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Gebrauchsanweisung für Bio-Einkauf

 

Einführung:
Vorweg bitte keine Griffelspitzerei was Bio eigentlich ist, denn streng genommen ist Motorenöl auch ein Naturprodukt. Wichtig ist, biologische Nahrungsmittel sind bewiesenermaßen gesünder als konventionelle. Zu diesem Schluss kommt eine große Studie. Im Auftrag der EU wurde dieses Projekt mit 18 Mio. Euro unterstützt und über dreißig Forschungsinstitutionen beteiligten sich.

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©ddp

Das bundesdeutsche Biosiegel ist zwar kein Signal für Spitzenqualität wie Demeter oder Naturland, aber immerhin nicht ganz übel und bei kleinem Geldbeutel eine gute Lösung.

Milch:
Es kommt auf die Gegend an. Milch aus Weidewirtschaft ist fast immer in Bioqualität, auch ohne Zertifizierung. Konventionelle Stallmilch kann damit nicht verglichen werden.

Fisch:
Fisch ist gesund, aber die Meere sind leer, also ist er ein absolutes Luxusprodukt. Selbst Zuchtfisch ist problematisch, da die Fische keine Vegetarier sind und höchstens 20% pflanzliche Beimengung vertragen.

Welche Fische noch ausreichend vorhanden sind kann man bei Greenpeace erfahren. Die chemischen Belastungen der Ostsee sind problematisch. Siehe foodwatch.
Man achte bei Zuchtfisch auf nicht verstümmelte, nicht ausgefranste Schwanzflossen und ein unverletztes, unverpilztes Maul. Beides sind Indizien für zu dichte Hälterung.

Fleisch:
Mit Biofleisch habe ich keine guten Erfahrungen. Immer noch ist spürbar, dass die Biobewegung aus dem Vegetarismus hervorging. Der Begriff Weiderind sagt gar nichts, außer, dass das Vieh viel Gras bekommen hat. Davon alleine wird es aber nicht fett und setzt kein geschmackvolles Fleisch an. Viehzucht ist kompliziert und es genügt überhaupt nicht die Tiere zu lieben. Was Rückstände und Quälaufzucht angeht, sind Geflügel und Schwein fast rundweg kritisch anzusehen. Da würde ich unbedingt auf einem Biosiegel bestehen.

Rind:
Rindfleisch immer bei einem Metzger kaufen, der bereit ist die Papiere des Tiers zu zeigen. Kommt es aus Deutschland ist man nicht ganz schlecht dran.

Kalb:
Kalb aus Mastbetrieben muss man unbedingt meiden. Wie aber erkennt man das? Die einzige Möglichkeit wäre, sich immer die Papiere zeigen zu lassen. Ansonsten: Es sein lassen, oder darauf achten, dass das Fleisch dunkelrosa sein sollte. Helles Kalbfleisch kommt von der Milchaufzucht, so die Mär. Nur teilweise ist es auf Milchpulver zurückzuführen, was noch anginge. Katastrophal ist aber der Umstand, den jeder Fachmann verschweigt. Die helle Kalbfleischfarbe kommt auch davon, dass die Tiere im Dunkeln stehen. Ständig! 

Achtung:
Egal wie schlimm ein Fleisch ist, vom Gesundheitlichen hat selbst das schlechteste Fleisch weniger Gift als das meiste Gemüse. Ganz schlimm ist es mit Salat.

10 Kommentare


  1. […] Klink hat eine Gebrauchsanweisung dazu. Kurz zusammen gefasst: die "klassischen" Anbauverbände wie Naturland oder […]

  2.   Ecki

    Es gibt vom WWF (World Wide Fund for Nature) einen ziemlich genialen interaktiven Fischführer (Link), der einem aufzeigt welchen Fisch aus welcher Region der Welt man ruhigen Gewissens Essen kann und welche man besser auslassen sollte, da Überfischung droht.

  3.   Klaus

    Beim Gemüse gibt es ja zwei grosse Probleme. Zum einen ist es furchtbar belastet, zum anderen kommt es von weit her. Mit das Schlimmste ist weisser Spargel aus Peru. Bis der hier in die Läden kommt, kann er noch als Grillanzünder verwendet werden. Die Frage der Belastung mit Herbiziden, Insektiziden und wer weiss was noch, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Hier sind es aber auch die Verbraucher, die wahllos Importe aus Südafrika, Neuseeland, China, Ecuador und Sengal einkaufen und zwar zu Zeiten, wo es bei uns noch keine Trauben, Erdbeeren und sonstwas gibt. Fürchterlich sind auch die unreif (grün) auf den Markt geworfenen Ananas.
    Ansonsten kann man vor Salat und vor allem Paprika – vermutlich auch Tomaten – aus Spanien und Griechenland nur warnen. Was nicht eine eindeutige und klare BIO-Kennzeichnung hat, dürfte eigentlich hier nicht auf den Tisch. Vor allem diejenigen, die sich gesund und diätetisch ernähren wollen und dabei viel Salat essen und Paprika mit Dips führen sich Unmengen Gift zu.
    Also eher gelegentlich eine Wildschweinbratwurst aus Herrn Fuchs’ Wurstküche im Schwarzwald als Salat mit Paprika und Tomaten aus Spanien.
    Wobei man auch hier sehen muss, dass es keine spanische Eigenart ist, Gemüse so zu produzieren. Es ist vielmehr unsere kaum noch zu deckende Nachfrage (s. Rubrum “Fisch” in V. Klinks Beitrag) nach jahraus, jahrein frischem Gemüse und Obst.


  4. […] von Vincent Klink: Egal wie schlimm ein Fleisch ist, vom Gesundheitlichen hat selbst das schlechteste Fleisch weniger […]


  5. […] 50%-Sticker ins Auge. Coop, Bio, gesehn, gekauft. Auffällig dunkel-, nicht hellrosa, was nach Vincent Klink eh besser […]


  6. […] vincent klink über bio-produkte: Egal wie schlimm ein Fleisch ist, vom Gesundheitlichen hat selbst das schlechteste Fleisch weniger Gift als das meiste Gemüse. Ganz schlimm ist es mit Salat. […]

  7.   maria

    Liebe Leute, wie wärs denn mal wieder mit der saisonalen Variante des Obst- und Gemüseverzehrs?
    Dann erübrigt sich die Frage ob Obst und Gemüse “geflogen” kommen oder nicht! Dito Düngung.


  8. […] Die Zeit – Nachgesalzen » Gebrauchsanweisung für Bio-Einkauf Helles Kalbfleisch kommt von der Milchaufzucht, so die Mär. Katastrophal ist aber der Umstand, den jeder Fachmann verschweigt. Die helle Kalbfleischfarbe kommt auch davon, dass die Tiere im Dunkeln stehen. Ständig! (tags: bio einkaufen hilfe) […]

  9.   Lennard

    Ich habe angefangen meinen eigenen kleinen Garten mit Gemüse einzurichten. Ich habe Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Zuccinni und weitere Gewürze an. Außerdem haben wir zwei Hühner von denen wir ab und zu Eier essen. Fleisch essen meine Familie und ich grundsätzlich nicht.

  10.   Lotsa Green

    Ah also von wegen der Restbelastung durch Spritzmittel und so möcht ich doch widersprechen.

    Was die Grenzwerte angeht wird da beim Grünzeug duchaus mal überschritten..wäre das Grünzeug aber Fleisch wäre es noch nicht überschritten.

    Da die Tiere eben etwa 10 mal die kalorien in Pflanzen kriegen müssen bevor sie eine kalorie in Fleisch ansetzen, sammeln sich da auch die Schadstoffe vermehrt im Gewebe an.

    Die Grenzwerte bei tierischen Produkten sind da natürlich höher gesetzt, sonst dürfte da viel garnicht in den Handel wenn es denselben Grenzwert an Schadstoffen wie Grünzeug hätt, den kann Fabrikfleisch nicht einhalten.

    Getreide hat etwa 20 mal weniger Schadstoffe als Fabrikfleisch grob gemessen, belastetes Obst oder Gemüse wie z.b. die Erdbeeren und Paprika in Verruf kamen wegen Rückständen, selbst das hat noch 5 mal weniger Gift intus als durchschnittliches Fabrikfleisch.

    Problem ist ja auch das es sich im Fett sammelt und nicht mehr aus dem Körper kommt beim Schlachttier ausser es laktiert, dann ist es in der Milch und dadurch das es den Körper durchläuft wird es aufgespalten und unter Umständen noch giftiger als das ursprüngliche Gift bzw leichter resobierbar da uns das Tier die Arbeit so gesehen abnimmt und das schon mal vorverarbeitet so wie auch mit Omega3 Fettsäuren und B12 das geschieht, nur eben auf unvorteilhafte Weise diesmal.

    Und im Tierkörper kommen dann noch etliche Schadstoffe aus verschiedenen Quellen zusammen die sich in ihrer Giftigkeit wieder unterstützen.

    Sehr schön kann man das sehn an den Muttermilchmessungen von Fleischesserinnen, Vegetarierinnen und Veganerinnen…die Vegetarierinnen hatten schon bedeutend weniger Schadstoffe in der Muttermilch, die Veganer die auch auf belastete Milch und Eier verzichten noch deutlich weniger.

    Ich denke dass diese Muttermilchmessungen deutlich zeigen wie man mehr Schadstoffe aufnimmt oder eben nicht aufnimmt.