkurses etwa Leistungen bis auf 0 zu kürzen oder Menschen ausweisen zu lassen?

    Aber ganze Bevölkerungsteile zu erblich bedingter Minderwertigkeit zu stempeln, also wenn das kein Nazizeug ist, was ist dann Nazizeug?

    Erstens stellt dieser Unsinn eine Verharmlosung des Nationalsozialismus dar, die ihrerseits an Widerwärtigkeit kaum mehr zu überbieten ist. Zweitens hat Sarrazin das, was sie ihm vorwerfen, nach allem, was ich bisher lesen konnte, nicht getan. Sarrazins Ausflüge in die Genetik sind so unnötig wie unwissenschaftlich, er ist aber vor allem ein Kulturalist. Das ist etwas anderes als Rassismus. Dass Ihnen seine immer wieder anklingene Einteilung von Menschen in ökonomisch wertvoll und ökonomisch wertlos missfällt, mag von einem christlichen Standpunkt aus verständlich sein; dieses Denken ist aber weit entfernt von nationalsozialistischer Ideologie.

    Insofern ist es nicht nur sachlich und historisch grundlegend falsch, Sarrazin als „Nazi“ zu titulieren, es ist auch noch ein dümmliches Totschlagargument, das geeignet ist, seinerseits neue Ressentiments zu produzieren.

    • 7. September 2010 um 21:15 Uhr
    • NKB
  296. 307.

    —docaffi

    Wieso sind Sie gleich beleidigt? Ich meine die Bemerkung nicht böse, sondern rein wissenschaftlich.

  297. 308.

    „Aber ganze Bevölkerungsteile zu erblich bedingter Minderwertigkeit zu stempeln, also wenn das kein Nazizeug ist, was ist dann Nazizeug?“

    ‚Erstens stellt dieser Unsinn eine Verharmlosung des Nationalsozialismus dar, die ihrerseits an Widerwärtigkeit kaum mehr zu überbieten ist.‘

    Also – Bitte! – Calm down, everybody !

  298. 309.

    … calm down?! Sie begreifen mal wieder gar nichts, wie? Lesen Sie doch einfach mal, was da ins Feld geführt wird. Hier geht es nicht um Geschmacksfragen!

    m.

    • 7. September 2010 um 21:30 Uhr
    • miles
  299. 310.

    In Zusammenhang mit der von Miriam G. und cwspeer geforderten Inpflichtnahme des Staates für eine angemessene schulische Erziehung und Bildung, die diesen Namen verdient – im Gegensatz zu ‚Ringelpietz mit Anfassen‘ – scheint mir auch folgende Anmerkung von Lena Kornyeveva zu stehen:

    Integrationsprobleme entwickeln regelmäßig genau jene Einwanderergruppen, die aus autoritär bestimmten Gesellschaften kommen. Dabei ist es nicht entscheidend, ob sie christlich oder muslimisch erzogen wurden oder ob sie aus einem arabischen oder westlichen Kulturkreis kommen. Wesentlich für ihre Integrationsfähigkeit ist, ob sie in ihrer Kindheit und Jugend eine autoritäre oder eine freiheitlich-demokratische Prägung genossen haben.

    […] Ich rede hier nicht in erster Linie von Staatsformen oder politischen Entscheidungen. Den Autoritarismus sehe ich als eine psychologische Dimension, die zuerst in den Familien zum Tragen kommt. In meinen Forschungen zu drei Einwanderergruppen in Deutschland konnte ich nachweisen, dass unter türkischen Einwanderern die autoritäre Prägung signifikant höher ist als unter westlichen. Ebenfalls stark autoritär geprägt sind die Zuzügler aus der ehemaligen Sowjetunion, allerdings etwas weniger als die Immigranten aus der Türkei. Gleichzeitig konnte ich eine Korrelation von autoritärer Prägung und jeweiligem Bildungsstand feststellen. Je besser ausgebildet die Menschen sind, um so weniger werden sie von den autoritären Mustern beherrscht – und das steht nicht in Beziehung zu Herkunft oder ethnischer Zugehörigkeit.

    […]

    Der Staat sollte sich den Kindern, die aus autoritär geprägten Familien kommen, als eine aufnehmende und kontrollierende Elternfigur präsentieren. Vater Staat in diesem aufgeklärten Verstande unterscheidet die Menschen nicht nach Herkunft und Glauben. Er ist streng, aber immer fair. Ein Staat, der sich in diesem wohlverstandenen Sinne paternalistisch darstellt, kann die Kinder der Einwanderer überzeugen – der amerikanische Staat hat es immer wieder vermocht.

    Ein Staat, der diese Elternrolle nicht annimmt oder vernachlässigt, überlässt die Kinder, die aus autoritären Familien kommen, den bekannten Mechanismen. Statt an den gerechten, freiheitlichen Staat glauben sie wieder an die Führer ihrer Gruppen, an die Priester ihrer Religionen. Ein Staat, der den autoritär geprägten Menschen schwach und unsicher erscheint, erklärt sich selbst zum Opfer des irrationalen Kampfes der Einwanderer. Steine auf Polizeiwagen und Molotow-Cocktails gegen Feuerwehreinsätze werden als Zeichen verstanden, dass der Staat als schwach und hilflos angesehen werden will.

    Quelle:
    Artikel „Einwachsen statt auswachsen – Abstammung ist kein Schicksal: Entscheidend für die Integration von Einwanderern ist die Befreiung von autoritären Prägungen. Der liberale Staat darf die Vaterrolle nicht ablehnen“
    Von Lena Kornyeyeva
    FAZ – 06.09.2010, Nr. 206, S. 29

    Autorin:
    Die Ukrainerin Lena Kornyeyeva ist mit einer Untersuchung über Einwanderer aus autoritär geprägten Staaten an der Jacobs University in Bremen promoviert worden. In ihrem Buch „Putins Reich – Neostalinismus auf Verlangen des Volkes“ beschreibt sie die Machtanbetung des russischen Volkes.

  300. 311.

    ad 309 – miles

    Sie begreifen mal wieder gar nichts, wie?

    Oh weh – man hat mich enttarnt!

  301. 312.

    “Aber ganze Bevölkerungsteile zu erblich bedingter Minderwertigkeit zu stempeln“

    Ist hoher IQ = hoher Wert als Mensch? So ein Quatsch.

    Einen unterschiedlichen Wert als Mensch kann man nur daraus aber nur ableiten, wenn man eine passende Ideologie hat. Was wiederum keine Wissenschaft und kein Konsens ist.

  302. 313.

    —Publicola

    Eine Ideologie, die bildungsfeindlich ist, ist also nicht sehr vorteilhaft.

  303. 314.

    @Publicola

    ‘Erstens stellt dieser Unsinn eine Verharmlosung des Nationalsozialismus dar, die ihrerseits an Widerwärtigkeit kaum mehr zu überbieten ist.’

    Also – Bitte! – Calm down, everybody !

    Nein, dabei bleibe ich. „Nazi“ ist nicht irgendein diffuses Schimpfwort, jedenfalls sollte es das nicht sein. Es steht dezidiert für eine bestimmte Ideologie und die im Namen dieser Ideologie begangenen Taten. Insofern geht es nicht nur um eine Frage des Geschmacks, es geht auch nicht nur um eine Frage sachlicher Richtigkeit, sondern zumnal um eine des Anstandes.

    • 7. September 2010 um 21:40 Uhr
    • NKB
  304. 315.

    @FS
    Sie versuchen es wissenschaftlich zu meinen, was Ihnen genauso gelingt wie Sarrazin. Das erkennt man an Ihre Reaktion.

    • 7. September 2010 um 21:41 Uhr
    • docaffi
  305. 316.

    @FS

    genauso wenig gelingt wie..

    • 7. September 2010 um 21:42 Uhr
    • docaffi
  306. 317.

    # 310

    das gibt’s von Schmidt in kürzer [sinngemäß]: eine Masseneinwanderung von Muslimen in liberale Staaten kann nicht funktionieren.

    Ich will keinen Staat, der Ihre ‚Vaterrolle‘ übernimmt, nur weil sonst die Mäuse auf dem Tisch tanzen. Die Analyse Ihrer Lena Irgendwas geht völlig in Ordnung. Ich folgere daraus, daß man dem Mehmed-Effekt nachgehen sollte. Regelmäßige Abschiebungen, ruhig mit begleitender Fernsehserie in RTLII würden Wunder wirken. Wetten?

    Sie können natürlich alternativ kultursensibel Internate betreiben. So mit ohne Weiber als Lehrer und Halal-Fraß. Aber bitte nicht auf meine Steuergelder. Und bitte nicht in diesem Lande – dafür, eben so einen Quatsch zu verhindern, bezahle ich nämlich Beamte!

    m.

    • 7. September 2010 um 21:48 Uhr
    • miles
  307. 318.

    ad 314 – @ NKB

    D’accord.

    Aber vermutlich befinde ich mich andererseits nicht komplett auf dem Wege des Holzes,
    wenn der verwendete Begriff ‚an Widerwärtigkeit kaum mehr zu überbieten‘ auch nicht der adäquateste ist/war.

    Mir ging es um diese Verschärfung der Bewertung bzw. der Begriffe, ausgedrückt (Sie erwähnten es gerade zu Recht) mit ‚Nazi‘ einerseits und … s.o.

    [[Das alles erschwert meiner Befürchtung nach eine Diskussion zum gestellten Thema erheblich – so meine persönlich-subjektive Meinung]]

    Nichts für ungut: Let the Good Times [i.e. the discussion] Roll!

  308. 319.

    ad 317 – miles

    Ganz heiß heute, oder?

  309. 320.

    # 319

    Sie? Nö.

    Waren Sie aber noch nie, Sie kommen sich nur so vor, Sie Schwurbelant,: Aber vermutlich befinde ich mich andererseits nicht komplett auf dem Wege des Holzes, …

    m.

    • 7. September 2010 um 21:58 Uhr
    • miles
  310. 321.

    ad NKB u. cwspeer – Postscriptum:

    Sollte meine Kritik von Ihrer Seite als unzulässige und unzutreffende Einmischung in Ihrem Wort/Argument-Wechsel verstanden worden sein,
    bitte ich selbtredend schleunigst um Entsorgung meines genannten Beitrages in den virtuellen großen Aktenschrank des Vergessens (d.h. den Abfallkorb).

  311. 322.

    ad 320 – @ miles

    Sie Schwurbelant

    Herzlichen Dank für diese wichtige Information hinsichtlic eines mir bislang unbekannten Sachverhaltes.
    Nur so erscheint auch mir eine sachlich-rationale Diskussion möglich zu sein.

    Ich habe mir auf jedenfall diesen Ihren aussagekräftigen Beitrag handschriftlich auf Büttenpapier in meiner schönsten Handschrift notiert.

    Schön, dass ich das noch erleben darf.

    Ein Gedanke quält mich allerdings: Wie soll ich mich nur für Ihre aufsehenerregende, diskursbeglückende, argumentativ-wirksame Information bedanken?

    Würde es ausreichen, wenn ich Ihnen einen guten Nervenarzt empfehle?

    Lassen Sie mich wissen, falls diese Gegenleistung Ihnen nicht ausreichend erscheint.

    MfG
    P.

  312. 323.

    Korrektur … hinsichtlich …
    [soviel Zeit muss sein]

  313. 324.

    Immerhin verstehen Sie Ihre Wirkung einzuschätzen. Was verschreibt der Ihr Nervenarzt denn gutes? Und haben Sie auch den Beipackzettel gelesen?

    Irgendwas machen Sie verkehrt.

    m.

    • 7. September 2010 um 22:18 Uhr
    • miles
  314. 325.

    ad cwspeer

    Ich vermute einmal, Sie sind im Duisburger Norden tätig, das bin ich auch.
    Ihre optimistische Einschätzung der Förderung von Migrantenkinder in allen Ehren, aber ihre über aus positive Einschätzung der VIKZ-Wohnheime macht mich fassungslos.

    Einmal vom merkwürdigen Gebaren des VIKZ bei Bauanträgen (siehe Objekte in Walsum und Hamborn) und dem Betreiben illegaler Einrichtungen abgesehen, das bestehende legale Heim in Hochfeld dient allem Möglichem, nur nicht der Integration.
    Das sind reine Kaderschmieden.

    • 7. September 2010 um 22:21 Uhr
    • Thileom
  315. 326.

    ad 324 – @ miles

    O.K. – hier, wie versprochen, der Link zum Facharzt Dr. Norden:

    http://www.amazon.de/Dr-Norden-Insel-Hoffnung-Axel-Thielmann/dp/B000BPLPJY/ref=sr_1_19?s=books&ie=UTF8&qid=1283891510&sr=1-19

    Augenzeugenbericht aus der Praxis von Dr. Norden:

    Der alte Chefarzt [Dr. Norden] versetzte dem Buben zum Abschied einen freundschaftlichen Nasenstüber:
    «Ich werde dich vermissen, kleiner Pirat.»
    Dann eilte er mit wehendem Mantel aus der Tür.
    «Tschüss, Herr Doktor!» tönte es hinter ihm her.

  316. 327.

    Sollte meine Kritik von Ihrer Seite als unzulässige und unzutreffende Einmischung in Ihrem Wort/Argument-Wechsel verstanden worden sein,
    bitte ich selbtredend schleunigst um Entsorgung meines genannten Beitrages in den virtuellen großen Aktenschrank des Vergessens (d.h. den Abfallkorb).

    plong

    m.

    • 7. September 2010 um 22:38 Uhr
    • miles
  317. 328.

    Link zum Augenzeugenbericht (Behandlungsweise des Chefarztes Dr. Norden)

    http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/5b9dded1-b413-48e4-8ec6-0175b7398958.aspx

  318. 329.

    ad 327
    plong – ? –

    pling !

  319. 330.

    @NKB
    Mit Geld lässt sich allerdings nicht jedes Problem lösen. Solche Wohnheime scheinen für mich vor allem einmal mehr aufzuzeigen, dass die Nutzung eines Angebotes auch davon abhängt, wer es einem unterbreitet. Glauben Sie, dass die Bundesregierung bzw. die Länder das gleiche Ansehen und dieselbe Akzeptanz genießen?

    Wahrscheinlich nicht. Der Reiz der Wohnheime aus Sicht dieser Eltern ist gewiss der, dass sie sicher sein können, dass ihre Kids nicht „verdeutschen“. Der Bezug zur Tradition, Religion und zum Herkunftsland (der Großeltern!) bleibt trotz Förderung erhalten oder wird verstärkt. Ich habe nicht damit gerechnet, dass Boos-Nünning die Existenz solcher Wohnheime problematisiert, aber dass sie sich gar nicht daran stört, dass die Kids so gut wie keine außerschulischen Kontakte zu deutschen Jugendlichen haben, stimmt mich traurig. Sie stellt einfach fest, dass die türkeistämmigen MItschüler, die nicht in den Wohnheimen leben, auch kaum Kontakte zu deutschen Jugendlichen haben, und dass dies auf Gegenseitigkeit beruhe. Es ist somit kein Wunder, dass auch die, die es auf die Uni schaffen, Probleme mit der deutschen Sprache im Studium habe:
    Bruno W. Nikes, Professor für Sozialplanung in Essen, nennt unter anderem dieses Beispiel: »Vor Kurzem fragte mich jemand im Seminar: Was ist eigentlich ein Räuber?« Bisher glaubte man freilich, derartige Sprachdefizite hätten nur Grund- oder Hauptschüler. Heute weiß man, dass auch Gymnasiasten und selbst Studenten, die Deutsch nicht als Muttersprache gelernt haben, mit solchen Problemen kämpfen. Die Ursachen sind vielfältig, erklärt die Essener Germanistin Yurdakul Cakir. Manche Studenten gelangten auf Umwegen zum Abitur und hätten nie systematisch Deutsch gelernt. Andere legten sich Vermeidungsstrategien zu. Der Hauptgrund sei jedoch, dass viele Lehrer das Problem ignorierten. »Sprachförderung für Migranten beschränkt sich meist auf die ersten Schuljahre«, sagt Cakir.
    http://www.zeit.de/2007/28/Migrantenstudenten

    Ich sehe das Hauptproblem eher darin, dass die Kids so wenig Kontakt zu urdeutschen Gleichaltrigen haben, vor allem zu solchen, die anständig Deutsch sprechen. Denn Kinder aus Elternhäusern, wo kein Deutsch gesprochen wird, lernen die Sprache nicht von ihren Lehrern, sondern von ihren Mitschülern.

    Ein weiteres Problem sehe ich natürlich darin, dass die Eltern sich nicht in der Pflicht fühlen, wenn es darum geht, dafür zu sorgen, dass ihre Kids Deutsch lernen.

    Die Journalistin und Schriftstellerin Hatice Akyün aus Duisburg-Marxloh schreibt in ihrem Buch „Ali zum Dessert“: „Meine Mutter konnte es nicht ausstehen, wenn wir Geschwister untereinander zu Hause Deutsch sprachen. Wenn sie hörte, dass wir es dennoch taten, ermahnte sie uns streng, Türkisch zu reden, und das mit dem Hinweis, dies sei unsere Muttersprache. Erst als ich schon von zu Hause ausgezogen war und an der Universität verschiedene Türkinnen kennen lernte, merkte ich, dass es auch andere Frauen gibt als jene, die Kopftuch tragen und deren Töchter früh heiraten oder höchstens eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. Wenn man in Duisburg-Marxloh aufwächst, muss man lange suchen, um ein differenziertes Bild von türkischen Familien zu erhalten. S. 170f.

    Warum ihre Mutter sich so verhielt, erklärte sie wie folgt:
    Nachdem meine Mutter meinem Vater nach Duisburg gefolgt war, wuchsen wir Kinder in einer Parallelwelt auf. Zu Hause wurde nur Türkisch gesprochen, und meine Eltern reden bis heute kaum Deutsch. Eigentlich die besten Voraussetzungen für eine nicht gelingende Integration. Aber manchmal stimmen die Klischees eben nicht.
    Als Kind wartete ich jeden Donnerstag darauf, dass der Bücherbus um die Ecke bog, damit ich mir Bücher ausleihen konnte. (…) Dutzende von Büchern schleppte ich jede Woche nach Hause.
    Meine Eltern bereiteten sich auf ein Leben in der Türkei vor, schließlich wollten sie nur ein paar Jahre in Duisburg bleiben. Eines Tages wachten sie auf und merkten, dass sie nach vierzig Jahren in Deutschland noch immer auf gepackten Koffern saßen und es nicht geschafft hatten, nach Anatolien zurückzukehren.
    (S.22)

    Zum Schluss des Buches stellt sie fest:
    Ich wundere mich immer wieder, wenn ich türkische Mütter in meinem Alter treffe, die die gleichen Fehler wie unsere Eltern machen und die nicht alles daransetzen, dass ihre Kinder Deutsch lernen. Viele tun es aus Unwissenheit, andere aber auch aus Angst, dass ihre Kinder zu deutsch werden könnten. Obwohl ich nicht weiß, was daran eigentlich so schlimm sein sollte. (S. 212)

    Ich als irische Mutter einer deutschen Tochter weiß es auch nicht.

  320. 331.

    Die Studie wurde von dem VIKZ in Auftrag gegegeben, nicht von ihm durchgeführt. Frau Boos-Nünnings-Studie ist wissenschaftlich fundiert und z.T. auch kritisch. Insgesamt jedoch schneiden die Wohnheime gut ab. Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich solche Wohnheime das beste Argument dafür, dass die Bundesregierung bzw. die Bildungsministerien CW Speers Aufforderung nachkommen und eine konsequente Bildungsoffensive starten sollten.

    @ Miriam

    Man könnte auch sagen, dass Boos-Nünning, einmal abgesehen von ihrer Weichzeichnerei, allein an den Symptomen herumdoktern möchte, und nicht an den Ursachen.

    • 7. September 2010 um 23:40 Uhr
    • N. Neumann
  321. 332.

    @ NKB

    Wenn ich den Migranten vorwerfe, Sie seien Schuld am Misslingen ihrer Integration, was teilweise natürlich stimmt, was erreiche ich damit?

    @ CWSpeer

    Ich denke, dass Sie durchaus ein guter, kultursensibler Diplomat sein können. Man kann bestimmte Anliegen, etwa mit Blick auf selbstgemachten Ursachen von Sprachdefiziten einiger Deutschtürken vor allem im schriftlichen Bereich, so formulieren, dass es eben nicht sarrazinistisch rüberkommen. Dabei ist Wiederholung die Mutter der Didaktik.

    So kenne ich Deutschtürken, die ihre Kinder von Anfang an bilingual erziehen. Es kann und soll nicht sein, dass Türkisch, wie häufig bei Deutschtürken, immer die Erstsprache ist. Das hat häufig, je nach Sprachbegabung der Kinder und Jugendlichen und auf unterschiedlichen späteren Bildungsniveaus, zu Folge, dass das deutsche Sprachniveau mal mehr, mal weniger hinter dem Türkischen zurückbleibt. Diese konsequente Bilingualität ist auch dann besser, wenn ein oder beide Elternteile besser Türkisch sprechen als Deutsch (es sei denn, es wird noch nichtmal die Umgangssprache nennenswert beherrscht).

    Daneben ist es wichtig, dass türkischstämmige Kinder und Jugendliche auch außerhalb der Schule möglichst viel Deutsch lesen – einige lesen hier nämlich, wenn sie irgendetwas lesen, weit überwiegend auf Türkisch oder sehen größtenteils auf Türkisch fern.

    Bei der Vermittlung dieser Message kann es übrigens keinesfalls schaden, wenn man sinngemäß ausdrücklich dazu sagt, dass es eben nicht darum geht, die türkische Sprache zugunsten der Deutschen zu verdrängen.

    Es kann und soll nicht sein, dass für die Hebung des Sprachniveaus von einigen Kindern und Jugendlichen mit (vor allem) türkischem Migrationshintergrund einzig und allein der deutsche Staat mehr in die Verantwortung genommen werden soll.

    Wenn Heinz Mustermann, der weit davon entfernt ist rechtsradikal gesinnt zu sein, liest, dass an einer deutschen Universität Sprachaufbaukurse für in Deutschland geborene und aufgewachsene Studenten mit türkischem Migrationshintergrund angeboten werden, braucht man sich jedenfalls nicht zu wundern, wenn er die Frage, ob er Sarrazin zustimmt, mit JA beantwortet.

    Abgesehen davon kann ich die Diskrepanz bei manchen türkischstämmigen Studenten zwischen mündlichem und schriftlichen Deutsch (siehe Miriams Link) indirekt bestätigen, weil mir unabhängig voneinander zwei erfahrene Klausurkorrekoren aus unterschiedlichen Fachbereichen davon berichtet haben. Einer davon erwähnte einen Fall, von dem er weiß, dass er mehr auf der Pfanne hat, der aber seine Klausur gerade so bestand, weil er sich beim Formulieren einen abbricht.

    • 8. September 2010 um 00:25 Uhr
    • N. Neumann
  322. 333.

    ad 330 u. 332 – Miriam G. u. N. Neumann

    Aufschlussreich, plausibel und überzeugend.

  323. 334.

    PS:
    sarrazinistisch rüberkommen

    Korrekt. – Der Ton, nicht der Inhalt, scheint mir ein bzw. das eigentliche(s) Problem der sarrazinschen Argumente (neben dem genetischen Theoretisieren) zu sein.

  324. 335.

    Der Ton, nicht der Inhalt, scheint mir ein bzw. das eigentliche(s) Problem der sarrazinschen Argumente zu sein.

    Der Ton und der fehlende Inhalt war eher ein Charakteristikum der Sarrazin Kritiker.

    • 8. September 2010 um 00:46 Uhr
    • tati
  325. 336.

    Daneben ist es wichtig, dass türkischstämmige Kinder und Jugendliche auch außerhalb der Schule möglichst viel Deutsch lesen – einige lesen hier nämlich, wenn sie irgendetwas lesen, weit überwiegend auf Türkisch oder sehen größtenteils auf Türkisch fern.

    Das wäre mir neu. Insbesondere bei der 2. oder 3.ten Generation.

    • 8. September 2010 um 00:54 Uhr
    • Limited
  326. 337.

    >Das wäre mir neu.

    Mir auch, die meisten können gar kein Türkisch.

    • 8. September 2010 um 01:01 Uhr
    • PBUH
  327. 338.

    Naja, Supertitten und Schwanz verstehen die meisten auch noch auf türkisch.

    Dafür muss man allerdings keinen türkischen Migrationshintergrund haben, dafür reicht ein Türkeiurlaub.

    • 8. September 2010 um 01:08 Uhr
    • Limited
  328. 339.

    Der Verwaltungsjurist Martin Neuffer (1924 – 2004), ‚linker‘ Sozialdemokrat, von 1963 bis 1974 Oberstadtdirektor von Hannover und danach bis 1980 Intendant des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg,
    plädiert(e) in seinem 1982 erschienenen Buch „Die Erde wächst nicht mit“ unter anderem dafür,
    die Einwanderung aus der Türkei in die Bundesrepublik zu drosseln und auch das Asylrecht auf Europäer zu beschränken.

    Auszüge aus seinem Buch wurden unter der reißerischen Überschrift ‚Die Reichen werden Todeszäune ziehen‘ im SPIEGEL (19.04.1982) veröffentlicht.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14344559.html

    Auf Neuffers Buch bzw. den SPIEGEL-Vorabdruck von Auszügen daraus wies dankenswerterweise vor einiger Zeit auf einem Lau-Thread Kommentator ‚miles‘ hin, der auch daraus zitierte und den Artikel verlinkte.

    Interessanterweise erhob sich damals, 1982, nicht ein Sturm der Entrüstung.

    Es ist zu vermuten, dass die Gründe der unterschiedlichen öffentlichen Reaktion – jenseits der verschiedenen innenpolitischen zeithistorischen Situation – auch damit zu tun haben,

    • dass Sarrazin sich aufgrund seiner bekanntgewordenen provozierenden Thesen im Sozialbereich sowie verschiedener skandalösen Umstände einen zweifelhaften ‚Namen‘ erworben hat:
     Senatsmitglied mit der höchsten Anzahl der Nebentätigkeiten, insgesamt 46;
     Vorwurf der Untreue wegen finanzieller Begünstigung eines Golfvereins via günstiger Verpachtung eines Golfgrundstückes;
     Kritik an den seiner Ansicht nach zu hohen Hartz-IV-Bezügen
     Kritik an den aus seiner Sicht zu hohen Renten

    • dass Neuffer auf eine genetisch-biologistische Argumentation verzichtete und

    • dass Neuffer des öfteren den guten Willen und die an Grenzen stoßene Hilfsbereitschaft nicht zu erwähnen vergaß – „Natürlich müssen wir helfen – sogar bis an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit und unter großen eigenen Opfern.“

  329. 340.

    … stoßende …

  330. 341.

    ad 335 – tati

    Der Ton und der fehlende Inhalt war eher ein Charakteristikum der Sarrazin Kritiker.

    Das auch. D’accord – kein Einwand.

  331. 342.

    Wie wäre es, wenn wir diesen Thread schließen?

    Alle Argumente oder alles was man dafür halten will sind ausgetauscht und jeder fragt sich, was die Debatte hier zur Lösung der Integrationsdebatte beigetragen hat (Siehe auch Kommentar NR. 1 in diesem Thread).

    Dann gehen wir alle mal zum Nachbar mit Migrationshintergrund und fragen ihn, was er dazu sagt?

    Wäre ja vielleicht mal ein Anfang.

    • 8. September 2010 um 01:28 Uhr
    • Limited
  332. 343.

    @cwspeer

    >aber ich halte es für völlig kontraproduktiv ständig auf diesen Jungs, ihren Familien, ihrer Religion und ihrer Kultur herumzuhacken oder jetzt auch noch an ihren Genen herumzumäkeln. Ich frage: Was bringt das?

    Reflektion, Verhaltensänderung ?

    Sie sind wirklich unsäglich …

    • 8. September 2010 um 01:31 Uhr
    • PBUH
  333. 344.

    @Neumann

    Betr. auf den Ton kommt es an

    Die von mir sehr geschätzte und in letzter Zeit von mir viel zitierte Hatice Akyün hat einen Bruder, Mustafa, der eher ein Lebenskünstler ist (oder vielmehr war) und einen Bruder, der Ingenieur ist. Akyüns Lebensgefährte Ali (Journalist) konfrontiert seinen Schwager (enişte) mit seinem unsteten Lebenswandel:

    – „Mustafa, wir sollten uns einmal unterhalten. Hast du gerade einen Job?“

    – „Nein, enişte, mein Arbeitgeber ist Hartz IV. Is zwar wenisch, aber besser als jobben. Kannst korrekt zu Hause sitzen.“

    – „Findest du es gut, Hartz IV deinen Beruf zu nennen? Du bist doch gesund, hast zwei Hände, keine Gebrechen, warum gehst du nicht arbeiten?“

    – „Enişte, keiner will misch. Die Deutschen sind voll unkorrekt.“
    – „Sind die Deutschen unkorrekt, oder bist du nur zu faul?“

    (Das saß.)

    – „Enişte, das ist voll krass, was du sagst.“

    – „Dann beweise mir, dass du nicht faul bist und Verantwortung übernehmen kannst. Noch ist es nicht zu spät. Sollen wir deiner Nichte später erzählen, ihr Onkel sei arbeitslos, weil er keine Lust hat, etwas zu tun? Du musst ein gutes Vorbild sein. Deine Schwester hat in ihrem Buch [Einmal Hans mit scharfer Soße] viel von dir erzählt. Zahlreiche Türken in deinem Alter finden dich supercool. Was meinst du, was die denken würden, wenn sie hören, dass du auf Hartz IV bist“?

    (…) Tagelang hörten wir nichts von Mustafa. Mein Vater erzählte mir am Telefon, dass mein Bruder kaum noch reden würde, seitdem er aus Berlin zurück sei. (…) Eines Tages rief Mustafa überraschend an:
    „Hey Schiwesta, isch hab Neuigkeiten. (…) Isch bin jetzt neuer Verkäufer im Handyladen auf Kaiserstraße in Marxloh!“
    „Großartig“, sagte ich. „Gratuliere!“ Aber gedacht habe ich, dass sie ihn spätestens nach zwei Tagen wieder auf die Straße setzen, weil er seinen Freunden die Handys viel zu günstig über den Ladentisch schiebt.
    „Du weiß doch, isch bin berühmt und muss Vorbild sein.“

    (Und Ali zum Desser, Seite 203f.)

    .

  334. 345.

    @CW Speer

    >aber ich halte es für völlig kontraproduktiv ständig auf diesen Jungs, ihren Familien, ihrer Religion und ihrer Kultur herumzuhacken oder jetzt auch noch an ihren Genen herumzumäkeln. Ich frage: Was bringt das?

    Sie haben völlig recht. Herumhacken ist kontraproduktiv und bewirkt das Gegenteil dessen, was man vorgibt erzielen zu wollen. Aber Klartext reden, auf die Integrationshinderlichkeit traditionell vorgegebener Verhaltensweisen hinweisen kann schon was bewirken, so lange man seinem Gegenüber signalisiert, dass man ihn als Mensch wertschätzt. Ende letzten Jahres habe ich von einem Workshop berichtet, den ich mit einer Hauptschulklasse durchgeführt habe. Da habe ich kein Blatt vor den Mund genommen und die Jungs haben es mir überhaupt nicht übel genommen. Im Gegenteil: Ich bin seitdem ein paar Mal in ihrer Schule gewesen, zufälligerweise als gerade große Pause war und sie auf dem Pausenhof versammelt waren; sie stürmten alle auch mich zu, um mir die Hand zu geben. Dass ich die mit Namen gegrüßt habe, hat sie verblüfft. „Sie wissen unsere Namen noch!?“

    http://blog.zeit.de/joerglau/2009/11/12/es-geht-immer-um-gewalt_3229

  335. 346.

    Auch lustig:

    In einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt Chaim Noll, diese Kritik sei „aus Sicht des verbindlichen jüdischen Religionsgesetzes, der Halacha, unhaltbar. Nach der Halacha ist Judesein zum Teil genetisch definiert, indem nämlich jedes Kind einer jüdischen Mutter – im Judentum zählt traditionell die mütterliche Linie – als jüdisch gilt. Daneben gibt es eine zweite Definition des Judeseins, über Konversion oder Annahme der jüdischen Religion. Die genetische und die konfessionelle Definition bestehen seit Jahrhunderten nebeneinander.“ Die Äußerungen des Zentralrats „werfen ein ernüchterndes Licht auf die Unbildung deutsch-jüdischer Funktionäre, denen offenbar das elementare Grundwissen über das Judentum abhandengekommen ist“, so Noll.

    • 8. September 2010 um 12:34 Uhr
    • PBUH
    • 8. September 2010 um 13:02 Uhr
    • docaffi
  336. 348.

    Buschkowsky will Bildungsprojekte mit Kindergeld finanzieren:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716363,00.html

  337. 349.

    Ein interessanter Kommentar zur Integrationsunfähigkeit der Konservativen:

    http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/09/07/die-gescheiterte-integration-der-konservativen.aspx

    • 8. September 2010 um 15:12 Uhr
    • Limited
  338. 350.

    @ Miriam G.

    „Klartext reden, auf die Integrationshinderlichkeit traditionell vorgegebener Verhaltensweisen hinweisen kann schon was bewirken…“

    Auf alle Fälle! Aber es ist etwas ganz anderes, MIT Migranten über ihre Probleme zu reden als ÜBER sie. Das tue ich auch. Das ist hilfreich, weil sie sich dadurch ernst genommen fühlen. So entsteht vielleicht noch am ehesten ein Bewusstsein für nötige Verhaltensänderungen. Was ich aber im Blogg oder auch sonst beobachte ist das verallgemeinernde aburteilen ohne sich selbst ein Bild aus erster Hand zu machen, allein aufgrund von Statistiken, Zeitungsmeldungen oder selektiven Einzelbeobachtungen. Dazu noch verbunden mit allgemeinen Salbadereien über den Islam, Terrorismus undsoweiter. DAS hilft mit Sicherheit nicht weiter. Mich interessiert aber, was weiterhilft, weil ich auch an einer guten Zukunft unseres Staates interessiert bin, aber MIT den Menschen, die hier leben.

    • 8. September 2010 um 16:09 Uhr
    • cwspeer
  339. 351.

    Buschkowsky redet Klartext:

    Er beobachte bei manchen Einwandererfamilien im Moment, „dass der Rückmarsch ins Mittelalter weiter fortschreitet“, sagte Buschkowsky dem Magazin „Stern“. Es gebe zunehmend „Eltern, die Probleme mit dem Biologieunterricht haben und Mädchen, die keinem Jungen die Hand geben“, sagte Buschkowsky. „Die Lehrer schätzen den Anteil dieses Milieus auf 20 bis 30 Prozent. Und er wird nicht kleiner, sondern größer.“

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article9478278/Einwanderer-auf-dem-Rueckmarsch-ins-Mittelalter.html

    • 8. September 2010 um 16:36 Uhr
    • tati
  340. 352.

    @Tati

    Buschowsky redet Klartext.

    hier auch:

    Nein, ich schreibe und äußere nichts zu Thilo Sarrazin. Bis auf den Papst und den amerikanischen Präsidenten haben doch alle schon ihrem Empörungs-Gen freien Lauf gelassen.
    (…)
    Aber bis zu 90 Prozent der Bevölkerung sind auf seiner Seite. Dumme Sprüche hin oder her, er hat nur das Ventil aufgemacht.
    (…)
    Das ist wohl offensichtlich auch bei der großen Politik angekommen. Deswegen soll’s nun richtig losgehen.
    (…)

    Bitte, bitte keine neuen Gipfel, Konferenzen, nationalen Pläne oder wie immer das heißen mag! Die Menschen wollen Taten sehen.
    Also keine Sprechblasenolympiade, aber dafür ein offenes, liberales Land, das selbstbewusst seine Werte wie zum Beispiel die Meinungsfreiheit vertritt und jeden willkommen heißt, der unsere Art zu leben mit uns teilen möchte.

    http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/08/heinz-buschkowsky-klartext/sarrazin-hat-das-ventil-aufgemacht.html

  341. 353.

    Müssten Irrtümer staatlich verfolgt werden, dann dürfte heute niemand mehr, der sich in Deutschland für den Beitritt der Griechen zur Euro-Zone aussprach, ein öffentliches Amt bekleiden.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/maulkorb_fuer_deutschland/

  342. 354.

    peinlich übrigens dieser Beitrag „Wie eine türkische Abiturientin gegen Klischees ankämpft„:

    Wenn Duygu dort im alkoholseligen Karnevalstrubel kellnert, muss sie sich von den deutschen Gästen anhören, dass es sie eigentlich nicht geben darf, nicht an diesem Ort jedenfalls. Sie als junge Frau, sie als Muslimin, und dann der ganze Alkohol! Für sie ist es keine Sünde, es ist ein Schülerjob, den sie gerne macht. Sie merkt, dass sie selbstbewusster geworden ist; denn ein Brauhaus in Köln ist keine Mädchenpension.

    Dieses Selbstbewusstsein braucht sie auch. Seit der 5. Klasse muss sie jedem Lehrer und jedem Mitschüler immer wieder erklären, warum sie kein Kopftuch trägt. Dabei hat es an ihrer Schule keine einzige Kopftuchträgerin gegeben. Sie versteht das nicht. Trägt man ein Kopftuch, muss man sich rechtfertigen, trägt man kein Kopftuch ebenfalls.

    Diese Sprüche kommen doch wohl eher aus dem Verstehermilieu.

  343. 355.

    Ja, man achtet eben auf nachwachsende Talente. ‚Journalismus‘, wie er am authentischsten ist.

    m.

    • 8. September 2010 um 21:14 Uhr
    • miles
  344. 356.

    ad 354 – M. Riexinger

    Danke für das Textzitat.

    Seit der 5. Klasse muss sie jedem Lehrer und jedem Mitschüler immer wieder erklären, warum sie kein Kopftuch trägt. Dabei hat es an ihrer Schule keine einzige Kopftuchträgerin gegeben. Sie versteht das nicht. Trägt man ein Kopftuch, muss man sich rechtfertigen, trägt man kein Kopftuch ebenfalls

    Diese Darstellung halte ich für völlig frei erfunden.

    Der normal-autochthon-indigene Deutsche wird i.d.R. nicht erkennen können, aus welchem südeuropäischen Land ein (weiblicher) dunkelhaariger Mensch, den er als Ausländerin vermutet, stammt. Es wird ihn daher übrigens auch ‚nicht die Bohne‘ interessieren.

    Warum sollte ein solcher – meinetwegen auch eingefleischter – Autochthone dann irgendein als Ausländerin vermutetes weibliches Wesen hinsichtlich eines Kopftuches befragen?

    Absurdistan.

  345. 357.

    Korrektur … hinsichtlich eines nicht vorhandenen (!) Kopftuches befragen ? …

  346. 358.

    @ P

    Lehrern und Mitschüern ist die Nationalität natürlich bekannt.

  347. 359.

    ad 357

    eine gewagte Vermutung:

    jede/r Lehrer/in wird froh sein, dass er/sie sich nicht auch noch mit irgendeinem Kopftuchproblem zu befasen hat.
    Er/Sie hat schon so genug zu ‚regeln‘ (siehe Statistiken zum Krankheitsstand und zur Frühpensionierung).
    Vermutlich wird ein solcher Mensch dankbar für jedes nichtexistierende Problem sein – und schweigen!

  348. 360.

    befassen

  349. 361.

    … auch ein Muster an Integration:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1267600/

    Ich kann diese Berufsimmigranten mit ihren immergleichen Vokabeln, die die vor sich hin stammeln echt nicht mehr am Kopf haben!

    m.

    • 8. September 2010 um 22:34 Uhr
    • miles
  350. 362.

    @Martin und Publicola

    Seit der 5. Klasse muss sie jedem Lehrer und jedem Mitschüler immer wieder erklären, warum sie kein Kopftuch trägt.

    „jedem Lehrer“.. „jedem Mitschüler“… „immer wieder“?

    Die zwei besten Freundinnen von meiner Tochter sind Deutschtürkinnen. Kein Lehrer und kein Mitschüler würde je auf die Idee kommen, sie zu fragen, warum sie kein Kopftuch tragen.

  351. 363.

    @ MG

    Mir ging es nur darum, dass in der Schule die Nationalität bekannt ist. Sonst richtig.

  352. 364.

    Zu den sarrazinischen „Kronzeugen“ Rindermann und Rost hier ein Kommentar auf Weissgarnix:

    http://www.weissgarnix.de/2010/09/08/zecke-zu-sarrazin-und-rindermann/

    • 9. September 2010 um 16:00 Uhr
    • Limited
  353. 365.

    ad 362 – Miriam G.

    Es ist wohl nicht das letzte Mal, dass Presse-Berichte frei erfunden oder TV-Berichte mittels Szenen, die von taschengeldentlohnten Statisten gestellt werden, aufhübschen
    [ich verzichte hier mal ausnahmsweise auf Belege; ein jeder sollte sich wohl an irgendein Vorkommnis der geschilderten Art erinnern können, vermute ich].

    Dass dadurch ganze Bevölkerungsteile aufgehetzt werden könnten, scheint einige Verantwortungslose nicht ‚die Bohne‘ zu interessieren.

  354. 366.

    … aufgehübscht worden sind …

  355. 367.

    Das Buch von S.

    In Kapitel 5 (Arbeit und Politik) habe ich auch nichts gefunden von dem, was an S kritisiert wird. Er macht auch valable Vorschläge, die sich andernorts bereits bewähren. (Insbesondere Workfare, das Konzept, dass man etwas leisten /arbeiten muss, damit es Geld gibt).

    Ich verstehe den Aufruhr immer weniger.

  356. 368.

    im Kapitel 6 Bildung und Gerechtigkeit steht der Satz:

    „Letztlich hängt der gesamte individuelle Bildungserfolg an den Kernkompetenzen in Leseverständnis und Mathematik“
    (Etwa: Man muss erst mal verstehen worum es geht, bevor man rechnen kann)

    Die MINT, die hier mitlesen, werden das bestätigen. Andere ungern. Ich begreife allmählich, wer schreit.

    Er schreibt übrigens auch, dass die Förderung entsprechend den Fähigkeiten eben gerade zur Selektion führt. Der eine wird Verkäufer, der andere Ingenieur. Gibt es Leute, die das nicht akzeptieren wollen, frage ich mich. Alle, die gerne oben wären, denke ich dann.

  357. 369.

    Ich habe Sarrazins Buch endlich bekommen aber bisher mangels Zeit nur quergelesen. Ich muss jedoch gestehen, dass mir dabei übel wurde. Daher stimme ich mit Gabriels Analyse weitgehend überein.

    http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel?page=all

  358. 370.

    Wir schreiben nicht für Personalchefs und karrierebewusste Bundesbankpräsidenten, der Journalismus ist nicht dafür da, an den Rufmord grenzende Prozesse zu munitionieren, in denen die Ankläger sich nicht dazu herablassen, auch nur mit einem Wort Argumente zu widerlegen.

    http://www.faz.net/s/Rub546D91F15D9A404286667CCD54ACA9BA/Doc~E4DC2AE94A2ED43A8A1FD9A6FD6533C12~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  359. 371.

    Querlesen ist nicht lesen. Zum Glück ist dieser Querleser nicht Autobauer geworden, sondern Politiker. Man kann auch ein Physikbuch nicht einfach überfliegen.

  360. 372.

    In Anbetracht der propagierten Sehnsucht nach dem freien Denken „ohne Geländer“ ist es von besonderer Ironie, dass unsere gefährlichen Denker, wenn ihnen ernste Kritik entgegenschlägt, in aller Regel umgehend zu ihrer eigenen Selbstverniedlichung schreiten und sich als verfolgte Unschuld gerieren. So verteidigte Bohrer Sloterdijk in grotesk hysterischer Weise gegen den „Totschlagsversuch“ mit „Tötungsabsicht“ der vermeintlichen Mini-Jakobiner aus der Habermas-Tradition. Und auch der Sarrazin-Sekundant Kohler bejammert das herrschende Klima der Unfreiheit: „Es schrumpft vielmehr der Raum, in dem noch etwas ohne Gefahr für Ruf und Existenz geäußert werden kann.“ Während derart suggeriert wird, dass Sarrazin sich nicht habe artikulieren dürfen, nutzte in Wirklichkeit der geübte Provokateur höchst gekonnt die Medienmechanismen aus. Sowohl bei Sarrazin als auch bei Sloterdijk funktioniert die dahinterstehende Methode sei Jahren. Man wähle die steile These – was 1999 Sloterdijks „Regeln für den Menschenpark“ waren, ist heute seine Aufforderung zum „antifiskalischen Bürgerkrieg“ –, um anschließend, nachdem der mutige „Tabubruch“ mit medialer Aufmerksamkeit belohnt wurde, die eigenen Aussagen zu verharmlosen, getreu dem Motto: Es war doch alles gar nicht so gemeint. Das führt letztlich dazu, dass am Ende stets der „freie Geist“ als das Opfer dieser Gesellschaft und ihrer infamen political correctness dasteht.

    http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2009/dezember/propaganda-der-ungleichheit

    Er durfte das sagen, das war noch, bevor die Schwarte rauskam.

    • 20. September 2010 um 11:47 Uhr
    • Boothby
  361. 373.

    Wo sagt s., es war alles nicht so gemeint?

  362. 374.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin#Aussagen_zum_Judentum

    Am 1. September 2010 bezeichnete er in der Fernsehsendung hart aber fair seine Behauptung, alle Juden teilten ein bestimmtes Gen, zwar als inhaltlich richtig, jedoch im Rahmen der öffentlichen Diskussion als „Riesenunfug“, den er extrem bedaure. Er distanzierte sich dabei von dem Eindruck, er glaube an die Existenz einer genetischen Identität von Völkern (Essentialismus). – Die Aussage sei als Fortführung des Gedankens gemeint gewesen, dass die Unterschiede zwischen den Migrantengruppen eben gerade keine genetischen Ursachen hätten; der Interviewer habe ihm beim Antworten aber dazwischengeredet, um ihn in die Richtung Rassismus zu drängen und daher diese Frage gestellt. Er habe daraufhin sagen wollen, dass es zwar durchaus genetische Ähnlichkeiten gäbe, diese aber nicht das geringste mit den von ihm diskutierten Zusammenhängen zu tun hätten. Er habe dann aber die rassistische Bedeutung der Aussage, die entsteht, wenn sie im Kontext der suggestiven Frage gelesen wird, beim Autorisieren nicht erkannt, was ein fataler Black-out gewesen sei.

    Schluss für heute, noch mehr Aufmerksamkeit kriegt er nicht, denn wir werden über das Buch nicht reden. Ich habe noch genug andere Bücher ungelesen im Regal. Sie wissen schon, die Ökonomie.

    • 20. September 2010 um 11:55 Uhr
    • Boothby
  363. 375.

    Die Basken lässt man dann weg. Worauf sich seine Aussage bezog, wusste ich schon bei der Lektüre jenes Satzes, der war ja jedem klar, der sich ein wenig mit Genetik beschäftigt. Er hat das auch ausgedeutscht.

    Den Erguss von Gabriel habe ich mir jetzt auch angetan. Das hat herzlich wenig mit dem Buch zu tun.

  364. 376.

    Wenn sie doch immer so Nachsichtig wären. Btw., Gabriel springt ja nun auch auf den Integrationkurs ein, er will dicke Eier zeigen. Nehmen sie es ihm ab? Ich nicht. Ich glaube, das ist ‚ne Masche. In etwa so wie bei S..

    Aber schön, wenn ich die Frage beantworten konnte, immer gerne.

    Jetzt was produktives: http://www.alexo.org/onlinespiele/tetris.php

    • 20. September 2010 um 12:05 Uhr
    • Boothby
  365. 377.

    Gabriel hofft offensichtlich, dass eine verdrehte Sicht des Buches ankommt, denn sonst ist er komplett an der Wand.

    Er muss davon ablenken, dass aktuelle Politik de facto eine eugenische Politik der Förderung der Geburtenraten der Bildungsfeindlichen ist, und dass die nun mal zu einen höheren Anteil an Bildungsfeindlichen führt.

    Er unterschlägt, dass sich in einer Gesellschaft mit durchlässigem Bildungssystem nun mal genau die Schichtung gibt, dass die mit hohem Potential Erfolg haben (anders als in einem Ständesystem).

    Und das von Gabriel ist ungefähr das Gegenteil von dem, was S. schreibt:

    Für Sarrazin beruht die Schichtung einer Gesellschaft somit ganz überwiegend auf natürlicher biologischer Auslese. Einflussfaktoren wie Einkommensverhältnisse, Bildung, Sozialstatus, kulturelle Prägung, Integration oder Desintegration in den Arbeitsmarkt sind für ihn zu vernachlässigende Restgrößen.

    Wenn das so wäre, würde S. nicht die Kultur als Faktor nennen.

    Aber Gabriel braucht diese Behauptung, seine ganze Argumentation baut auf dieser Lüge auf.

  366. 378.

    Haben Sie das Buch gelesen? Dann können Sie meine Aussagen ja widerlegen. Danke.

  367. 379.

    Noch so ein eristisches Beispiel von Gabriel

    Auch von lebenslangem Lernen hält der Autor nichts. Wer körperlich arbeitet, ist für ihn dort richtig aufgehoben: »Oft sind Menschen, die vorwiegend körperliche Arbeit verrichten, auch gar nicht geeignet für geistige oder verwaltende Tätigkeiten und schon gar nicht für Umschulungen in späteren Lebensjahren, weil sie, wie die Bildungspolitiker das bezeichnen, ›eher praktisch begabt‹ sind.« (S. 55)

    Die Aussage von S. kann jeder mit Erfahrung bestätigen. Gabriel macht daraus die Aussage, dass S. nichts von lebenslangem Lernen halte.

    Hier wird die Eristik völlig Programm

    »Jeder auf seinem Platz!« Selten hat es eine so unverblümte Wiederbelebung der ständischen Gesellschaft gegeben. Fehlt nur noch, dass Sarrazin das Dreiklassenwahlrecht als standesgemäße Förderung generativen Verhaltens wiederentdeckt.

    S. macht nirgends eine Aussage, die zu dieser Unterstellung berechtigt. Aber die Unterstellung wird dann weiter unten als Tatsache genommen und dann heisst es:

    Die SPD jedenfalls will sich damit nicht in Verbindung bringen lassen. Wer uns empfiehlt, diese Botschaft in unseren Reihen zu dulden, der fordert uns zur Aufgabe all dessen auf, was Sozialdemokratie ausmacht: unser Bild vom freien und zur Emanzipation fähigen Menschen.

    Soviel an Verdrehung und Unterstellung macht keiner, der sich locker auf eine Diskussion einlassen kann.

  368. 380.

    „Er muss davon ablenken, dass aktuelle Politik de facto eine eugenische Politik der Förderung der Geburtenraten der Bildungsfeindlichen ist, und dass die nun mal zu einen höheren Anteil an Bildungsfeindlichen führt.“

    Absoluter Stuss: die Unterschicht bekam schon immer mehr Kinder als die Oberschicht – aus ökonomischer Notwendigkeit. Es war gerade der Sozialstaat, der das bis zu einem gewissen Grad geändert hat: die Unterschicht ist nicht mehr auf Transferleistungen der eigenen Kinder angewiesen.
    Im übrigen hat Frau v.d.Leyen mit der Einführung des Elterngeldes und der Forderung nach mehr Krippenplätzen versucht, etwas für die Kinder der eher gebärunwilligen Mittel- und Oberschicht zu tun. Bis jetzt mit allenfalls marginalem Erfolg.

  369. 381.

    Am Anfang des Artikels räumt Gabriel Probleme ein

    Aber kein Zweifel: Es gibt Parallelgesellschaften, in denen die Scharia wichtiger ist als das Grundgesetz. Es gibt Hassprediger und auch eine erkennbar höhere Kriminalität. Und es gibt auch Bildungsferne und Bildungsverweigerung.

    Und dann kommt die knallharte „Analyse“

    Vieles davon hat mit einer sich verfestigenden Unterschicht ohne wirkliche Aufstiegschancen zu tun.

    Glaubt noch irgendeiner diese Sozial-Romantik?

    Gabriel redet da übrigens von einer realen Ständegesellschaft, welche er dann als Idee, die längst überwunden sei, weiter unten S. unterschiebt.

    Gabriel als Opfer der linken Denke? – Behaupten, bis man es selber glaubt, auch wenn es den Tatsachen nicht standhält. Hauptsache, es macht sich vor der Kamera gut.

  370. 382.

    Hier mal ein Fundstück zu Abgrenzung von „Islamophobie“, „Antimuslimismus“ und „Muslimenfeindschaft“. Etwas sperrig die Begriffe, aber dennoch lesenswert:

    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/das-reine-ressentiment/

    • 20. September 2010 um 13:04 Uhr
    • Limited
  371. 383.

    @Freespeech

    >>>
    Aber Gabriel braucht diese Behauptung, seine ganze Argumentation baut auf dieser Lüge auf.
    >>>

    Sarrazin geht in seiner Bewertung der Migrantendaten mit islamischer Herkunft davon aus, dass es keine Diskriminierung in Deutschland gibt. Er geht davon aus, dass Diskriminierung auf „befremdliches“ Aussehen beruht und „vergisst“ bewusst, wie Juden in Deutschland während der Nazizeit diskriminiert wurden (für Blitzbirnen: Aussehen war/ist nicht entscheidend), auf einem ähnlichen Niveau, wie Achmadineschad. Entweder ist Sarrazin total verblödet oder ein Riesenlügner, der Trottel dazu animiert, sein Buch zu kaufen.

    Gabriel schwätzt teilweise großen Unsinn, aber wenigstens spricht er nicht den miesen Charakter von Menschen an, die trotz eigener Inkompetenz ganze Volksgruppen an den Pranger stellen wollen, so wie es der Obersozialschmarotzer Sarrazin tut, der Deutschlands Wohl mit Blähungen für Fäkalliebhaber schädigt.

    So sehen die Fakten aus, auch wenn Ihre Liebe zu Fäkalduft jegliche klare Gedanken benebelt.

    • 20. September 2010 um 13:05 Uhr
    • Erol Bulut
  372. 384.

    —Hans Joachim Sauer

    Ich habe nicht Unterschicht geschrieben, sondern Bildungsfeindliche. Das ist nicht dasselbe.

    (Dass Kindergeld bei mehr als minimal Verdienenden nicht viel bewirkt, ist ökonomisch klar, der inkrementale Nutzen ist dort bereitss kleiner, und die Orientierung anders. Dort braucht es Strukturen, nicht direkte Zahlungen.)

  373. 385.

    So sehen die Fakten aus, auch wenn Ihre Liebe zu Fäkalduft jegliche klare Gedanken benebelt.

    Mit solchen Argumenten überzeugen Sie jeden, der so denkt wie Sie.

  374. 386.

    „Haben Sie das Buch gelesen? Dann können Sie meine Aussagen ja widerlegen. “

    1000 Euro mehr Rente von meinem Steuergeld und dann soll ich ihn für den Müll auch noch bezahlen.
    Ich sag doch Sozialschmarotzer. Pfui!!

    • 20. September 2010 um 13:18 Uhr
    • docaffi
  375. 387.

    —Limited

    Der Artikel verkennt, dass es nicht gegen etwas geht, sondern für: Freiheit, Demokratie, Menschenrechte. Die Ablehnung der Ideologie und ihrer aktiven Vertreter ist dann eine Folge, nicht das Ziel.

    Ausserdem geht es bei dieser Debatte nicht um die Ablehhnung einer Gruppe, sondern um die Analyse und Schlüsse, was die wirtschaftliche Existenz eines Staates – in diesem Fall D – befördert oder behindert.

    S. kommt zum Schluss, dass die staatlich Vermehrungsförderung der Bildungsfeindlichen für die wirtschaftliche Situation in ein zwei Generationen gefährlich ist.

    Er setzt dann an zwei Orten an: Massnahmen gegen die Bildungsfeinlichkeit und Massnahmen gegen die relative Förderung der entsprechenden Bevölkerungsgruppe (welche ausgerechnet durch die Gruppe finanziert werden muss, welche am meisten darunter leidet)

  376. 388.

    —docaffi

    Non sequitur.

  377. 389.

    @ 387

    Ich bin da aufgeschlossener.

    Sicherlich ist nicht jeder Islamkritiker Antimuslimist.

    Aber die meisten Antimuslimisten sind Islamkritiker.

    Und Sarrazin ist ja eher Evolutionsbiologe, der hat in dieser Debatte eher nicht verloren.

    • 20. September 2010 um 13:25 Uhr
    • Limited
  378. 390.

    @ HJS

    Absoluter Stuss: die Unterschicht bekam schon immer mehr Kinder als die Oberschicht – aus ökonomischer Notwendigkeit.

    Nein. Die Unterschicht hat lange z.B. relativ spät geheiratet, wenn überhaupt (unterbäuerliche Schicht). Erst im späten 19. Jh setzte der Wandel ein. Wenn man das nicht vorher wusste, kann man das übrigens im bösen Buch, etwas eitel familiengeschichtlich aufbereitet, nachlesen.

  379. 391.

    @ HJS

    Der Adel, so wird kolportiert, ist bis heute am vermehrungsfreudigsten. Dazu habe ich aber noch nie eine seriöse Untersuchung gesehen.

  380. 392.

    @FS

    Eben jenes Statistische Bundesamt lieferte der Redaktion dagegen eine andere Rechnung. Die Beamten legten Sarrazins Annahmen einer konstanten Geburten- und Zuwanderungsrate einfach auf die vergangenen 120 Jahre um. Auf der Basis von 1890 gerechnet, müssten heute rund 253 Millionen Menschen in Deutschland leben – etwa dreimal so viele wie tatsächlich. „Mehr als fragwürdig“ seien die langfristigen Prognosen des Bundesbankers, schlussfolgerten die Bundesstatistiker, denn es seien nun mal zwei Weltkriege, die Pille und einige andere Faktoren dazwischengekommen. Die Botschaft: Solch langfristige Vorhersagen sind unmöglich bis unredlich. Sarrazin hatte dem in der Sendung inhaltlich wenig entgegenzusetzen und verwies darauf, er habe den Charakter der Schätzung im Text ja kenntlich gemacht.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,715345,00.html

    Also er widerspricht nicht, meint aber trotzdem recht zu haben, und sonst hat sich noch kein vernüntiger Mensch darüber Gedanken gemacht. Ich will ganz ehrlich sein: Ich unterstelle ihnen, das ihnen hier mehr an der Bedienung ihrer Ressentiments gelegen ist, eben weil sie die Kritik runterspielen, in anderen Fällen aber nicht. Wenn ich den Thilo wie obig zitiert richtig verstehe, ist der Lesespass wohl nicht so zwingend*, wenn er was konkretes hat, melden sie sich einfach.

    Ich habe nun mittlerweile genug Rezensionen gelesen, und im Gegensatz zu ihnen gehe ich dabei nicht von einer fiesen MSM-Kampagne aus, that’s all. Wir können uns ja darauf einigen, das ich die Masche, nicht das Buch kritisert habe. Das Buch werde ich nämlich nicht lesen, da ist mir die Zeit zu kostbar.

    Wenn ich in der Buchhandlung allerdings zusehen muss, wie der Eingangsbereich mit Sarrazin und Kampbusch dichtgestellt wird, könnte ich versucht sein, der D-schafft-ab-These irgendwie zuzustimmen.

    *Anbei, MR hat kürzlich den Welzer-ZEIT-Link zum Thema gesetzt, fand ich überzeugend, aber halte mich jetzt mal an dei 1-Link-Regel.

    • 20. September 2010 um 13:37 Uhr
    • Boothby
  381. 393.

    @ FS

    „Ich habe nicht Unterschicht geschrieben, sondern Bildungsfeindliche. Das ist nicht dasselbe.“

    Die Bildungsfeindlichen finden sich praktisch nur in der Unterschicht. Ihr Einwand ist deshalb kokolores. Im Übrigen habe ich nicht vom Kindergeld gesprochen, sondern vom Elterngeld. Falls Sie als Ausländer wissen möchten, was das ist, bitte ergoogeln.

  382. 394.

    @ docaffi # 386

    Ein besonderes G’schäckle hat die Geschichte deshalb, weil Sarrazin Hartz 4 kürzen will, weil man angeblich mit weniger Stütze gut über die Runden kommt.

  383. 395.

    Gschmäckle

  384. 396.

    „Aber die meisten Antimuslimisten sind Islamkritiker.“

    Sequitur. Bloss glaube ich nicht, dass sich solche überhaupt mit Theorie beschäftigen.

    Das mit der Evolutionsbiologie bei Sarrazin geht nicht auf. Das würde mE eine Entwicklung bedeuten (Grob gesagt vom homo erectus zum homo sapiens zum homo genialis.)

    S. jedoch sagt bloss, dass sich der IQ so verteilt, wie er weitergegeben wird, er nimmt keine Steigerung an, nur eine Verteilung.
    Etwa so: Wenn sich Chinesen mehr vermehren, gibt es mehr mit flachen Nasen, wenn sich Schweden mehr vermehren, gibt es mehr mit langen Nasen. Er nimmt nichts an über die Veränderung der Nasenform an sich, und nichts über einen besseren Geruchssinn in hundert Jahren.

  385. 397.

    „Ihr Einwand ist deshalb kokolores.“

    Sie verwechseln die Teil- und die ganzen Mengen. Mir wäre neu, dass bildungsferne auch bildungsfeindlich sind.

  386. 398.

    @ MR # 390

    Ist mir neu. Andererseits waren nicht nur „Unterbauern“, sondern auch gewöhnliche Bauern und Handwerker (immerhin bis zu 90% der Bevölkerung) bis dahin ziemlich ungebildet und auch oft eher bildungsfeindlich eingestellt. Denn für den Besuch einer Lateinschule reichte das Geld allenfalls für einen Sohn.

  387. 399.

    „Ich unterstelle ihnen, das ihnen hier mehr an der Bedienung ihrer Ressentiments gelegen ist“

    Sie unterstellen. Weiter sind Rezensionen nicht das Buch. Oder sind für Sie Erzählungen von Sex ein Orgasmus?

  388. 400.

    @ Boothby

    Eben diese ûberlegungen stellt Sarrazin in seinem Buch ebenfalls an, er ist ja nicht doof. Viel wichtiger aber: Er stellt zwei Zukunftszenarien vor. Davon können Sie in keiner Pressemeldung etwas lesen.

  389. 401.

    @FS

    Vom Fäkalduft begeisterte haben ohnehin kein Verständnis für Argumente, sonst würden diese auch nicht so von Sarrazin aufgegeilt.

    Auch wenn Sie es wiederholt überlesen, ignorieren oder totschweigen wollen, was auch immer, Obersozialschmarotzer Sarrazin meint, Menschen würden nur wegen ihres Aussahens diskriminiert werden und ist dabei bezüglich der Judenverfolgung in Deutschland gleichermaßen „ungebildet“, wie es Achmadineschad ist. Der eine leugnet letztendlich, das Juden diskriminiert worden sind, weil er entgegen den Fakten Diskriminierung 100% dem Aussehen zuschreibt und der andere leugnet den Holocaust. Beides ist höchst debil.

    Nur zu den Argumenten, die Sie so pathologisch „überlesen“.

    • 20. September 2010 um 13:57 Uhr
    • Erol Bulut
  390. 402.

    „Solch langfristige Vorhersagen sind unmöglich bis unredlich.“

    Dazu hat Sarrazin eine schöne Bemerkung:
    Über das Klima werden langfristige Prognosen gemacht, über die Bevölkerungszusammensetzung aber nicht. Was kann die Gesellschaft eher beeinflussen?

    Wenn Sie ein Geschäft führen, machen Sie übrigens auch Prognosen. Mit Grund, und im vollen Wissen, das es morgen anders aussieht. Der Grund liegt darin, dass so besser Massnahmen und ihre Wirksamkeit gemessen werden können, und eher eine Strategie erfolgreich verfolgt werden kann. Nicht absolut, nur besser.

    Aber das ist halt so ein dummes Beispiel aus der Realität.

  391. 403.

    —Erol Bulut

    Ich diskriminiere Sie gerne. Zufrieden?

    (Haben Sie das Buch gelesen? Dann können Sie mir sicher angeben, wo er sagt, dass nicht diskriminiert werde. Danke.)

  392. 404.

    @ FS

    In welcher Schicht finden sich Ihrer Meinung nach denn die Bildungsfeindlichen?

    Mir ist schon klar, dass Sie zu insinuieren versuchen, dass gerade Angehörige der muslimischen Community besonders häufig bildungsfeindlich seien. Dafür sehe ich jedoch keinen Beleg. Die Nachfrage nach Plätzen in Deutsch-Sprachkursen für Erwachsene ist z.B. vielerorts höher als das Angebot.
    Das Problem ist, dass sich die Eltern zu wenig kümmern, häufig aus Unwissenheit; sowie die Tatsache, dass in den Ghettos der Großstädte zu wenig Kontakte zu Angeörigen der Mehrheitsgesellschaft bestehen.
    Ein weiteres, meiner Meinung nach unterschätztes, Problem ist der negative Einfluss von Peergroups auf viele jugendliche Migranten.

  393. 405.

    @ 396

    Etwa so: Wenn sich Chinesen mehr vermehren, gibt es mehr mit flachen Nasen, wenn sich Schweden mehr vermehren, gibt es mehr mit langen Nasen. Er nimmt nichts an über die Veränderung der Nasenform an sich, und nichts über einen besseren Geruchssinn in hundert Jahren.

    Wenn Sie meinen. Ich denke ja Nasenformen und jüdische Gene sind unerheblich bei der Betrachtung der volkswirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bis 2040. Sie und Sarrazin dürfen das aber gerne anders sehen. Wir leben in einem freien Land.

    • 20. September 2010 um 14:03 Uhr
    • Limited
  394. 406.

    @ HJS # 398

    Sie vermischen die institutionell bedingten geringeren Bildungschancen mit Bildungswillen. Der war durchaus vorhanden, denken Sie etwa an die populäre Schillerbegeisterung im frühen 19. Jh. Lesen Sie einmal Gottfried Kellers autobiographischen Roman #Der grüne Heinrich“ (oder den Anfang davon, gegen Ende wird der ziemlich zäh).
    Denken Sie auch an die Arbeiterbildungsvereine im Kaiserreich und der Weimarer Republik.

  395. 407.

    @HJS

    Natürlich, die sind Opfer, sagt ja auch Gabriel. Und mit der Ideologie kann es nichts zu tun haben, die Korrelation ist herbeigeredet, und dass sie sagen, bald sind wir mehr, das heißt bloß, dass sie in Mathematik Fortschritte machen.

    Herr Sauer, mich deucht, Sie suchen mechanische Zusammenhänge, wo es um Tendenzen geht, die sich nicht am Individuum festmachen lassen, sondern nur über die Gruppe messen lassen. Eben der Unterschied zwischen Statistik und Individuum.

  396. 408.

    Mal wieder Hagen Rether

    http://www.youtube.com/watch?v=ZQvmscUBkns

  397. 410.

    Kommentare zum Artikel sind köstlich.

  398. 411.

    http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2009/dezember/propaganda-der-ungleichheit

    @ Boothby

    Es ist dergleichen politisch korrektes Geschwurbel, das den einen oder anderen dazu bringt, Sarrazins Elaborat unkritisch zu sehen oder sein Buch zu kaufen. In von Luckes Text erfährt man, dass Sarrazin in einem Interview „Kopftuchmädchen“ gesagt hat und Sloterdijk ihm, angeblich falsch verharmlosend, bei Seite springt. Der Satz, der Zusammenhang, in dem das inkriminierte Wort gefallen ist, wird hingegen nicht wiedergegeben. Das nimmt nicht Wunder, denn manche Leser könnten ja auf die Idee kommen, dass Sloterdijk in diesem Punkt richtig liegt und eine angemessenere Interpretation von Sarrazins Aussage anbietet als es von Lucke haben will:

    Anders natürlich Sloterdijk selbst: Indem er für Sarrazin in die Bresche springt, macht er sich selbst anschlussfähig für dessen Diskurs – ohne auch nur ansatzweise auf die menschenverachtenden Äußerungen Thilo Sarrazins einzugehen. Im Gegenteil: Sarrazin sei so unvorsichtig gewesen, auf die „unleugbar vorhandene Integrationsscheu gewisser türkischer und arabischer Milieus in Berlin hinzuweisen“, minimiert Sloterdijk dessen Äußerungen. Allein deshalb gebärdeten sich die Berufsempörer, „als gelte es, einen Wettbewerb in Empörungsdarstellung zu gewinnen: Wer schafft es, seine Konkurrenten an Würdelosigkeit beim Eifern und Geifern zu überbieten?“

    Sarrazins Satz lautete: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständige neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“

    Diese gewissen(!) türkischen und arabischen Milieus in Berlin(!) sind, verdammt nochmal, soziale Wirklichkeit. Ich sehe hier in Berlin mithin „kleine Kopftuchmädchen“, d.h. Mädchen, die schon vor der Pubertät von ihren Eltern verhüllt und damit sowohl sexualisiert und religiös verdinglicht werden. Und ich denke nicht, dass Sarrazins Verachtung diesen kleinen Kopftuchmächen gilt, sondern dem verachtenswerten sozialen Gebahren der Milieus, in die sie hineingeboren werden – also etwas, worüber Berufsempörer wie Albrecht von Lucke von sich aus nie ein kritisches Wort verlieren würden, und sei es noch so unpolemisch.

    Die Mutter eines alten Freundes ist Rektorin einer Grundschule in Neukölln (bis zur 6. Klasse). Hier tragen teilweise kleine Mädchen vor der Pubertät Kopftücher. Sie hat von bestimmten Vätern schon Sätze wie diesen gehört (sinngemäße Wiedergabe): „Sehen Sie, meine Töchter sind dazu da, gute Ehefrauen und Mütter zu werden.“ Die meisten davon leben vom Staat.

    • 20. September 2010 um 14:38 Uhr
    • N. Neumann
  399. 412.

    Wallraff:

    „Vertreter von Moscheen gaben sich im Gespräch mir gegenüber dialogbereit und offen. Aber im Hintergrund agieren die Hardliner, die nicht an der Integration ihrer Mitglieder interessiert sind.“

    http://www.bild.de/BILD/politik/2010/09/20/guenter-wallraff-islamisten/buch-ehrenmord-integrationsdebatte-muslime.html

    Die Gabriels haben’s bloss noch nicht gemerkt.

  400. 413.

    AvL: Und damit ist Schmid bei seinem eigentlichen Punkt: „Nicht, dass sie [die Wahrheit] ausgesprochen wird, schürt rassistische Vorurteile. Es gilt umgekehrt: Wenn derlei nicht ausgesprochen werden darf, schürt es die Verbitterung derer, die aus täglicher Anschauung ganz genau wissen, dass zutrifft, was Sarrazin da gesagt hat.“ Kurzum, die eigentliche Schuld an der politischen Radikalisierung im Lande haben für Schmid und Kohler all jene, die der verbalen Radikalisierung Sarrazins etwas entgegensetzen.

    @ Boothby

    Nein, die eigentliche Schuld an der Popularität von Sarrazins Verbalradikalismus tragen nicht all diejenigen, die ihm etwas entgegen setzen, aber einen Großteil der Schuld daran tragen politisch korrekte Schwätzer wie Albrecht von Lucke, die sich mit Blick auf Integrationsdefizite nach all den Jahren ihres beredten Schweigens zum Thema allenfalls wohlfeile Phrasen wie man muss die großen Integrationsprobleme nicht leugnen abringen können und es am liebsten so hätten, dass Thilo Sarrazins Wortwahl das größte Integrationshemmnis darstellt:

    Man muss die großen Integrationsprobleme nicht leugnen, vor denen die Republik sowohl in der Unterschichten- als auch in der Migrantenfrage steht, um doch zu erkennen, dass eine derartige Exkulpation, die Sarrazin jeglicher Verantwortung für seine menschenfeindliche Wortwahl enthebt, zukünftiger Diffamierung von Minderheiten Tür und Tor öffnet.

    • 20. September 2010 um 15:04 Uhr
    • N. Neumann
  401. 414.

    @FS

    Sie glauben doch nicht, dass ich meine Zeit mit dem Schwachsinn Sarrazins vergeude, auch wenn ich dämlichen Islamophoben gerne Aufzeige, wie dumm und erbärmlich deren Weltsicht ist. Das mit der Diskriminierung war in der Bildzeitung zu lesen und zwar von Sarrazin freigegeben. Aber, unabhängig davon, müssten Sie doch nach der Lektüre von dem Müll eigentlich wissen, dass darin keinerlei Diskriminierung von Islamherkünftlern existent ist. Dort wird nur die Diskriminierung von Deutschen in der verliererkaste thematisiert.

    Aber wenn man davon ausgeht, was die Leute eigentlich wissen müssten, wäre der ganze Müllhaufen von Sarrazin, seinen Jüngern und auch von überforderten Sarrazigegnern nicht so riesig.

    • 20. September 2010 um 15:21 Uhr
    • Erol Bulut
  402. 415.

    —Erol Bulut

    Sie brauchen das Buch nicht zu lesen. Wenn Sie sich trotzdem ein Urteil darüber erlauben und verbreiten, dann reihen Sie sich unter Prominenz ein. Gabriel, Merkel, usw.

    Ich brauche nicht Ihre Interpretation, um mir ein Bild zu machen, sondern das Original. Bringen Sie Zitate, nicht Nacherzählungen. Und bitte mit Seitenangabe, dann kann ich das nachschlagen.

  403. 416.

    Die Vorabversion war scheint’s noch etwas schärfer.

    Aber in den aktuellen Exemplaren steht nicht mehr alles, was in der Druckfahne zu lesen war, die vorab an Journalisten verteilt wurde und als „1. Auflage“ gekennzeichnet ist. In der stand auf Seite 370: „So spielen bei Migranten aus dem Nahen Osten auch genetische Belastungen, bedingt durch die dort übliche Heirat zwischen Verwandten, eine erhebliche Rolle und sorgen für den überdurchschnittlich hohen Anteil an angeborenem Schwachsinn und anderen Erbkrankheiten.“
    Spätestens ab der 4. Auflage, die stern.de zum Vergleich herangezogen hat, kommt der grobe Satz viel sanfter daher: Der „angeborene Schwachsinn“ fehlt und die genetischen Belastungen sorgen nur noch „für einen überdurchschnittlich hohen Anteil an verschiedenen Erbkrankheiten“.

    http://www.stern.de/politik/deutschland/berlin-vertraulich-die-entschaerften-worte-im-buch-sarrazins-1605318.html

    Bemerkungen:

    1
    In der 2. Auflage steht das auch nicht mehr wie in den Fahnen, wahrscheinlich steht das auch in der 1. Auflage nicht so. (Hat einer hier Auflage 1?)

    2
    Die Journalisten wollen daraus ein Zurückkrebsen konstruieren.

    3
    Die stern-Redaktion hat bis zur 4. Auflage nicht für nötig befunden, ein Buch zu haben.

    4
    Stimmen würde auch der Satz in der Fahne. Das Thema wird auch genau so noch auf den Tisch kommen.

  404. 417.

    @ 416

    Willkommen Bruder im Geiste. Ein Nihilist mehr. Alles ist gleich gültig.

    Ob die Auflagen nun geändert wurden oder nicht – es stützt in jedem Fall deine Meinung.

    Ich hätte da noch den Posten als Pressesprecher in meiner Vereinigung fundamentalistischer Nihilisten frei.

    Wie wärs?

    • 20. September 2010 um 15:47 Uhr
    • Limited
  405. 418.

    @ FS

    „Natürlich, die sind Opfer“

    Wo habe ich das behauptet?
    Sie arbeiten permanent mit Unterstellungen.

  406. 419.

    @J.S.

    http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html

    Ich erwarte von keinem Sarrazinjünger auch nur einen Hauch Transferleistung, die aufgrund fehlender Betrachtung der Diskriminierung bei den Integrationsbemühungen möglich wäre.

    Vielleicht können Sie mir ja ein wenig helfen.

    Sarrazin behauptet (zitiert im gleichen Artikel):

    >“Relativ zur Erwerbsbevölkerung leben bei den muslimischen Migranten viermal so viel Menschen von Arbeitslosengeld und Hartz IV wie bei der deutschen Bevölkerung.Nur 33,9 Prozent von ihnen beziehen ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Berufs- und Erwerbstätigkeit. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund sind es 43 Prozent.<

    Wie schafft er es bei 9% Erwerbstätigkeitenunterschied die "vierfach" höhere Zahl abzuleiten. Mal abgesehen davon, dass Diskriminierung und die gewöhnlich gesundheitsschädlichere Arbeit von den zur Hetze freigegebenen Moslems einen Teil der 9% sicher erklärt, wäre es mal ganz interessant, wenn Sarrazin Gedankenmüll an den richtigen stellen mal beleuchtet werden würde. Deutsche Intellektualität versagt kläglich dabei.

    könnten Sie diese Milchmädchenrechnung mal nachschlagen, damit ich erfahre, für wie blöd Sarrazin seine Leser hält und wie ungeeignet er für den Bundesbankjob war, bei dem er noch den alle Steuerzahler gnadenlos abzockt?

    • 20. September 2010 um 15:59 Uhr
    • Erol Bulut
  407. 420.

    @J.S.

    http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html

    Ich erwarte von keinem Sarrazinjünger auch nur einen Hauch Transferleistung, die aufgrund fehlender Betrachtung der Diskriminierung bei den Integrationsbemühungen möglich wäre.

    Vielleicht können Sie mir ja ein wenig helfen.

    Sarrazin behauptet (zitiert im gleichen Artikel):

    „Relativ zur Erwerbsbevölkerung leben bei den muslimischen Migranten viermal so viel Menschen von Arbeitslosengeld und Hartz IV wie bei der deutschen Bevölkerung.“

    obwohl er richtige Zahlen nennt

    „Nur 33,9 Prozent von ihnen beziehen ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Berufs- und Erwerbstätigkeit. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund sind es 43 Prozent.“

    Wie schafft er es bei 9% Erwerbstätigkeitenunterschied die „vierfach“ höhere Zahl abzuleiten. Mal abgesehen davon, dass Diskriminierung und die gewöhnlich gesundheitsschädlichere Arbeit von den zur Hetze freigegebenen Moslems einen Teil der 9% sicher erklärt, wäre es mal ganz interessant, wenn Sarrazin Gedankenmüll an den richtigen stellen mal beleuchtet werden würde. Deutsche Intellektualität versagt kläglich dabei.

    könnten Sie diese Milchmädchenrechnung mal nachschlagen, damit ich erfahre, für wie blöd Sarrazin seine Leser hält und wie ungeeignet er für den Bundesbankjob war, bei dem er noch den alle Steuerzahler gnadenlos abzockt?

    • 20. September 2010 um 16:00 Uhr
    • Erol Bulut
  408. 421.

    Ich habe im übrigen gehört, Sarrazin sei Agent des Mossad.

    Ist da was dran?

    Verrückt genug wäre die Welt dafür ja schon.

    • 20. September 2010 um 16:00 Uhr
    • Limited
  409. 422.

    @HJS
    “Natürlich, die sind Opfer”

    Wo habe ich das behauptet?

    Da:

    Das Problem ist, dass sich die Eltern zu wenig kümmern, häufig aus Unwissenheit; sowie die Tatsache, dass in den Ghettos der Großstädte zu wenig Kontakte zu Angeörigen der Mehrheitsgesellschaft bestehen.
    Ein weiteres, meiner Meinung nach unterschätztes, Problem ist der negative Einfluss von Peergroups auf viele jugendliche Migranten.

    Ich wüsste nicht, wie man das anders elsen könnte als: Opfer der Umstände, der Gesellschaft.

    Die Eltern könnten ja auch die Angebote annehmen, und ihren Kindern mores beibringen können, so wie das die Väter meiner migratorischen Freunde gemacht haben. Diese Väter waren genausoweit von Bildung weg wie Anatolier. Bloss waren sie nicht bildungsfeindlich oder integrationsfeindlich.

  410. 423.

    @Limited

    es gibt sicher irgendwelche Islamismusdeppen, die Sarrazin für einen Agneten des Mossad halten, genauso wie es haufenweise verblödete Islamophobe gibt, die behaupten, Diskriminierung bei den Integrationsbemühungen von Moslems würde keine Rolle bei der Integration derer einnehmen. Volldepp Sarrazin behauptet ja gleichermaßen schwachsinnig wie die „Mossadtheoritiker“, dass Diskriminierung eine Sache des Aussehens wäre und Deppen behaupten, „Sarrazin hat recht“.

    • 20. September 2010 um 16:16 Uhr
    • Erol Bulut
  411. 424.

    Diskriminierung scheidet als Grund für diese mangelhaften Erfolge der muslimischen Migranten aus, denn Migrantengruppen aus Fernost oder Indien, die eher noch fremdartiger aussehen als Türken und Araber, schneiden teilweise sogar besser ab als die Deutschen.

    Er sagt, dass Diskriminierung als Erklärungsgrund ausscheidet, er sagt nicht, dass es keine Diskriminierung gebe.

    Mamma mia!

  412. 425.

    Den Deppen, den Sie so fröhlich allen anderen verteilen, können Sie jeden Tag übrigens beim Rasieren ansehen.

  413. 426.

    ”Relativ zur Erwerbsbevölkerung leben bei den muslimischen Migranten viermal so viel Menschen von Arbeitslosengeld und Hartz IV wie bei der deutschen Bevölkerung.Nur 33,9 Prozent von ihnen beziehen ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Berufs- und Erwerbstätigkeit. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund sind es 43 Prozent.<

    Wie schafft er es bei 9% Erwerbstätigkeitenunterschied die "vierfach" höhere Zahl abzuleiten. Mal abgesehen davon, dass Diskriminierung und die gewöhnlich gesundheitsschädlichere Arbeit von den zur Hetze freigegebenen Moslems einen Teil der 9% sicher erklärt, wäre es mal ganz interessant, wenn Sarrazin Gedankenmüll an den richtigen stellen mal beleuchtet werden würde. Deutsche Intellektualität versagt kläglich dabei.

    Basiszahlen.

    Und der erste Teil des Sarrazin-Zitates ist eine andere Ausage als der zweite Teil. Im 1. redet er von Sozialgeldbezügern, 2. Teil von den Arbeitstätigen. Der zweite Teil schliesst auch noch Rentner, nicht arbeitende Partner und Leute, die von ihrem Vermögen leben, ein.

    Was sind Sie? Mathelehrer?

  414. 427.

    Nochmals: (Sozialhilfebezüger) + (Arbeitende Bevölkerung) + (Nicht arbeitstätige Bevölkerung, die aber nix vom Staat bezieht). (Ob die Kinder drin sind, ist noch eine andere Frage, im 1. Teil ev ja, im 2. Teil eher nein)

  415. 428.

    @FS

    Ich bin diplomiert in Mathe und weiß, welchen Stuss man für Trottel zusammenrechnen kann, insbesondere jene, die im Verständnis des Wortes „Diskriminierung“ größere Schwierigkeiten haben.

    PS: Ich weiß auch, wann einem Vorstand analytische Versäumnisse bei der Verwendung von Zahlen und Statistiken vorgeworfen werden kann, die eine Führungskraft im Risikocontrolling nicht haben darf, wenn man ihn als Kompetent wahrnehmen soll. „Unvollständige“ Sichtweisen (Da von Sarrazin für Idioten analysiert, ist „unvollständig“ noch sehr freundlich. Mit Riesenlücken behaftete Sichtweisen ist richtig.) und das öffentliche gerieren mit genetischem Schwachsinn gehört nicht dazu.

    • 20. September 2010 um 16:46 Uhr
    • Erol Bulut
  416. 429.

    —Erol Bulut

    Dass Sie einen Stuss zusammeninterpretiert haben, weil Sie Ihre erste Interpretation nicht hinterfragten, ist Ihnen offensichtlich bis jetzt nicht aufgegangen. Ich sehe da durchaus kulturelle Gründe.

    Mir kommt da der Witz mit dem Autofahrer in den Sinn, der im Radio hört, es komme ein Geisterfahrer entgegen. Was heisst einer, sagt er, das sind Hunderte!

  417. 430.

    @ FS

    „Ich wüsste nicht, wie man das anders elsen könnte als: Opfer der Umstände, der Gesellschaft.“

    Dann elsen Sie mal weiter. Vielleicht fällt irgendwann der Groschen.

  418. 431.

    „Den Deppen, den Sie so fröhlich allen anderen verteilen, können Sie jeden Tag übrigens beim Rasieren ansehen.“

    pssst: EB trägt Vollbart.

  419. 432.

    @ FS

    „Ich sehe da durchaus kulturelle Gründe.“

    Die sehen Sie überall. Muss an den Genen liegen.

  420. 433.

    @ HJS

    Vielleicht ist er aber ein köse und muss sich hier abreagieren….

  421. 434.

    „pssst: EB trägt Vollbart.“

    Darum hat er’s noch nicht gemerkt.

  422. 435.

    „Muss an den Genen liegen.“

    Das wäre dann der Klassiker des ad personam ac ad gentem. Zu deutsch: Rassistisch.

  423. 436.

    @FS

    Ich verstehe schon, was sich Sarrazin was zusammenrechnet aber ich verstehe auch, wie Sarrazin entweder tatal bescheuert oder eben für Bescheuerte an den Parametern rumschraubt, damit die Fäkalerotik rauskommt, die manchen so geil macht. Ich wollte nur wissen, ob Sie ein wenig von dem zu verstehen vermögen, was Sarrazin für seine Trottel zusammengeschrieben hat.

    .

    PS: Ein ganz gaaaanz liebes Küsschen an alle meine lieben Fans :)

    • 20. September 2010 um 17:18 Uhr
    • Erol Bulut
  424. 437.

    @FS

    Sie unterstellen. Weiter sind Rezensionen nicht das Buch. Oder sind für Sie Erzählungen von Sex ein Orgasmus?

    Ich muss halt nicht mit jeder vögeln. Wenn ihnen so eine Aüßerung allerdings nicht politisch korrekt erscheint, ziehe ich das umgehend zurück. Und nein, ich lese es nicht.

    @MR

    Er stellt zwei Zukunftszenarien vor. Davon können Sie in keiner Pressemeldung etwas lesen.

    Dann müssen da noch zwei andere sein. Es wurde darüber berichtet, auch über deren (zynisch-)satirischen Gehalt.

    • 20. September 2010 um 17:59 Uhr
    • Boothby
  425. 438.

    @ Boothby?

    Es wurde darüber berichtet,

    Wo?

  426. 439.

    @Neuman

    Es ist dergleichen politisch korrektes Geschwurbel, das den einen oder anderen dazu bringt, Sarrazins Elaborat unkritisch zu sehen oder sein Buch zu kaufen. In von Luckes Text erfährt man, dass Sarrazin in einem Interview “Kopftuchmädchen” gesagt hat und Sloterdijk ihm, angeblich falsch verharmlosend, bei Seite springt. Der Satz, der Zusammenhang, in dem das inkriminierte Wort gefallen ist, wird hingegen nicht wiedergegeben. Das nimmt nicht Wunder, denn manche Leser könnten ja auf die Idee kommen, dass Sloterdijk in diesem Punkt richtig liegt und eine angemessenere Interpretation von Sarrazins Aussage anbietet als es von Lucke haben will.

    Ich dachte mir schon, das die „Blätter“ eine möglicherweise aufreizende Wirkung haben würden. Das nun Luckes Lager als Apologismus für die standhafte Verwahrung gegen die Kritik, die an Sarrazins Approach geübt wird, herhalten muss, halte ich für falsch, ich habe diesbezüglich auch auf den Welzer hingewiesen (und habe ähnlich geartetes hier auch schon öfters selbst formuliert). Daneben habe ich auch keineswegs den Satz vergessen, den S. seinerzeit formuliert hat, und Befürchtungen über den Ernst hinter dem Lettre-Interview haben sich zwischenzeitlich ja auch als berechtigt herausgestellt. S. diskutiert hier nicht die Problemquartiere, er geht zurück bis sogar unsere Jäger-und-Sammlervorzeit, um Integrationsprobleme zu besprechen. Er Bedient genau die Ressentiments, die Leute wie FS antreiben, und das du hier Problemlösungskompetenz verortest, wundert.

    Diese gewissen(!) türkischen und arabischen Milieus in Berlin(!) sind, verdammt nochmal, soziale Wirklichkeit. Ich sehe hier in Berlin mithin “kleine Kopftuchmädchen”, d.h. Mädchen, die schon vor der Pubertät von ihren Eltern verhüllt und damit sowohl sexualisiert und religiös verdinglicht werden. Und ich denke nicht, dass Sarrazins Verachtung diesen kleinen Kopftuchmächen gilt, sondern dem verachtenswerten sozialen Gebahren der Milieus, in die sie hineingeboren werden – also etwas, worüber Berufsempörer wie Albrecht von Lucke von sich aus nie ein kritisches Wort verlieren würden, und sei es noch so unpolemisch.

    Diese Realität streitet ich nicht ab. Was ich grundsätzlich besonders an S. problematisiere, ist, das er einen Konnex herstellt, der weit über gewisse Türken in gewissen Vierteln hinausgeht, worin der Nutzen sein soll, bleibt fraglich. Aber was mich bezüglich der von mir als blinde Heuchelei empfundenen Satzung von FS und Konsorten nervt, ist: Die Erregung über die Berufsempörer ist erstaunlich. Tatsächlich handelt es sich bei der Verhinderung der Integrationsmaßnahmen um ein rechtslinkes Gesamtkunstwerk. Ich habe erst kürzlich die Süssmuth gebracht (und andere), die über die Tabuisierung derselbigen auf der anderen Seite bis in die späten 90er berichtet. Kurioserweise waren es rotgrün, die überhaupt aktiv geworden sind. Schleifen lassen war Programm, for the sake of the ordentliche ethnische Zuweisung, selbst dann noch, als schon viele den Pass hatten, hier geboren waren, mit Rücksicht auf die eigenen Leute. Ich glaube ehrlichgesagt auch, das würde man sofort erkennen, wenn man tasächlich an Problemlösung interessiert wäre. Und die Meute, die jetzt S. zujubelt, soll es richten? Wieso erscheint es dir so unwahrscheinlich, das es dadurch nur noch schlimmer wird? Weil Frau Roth scheiße aussieht?

    Und nein, ich finde die Abrichtung kleiner Mädchen für die Familienehre auch nicht witzig. Wenn dir also Lucke als Gewährsmann nicht passt, wie wäre es mit Buschhkowski? Nur der wird zu S. auch keine freundlicheren Worte finden.

    Die Mutter eines alten Freundes ist Rektorin einer Grundschule in Neukölln (bis zur 6. Klasse). Hier tragen teilweise kleine Mädchen vor der Pubertät Kopftücher. Sie hat von bestimmten Vätern schon Sätze wie diesen gehört (sinngemäße Wiedergabe): “Sehen Sie, meine Töchter sind dazu da, gute Ehefrauen und Mütter zu werden.” Die meisten davon leben vom Staat.

    Ich habe genaugenommen nur einen (dafür aber guten) Bekannten als Lehrer, der um Unkorrektheiten nie verlegen ist, allenfalls lässt sich sagen, das der an seiner Haupt/Realschule über weit mehr herzieht als Migranten (wobei wir nicht über Berlin reden). Aber ich finde es ehrlich gesagt scheiße, jeden Mihigru zum Neuköllner zu machen, sofern er nur Moslem ist, und dafür gibt es neben der „Berufsempörung“ auch sehr gute Gründe (und zwar ganz abgesehen von den offensichtlichen Falschinformationen). Ich arbeite auch mit welchen zusammen, ganz anderer Zusammenhang. Keine Kopftücher, ganz normale Leute, eine Vorgesetzte eine Nebenabteilung hat so einen auch gehairatet, same song in der Schulrealität meines Sohnes, die sind integriert. Was sollen die Denken, wenn die in die Zeitung schauen. Oder einen Zeitungsblog? „Super, ich werde endlich integriert?“ zumal auch die die behandelten Probleme ansprechen, und nicht mal korrekt.

    aber einen Großteil der Schuld daran tragen politisch korrekte Schwätzer wie Albrecht von Lucke, die sich mit Blick auf Integrationsdefizite nach all den Jahren ihres beredten Schweigens zum Thema allenfalls wohlfeile Phrasen wie man muss die großen Integrationsprobleme nicht leugnen abringen können und es am liebsten so hätten, dass Thilo Sarrazins Wortwahl das größte Integrationshemmnis darstellt:

    Man muss die großen Integrationsprobleme nicht leugnen, vor denen die Republik sowohl in der Unterschichten- als auch in der Migrantenfrage steht, um doch zu erkennen, dass eine derartige Exkulpation, die Sarrazin jeglicher Verantwortung für seine menschenfeindliche Wortwahl enthebt, zukünftiger Diffamierung von Minderheiten Tür und Tor öffnet.

    Wie gesagt, wir verorten die Verantwortlichkeiten wohl noch unterschiedlich. Das Sarrazin irgendwas zum Guten beiträgt, wird sich erst noch zeigen müssen, aber wenn dem so ist, wird das bei seinen Fans auf jeden Fall massig Änderungen in der Meinungsbildung erfordern, denn zukünftige Diffamierung darf wohl vorausgesetzt werden. Und ich halte es für spitzfindig, einen derartigen Auftritt hinzulegen, und dann zu sagen, „hier, S. 389, ist nicht so gemeint“, oder „Die Genetik hat’s bewiesen“.

    Anbei: Dieses ganze PC-Gebasche bringt nicht wirklich was. Ich nehme es dir absolut ab, aber meist wird hier ja wohl was anderes Gemeint sein, das erkennt man schon daran, das die, die so darauf pochen, idR nicht weniger verklemmt sind, sie hätten es nur gerne anders gewertet.

    Unterm Strich bleibt: Was die große Mehrzahl der zu Mihigrus angeht, es geht nur mit ihnen, und ich kann nicht erkennen, das S. hierzu irgendwie dienlich wäre.

    • 20. September 2010 um 20:47 Uhr
    • Boothby
  427. 440.

    @MR

    Wovor sich Thilo Sarrazin eigentlich fürchtet, macht er in zwei abschließenden Zukunftsszenarien deutlich. In seinem Alptraum spielen deutsche Stadttheater türkische und arabische Stücke, verfallen deutsche Schlösser und werden die Dome von Mainz und Worms zu Moscheen umgewandelt und wird der verpflichtende Deutschunterricht durch muttersprachlichen Unterricht ersetzt. „Im Jahre 2.100 konnte der kritische Historiker beim Blick in die Vergangenheit zufrieden registrieren, dass Deutschland seine demografischen Probleme vorbildlich und multikulturell korrekt gelöst hatte. Zwar war die Bundesrepublik im Lebensstandard weit hinter China zurückgefallen, auch Indien hatte Deutschland im Pro-Kopf-Einkommen überholt, aber man zeigte der Welt, dass sich die Probleme friedlich lösen ließen.“ Wer die 400 vorangegangenen Seiten gelesen hat, weiß, dass Sarrazin dies nur satirisch-zynisch meint. Und kommt dann doch ins Grübeln, welche anderen Problemlösungen er bevorzugen würde.

    http://relevant.at/kultur/literatur/41621/thilo-sarrazins-apodiktischer-alarmruf.story

    Ehrlich gesagt, meine Ursprüngliche Quelle weiß ich nicht mehr, der Tenor war aber der Gleiche. Kriege ich da jetzt was durcheinander?

    • 20. September 2010 um 20:51 Uhr
    • Boothby
  428. 441.

    @ Boothby

    # 440

    Danke, war mir nicht bekannt und ist nicht unbedingt prominent. Am Befund der irreführenden berichterstattung ändert sich damit wenig, auch wenn es einen zweiten bericht gibt (Wenngleich ich selbst betone, dass ich beide Szenarien bescheuert finde).

    # 439

    Das Sarrazin irgendwas zum Guten beiträgt, wird sich erst noch zeigen müssen, aber wenn dem so ist, wird das bei seinen Fans auf jeden Fall massig Änderungen in der Meinungsbildung erfordern, denn zukünftige Diffamierung darf wohl vorausgesetzt werden.

    Sagen wir so: Sarrazin bringt Buschkowsky in die Talkshows.

    Unterm Strich bleibt: Was die große Mehrzahl der zu Mihigrus angeht, es geht nur mit ihnen, und ich kann nicht erkennen, das S. hierzu irgendwie dienlich wäre.

    Prinzipiell haben Sie zwar mit Ihrer Kritik an der nicht nur von Sarrazin betriebenen Verabsolutierung der Neukölln-Perspektive recht, abergravierende regionale Probleme sind auch dann zu beheben, wenn sie nicht zum Untergang des Deutschenlandes führen werden.
    Eine ganze Reihe seiner Vorschläge sind so erzsozialdemokratisch (GAnztagsschule etc.), dass eigentümlich Hirnfreie von S. bald die Finger gelassen haben.

  429. 442.

    @FS

    das Sie die Verbindung zu Kommentar 3 von Ihnen nicht sehen, war mir schon klar. Andere werden es tun, sofern diese ein wenig Grips mitbringen.

    • 20. September 2010 um 21:19 Uhr
    • Erol Bulut
  430. 443.

    By the way, FS

    Dazu hat Sarrazin eine schöne Bemerkung:
    Über das Klima werden langfristige Prognosen gemacht, über die Bevölkerungszusammensetzung aber nicht. Was kann die Gesellschaft eher beeinflussen?

    Wenn das wirklich seine Bemerkung ist, sollte nicht ich S. lesen, sondern er vielleicht mal gängige Literatur zum Thema. Sie erinnern sich an unser Beispiel, das seine Rechenmethode auf den rückwärtigen Zeitstrahl bezogen zu einer Fehlinterpretation von so etwa 170mio Deutschen kam?

    Aber unter solchen Bedingungen würde kein vernünftiger Mensch Klimaprognosen abgeben, der einhellige Konsens der Kompetenzler hat also andere Gründe. Aber mich deucht, das der gute Mann hier eine kleine Reizwortplatzierung vornimmt, da das potentielle Zielpublikum hier ja eine ähnlich geartete Form der Wahrnehmungsfilterung betreibt, wie sie unschwer auf den einschlägigen Foren nachschlagen können.

    die rückwärtige Klimamodellierung ist aber Gott sei dank nicht so inkorrekt, so das wir den methodologischen Kenntnisstand als einigermaßen begründet ansehen können.

    Als Sherwood Rowland seiner Frau sagte: „Ich komme mit der Arbeit gut voran, aber es sieht nach dem Ende der Welt aus“, konnte man sich glücklicherweise noch rechtzeitig einigen, denn er redete von FCKW’s. Montreal ist eben nicht Kopenhagen.

    • 20. September 2010 um 21:28 Uhr
    • Boothby
  431. 444.

    @MR

    Sagen wir so: Sarrazin bringt Buschkowsky in die Talkshows.

    OK, sagen wir es so, ich will nicht als Pessimist dastehen. Dennoch sollten die Risiken im Bild bleiben. Ich zumindest sehe S.’s Problemverhinderung als eine kategorielle an. Wenn es nur graduell wäre, wäre mir wohler.

    Prinzipiell haben Sie zwar mit Ihrer Kritik an der nicht nur von Sarrazin betriebenen Verabsolutierung der Neukölln-Perspektive recht, abergravierende regionale Probleme sind auch dann zu beheben, wenn sie nicht zum Untergang des Deutschenlandes führen werden. Eine ganze Reihe seiner Vorschläge sind so erzsozialdemokratisch (GAnztagsschule etc.), dass eigentümlich Hirnfreie von S. bald die Finger gelassen haben.

    Eigentümlich Hirnfrei, kannte ich noch nicht. Ich möchte mal folgenden Vorschlag machen: Gesetzt, es würden striktere Mechanismen gewählt, um diese Probleme anzugehen, wäre es dann nicht das Gebot der Stunde, möglichst viele Mihigrus von der Richtigkeit zu überzeugen? FS hat im Nachbarfred einen schönen Satz gesagt: Es geht nicht gegen etwas, sondern für etwas. Wer hätte es gedacht, aber he made my day, da bin ich jetzt mal leise.

    Am Befund der irreführenden berichterstattung ändert sich damit wenig, auch wenn es einen zweiten bericht gibt

    Bezüglich der Szenarien gut möglich, ich habe nicht drauf geachtet. Aber warum sind die Szenarien für sie so elementar? Martusseks Auftritt im Spiegel war ja nun nicht so kritisch, einem Fachbuchautor wiederfährt sowas ja nicht nicht so oft. Zumal ich Lau recht gebe, insbesondere beim Spiegel. Wie da beide Seiten mit Knarren versorgt werden, das hat schon was.

    • 20. September 2010 um 21:55 Uhr
    • Boothby
  432. 445.

    @ Boothby

    War Anspielung.

  433. 446.

    @MR

    Oh my

    Lesen sie eigentlich alle kontrolle? Bei EF muss einem doch schlecht werden. Aber wenn die gegen Thilo sind, werde ich sofort meine Ansicht ändern: Thilo rules. Hell yeah.

    • 20. September 2010 um 22:03 Uhr
    • Boothby
  434. 447.

    Lesen sie eigentlich alle kontrolle?

    Nø, keine Zeit, aber auf dem Höhepunkt der Debatte hat mich schon interessiert, was die dazu denken: Einerseits kommen die Moslems nicht gut weg, andererseits sagt das ein preußischer Beamter, wie er im Bilderbuch steht. Macht doch immer Spa&sslig; zuzusehen, wie Ideegefixte mit zwei etwa gleich starken, aber widersprüchlichen Reizen umgehen…

  435. 448.

    @MR

    Für wie verbreitet halten sie die Truppe? Ist nicht so, das ich andernorts nicht auch auf die Stosse. Da ich einen Hang zur Problematischen Weltsicht mein eigen nenne, überkommt mich dann und wann das Gefühl, die werden mehr. Sie schenen da im Saft zu stehen, also tak im voraus.

    • 20. September 2010 um 22:11 Uhr
    • Boothby
  436. 449.

    @ Boothby

    Nun ja, Ihre Ideengeber sind selbst in den USA eher marginal.

  437. 450.

    Sie wollen sagen, ich schaue zuviel Stewart? Colbert ist nicht witzig genug.

    Also ich persönlich finde es schon befremdlich, wenn ein Dosenbrot wie Beck mal eben 100 000 von der Couch kriegt.

    • 20. September 2010 um 22:20 Uhr
    • Boothby
    • 20. September 2010 um 22:22 Uhr
    • Boothby
  438. 452.

    Hey Boothby,

    mal wieder im Extremlabermodus? Ich versuche mal sinnstiftend zu kürzen. Was Sie eigentlich sagen wollen steht hier:

    Diese Realität [Kopftuchmädchen] streitet ich nicht ab. Was ich grundsätzlich besonders an S. problematisiere, ist, das er einen Konnex herstellt, der weit über gewisse Türken in gewissen Vierteln hinausgeht, worin der Nutzen sein soll, bleibt fraglich

    Nun ja, mag sein, aber ich frage mich: Welches soll der Nutzen dieser Problematisierung sein? Ist Sarrazins Buch sowas wie „Mein Kampf“? Dreut uns das vierte Reich am Horizont?

    • 20. September 2010 um 22:27 Uhr
    • Saki
  439. 453.

    @MR, bevor ich mich bette

    Sie haben mal ihre Abneigung gegenüber JS zum Ausdruck gebracht, aber dieser Tage liefen nun gleich 2 Interviews, Blair und Clinton. Clinton war wirklich gut, und Blair hat seinen Einmarsch ebenfalls enorm verkauft, ich konnte dem folgen. Er sagte, seine Aufgabe wäre nicht gewesen, die 3000 zu beklagen, sondern sich darüber Gedanken zu machen, was wäre, wenn sie 300000 oder 3mio hätten erreichen können. Geopolitik mit anderen Mitteln, aber durchaus hinnehmbar, so sympatisch war er nie. Das waren echte Highlights, Stewart war auch kein Scharfmacher, probieren sie es mal.

    http://www.thedailyshow.com/

    • 20. September 2010 um 22:33 Uhr
    • Boothby
  440. 454.

    @Saki

    Sein sie nicht so streng mit mir, meine Frau guckt grad ‚ne Schmonzette. Aber ich bemühe mich immernoch um Kompetenz, how are you?

    Nun ja, mag sein, aber ich frage mich: Welches soll der Nutzen dieser Problematisierung sein? Ist Sarrazins Buch sowas wie “Mein Kampf”? Dreut uns das vierte Reich am Horizont?

    Wie wäre es mit einem Extremlesemodus?

    • 20. September 2010 um 22:35 Uhr
    • Boothby
  441. 455.

    @ Boothby

    Nei ich lerne jetzt Wandrers Nachtlied auswendig 😉

  442. 456.

    Boothby: Aber ich bemühe mich immernoch um Kompetenz…

    Dann mal ein kostenloser Tip in Form einer Frage: Wenn Herr S. aus B. irgendwie hysterisch ist, empfiehlt es sich dann im Sinne einer zielführenden Debatte vor Gegenhysterie total auszuflippen?

    • 20. September 2010 um 22:42 Uhr
    • Saki
  443. 457.

    @Saki

    Ja klar, wenn ich S. hysterisch finde, bin ich selbst hysterisch. Wenn sie irgendwelche nichthysterischen Vorschläge haben: Ich hänge an ihren Lippen.

    • 20. September 2010 um 23:08 Uhr
    • Boothby
  444. 458.

    @Boothby

    Ja klar, wenn ich S. hysterisch finde, bin ich selbst hysterisch. Wenn sie irgendwelche nichthysterischen Vorschläge haben: Ich hänge an ihren Lipp

    Wie wäre es damit, Sarrazin schreiben und schwätzen zu lassen, wie er mag, und sich damit zufrieden zu geben, ihm selbst entgegenzuhalten, dass er aus den und den Gründen Unrecht habe? Dann hätte etwa auch Sloterdijk nie Anlass gehabt, sich einzumischen.

    Halten Sie den Mann denn wirklich für so einen schlimmen Demagogen? Was Sarrazin ist, verdankt er vor allem den nach allen Maßstäben überzogen Reaktionen auf seine Äußerungen.

    • 20. September 2010 um 23:14 Uhr
    • NKB
  445. 459.

    @NKB

    Ich kann den diskursiven Paradigmenwechsel nicht wirklich begrüßen, auch wenn mir klar ist, das die Zeiten sich nun mal ändern. Das die Zeiten sich ändern, leuchtet mir ein, ich höre eh gern Dylan.

    Ich halte S. für einen Demagogen, ja. Aber ich sehe auch ein, das er sich nicht umsonst verkauft. Mein result wäre, das mehr Ratio not tut, aber (meinem Empfinden nach) stattdessen gibt es weniger. Ich werde nicht schlau draus, ich frage mich, wie das alles zu deuten ist.

    • 20. September 2010 um 23:25 Uhr
    • Boothby
  446. 460.

    Wenn sie irgendwelche nichthysterischen Vorschläge haben: Ich hänge an ihren Lippen

    Nichts leichter als das. Statt Zwangskinderverwahung für alle nur für Hartz IV Kinder: Schon findet A. Merkel den Vorschlag hilfreich und der Erol-Bülüt-Modus der SPD-Spitze war eh schon immer überflüssig wie ein Kropf. NKB kann uns ja aufklären, ob das dem Sozialstaatsgedanken des GG widerspricht.

    • 20. September 2010 um 23:52 Uhr
    • Saki
  447. 461.

    @Saki

    Wenn sie irgendwelche nichthysterischen Vorschläge haben: Ich hänge an ihren Lippen

    Nichts leichter als das. Statt Zwangskinderverwahung für alle nur für Hartz IV Kinder: Schon findet A. Merkel den Vorschlag hilfreich und der Erol-Bülüt-Modus der SPD-Spitze war eh schon immer überflüssig wie ein Kropf. NKB kann uns ja aufklären, ob das dem Sozialstaatsgedanken des GG widerspricht

    Ich schnall‘ kein Wort, sie sind der Kompetenzler. Was genau meinen sie? Was ist „Zwangskindverwahrung“?

    • 20. September 2010 um 23:59 Uhr
    • Boothby
  448. 462.

    @Boothby

    Ich werde nicht schlau draus, ich frage mich, wie das alles zu deuten ist.

    Ich denke, die politische Korrektheit wird gerade mit ihrem immanenten Widerspruch konfrontiert. Sie kann nicht anders, als Missstände konsequent zu verleugnen oder kleinzureden, soweit diese Misstände nur hinreichend von einer von ihr affirmierten und geschützen Gruppe herrühren. Die meisten PC-Anhänger dürften tatsächlich glauben, dass sie anderen damit einen Gefallen tun. In Wirklichkeit stauen sich so aber nur Ressentiments auf, die irgendwann nicht mehr zu kontrollieren sind.

    Das Lettre-Interview von Sarrazin war z.B. vergleichsweise harmlos. Es war in der Sprache hart, aber Sarrazin kommentierte spezifisch Berliner Verhältnisse. Was er sagte, war daher sachlich überwiegend zutreffend. Die Reaktionen darauf waren völlig bizarr und überzogen: Sarrazin wurde in eine Reihe gestellt mit NS-Größen, er wurde mit Anzeigen wegen Volksverhetzung überzogen, die Zeitungen überschlugen sich schon damals mit Verurteilungen seiner Aussagen des Inhalts, er sei ein „Rassist“, wie man schon lange keinen mehr in Europa gesehen habe. Je mehr der Eindruck entstand, größere Teile der Bevölkerung stimmten ihm zu oder könnten es tun, desto schlimmer wurden diese Angriffe. Das Ressentiment verschlimmerte sich dadurch unentwegt. Jede Entgleistung gegen Sarrazin schien implizit als Bestätigung der Richtigkeit seiner Ansichten gewertet zu werden.

    Ich glaube übrigens, dass Sarrazin das Buch, das er jetzt geschrieben hat, ohne diese Reaktionen niemals geschrieben hätte. Ihm wäre es dann wohl selbst deutlicher schwerer gefallen, seine Ressentiments und Gedanken zu versprachlichen, in aller Konsequenz auszusprechen, was er vielleicht selbst für fragwürdig hielt. Seit dem vergangenen Herbst kann er sich aber in der Rolle gefallen und auf die Rolle zurückziehen, der „Rächer der Entmündigungen“ zu sein, derjenige, der dem „gemeinen Mann“ seine Stimme zurückgibt (obwohl Sarrazins Unterschichten-Aversion hier offenkundig eine bitter ironische Dimension hat). Und in gewisser Weise stimmt das alles ja auch, weil Sarrazin tatsächlich dafür angefeindet wurde, dass er gängige Ressentiments aussprach und sogar weitgehend sachlich begründete. Er wurde umso stärker angefeindet, je deutlich diese Ressentiments zutage traten. Andererseits aber übertreibt Sarrazin nun selbst maßlos, er unternimmt zumal auch Ausflüge in die Humanbiologie und geriert sich als Genetikexperte. Unter anderen Umständen würden viele Leute darüber nicht hinwegsehen, als wäre es nichts weiter als ein belangloser Fauxpas, genauso wenig wie man leichtfertig über Sarrazins Unterschichten-Aversion hinweggehen könnte; wenn man aber andererseits sieht, dass diejenigen, die Sarrazin so scharf angriffen, sein Buch mehrheitlich gar nicht gelesen hatten und auch noch stolz erklärten, das künftig ebenso wenig tun zu wollen, dann kann man kaum anders, als sich zumindest ein wenig solidarisch mit ihm zu geben.

    Ich denke, dass die Debatte wieder abkühlen wird, glaube aber schon, dass Sarrazin einige Türen aufgestoßen hat, die ehedem verschlossen waren. Eines aber kann man aus dem Fall Sarrazin auf jeden Fall lernen: Die Mittel der politischen Korrektheit führen notwendigerweise irgendwann dazu, dass das genaue Gegenteil vom eigentlich Erstrebten eintritt. Statt Ausgrenzung zu verhindern, fördert man sie letztlich, indem man Ressentiments züchtet, die, unter der Oberfläche wuchernd, umso besser gedeihen und die zumal wesentlich von zwar tatsächlich bestehenden, aber im Sinne der PC verleugneten Missständen herrühren. Statt Sarrazin durch PC-Anwürfe und Appelle an die Moral in der Diskussion zu schwächen, gar zu entwerten, stärkt man ihn dadurch überdies letztlich nur, indem man ihn zum „Unaussprechlichen“ stilisiert und mit ihm öffentlich verfährt, wie man nicht einmal mit einem Kinderschänder umspringen würde. Bestes Beispiel dafür ist die Sendung Beckmann. Das erzeugt und bestätigt Ressentiments.

    Das Beste wäre es also, um zur „Vernunft“ zurückzukehren, Sarrazin und Co. künftig sagen zu lassen, was sie zu sagen haben, am besten darüber nachzudenken, und etwaige Ablehnung in der Sache zu begründen. Alles andere wird nur dazu führen, dass man letztlich aufwertet und salonfähig macht, wovor man sich am meisten fürchtet. Daneben eint man so auch „Gegner“, die sonst nie oder kaum je zusammenfinden würden: Denkt man sich die üblen Anfeindungen hinweg, denen Sarrazin schon letzten Herbst ausgesetzt war, hätte sich etwa Sloteridjk nie an seine Seite gestellt. Auch ein Klaus von Dohnanyi unterstützt, wenn ich es richtig verstehe, Sarrazin kaum der Sache wegen, er scheint in ihm aber – in gewisser Weise sogar zu Recht – einen politisch Verfolgten zu sehen, dem man allein dessenthalben beistehen muss.

    Gehe jetzt schlafen und bin danach einige Tage beruflich unterwegs, werde mir etwaige Antworten aber natürlich durchlesen und wünsche noch eine schöne Zeit im Forum.

    • 21. September 2010 um 00:07 Uhr
    • NKB
  449. 463.

    Boothby: Was ist “Zwangskindverwahrung”?

    Sie haben gar nicht mitbekommen, was für Maßnahmen Sarrazin eigentlich vorgeschlagen hat, stimmt’s?

    • 21. September 2010 um 00:25 Uhr
    • Saki
  450. 464.

    @ NKB

    Ich glaube übrigens, dass Sarrazin das Buch, das er jetzt geschrieben hat, ohne diese Reaktionen niemals geschrieben hätte.

    Nein, ich habe das böse Buch gerade nicht griffbereit, aber dort steht irgendwo, dass er seit 2008 daran gearbeitet hat. Das Interview ist also ein Nebenprodukt.

  451. 465.

    Komisch. Da heisst es, man müsse dem Islam noch 500 Jahre Zeit lassen, bis er im 21. Jahrhundert ankomme. Aber wenn einer kommt und sagt, der Islam brauche noch 500 Jahre, bis er im 21. Jahrhundert ankomme, dann wird er Rassist genannt.

  452. 466.

    @ Horst

    Nø, mein gutes Gedächtnis.

    • 2. August 2011 um 16:33 Uhr
    • M. Riexinger
  453. Kommentar zum Thema

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