Wir müssen reden. Über Nazis.

Fassungslosigkeit

Von 23. November 2007 um 18:44 Uhr

In Mittweida (Sachsen) haben vier erwachsene Neonazis ein 6jähriges Mädchen drangsaliert. Einer 17jährigen, die dem Mädchen zur Hilfe eilte, haben sie dann ein ca. 5cm grosses Hakenkreuz in die Hüfte geritzt.

Ein 6jähriges Mädchen. Als ich diese Schlagzeile zum ersten Mal gelesen habe, habe ich zuerst gedacht es handelt sich um einen Tippfehler. Ein 6jähriges Mädchen, das von 4 Neonazis drangsaliert wird. Mir fehlen die Worte. Das ist so fern all dessen, was ich mir bisher an Brutalität und Feigheit hätte vorstellen können. Auch die Gewalt, die dem älteren Mädchen zugefügt wurde löst bei mir tiefe Erschütterung aus.

“Das zuständige Amtsgericht Chemnitz lehnte es jedoch ab, einen Haftbefehl gegen den Festgenommenen zu erlassen, wie die Polizei heute mitteilte. Begründung: Der Tatverdacht gegen den 19-Jährigen sei nicht hinreichend.”
spiegel.de

Was muss noch passieren, bevor sich Justiz, Parteien und Öffentlichkeit ernsthaft und nachhaltig mit Rechtsextremismus in Deutschland befassen?

Kategorien: Sachsen
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ich glaube es muß erst was schlimmeres passieren (nicht das das schlimm genug sei) aber erst dann wachen so manche Personen erst auf und unternehmen dann langsam etwas!!!

    Ich bin echt Fassungslos, über so manche Politiker oder sonstige Personen die in unserer Gesellschaft was aurichten könnten….
    Wie kann man bei solchen sachen noch beruhigt schlafen?????

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    • 23. November 2007 um 19:56 Uhr
    • Christian
  2. 2.

    In einem Rechtsstaat wird erst untersucht, ob die Geschichte stimmt. Und dann muss man die Täter finden. Man kann ja nicht den Nächstbesten verhaften oder? Das ist der Gang der Dinge und Empörung bringt gar nichts

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    • 23. November 2007 um 20:00 Uhr
    • Erstdenken
  3. 3.

    was richtig schlimmes, wie rostock und mölln in den 90er jahren? etwas richtig schlimmes, wie die progrome von rostock haben zu verschärfung des asylrechts geführt, weniger zu einem engagierten kampf gegen rechts.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ausschreitungen_von_Rostock-Lichtenhagen#Politische_Reaktionen

    insofern bin ich da (leider) skeptisch.

    gab es solch ein ereignis, wo hakenkreuze in die haut geritzt wurden, nicht letztens erst? glaube so etwas gelesen zu haben. ist das jetzt der neue, grausame trend unter neonazis? einfach nur widerlich.

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  4. 4.

    Ja, man ist fassungslos. Und doch darf es einen nicht überraschen. Auch in ihren Konzentrationslagern machten die Nazis vor kleinen Kindern nicht halt. Völkischer Vernichtstungswahn sprengt die Grenzen des vorstellbaren – und ist doch auch ein Kind unserer Gesellschaftsordnung.
    Eben deshalb reicht es nicht, sich im Kampf gegen Rechts auf den Staat und seine Politiker zu verlassen. Auch das zeigte die deutsche Geschichte mit aller Brutalität.

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    • 23. November 2007 um 20:22 Uhr
    • Paul
  5. 5.

    @Christian: Wie viel schlimmer kann es doch noch kommen?! Selbst wenn Menschen durch diese Verbrecher umkommen, bemerkt es hierzulande keiner, und die Opfer werden höchstens in eine Statistik aufgenommen und mehr nicht!

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    • 23. November 2007 um 20:40 Uhr
    • Sven N.
  6. 6.

    und unsere Justiz schaut wieder mal nur zu… Hat sich die 17-jährige etwa das Hakenkreuz selber eingeritzt?! Wie blind kann man sein! Dieses ständige Wegsehen kotzt mich an!

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    • 23. November 2007 um 20:43 Uhr
    • Sven N.
  7. 7.

    Ich schätze das Problem liegt darin das sich die Aussagen der vier Nazis nicht mit der Aussage des 17jährigen Mädchen decken.

    Anders ausgedrückt… Einhellige Meinung der Nazis, “Die hat sich das selbst gemacht”. Auch wenn das in dieser Hinssicht traurig ist Rechtsstaat bleibt Rechtsstaat.
    Schlimmer find ich die Nachbarn, schaun doch nur um zu gaffen, aber wenns darum geht die Leute anzuzeigen oder gar zu helfen. Ich schäme mich richtig für mein Bundesland und die Leute die hier leben.

    Is ja nich so das die Landesregierung was machen würde oder das Frau Merkel mal bei nem Abstecher nach Deutschland die Innenpolitik interessieren würde…
    Die schwarze Krähe hackt der Braunen doch kein Auge aus.

    Die Wut die in mir kocht is unbeschreiblich.

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    • 23. November 2007 um 22:03 Uhr
    • Sigbert
  8. 8.

    Etwas hat noch gefehlt, was ich umso erschreckender finde:

    “Zahlreiche Menschen sollen nach Schilderung der jungen Frau auf den Balkonen umliegender Häuser den Überfall mitverfolgt haben.”
    Quelle: http://www.netzeitung.de/deutschland/821470.html

    War ja dann anscheinend spannender als RealityTV.

    Es ist echt unglaublich, dass sich kaum ein Mensch traut, bei so etwas einzuschreiten.

    Grossen Respekt für die 17-Jährige.

    Antworten

    • 23. November 2007 um 23:10 Uhr
    • roka
  9. Kommentar zum Thema

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