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Malfatti

Von 14. Februar 2013 um 12:24 Uhr

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Diese italienischen Spinat-Ricotta-Knödel bedeuten wörtlich übersetzt zwar “misslungen” – dieser Name bezieht sich aber hoffentlich nur auf das etwas unspektakuläre Aussehen

Für zwei Personen:
250 g Blattspinat
2 Eier
80 g Ricotta
75 g Mehl
1 Schalotte
50 g Parmesan
4 EL Butter
10 frische Salbeiblätter
Muskatnuss
Salz
Pfeffer

020213250 g Spinat gut waschen, grobe Stiele entfernen und in der Spüle wieder trocken schütteln. Eine Schalotte schälen und fein würfeln. Einen EL Butter in einem großen Topf auf mittlere Hitze bringen und die Schalottenwürfel darin anschwitzen. Sobald sie glasig sind, den feuchten Spinat dazu geben, alles gut umrühren, dann fällt er zusammen. Wenn alle Flüssigkeit verkocht ist, das Gemüse in einen Sieb kurz abkühlen und abtropfen lassen, dann mit einem Kochlöffel gut ausdrücken und anschließen sehr fein hacken.

80 g Ricotta, ein ganzes Ei, ein Eigelb und 30 g Parmesan in einer Schüssel verquirlen. Den Spinat sowie 75 g Mehl dazu geben und daraus eine halbwegs homogene Masse rühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.
Je nach Ricottakonsistenz und wie gut man den Spinat ausgedrückt hat, braucht man etwas mehr oder weniger Mehl. Die Kunst ist, gerade so wenig Mehl zu verwenden, dass die kleinen Knödel später im heißen Wasser nicht auseinander fallen. Da hilft entweder viel Erfahrung oder ein Probeködel:

Einen Topf Salzwasser fast zum kochen bringen. Mit zwei Esslöffeln aus der Malfatti-Masse Nocken formen und im siedenden Wasser etwa fünf Minuten gar ziehen lassen. Sollte sich der erste Malfatti auflösen, muss esslöffelweise mit Mehl nachgesteuert werden.

In der Zwischenzeit drei bis vier EL Butter schmelzen und im heißen Fett die Salbeiblätter knusprig braten. Aber aufgepasst: Bei zu hoher Temperatur verbrennt die Butter, wir wollen heute aber nur eine ganz leichte Bräune.

Die etwas gesalzene und goldbraune Butter auf vorgewärmte Teller verteilen, die fertigen Malfatti dekorativ drauf setzen und mit Parmesan bestreuen. Darauf noch die Salbeiblätter und dann sofort servieren.

Alle unsere Rezepte in der Übersicht von a-z gibt’s hier.

Kategorien: Bella Italia
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Klingt ganz gut, aber man muss aufpassen, gerade die italienischen Mehlspeisen werden oft mißbraucht, um banales für teueres Geld an den Mann oder die Frau zu bringen. Was hab ich neulich gegessen ? A ja, Kürbisravioli stand auf der Karte, geschmeckt hats aber nach nicht viel, und teuer obendrein, da lob ich mir doch die vertrauten Kasspatzen etwa, auch wenn man die in Berlin nicht überall kennen, oder frisch bekommen dürfte.

  2. 2.

    Wann lernt es der Thorsten? “trocken schütteln” kann man nur Sachen, die trocken sind. Sachen, die vom nassen in den trockenen Zustand versetzt werden sollen, muß man “trockenschütteln” …

  3. 3.

    Das macht Lust zum Ausprobieren. Bestimmt eine gute Alternative zur gekauften Pferdefleischlasagne von Edeka und Co.

  4. 4.

    Malfatti, Einzahl: Malfatto, sind keine Spinatknödel, sondern unregelmäßige Pastastücke, die verglichen mit Tagliatelle schlecht geformt sind. Trotzdem ist das angegebene Rezept für “gnocchi alla spinaci” empfehlenswert.

    • 15. Februar 2013 um 17:31 Uhr
    • detleferl
  5. 5.

    Lieber Detleferl

    Die unregelmässig geschnittenen Pastaststücke heissen “maltagliati”.
    “Malfatti”, auch “gnudi” genannt, sind Nockerln.

    • 16. Februar 2013 um 11:17 Uhr
    • Valerie
  6. 6.

    Danke für dieses ganz köstliche Rezept. Soeben gegessen und ganz glücklich.

    • 17. Februar 2013 um 20:53 Uhr
    • Elliott
  7. 7.

    Unregelmäßig geschnittene Bandnudeln heißen maltagliati, unregelmäßig geformte Gnocchi heißen malformati. Mit Knödeln hat das Ganze aber nichts zu tun, auch wenn das Rezept aus Tirol nach Italien vorgedrungen ist. Die Malformati entsprechen aber nicht den Tiroler Spinatknödeln, sondern den Tiroler Spinatnocken, die allerdings nicht mit Ricotta, sondern mit Quark (in Tirol Topfen genannt) zubereitet werden. In Welschtirol hingegen bereitet man Spinat-Ricotta-Nocken zu, die dort strangolapreti heißen. Dieses Rezept haben die Italiener übernommen, und auf diesem Umweg kommt es jetzt sogar nach Deutschland.

    • 18. Februar 2013 um 13:22 Uhr
    • Tiroler
  8. 8.

    Wann lernt es der Daniel Düsentrieb, dass es 1. eine Rechtschreibreform gab und sich 2. niemand dafür interessiert, ob ihm persönlich das nun passt oder nicht?

    Zurück zum Rezept: Klingt sehr lecker, nur: Wo bekomme ich jetzt frische Salbeiblätter her?

    • 19. Februar 2013 um 11:03 Uhr
    • Piet
  9. Kommentar zum Thema

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