Es geht auch ohne Fernsehen
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Netzfilm

Skaten in Asien: “The Journey of the Beasts”

Von 6. August 2014 um 14:05 Uhr

Als wir vergangenes Jahr mit Sebastian Linda sprachen, hatte der Filmemacher aus Dresden gerade seinen kurzen Skateboardfilm The Revenge of the Beasts auf Vimeo gestellt. Seitdem ist viel passiert. Linda hat unter anderem ein Porträt über einen amerikanischen Dirigenten in Ostdeutschland gedreht, für The Revenge of the Beasts gewann er vor einigen Wochen den Deutschen Webvideopreis. Zudem hat Linda zu Beginn des Jahres per Crowdfunding nach Unterstützern für den nächsten Teil seiner Beasts-Reihe gesucht. Mit Erfolg: Über 7.500 Euro kamen letztlich zusammen.

Das Ergebnis ist jetzt im Netz zu sehen. The Journey of the Beasts begleitet Linda und seine befreundeten Skater auf einer Reise durch Asien. Mit rund 30 Minuten ist er nicht nur der längste Film der Reihe, sondern auch der ambitionierteste: Teils Skatefilm, teils Roadtrip, teils Travelogue wechselt The Journey of the Beasts zwischen rasanten Tricks auf den Brettern, Zeitlupen- und Zeitraffern, Interview-Schnipseln und ziemlich beeindruckenden Aufnahmen der Menschen und Natur vor Ort. Dabei geht es vor allem um das Entdecken: der alten Leidenschaft des Skatens, aber auch neuer Orte.

Der Film ist nicht nur sehenswert, er untermauert auch Lindas Position als den aktuell besten deutschen Skateboard-Filmer. Denn er zeigt abermals, wie man aus dem klassischen Genres mit der richtigen Geschichte immer wieder etwas neues herausholen kann.

Kategorien: Kurzfilm, Netzfilm

Was ist “Bayhem?”: Video-Essays von Tony Zhou

Von 1. August 2014 um 13:03 Uhr

Der Filmemacher und Enthusiast Tony Zhou ist mir in den vergangenen Wochen des Öfteren untergekommen, was an seiner neuen Serie Video-Essays liegt. Vor allem Bayhem, das den “explosiven” Filmstil von Michael Bay untersucht, wurde ordentlich durch die Blogs gereicht. Schließlich ist Bay ein gern gesehener Gast, wenn es darum geht, Dinge möglichst opulent in die Luft zu jagen und wird dafür ebenso gerne aufgezogen.

Doch Zhou interessieren nicht bloß Explosionen, unter anderem hat er sich mit Aspekt der visuellen Komik bei Edgar Wright (Shaun of the Dead, Hot Fuzz), Steven Spielbergs One-Takes und der Stille in den Filmen Martin Scorseses beschäftigt.

In Zhous neustem Essay allerdings geht es um jemanden, der mir bis dato nichts sagte: Satoshi Kon, ein japanischer Anime-Regisseur, der frühzeitig verstorben ist. Wenn die Qualität mit den vorherigen Teilen der Essayreihe mithalten kann, sollten auch das sehr kurzweilige acht Minuten für Filmfreunde sein.

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Kategorien: Netzfilm

“House of Cards” in Wien

Von 31. Juli 2014 um 17:30 Uhr

Vergangenes Wochenende habe ich an dieser Stelle über Timelapses geschrieben, und über meine Meinung, dass sie immer eine Story haben sollten, um interessant und nicht bloß hübsch zu sein. Die beiden Filmemacher Thomas Pöcksteiner und Piotr Jablonowski aus Österreich hatten sich das wohl auch gedacht – und den Vorspann der Netflix-Serie House of Cards mal eben in Wien nachgedreht. Das Ergebnis ist ziemlich klasse, wie man in dem direkten Vergleich sehen kann. In einem Blogeintrag erklären sie, wie sie auf die Idee kamen und an welcher Stelle sie etwas schummeln mussten. Nun, es sei ihnen verziehen.

(via)

Kategorien: Netzfilm

Investiert Twitter weiter in Online-Video?

Von um 17:22 Uhr
© Leon Neal/Getty Images

© Leon Neal/Getty Images

Twitter und Video, Moment, war da nicht schon was? Richtig, mit Vine ist Twitter seit Beginn des vergangenen Jahres im Besitz einer durchaus erfolgreichen Mikrovideoplattform. Erst vor wenigen Tagen katapultiere sich der 15-jährige Shawn Mendes als der erste Vine-Star innerhalb von 37 Minuten an die Spitze der iTunes-Charts. Früher gab es YouTube-Stars wie Justin Bieber, inzwischen reichen auch sechs Sekunden zum Erfolg.

Doch Twitter möchte offenbar auch weiter in traditionelle Videos investieren. Twitters Finanzchef Anthony Noto erklärte bei der Vorstellung der – übrigens sehr erfolgreichen Quartalsbilanz – dass das Unternehmen im August die Beta-Version einer neuen Funktion vorstellen werde, die Videos in die Timeline seiner Nutzer bringt. Erste Versuche gab es bereits mit Sportvideos und dem “Amplify”-Programm für Werbekunden.

Der Vorteil wäre, dass Videos somit auch auf Twitter deutlich sichtbarer werden und Produzenten und vor allem Marken dazu bewegen könnte, ihre Inhalte nicht nur YouTube, sondern eben auch Twitter zu laden. Zwar können auch jetzt, je nach Client, bereits YouTube-Links in der Timeline angezeigt werden, doch Twitter dürfte mehr Interesse daran haben, eigene Videos zu pushen. Erst im März hatte das Unternehmen den früheren YouTube-Mitarbeiter Baljeet Singh angestellt, um die Videosparte zu verstärken.

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Kategorien: Netzfilm

Die ARD arbeitet an einem Streaming-Portal

Von 30. Juli 2014 um 14:10 Uhr
© Dominique Faget/Getty Images

© Dominique Faget/Getty Images

Germany’s Gold, das war nicht etwa der Vorgänger von Deutschlands Beste!, sondern ein geplanter Streaming-Dienst der ARD und des ZDF. Die Nutzer, so war der Plan, konnten in der Videothek Inhalte aus den Programmen anschließend online angucken – gegen eine Gebühr. Anders als in den jetzigen Online-Mediatheken sollten die Inhalte dort zeitlich unbegrenzt verfügbar sein, und das Angebot zudem ein bis zu 60 Jahre altes Archiv aus Filmen, Serien und Dokumentationen enthalten.

Das Projekt scheiterte im Winter 2013, als das Kartellamt den Start untersagte. Durch die Kooperation zwischen ARD und ZDF könnten die Preise und die Auswahl abgesprochen werden, hieß es vonseiten des Kartellamts. Bereits im Jahr 2012 scheiterte ein ähnliches Projekt der Privatsender RTL und Pro7.

Obwohl Germany’s Gold inzwischen Geschichte ist, arbeiten die Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten offenbar an einem Nachfolger. Das geht aus dem Jahresabschluss der WDR Mediagroup im Bundesanzeiger hervor. Dort steht: “Zudem steht in 2014 der Aufbau eines Alternativprojekts zu Germany’s Gold an. Hierzu werden Gespräche im Produzentenkreis und im Kreis der ARD-Verwertungstöchter geführt. Ziel ist es, eine umsetzbare (sowohl juristisch als auch wirtschaftliche) Alternative für Germany’s Gold in den Markt zu bringen.”

Gespräche mit Partnern und Verlagen

Tatsächlich sieht der Markt anders aus als noch vor einem Jahr: Netflix startet im September in Deutschland, um Watchever gab es unlängst Gerüchte eines Verkaufs, und auch Pro7/Sat.1 investieren abseits des Streaming-Portals Maxdome heftig in Online-Angebote. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Öffentlich-Rechtlichen den Anschluss nicht verpassen möchten.

Michael Loeb, Geschäftsführer der WDR Mediagroup, sagte der Funkkorrespondenz: “Wir sprechen mit verschiedenen potenziellen Partnern sowohl von Sendern als auch aus Produzentenkreisen sowie Verlagen.” Auch nach dem Ende von Germany’s Gold wolle man alternative Verwertungsquellen sondieren.

Bislang ist lediglich von den ARD-Verwertungstöchtern die Rede, nicht aber vom ZDF. Es ist also denkbar, dass die ARD schon bald einen alleinigen Vorstoß in den Online-Strreaming-Markt wagt. Interessant dürfte sein, ob ein solche Angebot nur Inhalte aus der ARD-Familie enthält, oder auch Inhalte aus dem Ausland lizenziert, um somit eine Alternative zu Angeboten wie Netflix zu schaffen. Man hoffe, noch in diesem Jahr konkrete Informationen liefern zu können, sagt Michael Loeb.

Kategorien: Netzfilm

Amazon entdeckt das Teleshopping neu

Von um 13:07 Uhr
Screenshot  von Amazons Video Shorts

Screenshot von Amazons Video Shorts

Natürlich waren die Vergleiche mit YouTube sofort da: “Amazon startet YouTube-mäßige Videosektion”, schrieb etwa das Technikblog Techcrunch, und auch in vielen anderen Artikeln zum Thema fanden ähnliche Vergleiche statt. Der Anlass heißt Amazon Video Shorts und hat so ziemlich nichts mit YouTube zu tun, außer dass die Sparte kurze Videos zum Streaming anbietet – und zwar als eine Weiterführung des Teleshoppings.

Die Video Shorts enthalten bislang Interviews mit Schauspielern und Musikern, Filmtrailer und Produkttests. Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich wie eine gewöhnliche Videoplattform aus: Sehr aufgeräumt, mit den entsprechenden Videoinformationen und der Möglichkeit, die Inhalte zu kommentieren und zu bewerten.

Der Clou: Die Videos stammen nicht wie etwa bei YouTube von Privatpersonen, sondern ausschließlich von Produktionsfirmen, von Herstellern und Plattenlabeln. Wer etwa nach dem neuen Album eines bestimmten Künstlers sucht, bekommt künftig auf Amazons Seite einen Link zum aktuellen Musikvideo angezeigt. Wer nach der neusten Gartenkralle sucht, bekommt einen PR-Clip über die Funktionsweise mitgeliefert. Und wer Games mag, findet dort ab sofort auch ausgewählte Videos der Website Polygon.

Wie Mashable schreibt, möchte Amazon damit ganz offensichtlich keine Konkurrenz zu YouTube aufbauen (mit seinem Instant-Video-Dienst hat es der Konzern ohnehin eher auf Netflix abgesehen), sondern sein E-Commerce-Geschäft ausbauen. Video Shorts ist die Weiterführung der kleinen Produktvideos, die Amazon schon länger für diverse Produkte anbietet. Da ist es auch nicht überraschend, dass sich die Videos nicht auf andere Seiten einbetten lassen – dort könnte man dann ja nicht gleich auf die verwandten Produkte verlinken.

Kategorien: Netzfilm

Studio 71 schickt deutsche YouTuber nach L.A.

Von 24. Juli 2014 um 16:57 Uhr

mansion

Nicht nur YouTube betreibt mit seinem Creator Space in Los Angeles inzwischen ein eigenes und sehr erfolgreiches Filmstudio, auch die YouTube-Netzwerke (Multi Channel Networks, kurz MCN) erkunden inzwischen die Möglichkeit eigener Produktionsstätten. Das von der ProSiebenSat.1 Media AG geführte Netzwerk Studio 71 hat sich nun ebenfalls in Los Angeles niedergelassen.

Seit Juni und zunächst noch bis August ziehen deutschsprachige YouTuber in The Mansion, wie die umfunktionierte Villa in West Hollywood genannt wird. Das Projekt soll die deutsche YouTube-Szene internationaler machen, sagt der Studio71-Geschäftsführer Sebastian Weil. Die Teilnehmer sollen in ihrer Zeit deshalb auch mit den Stars aus den USA zusammenarbeiten, und somit neuer Märkte erschließen. Alle entstandenen Projekte landen im eigens eingerichteten Kanal von The Mansion, der inzwischen bereits über 160.000 Abonennten zählt.

Der größte Star von Studio71, der Let’s Player Gronkh und sein Kollege Sarazar haben den Besuch bereits hinter sich. Sie berichteten unter anderem von der Videospielmesse E3. Auch andere bekannte Namen wie MissesVlog, Flavio Simonetti und Funny Pilgrim sollen die Villa besuchen.

Zu Beginn des Jahres knackte Studio 71 erstmals die Marke von 100 Millionen Abrufen in seinem Netzwerk. Damit zählt zu einem der größten und erfolgreichsten im deutschsprachigen Raum.

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Tim Schafer spielt “Day of the Tentacle”

Von 12. Mai 2014 um 13:02 Uhr

Ahh, Day of the Tentacle! Das Point-n-Click Adventure aus dem Jahr 1993 war, zusammen mit Monkey Island 2, vielleicht der Höhepunkt des Schaffens von Lucas Arts, eine absurde Geschichte aus Tentakel-Wesen, Heavy Metal und US-Gründerzeit.

Tim Schafer war damals der Lead Designer, heute arbeitet er mit seinem Studio Double Fine an dem crowdfinanzierten Adventure Broken Age. Dennoch hat Schafer die Zeit gefunden, noch einmal Day of the Tentacle zu spielen – zum ersten Mal seit über zehn Jahren, wie er sagt. Das ganze erwecket nicht nur bei mir Erinnerungen, sondern enthält auch viele faszinierende Einblicke in die Geschichte dieses Klassikers. Ich installiere dann mal ScummVM

(via)

Kategorien: Netzfilm