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Warum die Ground Zero Moschee gebaut werden sollte

 

Etwas Besseres als dieser Text von Leon Wieseltier über den New Yorker Moscheestreit (in der New Republic) ist nirgends zu finden:

„There are families of the victims who oppose Cordoba House and there are families of the victims who support it. Every side in this debate can invoke the authority of the pain. But how much authority should it have? I do not see that sentiment about the families should abrogate considerations of principle. It is odd to see conservatives suddenly espouse the moral superiority of victimhood, as it is odd to see them suddenly find an exception to their expansive view of religious freedom. Everybody has their preferred insensitivities. In matters of principle, moreover, polling is beside the point, or an alibi for the tyranny of the majority, or an invitation to demagogues to make divisiveness into a strategy, so that their targets come to seem like they are the ones standing in the way of social peace, and the “decent” thing is for them to fold. Why doesn’t Rauf just move the mosque? That would bring the ugliness to an end. But why don’t Palin and Gingrich just shut up? That, too, would bring the ugliness to an end. Certainly the diabolization of Rauf, an imam who has publicly recited the Shema as an act of solidarity and argued that the Declaration of Independence “embodies and restates the core values of the Abrahamic, and thus also the Islamic, ethic,” must cease. In a time when an alarming number of Muslims wish to imitate Osama bin Laden, here is a Muslim who wishes to imitate Mordecai Kaplan. Turn away, from him? But he may be replaced at his center by less moderate clerics, it is said. To which I would reply with a list of synagogues whose establishment should be regretted because of the fanatical views of their current leaders. I also hear that there should be no mosque on Park Place until there are churches and synagogues in Saudi Arabia. I get it. Until they are like us, we will be like them.

At the JCC on Q Street a few weeks ago, there was a family night for “kibbutz camp.” As the children sang “Zum Gali Gali,” an old anthem of the Zionist pioneers, I noticed among the jolly parents a Muslim woman swaddled in black. Her child was among those children! Her presence had no bearing on the question of our security, but it was the image of what we are protecting. No American heart could be unmoved by it. So: Cordoba House in New York and a Predator war in Pakistan—graciousness here and viciousness there—this should be our position. For those who come in peace, peace; for those who come in war, war.“

45 Kommentare

  1.   Limited

    Zur Diktatur der Mehrheit passt dieser Artikel aus den „Blättern“ meiner Meinung nach ausgezeichnet – Fanatismus der Aufklärung

    http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/september/fanatismus-der-aufklaerung

    Das wäre im übrigen generell die interessante Frage an alle Islamkritiker – Was wollt ihr eigentlich? Was soll man eurer Meinung nach mit den Muslimen machen?

  2.   Saki

    Schön, dass auch Herren Wieseltier wortreich kein Grund einfällt, warum das Cordobahaus neben Ground Zero stehen muß.

    Statt dessen gibt es so überzeugende Motive wie:
    – Sarah Palin ist dagegen
    – Rauf ist so ein netter Kerl, den ich viel lieber mag als Palin
    – Die anderen Republikaner sind auch dagegen.
    – ich kenne einen Angehörigen eines Opfers, der nichts dagegen hat

  3.   Leutnant Gustl

    @Limited

    Das gleiche wie mit Ihnen. 🙂 Nicht vereinnahmen lassen und nicht subventionieren.

    „…the Declaration of Independence “embodies and restates the core values of the Abrahamic, and thus also the Islamic, ethic,”“

    Märchenstunde!

  4.   Theo

    Moscheen an Ground Zero sind eine Bereicherung, aber Kirchen in der Türkei eine Provokation.
    Bibelverbrennungen durch verrückte Christen in den USA sind eine Staatsaffäre, aber Bibelverbrennungen in Afghanistan ein verantwortungsvoller Schritt zur Vermeidung der Provokation von Muslimen (http://edition.cnn.com/2009/WORLD/asiapcf/05/20/us.military.bibles.burned/)
    Kopftücher und Vermummung von Frauen in Deutschland sind gelebte Toleranz, aber beim Staatsbesuch in Saudi-Arabien wäre der Verzicht auf Verschleierung böse Provokation.

    Was läuft hier falsch?

  5.   Limited

    @ 3

    Nicht vereinnahmen lassen und nicht subventionieren

    Wenn es nur das ist, bin ich ja beruhigt. Das wird regeln lassen.

    Ich hatte die Befürchtung, dass Leute die den Islam als grundsätzlich unvereinbar mit der Demokratie ansehen, und die in einzelnen Fällen den Islam auch als Wurzel des Bösen ansehen bereit sind noch wesentlich weiter zu gehen.

  6.   Theo

    @Limited
    Was wollen Sie den mit den Islamkritikern machen? Und was für ein Deutschland wollen Sie meinen Kindern aufzwingen? Eines, das so aussieht wie der Libanon oder Ostanatolien? Nein Danke.

  7.   Limited

    @ 6

    Wie wäre es, wenn man zunächst die von mir aufgeworfene Frage bedenkt?

    Ich habe im übrigen nicht die Absicht mit den Islamkritikern irgendetwas anzustellen. Die können sich von mir aus ihres Lebens erfreuen.

  8.   Limited

    @ Theo – kleiner Nachtrag

    Und was für ein Deutschland wollen Sie meinen Kindern aufzwingen? Eines, das so aussieht wie der Libanon oder Ostanatolien?

    Was wollen Sie dagegen unternehmen/unternehmen Sie dagegen?

  9.   tati

    OT

    Überfälliger Rücktritt

    Die merkwürdige Zustimmung, die Sarrazin für seine Thesen im Volk erfährt, ist in dieser Frage unerheblich.

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2010-09/bundesbank-vorstand-sarrazin-ruecktritt-?commentstart=9#comments

    Das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Mich wundert bei der ZEIT fast nichts mehr.
    Der grössenwahnsinnige Harvard-Bubi Schieritz sollte sich besser doch um die Dinge kümmern, die er gelernt hat.

  10.   Jörg Lau

    @ tati: „Mich wundert bei der ZEIT fast nichts mehr.“ Und doch kommen Sie immer wieder… Freut mich, denn ich bin selten so stolz gewesen, bei dieser Zeitung zu sein, die den Quatsch nicht mitmacht.