Offenbar ist es angesagt, Farbe per Schalldruck in die Luft zu schleudern und dann zu fotografieren. Unlängst gesehen in den Bildern von Martin Klimas. Die gleiche Idee hatte auch Ross Ching vergangenes Jahr für sein “Speaker Orchestra”. Das Ergebnis ist ähnlich bunt – und offenbar sehr präzise: Bis auf eine Zehntelsekunde genau sollen die Aufnahmen gewesen sein, um das Zusammenspiel aus Dirigent und Farbe möglichst genau darzustellen, sagt Ching im passenden Making-of.
“Infolge einer Alien-Invasion Großbritanniens widmet ein einsamer Überlebender sein Leben der bloßen Überlieferung, dass es Rettung im Wasser gibt”. So fasst Chris Thomas seinen Abschlussfilm The Water’s Edge zusammen. Glücklicherweise verbirgt sich dahinter nicht bloß ein weiteres Alien-trifft-Horrorfilm-Klischee. Nein, The Water’s Edge funktioniert subtiler.
Die Kamera folgt dabei dem Protagonisten durch eine scheinbar bekannte, aber offenbar leblose Landschaft. Offenbar leblos, denn immer wieder begegnen dem einsamen und zunehmend verzeifelten Wanderer Hinweise, ein verlorener Schuh hier, ein unbemanntes Feuer dort, eine Wunde auf dem Oberkörper, deren Ursprung ungeklärt bleibt. Thomas erzeugt die Spannung vor allem durch das, was man nicht sieht. Das ist klassisch, aber effektiv.
Ergänzt und verstärkt wird diese post-apokalyptische Stimmung durch zweierlei Sachen. Zum einen durch das geschickte Wechselspiel von langsamen, weiträumigen Panoramaaufnahmen und einengender, bewusst wackelnder Kameraführung. Zum anderen durch das tolle Sounddesign, das sich nach der Hälfte – kurz nachdem das erste (und auch letzte) Wort überhaupt gesprochen wurde – in ein zunehmend bizarres und bedrückendes Summen und Flirren verwandelt, während der Protagonist sowohl der Bedrohung als auch der Rettung näher denn je scheint. Um was es sich tatsächlich handelt, bleibt der Interpretation der Zuschauer überlassen.
Offenbar soll The Water’s Edge zu einem vollwertigen Spielfilm ausgebaut werden. Als kurzes, dystopisches Fragment zwischen Horror und funktioniert die Idee jedenfalls prächtig.
London, der Name steht für eine lange und bewegte Geschichte, Musik, Kultur, Adel, viel Geld und, zumindest in diesem Jahr, Olympia. Jason Hawkes ist über die Stadt geflogen – und hat beeindruckende, nahezu Blade Runner-eske Aufnahmen mitgebracht.
Vergangenes Jahr hat das niederländische Designstudio HEY HEY HEY eine Rube Goldberg Maschine vorgestellt, die ihre Nutzer fotografiert und die Ergebnisse anschließend von selbst auf Twitter und Facebook veröffentlicht: Melvin, die “Magical Mixed Media Machine“.
Eine schöne Sache, mit einem kleinen (bzw. großen) Problem: Melvin war etwas schwer zu transportieren. Deswegen haben die Macher ihm nun einen kleinen Bruder spendiert. “Melvin, the Mini Machine” kommt in zwei kompakten Koffern daher. Und produziert schöne Postkarten. Nur das mit dem eigenen Verschicken klappt noch nicht so gut wie bei Facebook. Kann ja noch werden.
Noch hat sie niemand nachgewiesen, die Higgs-Teilchen (oder Higgs-Boson), mit denen wir den Ursprung des Universums besser erklären könnten. Im Dezember wollten die Forscher des Teilchenbeschleunigers LHC in Genf sie endlich entdeckt haben. Oder jedenfalls starke Hinweise darauf. Allerdings war es nicht das erste Mal, dass dieser Durchbruch verkündet wurde. Was lernen wir daraus? Elementarteilchen sind in der Tat nur schwer zu fassen. Ebenso wie die Erklärung, was genau diese Higgs-Teilchen eigentlich sind. Denn wie soll man etwas genau beschreiben, wenn man es noch nicht entdeckt hat? Der Physiker Daniel Whiteson versucht es trotzdem – mithilfe eines Comics.
Skateboard fährt man überall. In Spanien, in Chile und auch in Afghanistan. Moment, in Afghanistan? Ja, tatsächlich ist Skaten in Afghanistan für viele junge Menschen nicht nur ein angesagter Sport, sondern häufig auch die einzige Alternative. So gehört das Fahren auf den langen Brettern beispielsweise zu den wenigen Sportarten, die auch Mädchen in der Öffentlichkeit ausüben dürfen.
Eine der ersten Adressen für junge Skater in Afghanistans Hauptstadt Kabul ist der Skatepark “Skateistan“. Im Jahr 2009 eröffnet, hat sich das Projekt inzwischen zu einer kompletten Hilfsorganisation entwickelt, die ähnliche Anlagen auch in anderen Ländern errichten möchte. Der folgende kurze Film (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film über die Entstehung) zeigt einige der jungen Menschen, die auf dem Skateboard zumindest teilweise ihrem Alltag entfliehen.
Disclaimer: Der obige Film ist in Kooperation mit Diesel entstanden. Dieser Eintrag wurde dagegen ausdrücklich nicht von Dritten gesponsort.
Wallendes Haar, buschige Schnauzbärte, Spandexhosen, Keytars und Synthesizer-Musik: Die modischen und musikalischen Auswüchse der 1980er haben ihre Spuren auch in den Trickfilmen hinterlassen. Manche erinnern sich vielleicht noch an die überdrehten Actionserien wie ThunderCats, Silverhawks, Voltron und natürlich He-Man und die Masters of the Universe, die es schließlich auch in die deutschen Privatsender geschafft haben. Auch Space Stallions hätte man damals problemlos am Sonntagmorgen im Fernsehen sehen können. Hätte. Denn Space Stallions ist weder eine vollständige Serie noch ein Produkt der 1980er. Es ist eine Bachelor-Arbeit des dänischen Animation Workshop, produziert von Studenten, die in den 1980ern allenfalls geboren wurden.
An der Strahlkraft des Films ändert dieser Umstand nichts. “Der beste achtziger Jahre Action-Cartoon, den es nie gab”, schreibt das Blog Comics Alliance. Tatsächlich geht es den Machern von Space Stallions vor allem darum, möglichst viel Retro-Kitsch in drei Minuten zu packen, angefangen mit dem klassischen Superhelden-Quartett über farbenfrohe Hintergründe hin zu fiesen Bösewichten, Weltraumpferden und Keytar-Soli. Auch ein inbrünstig vorgetragener Themesong darf natürlich nicht fehlen. Am Ende ist Space Stallions sowohl eine Parodie als auch eine Hommage und vor allem eines: Ein dreiminütiges, hyperaktives Flashback. Und irgendwie ziemlich awesome. Das fanden übrigens auch die Mitarbeiter von Disney, wie uns Anja Perl vom Animation Workshop erzählte.
“Space Stallions” ist Teil unserer Serie über Abschlussfilme des dänischen Animation Workshop. Alle Filme wurden von Studenten produziert. Ein Interview über den Animation Workshop finden Sie hier.
Wien ist nicht nur am Tag hübsch anzuschauen, sondern auch bei Nacht. Jedenfalls wenn man weiß, wo man hinsehen muss. Matthias Zimmermann weiß es, wie sein schön gefilmtes und geschnittenes Projekt Unlights beweist. Die passende Musik kommt von Clark.
Es muss nicht immer größer, höher, breiter sein. Während die meisten Menschen danach streben, möglichst viel Platz zum Leben zu haben, hat sich seit einigen Jahren, spätestens im Zuge der Immobilienkrise, in den USA eine Gegenbewegung etabliert, die inzwischen auch in Europa angekommen ist: Das Small house movement. Dessen Mitglieder befürworten das Leben in kleinen und funktionalen Häusern. Die Vorteile, abgesehen von der Platzersparnis im öffentlichen Raum, liegen auf der Hand: Geringere Material- und Baukosten, niedrige Betriebskosten und bestenfalls noch ein Konzept, das auf Nachhaltigkeit basiert.
Während das Leben auf wenig Raum für viele Menschen vor allem eine Lebenseinstellung ist, ist es an Orten mit traditionell wenig Platz immer häufiger eine Notwendigkeit: Die japanischen Micro-Homes beispielsweise beweisen, wie sich auch auf kleinstem Raum clevere Architektur errichten lässt – wenn die Bewohner nicht unter Platzangst leiden.
Die TV-Produzentin und Vloggerin Kirsten Dirksen hat fünf Jahre lang Menschen rund um die Welt besucht, die aus wenig Platz viel herausholen. Das Ergebnis ist die Dokumentation We The Tiny House People.
Ein neues Leben ist ein sehr kurzer Kurzfilm von Sebastian Klug und Sebastian Knopp, der entgegen seiner melancholischen Stimmung mit einer motivierenden Erkenntnis endet, die eine bestimmte Gruppe Menschen sicherlich ohne weiteres unterschreiben würde. Um wen es sich dabei genau handelt, möchte ich nicht vorwegnehmen.
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