Wir müssen reden. Über Nazis.

Thor Steinar an arabischen Investoren verkauft

Von 17. März 2009 um 15:46 Uhr

Die bei Neonazis beliebte Marke Thor-Steinar sorgt immer wieder für ähnlich klingende Schlagzeilen. Geschäfte wie zuletzt der Laden „Tromsö“ im Berliner Stadtteil Friedrichshain werden unter starkem Protest eröffnet, es folgen zahlreiche Demonstrationen, die zum Glück meistens ihre Wirkung zeigen und schließlich kündigen die meisten Vermieter dem Thor Steinar – Produzenten Mediatex aufgrund von Täuschung die Ladenräume.  Auch „Tromsö“ muss nach Tagesspiegelberichten bald wieder schließen. Es scheint allerdings nur eine Frage der Zeit, bis ein neuer Laden eröffnet und das Spiel von vorne beginnt. 

Doch die neusten Nachrichten von Thor Steinar haben ausnahmsweise nichts mit Eröffnungen, Protesten und Schließungen zu tun, sondern sind derart ungewöhnlich, dass man sie zunächst für einen Scherz halten könnte, gäbe es nicht das Impressum der Thor-Steinar Homepage und einen “seit Monaten im Internet kursierenden Handelsregisterauszug”, der den ungewöhnlichen Eigentümerwechsel beim Thor Steinar Produzent Mediatex bestätigt. Demnach sei der neue Besitzer von Mediatex der arabische Großinvestor Faysal al Zarooni, der mit der „Faysal al Zarooni Group of Companies“ in Dubai vorwiegend “Immobiliengeschäfte betreibt” und “Beratungsdienstleistungen anbietet”. Seit November 2008 ist Zarooni bereits Eigentümer und beschäftigt seinen “Berater und Wirtschaftsprüfer” aus der Zarooni Group, Mohammed M. Aweidah, nun auch als Geschäftsführer der Mediatex. Ein Sprecher des Amtsgerichts Potsdam bestätigte dem Blogger gegenüber, die Echtheit des Handelsregisterauszuges und den Einstieg des Investors aus Dubai in das kleine Unternehmen mit Sitz im Brandenburgischen Königs-Wusterhausen. Mediatex selbst war zu einer Stellungnahme uns gegenüber, weder telefonisch noch per Email, bereit.

Der Eigentümer- und Personalwechsel könnte auf das Unternehmen große Auswirkungen haben. Ob damit ein Imagewechsel einhergeht ist allerdings fraglich. Die stärkste Käufergruppe der Marke diskutiert bereits in den einschlägigen, rechtsextremen Foren über die Übernahme. Dem bisherigen Geschäftsführer Uwe Meusel wird dort vorgeworfen, er habe sich an der rechten Käufergruppe bereichert und sie verraten. Viele Forenteilnehmer rufen zum Boykott der Marke auf.

Quelle: http://blog.miescha.de/index.php/2009/03/04/erstaunlich-erstaunlich-erstaunlich/

Kategorien: bundesweit
Leser-Kommentare
  1. 9.

    @Nada
    “Der Laden wurde mehrfach Ziel von Farbanschlägen” und “Bei der Samstag-Demonstration gegen die geplante Eröffnung einer “Thor Steinar”-Boutique an der Petersburger Straße ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen.”
    Berliner Morgenpost
    “Vereinzelt seien mit Wasser gefüllte Plastikflaschen geflogen” BZ
    und und und… noch mehr? Dann Augen aufmachen und rote Brille absetzen!
    Oder machts für Dich einen Unterschied ob es um ein Nazigeschäft oder einen türkischen Dönerstand geht?

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    • 18. März 2009 um 12:36 Uhr
    • Kerstin
  2. 10.

    Es wäre nett, wenn das kulturalistische Geseiher in Richtung „Nazis und Muslime machen gemeinsame Sache/sind eh das Gleiche“ mal unterbleiben könnte. Da krieg ich echt das Kotzen.

    Zum Thema: konte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Schöner kann der allgegenwärtige Markenfetisch nicht verdreht werden.

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    • 18. März 2009 um 14:37 Uhr
    • Frank
  3. 11.

    [...] die mich vor lauter Lachen vom Stuhl schmeißen: Thor Steinar an arabischen Investoren verkauft Muharharharharhar! Die stärkste Käufergruppe der Marke diskutiert bereits in den [...]

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  4. 12.

    Ja etwa nicht?

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    • 18. März 2009 um 14:58 Uhr
    • Klaus
  5. 13.

    überaus seriöse quellen kerstin bitte troll dich
    (Anmerkung: Bitte versuche, sachlich zu bleiben. Moderator_jk)

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    • 18. März 2009 um 15:24 Uhr
    • herr günther
  6. 14.

    @Nada
    Das wird bestimmt nicht “lustig”, sondern scheiß-gefährlich! Selber mal Augen auf bei der Wortwahl!

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    • 18. März 2009 um 15:35 Uhr
    • Miriam
  7. 15.

    Ja es macht einen Unterschied ob es um einen Nazi Laden geht oder um einen Dönerstand. Man verkauft eine Ideologie über eine Marke und erwirtschaftet dann auch noch Geld damit. Die erste Demo war wohl spontan und die zweite bei der ich dabei war verlief friedlich, NACH der Demo gab es noch ein kleines Geplänkel mit den Wachhabenden, das war’s aber auch schon. Da war bei der Demo ne Woche später in Friedrichshain schon mehr los. Eingeworfene Fensterscheiben? Gebt dem Nazipack halt keine Geschäfte!

    Kauft nicht bei Nazis. Keinen Platz für Faschisten!

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  8. 16.

    [...] Uwe Meusel, verkauf War es das für die Nazi Marke Thor Steinar. Wie ich gerade im Störungsmelder gelesen habe wurde die Marke bereits im November an einen Arabischen Investor aus Dubai verkauft. [...]

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  9. Kommentar zum Thema

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