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Pizza Cappriciosa alla PENNY

Von 4. November 2009 um 14:33 Uhr

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Ein Selbstversuch: Ist es möglich, ausschließlich mit Discounter-Produkten ein kulinarisch einwandfreies Abendessen kochen?

Für zwei Personen:
1 Päckchen Trockenhefe
250 g Mehl
1 Dose Dosentomaten
2 Knoblauchzehen
1 Glas Artischockenböden
1 Glas schwarz Oliven
1 Packung italienischer Schinken
1 Packung Emmentaler
Oregano, gerebbelt
Salz
Pfeffer

Und um das ganze noch schwieriger zu gestalten, waren wir bei PENNY, dem Discounter mit dem nicht gerade besten Ruf was die Sortimentsqualität betrifft. Aber überraschenderweise gibt es auch dort hochpreisige Artikel, der Schinken war wirklich sehr gut und mit einem Kilopreis von fast 20 Euro nicht grade günstig.

Der Emmentaler (in Scheiben) war ebenfalls sehr gut, die eingelegten Artischocken, Oliven und Dosentomaten waren geschmacklich akzeptabel. Und bei den restlichen Zutaten wie Mehl, Hefe, Knoblauchzehen und Oregano schmeckt man bei einer Pizza jetzt nicht soo den riesen Unterschied …

021109250 g Mehl in eine große Schüssel leeren und mit einem Kochlöffel aus dem Mehlberg einen Mehlvulkan formen, das heißt in der Mitte ein Loch freischaufeln. Genau da rein kommt ein halbes Päckchen Trockenhefe plus zwei EL lauwarmes Wasser plus eine Prise Zucker. Diese drei Zutaten werden jetzt zu einem Vorteig verrührt, und falls etwas Mehl vom Vulkankrater mit reinpurzelt ist das auch nicht so schlimm.
Dieser Vorteig darf für kurze Zeit mal alleine bleiben, die Hefe wacht dabei aus ihrem Tiefschlaf auf und fängt an, Bläschen zu produzieren.

In der Zwischenzeit kümmern wir uns um die Tomatensoße: Zwei Knoblauchzehen schälen, klein würfeln und in einem mutigen Schuss Olivenöl auf mittlerer Hitze glasig anschwitzen. Aber Vorsicht, es darf keinerlei Bräunung entstehen, bei Knoblauch bedeutet Bräunung immer auch bitteren Geschmack. Deshalb alles rechtzeitig mit einer Dose Dosentomaten ablöschen, salzen, pfeffern und mit nicht zu wenig Oregano würzen. Einmal kurz aufkochen und dann bei kleiner Hitze vor sich hin blubbern lassen.

Der Vorteig wird jetzt mit einem kleinen Glas Wasser und drei Prisen Salz zu einem geschmeidigen Pizzateig geknetet, der weder zu trocken, noch zu nass sein soll. Ein gutes Indiz ist, wenn er so grade nicht an den Händen kleben bleibt. Man muss sich beim ersten Mal mit dem Wasser rantasten, beim zweiten Mal hat man das dann schon im Gefühl.

Die Teigschüssel kommt dann für eine Stunde in den Ofen, der ungefähr eine Minute vorgeheizt wird, damit gemütliche 32 Grad Celsius anliegen – die optimale Gärtemperatur von Hefe. Solange kann man irgendwas anderes machen, wie etwa die abgelaufenen Sachen aus der Speisekammer ausmisten. Aber immer mal wieder nach der köchelnden Tomatensoße gucken und notfalls etwas Wasser angießen.

Sobald die Hefe den Teig verdoppelt hat, wird der Ofen inklusive Backblech auf Maximalstärke Oberunterhitze vorgeheizt. Die Teigkugel teilen und mit einem Nudelholz auf einer gut bemehlten Fläche zu zwei Pizzen mit gewünschter Teigstärke auswargeln. Beide Fladen mit etwas Mehl bestäuben und auf je einem sauberen Küchentuch wieder gehen lassen.
Inzwischen schon mal die Zutaten vorbereiten: Artischocken und Oliven aus den Gläsern fischen und abtropfen lassen. Schinken und Käse öffnen, den Käse in kleine Streifen schneiden.

Nach einigen Minuten ist der Ofen glühend heiss, und die Pizzaböden sind ausreichend aufgegangen. Dann das Blech rausnehmen und mit etwas Mehl bestäuben. Mit beiden Händen unter ein Pizzaboden-Küchentuch fassen und mit Schwung den Teig aufs heiße Blech stürzen.
Schnell einige Löffel Tomatensoße draufklacksen und verteilen, und mit Schinken, Artischocken, Oliven und dem Käse belegen. (Wir hatten noch Sardellen im Kühlschrank, die gabs leider nicht bei PENNY :-()

Ab damit in den Ofen und bis zur gewünschten Bräunung backen, das dauert zwischen fünf und sieben Minuten. Dann rausholen, die Pizza halbieren und mit einem Glas Bier servieren, und parallel die zweite Pizza backen.

Das Ergebnis unseren Disounter-Tests: Die Pizza war wirklich, wirklich lecker.

Leser-Kommentare
  1. 25.

    was am konzept “zutaten vom diskonter” haben’s denn nicht verstanden, der herr?

    • 9. Dezember 2009 um 15:55 Uhr
    • nina
  2. 26.

    emmentaler geht mal gar nicht! soweit ich weiß gibts bei penny auch mozzarella.

    auf pizza gehört mozzarella – wann lernt deutschland das endlich?

    • 15. April 2010 um 14:43 Uhr
    • mozzo
  3. 27.

    Diese Seite kann ich nur empfehlen. Gutes Service :)

    • 29. April 2010 um 07:33 Uhr
    • gast
  4. 28.

    Danke schön für das Rezept!

    Stutzig macht mich nicht der Artikel, sondern die selbsternannten Gourmets, die ihn lesen.

    Unglaublich, wie eitel Leute sein können.

    • 22. September 2010 um 11:38 Uhr
    • Jakob
  5. 29.

    Ich lebe seit 33 Jahren in Frankeich. in Paris und der Bretagne. Ich liebe die französische Küche und ich liebe es mit meinen nicht nur französischen Freunden bei einem guten Wein und einem guten Essen zusammenzusitzen – stundenlang. Häufiges und immer beliebtes Thema dabei ist die deutsche Eigenart alles, aber auch wirklich alles mit einer Verbissenheit und einer Besserwisserei zu betreiben, die alles in den Schatten stellt. Und, wenn der Deutsche ein Gourmet ist, dann aber, dann verteidigt er seine alleingültigen Gourmetansichten mit Messer, Gabel und Geflügelschere: Bis aufs Blut!
    Also, gemach, gemach: Wer’s essen mag, soll’s essen, wem’s schmeckt, dem schmeckts. Leben und essen lassen!

    • 23. November 2012 um 15:55 Uhr
    • LaNormande
  6. Kommentar zum Thema

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