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Ravioli di castagne

Von 11. Oktober 2012 um 12:30 Uhr

So zwei Stündchen muss man schon dafür einplanen, aber es lohnt sich wirklich. Und was soll man sonst an einem verregneten Herbstsonntagvorabend machen?
Für zwei Personen:
200 g Mehl
3 Eier
250 g Esskastanien
200 g Ricotta
100 g Parmesan
1 EL Fenchelsamen
2 Lorbeerblätter
Butter
Salz

Die Kastanien mit Vorsicht und einem scharfen Messer schälen und in kochendem Salzwasser zusammen mit zwei Lorbeerblättern zirka 20 bis 30 Minuten weich garen.

In der Zwischenzeit für den Nudelteig 200 g Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel aus dem Mehlhaufen einen Krater formen. In diesen Krater einen halben TL Salz plus die beiden Eier geben und alles mit einer Gabel verrühren. Wenn man mit der Gabel nicht mehr weiterkommt, nimmt man am besten beide Hände.

Anfangs arbeitet man in der Schüssel, aber sobald der Teig nicht mehr so klebrig ist, geht’s auf der Arbeitsplatte weiter. Das Kneten und Walken ist besonders wichtig, darum kann man so einen Nudelteig eigentlich nie zu lange bearbeiten. Fertig ist er, wenn man zu schwitzen beginnt und die Teigkonsistenz glatt, glänzend und elastisch ist.

Zu den Mengenangaben bei Nudelteig muss man noch sagen, dass es sich natürlich um Richtwerte handelt. Manchmal hat man Glück, und es passt zufällig, beim nächsten Mal sind die Eier größer, dann gibt man während des Knetens eben noch etwas Mehl dazu. Wenn man dann zu viel Mehl drin hat oder die Eier zu klein waren, muss mit Wasser gegengesteuert werden. Und so weiter und so weiter.
Die fertige Teigkugel darf dann in Frischhaltefolie verpackt eine halbe Stunde entspannen.

Mittlerweile müssten die Kastanien auch weich sein, einen leichten Biss dürfen sie aber gerne noch haben. Den Topfinhalt abgießen, abkühlen lassen und dann noch von der dünnen Haut befreien. Eine gute Nachricht für diese etwas mühsame Arbeit: die Kastanien müssen dabei nicht ganz bleiben. ;-)

In einer kleinen Schüssel dann die sauberen Kastanien mit 200 g Ricotta, 50 g geriebenen Parmesan, einem Eigelb und zwei EL geschmolzener Butter zu einer sehr leckeren Raviolifüllung zusammenrühren und noch mal auf Salz abschmecken. Mit einer Gabel die größeren Kastanienstücke nach Belieben noch mal kleiner drücken.

Jetzt kommt die Nudelmaschine zum Einsatz: Die Teigkugel aus der Frischhaltefolie auspacken und vierteln. Die Walzen der Nudelmaschine auf ganz breit einstellen und ein Teigviertel durchkurbeln. Einmal zusammenfalten und wieder kurbeln, diesen Vorgang etwa fünfmal wiederholen.
 Dann die Walzen auf fast ganz schmal umstellen und eine ganz lange Teigbahn durchdrehen. Auf einem Küchentuch ablegen, und mit den drei restlichen Teigkugeln genauso verfahren.
Es empfiehlt sich, diese Bahnen immer wieder beidseitig mit Mehl zu bestäuben.

Eine Teigbahn quer in Quadrate schneiden und diese diagonal halbieren. Je einen kleinen Teelöffel Füllung darauf geben und mit beiden Händen zu einem Ravioli schließen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis entweder kein Teig, keine Füllung (oder beides) mehr da ist.
Mit einem speziellen Teigroller oder einem kleinen Messer anschließend die überschüssigen Teigränder wegrädeln bzw. -schneiden.

Die Ravioli auf einem Küchentuch kurz antrocknen lassen und in der Zwischenzeit einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.
Frische Pasta braucht nur zirka zwei Minuten darin, dann ist sie fertig.

Parallel dazu eine Pfanne ohne Fett auf mittelheiße Temperatur bringen und einen EL Fenchelsamen anrösten. Sobald diese einen intensiven Geruch verströmen, rausnehmen und stattdessen zwei EL Butter schmelzen.
Darin schwenkt man die fertigen Ravioli und fügt noch einige EL Nudelwasser als Sauce dazu.

In vorgewärmten, tiefen Tellern mit geriebenem Parmesan und den gerösteten Fechelsamen bestreut servieren. Mehr aus optischen als geschmacklichen Gründen empfiehlt sich noch etwas Fenchelgrün-Garnitur.

Alle unsere Rezepte von a-z gibt’s hier.

Kategorien: Bella Italia
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Guten Tag Frau Rust,

    es ist schön zu lesen, dass Sie in der Küche kreativ sind und klar Ihre Vorlieben benennen können und vielleicht den Lesern hier diese auch gerne mitteilen möchten.
    Aber wenn Sie dort schon Rezepte haben, die Sie bestimmt gerne hier mitteilein, wieso sollen diese noch im Rezeptor erscheinen? Es ging Ihne doch etwas nicht nur darum, allen Lesern mitzuteilen, dass Sie keine gefüllten Nudeln und Esskastinen mögen?

    Disussions und Meinungsfreiheit gehören dazu, also worauf warten die restlichen Leser?

    • 11. Oktober 2012 um 20:03 Uhr
    • Anwort auf Christa Rust
  2. 2.

    Hmmmm, lecker! Geht vielleicht auch als Brotaufstrich…

    • 11. Oktober 2012 um 20:14 Uhr
    • flotterhuepfer
  3. 3.

    Wenn jemand einen Kommentar unter Pseudonym abgibt, sollte dann nicht die Anonymität gewahrt bleiben?

    • 11. Oktober 2012 um 20:16 Uhr
    • flotterhuepfer
  4. 4.

    Für:
    -Schmorgurken
    -Kohlrouladen
    -Schweinerouladen
    -Rinderrouladen
    -gefüllte Paprikaschoten

    und was sie da sonst noch aufzählen brauche ich aber keinen Rezeptor-Blog das ist normale Küchenkost und findet jeder der es sucht in jedem Kochlehrbuch oder tausendfach bei Chefkoch.

    Dankeschön.
    Tobias

    • 11. Oktober 2012 um 23:11 Uhr
    • Tobias
  5. 5.

    Kastanien waren früher ein Armeleuteessen, weil sie sehr kalorienreich sind und nur aufgelesen werden müssen (da muss man wegen der Stacheln schon Handschuhe tragen). Der Kastanienkrebs hat viele Bäume sterben lassen und die Preise in die Höhe gerieben und heute gelten die Teigtaschen mit Kastanienfülle als gehobene kreative Küche. Das hier angegebene Rezept ist gut, ich persönlich esse die Kastanien aber lieber im Dessert (z.B. Krapfen mit Kastanienfülle) und die Teigtaschen mit einer deftigen Fülle (am liebsten aus Brennesseln).

    • 11. Oktober 2012 um 23:13 Uhr
    • Tiroler
  6. 6.

    Da ist ja die “Ja, (l) aber”-Fraktion wieder fast vollzählg angetreten, um den guten Thorsten wieder zum einsamen Prediger zu “einzureduzieren” ;-)

  7. 7.

    Das Grundrezept klingt lecker und Kastanien schmecken mit Panna Cotta bestimmt gut. Allerdings schaut mir das ganze auf dem Foto und auch in meiner Vorstellung etwas “trocken” aus.
    Hat jemand einen Vorschlag, welche Soße oder Gemüse man den Ravioli beigeben könnte, damit Leute wie ich, die ihr Essen gern “saftig/soßig” haben auch auf ihre Kosten kommen?
    Der “Standarttrick” Olivenöl dazu zu geben kommt nicht so ganz in Frage weil es den feinen Geschmack von Kastanie und Panna Cotta gnadenlos unterbuttern würde und Butter + Nudelwasser find ich persönlich irgendwie fad.

    • 12. Oktober 2012 um 10:26 Uhr
    • Sijar
  8. 8.

    Ich finde das Rezept interessant und werde es nachkochen, bin sicher das es schmeckt….

  9. Kommentar zum Thema

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