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Der Nationalismus – ein Wahngebilde

 

Nicht nur im organisierten Rechtsextremismus, auch im rechtskonservativen Denken spielt die Ideologie des Nationalismus eine zentrale Rolle. Es geht dabei um die Vorstellung, dass die Nation ein metahistorisches Gebilde darstelle, das zur Entfaltung einer bestimmten, abgrenzbaren menschlichen Gemeinschaft unbedingt notwendig sei. Die Durchsetzung und Verteidigung der Nation habe so Vorrang gegenüber individuellen Bedürfnissen, Interessen und Ansichten – denn nur die starke Nation, und nur sie, könne denjenigen, die zu ihr gehören, eine lebenswerte Zukunft gewährleisten. Die Nation wird in dieser Logik zu einem nicht hinterfragbaren und nicht relativierbaren Wert an sich. Im nationalistischen Denken wird somit dem Individualismus, jeglichem Eigeninteresse und jeglicher Opposition die Legitimation abgesprochen. So findet man nicht nur im NPD-Parteiprogramm, sondern auch bei rechtskonservativen Vordenkern wie Carl Schmitt die Absage an Demokratiemodelle, die von der Anerkennung unterschiedlicher Positionen unterschiedlicher Parteien und Interessengruppen ausgehen, und setzt an deren Stelle die beinahe monolithische Interessengleichheit aller unter das Diktum der Nation. Von da aus ist es nur mehr ein kleiner Schritt zur Forderung, ein großer Führer solle die Geschicke dieser einheitlich wollenden Kollektivs exekutieren. Und ebenso klein ist der Schritt zur Forderung, diejenigen auszugrenzen oder auszulöschen, die vermeintlich nicht zu diesem Kollektiv gehören. Dabei beruht der Nationalismus auf drei zentralen Irrtümern. Die pseudoreligiöse Überhöhung der Nation, die von diesen Irrtümern nichts wissen will, macht den Nationalismus so zu einem Wahngebilde, das in der Vergangenheit für die Ermordung von Millionen Menschen ausschlaggebend war.

Der erste Irrtum des Nationalismus ist die Vorstellung, es gebe ein homogenes Volk, das sich zur Nation zusammen finde. Tatsächlich aber gibt es auf der Welt wahrscheinlich keine Nation, in der alle Menschen sowohl ethnisch, als auch kulturell, sprachlich oder religiös identisch wären. Beispiel Deutschland: Nicht nur die Trennung der religiösen, christlichen Mehrheit in Katholiken und Protestanten sticht ins Auge; hinzu kommt die große Zahl derjenigen, die überhaupt keiner Religionsgemeinschaft angehören. Daneben existieren eine jahrhundertelange jüdische Tradition, eine jüngere muslimische und eine noch jüngere, in rasantem Wachstum befindliche buddhistische Community. Auch sprachlich ist Deutschland heterogen: es gibt die Minderheiten der Dänen im Norden und der Sorben im Osten. Darüber hinaus leben hierzulande seit Jahrhunderten Roma die untereinander ebenfalls ihre eigene Sprache sprechen. Außerdem darf man die kulturellen und sprachlichen Identitäten in den unterschiedlichen Regionen nicht außer Acht lassen: ein Niederbayer hat keine Chance, sich verständlich zu machen, wenn er Dialekt redet und er es mit einem Ostfriesen zu tun hat, der gewohnt ist Platt zu sprechen. Die Beispiele ließen sich lange fortsetzen. Aus gutem Grund wurde innerhalb der letzten 500 Jahre daher das (künstlich geschaffene) Hochdeutsche eingeführt und flächendeckend durchgesetzt – als verbindendes Element nicht anstelle, sondern neben dem sprachlichen Flickenteppich. Noch ein Wort zur ethnischen Homogenität:  bekanntermaßen stammt die Mehrheit der altbayerischen Bevölkerung von den Bajuwaren ab, die wiederum auf die hinterbliebenen römischen Besatzungssoldaten zurückgehen. Ganz anders ist es aber bei den Alemannen (Baden), den Franken, Friesen, Sachsen usw.. Man könnte höchstens sagen, dass das alles irgendwie germanische Stämme waren – allerdings kulturell ebenfalls heterogen und untereinander z.T. verfeindet. Außerdem waren auch die Germanen in permanentem Austausch mit anderen Gruppen, seien es die Römer, die Kelten oder die Mongolen gewesen. Einen Einfluss aus dem Mittelmeerraum und damit auch aus Nordafrika wird es in den letzten 2300 Jahren mit Sicherheit gegeben haben.

Der zweite Irrtum hängt mit ersterem Zusammen: die Nationalisten glauben, es gebe eine historische Kontinuität zwischen dem (pseudo-) homogenen Volk und dem Territorium. Man behauptet also, es gebe einen angestammten Platz, auf den das eigene Volk einen historischen Anspruch habe. Tatsächlich aber ist die Geschichte der Menschheit eine Geschichte der Wanderung. Die einzigen, wirklichen biologischen Zusammenhang zwischen Menschen und Territorium findet man wohl im Osten Zentralafrikas: hier ist nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft die Menschheit entstanden. Zu allen anderen Orten der Welt musste man erst einwandern; die Menschheit – eine große Gemeinschaft der Migranten. So waren die Kelten, die sich aus dem Südwesten Deutschlands über ganz Westeuropa ausdehnten, nicht die Ersten auf diesem Territorium. Aus Osteuropa wanderten später germanische Stämme ein, aus dem Mittelmeerraum kamen die Römer. Aus dem Osten drangen die Mongolen und slawische Stämme nach Mitteleuropa. Hinzu kamen im frühen Mittelalter vertrieben Jüdinnen und Juden, im Spätmittelalter wanderten Sinti aus dem ferneren Osten ein. Mitteleuropa – und damit das Territorium, das die Bundesrepublik Deutschland ausmacht – war lange Zeit Teil eines Kultur- und Handelsraums, der sich bis nach Indien und China erstreckte. Es gab über die letzten Jahrhunderte kontinuierliche Wanderungsbewegungen, die zum Teil ausgelöst wurden durch die Vertreibung in den Ursprungsländern – z.B. der französischen Hugenotten im 17. Jahrhundert – , bedingt waren durch die Suche nach Arbeit und Einkommen, oder Folge der Flucht aus Kriegsgebieten. Ich behaupte, dass sich unter 100 deutschen Staatsangehörigen keine 10 finden, deren Vorfahren seit mehr als 8 Generationen im heutigen Deutschland leben.

Der dritte Irrtum betrifft die Vorstellung einer natürlich gewachsenen, territorialen Abgrenzbarkeit der Nation. Das Gegenteil ist aber der Fall: aufgrund der Tatsache, dass man vertraglich festgelegte Grenzen zwischen Staaten zog, gibt es beiderseits dieser Grenzen nationale Minderheiten im jeweils anderen Staat. So findet sich eine deutsche Minderheit in Dänemark und eine dänische Minderheit in Deutschland. In Polen existiert ebenso eine deutsche Minderheit wie in Tschechien und in Belgien. Südtirol wiederum ist sowohl österreichisch, als auch stark italienisch geprägt. Und das Elsass war mal deutsch, mal französisch. Bis ins 18. Jahrhundert überlappten sich auch die administrativen Grenzen zwischen den Nationen, woraus etliche Kriege um Grenzziehungen ihre Nahrung fanden. Und welche sind nun die richtigen Grenzen Deutschlands? Von der Maas (Frankreich) bis an die Memel (Polen), von der Etsch (Italien) bis an den Belt (Dänemark) soll dieses Deutschland reichen, glaubt man seiner Nationalhymne. Und in der Tat gibt es im deutschen nationalistischen Denken Tendenzen, die die Ostgrenze gerne weit nach Polen verschieben und neben Österreich auch Südtirol einverleiben wollen. Problemtisch ist aber, dass polnische und italienische Nationalisten ähnliche Denkmuster haben und ihr Territorium ebenfalls eher vergrößern als verkleinern wollen  – ein internationales Bündnis der Nationalisten scheitert damit schon an der Frage der gegenseitigen Grenzziehung und gibt einen Ausblick auf zukünftige Kriege, die mit dem Nationalismus unvermeidlich wären.

Der Nationalismus als Wahnvorstellung kommt nicht aus ohne einen Mythos, der die politische Durchsetzung der eigenen Ideologie zur Mission macht. In Deutschland ist das der Mythos, Opfer einer ungerechten Geschichte zu sein. Durch seine Lage im Zentrum Europas sei es immer wieder den Angriffen seiner Nachbarn ausgesetzt gewesen. Nach dem verlorenen Krieg komme nach 1945 auch noch die kulturelle Überfremdung durch die USA hinzu. Solche Mythen geben dem deutschen Nationalismus einen zusätzlichen Schub – denn es geht nun nicht mehr nur darum, sein vermeintlich homogenes Kollektiv und sein vermeintlich angestammtes Territorium zu verteidigen. Es gilt zusätzlich, sich von der Schmach der vermeintlich ungerechten Behandlung zu erlösen. Fragt man allerdings die Menschen in den Nachbarländern Deutschlands, so haben sie die Deutschen bisher als sehr selbstbewusst, mächtig und zuweilen äußerst aggressiv erlebt. Und das entspricht, blickt man auf die deutsche Geschichte seit 1864, leider der Wahrheit.

Nüchtern betrachtet ist die Nation nichts weiter als eine Verwaltungseinheit, die sich im Laufe der letzten 500 Jahre zunächst innerhalb Europas – und später weltweit – entwickelt hat. Es ging dabei um die Durchsetzung einer direkten Herrschaft der Zentralregierungen bis hinunter auf die lokale Ebene, ohne die Vermittlung durch lokale oder regionale Herrscher. Hinter der direkten Regierungsgewalt stand, ebenso nüchtern, der Wunsch nach einfacherer Steuererhebung, nach Machtentfaltung bis in die kleinsten Einheiten, nach effektiverer Rekrutierung zum Militärdienst und Steuerung der wirtschaftlichen Entwicklung. Zweifelsohne war die Nation in dieser Epoche ein erfolgreiches Modell, ohne das ein bestimmtes Maß an Fortschritt nicht denkbar gewesen wäre. Der Nationalismus als Ideologie aber verkennt die Tatsache, dass sich das Modell der Nation aus guten Gründen mittlerweile stark relativiert hat und an supranationale Zusammenschlüssen – wie der UNO oder der EU – Funktionen abgeben muss. Skurrilerweise führt der Nationalismus sogar zu seinem Gegenteil, nämlich zum Unfrieden und zum inneren Zerfall der Nationen – Diskriminierungen, Bürgerkrieg oder fanatisch geführter Massenmord. Ob es die sog. „ethnischen Säuberungen“ im Balkankrieg, der Völkermord an den Tutsi in Rwanda oder der Holocaust war: immer ging es um die konsequente Durchsetzung des nationalistischen Homogenitätsgedankens.

 

Literaturtipps

– zur Entwicklung der Nationen in Europa seit dem 15. Jahrhundert:

Tilly, C.: Die europäischen Revolutionen. München 1999 (Verlag C. H. Beck)

– zur antidemokratischen Dimension des Nationalismus im Rechtskonservatismus:

Gessenharter, W.; Pfeiffer, T. (Hg.): Die Neue Rechte – eine Gefahr für die Demokratie? Wiesbaden 2004 (Verlag für Sozialwissenschaften)

 

 

21 Kommentare

  1.   Regor

    Dieser Artikel strotz von Ungereimtheiten und Fehlern. Nur Einige Anmerkungen:
    >>Im nationalistischen Denken wird somit dem Individualismus, jeglichem Eigeninteresse und jeglicher Opposition die Legitimation abgesprochen<>Die pseudoreligiöse Überhöhung der Nation, die von diesen Irrtümern nichts wissen will, macht den Nationalismus so zu einem Wahngebilde, das in der Vergangenheit für die Ermordung von Millionen Menschen ausschlaggebend war.<>Aus gutem Grund wurde innerhalb der letzten 500 Jahre daher das (künstlich geschaffene) Hochdeutsche eingeführt und flächendeckend durchgesetzt – als verbindendes Element nicht anstelle, sondern neben dem sprachlichen Flickenteppich.<>Und welche sind nun die richtigen Grenzen Deutschlands? Von der Maas (Frankreich) bis an die Memel (Polen), von der Etsch (Italien) bis an den Belt (Dänemark) soll dieses Deutschland reichen, glaubt man seiner Nationalhymne.<< Zu jener Zeit, als Hoffmann von Fallersleben die Nationalhymne dichtete, deckten sich diese Orte als Grenzen sehr genau mit den deutschen Siedlungsgebieten, bzw. den Gebieten, in den eine Bevölkerungsmehrheit Deutsch sprach. Diese Verteilung existierte bis noch vor dem Zweiten Weltkrieg (Tipp: Mal in diversen dtv-Atlanten nachschauen).
    Dass die Geschichte der Menschen eine Geschichte der Migration ist, ist richtig. Der Mensch selbst ist aber kein Naturmigrant, sondern strebt seit der Fortentwicklung aus dem Jäger- und Sammlerdasein nach fester Siedlung, nach „Penetrierung“ der Landschaft durch Anbau, Zucht, Siedlung, Verstädterung. Es entstehen „Kulturlandschaften“, zu denen der Mensch eine besonders innige Beziehung entwickelt, die sich in einer Vielzahl künstlerischer Äußerungen zeigt. Sie gehören sehr oft zu den großen kulturellen Leistungen und zeigen wie ungeheuer fruchtbar das Heimatgefühl ist. Demgegenüber erscheint gerade die Konstruktion einer „Menschheit“ als abstrakt und weltfremd. Denn nirgendwo auf der Welt existieren Menschen, die weder einer Ethnie, einer Kultur oder einer Nation zuzordnen wären (und sich zumeist dieser, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, zugehörig fühlen).

  2.   nocheinbuerger

    „Nicht nur im organisierten Rechtsextremismus, auch im rechtskonservativen Denken spielt die Ideologie des Nationalismus eine zentrale Rolle.“

    Ganz sicher nur im rechtskonservativen Denken? Oder ist es nicht vielmehr die große Mehrheit der Bevölkerung, und zwar aller Länder europa- und weltweit, die auf dieser Ebene der Selbstbetrachtung ihre Identität noch hauptsächlich aus der Zugehörigkeit zu einer Nation beziehen? Oder sehen und verhalten sich die Italiener, Franzosen, Tschechen oder Polen inzwischen nicht mehr als solche? Gibt es bei der Mehrheit der Bevölkerung ein irgendwie geartetes Zugehörigkeitsgefühl zu einer europäischen Über-Nation oder einem Super-EU-Staat?

    Sicher gibt es inzwischen eine zahlenmäßig sehr kleine und wohlhabende Elite in Politik, Medien und Wirtschaft, die sich als kosmopolitisch versteht und untereinander recht gut und meist mehrsprachig kommuniziert. Gemäß den Anschauungen dieser in der Öffentlichkeit tonangebenden Schicht wäre die Abschaffung der nationalstaatlichen Souveränität der Einzelstaaten im Sinne einer multikulturellen Ideologie begrüßenswert. Sieht man sich aber die politische und gesellschaftliche Realität an, so kann man nur feststellen, daß die Hauptquelle aller politischen, militärischen sowie fiskalischen Tätigkeit die Regierungen der Einzelstaaten sind. Daran hat auch die Zusammenzimmerung einer europäischen, demokratisch äußerst unzureichend legitimierten Bürokratie namens EU nichts geändert, auf die jetzt eilfertig die nationalen Souveränitäten übertragen werden sollen. Selbst wenn der sogenannte Lissabon-Vertrag zustande kommen sollte, dürfte die politische Entwicklung in den einzelnen Ländern sehr bald eine gegenläufige Tendenz hervorrufen. Auf Grund der unzureichenden demokratische Legitimierung der EU-Bürokratie ist nicht zu erwarten, daß die Entscheidungen der künstlich als Überregierung aufgepeppten EU-Komission in Zukunft auf größere Akzeptanz bei den Bevölkerungen der Einzelstaaten rechnen werden.

    In Wahrheit ist bei aller Zustimmung zum europäischen Gedanken, der für sich begrüßenswert ist, die EU inzwischen zu einem Selbstbedienungsladen verkommen, wo jeder für sich herauszuschlagen versucht, was irgendwie geht, ohne Rücksicht auf die Interessen der anderen Staaten zu nehmen. Dabei ist jedes Mittel und jeder Trick richtig, sich und der nationalen Wirtschaft unter Ausnutzung der EU-Gesetzgebung gegenüber den anderen Ländern Vorteile zu verschaffen. Deutschland als der größte Netto-Zahler ist dabei besonders betroffen. In der Vergangenheit wurde immer wieder und teilweise erfolgreich versucht, den deutschen Schlüsselindustrien Kfz- und Maschinenbau z.B. über den Weg einer sogenannten Verbesserung der Umweltstandards und verschärfter Abgasnormen höhere Lasten aufzulegen, von denen man wußte, daß sie sich besonders zum Nachteil der einheimischen Unternehmen auswirken würde. Die Mittel für die Forschung in Zukunftstechnologie wie der Nano- oder der Halbleitertechnik durch die EU wurden zu Lasten Deutschlands in Richtung der neuen osteuropäischen Staaten umverteilt. Immer wieder wurde die Wettbewerbsgesetzgebung einseitig und zu Ungunsten deutscher Unternehmen ausgelegt, wobei durch die naiv-blauäugige Wirtschaftspolitik der deutschen Bundesregierung zur Einhaltung der reinen marktwirtschaftlichen Lehre einheimische Unternehmen zum Nachteil hiesiger Arbeitnehmer unter Kontrolle von Firmen aus dem Ausland gerieten, während Länder wie Frankreich oder Großbritannien keinerlei Bedenken hatten, protektionistische Maßnahmen zum Schutz einheimischer Unternehmen und gegen den Einfluß von ausländischem Kapital zu ergreifen.

    Auch bei der einheimischen Bildungspolitik wurde nationale Standards, die europa- und weltweit als führend galten, auf dem Altar der europäischen Einigung geopfert. Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge und die faktische Abschaffung des Diploms vor allen in den Ingenieurswissenschaften, das international geachtet und anerkannt war, hat dem Niveau einheimischer Studienabschlüsse derart geschadet, daß es Jahre dauern wird, dieses Manko wieder gutzumachen, sehr zur Freude der europäischen Konkurrenz.

    Die Sicht auf die Legitimität und die Zukunft der Nation, wie sie in diesem Artikel negiert wird, ist nicht weniger ideologisch determiniert als die „pseudoreligiöse Überhöhung der Nation“, die bei Befürwortern der Nation beklagt wird. Die Hauptquelle dieser ideologischen Betrachtungsweise vor allem bei deutschen linken Historikern liegt, ob das nun explizit formuliert wird oder nicht, in der Fixierung der Betrachtung der deutschen Historie auf die Jahre von 1933-45 und der daraus folgenden generellen Verdammung der eigenen Nation und Geschichte. Von der sich aus dieser Betrachtung ergebenden Geschichtsklitterung wird dann auf den unheilvollen Charakter der gesamten deutschen Geschichte und vor allem der Konsolidierung Deutschlands als eigenständige Nation geschlossen, der dann zwingend und notwenig zur Machtergreifung Hitlers und Auschwitz führen mußte.

    In Wahrheit hat Deutschland wie alle großen europäischen Nationen eine vielhundertjährige Geschichte mit allen Höhen und Tiefen, wobei lediglich die Konsolidierung als nationaler Gesamtstaat auf Grund spezifischer Besonderheiten gegenüber den anderen europäischen Staaten verspätet erfolgte. Aber blendet man die a posteriori-Betrachtungsweise aus, die heutiges Wissen um historische Ereignisse auf Zeiten projiziert, die lange vor diesen Ereignissen liegen, muß man zu der Erkenntnis kommen, daß die Gründung der deutschen Nation durch Bismarck in einer „Revolution von oben“ weder etwas Unheilvolles noch für die europäische Entwicklung gravierend Nachteiliges darstellt. Zutreffend ist, daß ein Staat entstanden war, der durch seine zentrale Lage in Europa, die Zahl seiner Bevölkerung wie auch sein militärisches, wirtschaftliches und wissenschaftliches Potential eine Größe erreicht hatte, wie sie durch die konkurrierenden Mächte Frankreich, England und Rußland gerade noch hingenommen werden konnte. Das war keinem mehr bewußt als Bismarck, der das Deutsche Reich nach 1871 für „saturiert“ erklärte und keinerlei Gebietsansprüche an andere Staaten mehr erhob und dessen Außenpolitik auch von Gegnern nicht anders als auf Ausgleich mit den anderen Nationen bedacht bezeichnet werden kann. Er wußte genau, was eine Koalition der auch untereinander konkurrierenden Mächte gegen Deutschland für das Land bedeuten würde, und ihm gelang es im Unterschied zu seinen Nachfolgern sehr viel besser, solche Koalitionen zu verhindern.

    Von dieser ahistorischen Betrachtung der eigenen Nation wird dann in ebenso ahistorischer Weise auf die Sicht auf Nationen generell geschlossen. Sie ist in Wahrheit eine historische Entwicklungsstufe von Gesellschaften, wobei größere Gruppen von Menschen, die aufgrund von gemeinsamer Sprache, Geschichte, Traditionen, Kultur und Mythen eine Vorstellung der Zusammengehörigkeit entwickelt haben. Dabei können der Staat – als politisches Gebilde mit den drei Hauptmerkmalen eines fest abgegrenztem Territoriums, einer darauf lebenden Bevölkerung und eines zu verbindlichen Entscheidungen fähigen Ensembles politischer Institutionen mit den dazugehörigen Erfüllungs- und Erzwingungsstäben wie Verwaltung, Diplomatie und Militär – und die Nation bisweilen zur Deckung kommen oder auch nicht, wie das bei den deutschen Einzelstaaten jahrhundertelang der Fall war. Den gemeinsamen Mythen als verbindendem und einigendem Element, wie auch Dingen wie einer gemeinsamen Religion, vor denen der Verfasser einen solchen Horror zu haben scheint, daß er sie entweder negiert oder als Quelle von Nationalismus oder gar als Vorstufe zur „Ermordung von Millionen Menschen“ kommt dabei entscheidende Bedeutung zu. Denn in Wahrheit ist der historische Gehalt von Mythen bzw. deren Historizität nicht so wichtig, sondern eher der Umstand, daß er von vielen Menschen geglaubt und akzeptiert wird. Wenn das nur ausreichend viele Leute tun, erlangt dieser Mythos – wie auch Dinge wie eine gemeinsame Religion, unabhängig von dessen konkreten Inhalt – politische Relevanz für das Zusammengehörigkeitsgefühl von Nationen.

    Dies zum Ausgangspunkt der drei angeblichen Irrtümer eines angeblichen Nationalismus, die vom Autor kritisiert werden, wobei hier unter dem Begriff des Nationalismus anscheinend jede Meinung fällt, die nicht im Sinne der vom Autor vertretenen multikulturellen Ideologie ist, welche alle Grundlagen eines Nationalgefühl wie auch aller kulturellen, sprachlichen und historischen Gemeinsamkeiten negieren will, die diesem Nationalgefühl zugrunde liegen.

    „1. Der erste Irrtum des Nationalismus ist die Vorstellung, es gebe ein homogenes Volk, das sich zur Nation zusammen finde. Tatsächlich aber gibt es auf der Welt wahrscheinlich keine Nation, in der alle Menschen sowohl ethnisch, als auch kulturell, sprachlich oder religiös identisch wären.“

    Wenn es innerhalb dieser Gruppe von Menschen, die sich einer bestimmten Nation zugehörig fühlt, ein genügend großes Maß an kulturellen, sprachlichen und historischen Gemeinsamkeiten gibt, so daß sie auf dieser politischen Ebene dieses Gemeinwesens Loyalitäten zu dieser Nation entwickeln, die sie auch nach außen gegenüber anderen Nationen vertreten, dann ist diese Nation als reale geschichtliche Konstante auch über regionale Unterschiede hinweg existent.

    „Beispiel Deutschland: Nicht nur die Trennung der religiösen, christlichen Mehrheit in Katholiken und Protestanten sticht ins Auge; hinzu kommt die große Zahl derjenigen, die überhaupt keiner Religionsgemeinschaft angehören.“

    Will der Autor ernsthaft die Trennung der Deutschen in Katholiken und Protestanten oder Agnostiker gegen das Vorhandensein einer deutschen Nation ins Feld führen? Sowohl die einen als auch die anderen betrachten sich und fühlen sich als Deutsche. Abgesehen davon sind es zwei christliche Religionen, die mit Sicherheit nicht mehr zu kriegerischen Auseinandersetzungen führen werden und die bei aller Abgrenzung mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes haben.

    „Daneben existieren eine jahrhundertelange jüdische Tradition, eine jüngere muslimische und eine noch jüngere, in rasantem Wachstum befindliche buddhistische Community.“

    Die Juden waren immer eine Minderheit in Deutschland und hatten sich mehrheitlich sowohl sprachlich wie auch kulturell assimiliert. Der Mainstream der deutschen Juden vor 1933 verstand sich nicht als Juden in Deutschland, sondern als Deutsche jüdischer Religion. Viele Juden hatten während des 1. Weltkriegs für Deutschland gekämpft. Die muslimische Religion hat sich durch die massenhafte Einwanderung von Muslimen vor allem aus der Türkei, den arabischen Ländern und dem Balkan in einer historisch kurzen Zeit seit ca. 30 Jahren verbreitet und ist weder für die deutsche noch für die europäische Kultur prägend. Im Gegenteil entpuppt sich diese Religion durch ihre hohe Kulturferne zur hiesigen westlichen Gesellschaft mehr und mehr als ein ernsthaftes Integrationsproblem, das durch seine tendenziell wachsende Zahl bei einem weiteren Fortgang durch eine Balkanisierung Deutschlands zu einer Desintegration der Gesellschaft führen könnte. Das rasante Wachstum einer buddhistischen Community sehe ich ehrlich gesagt nicht.

    „Auch sprachlich ist Deutschland heterogen: es gibt die Minderheiten der Dänen im Norden und der Sorben im Osten. Darüber hinaus leben hierzulande seit Jahrhunderten Roma die untereinander ebenfalls ihre eigene Sprache sprechen. Außerdem darf man die kulturellen und sprachlichen Identitäten in den unterschiedlichen Regionen nicht außer Acht lassen“

    Im Bestreben, Argumente gegen die deutsche Nation heranzuführen, ist sich der Autor auch im Aufzählen von Absurditäten nicht zu schaden. Soll hier ernsthaft behauptet werden, die einigen Zehntausend Dänen oder Sorben oder Roma wären prägend für die kulturelle oder sprachliche Wirklichkeit Deutschland mit seinen 82 Mio Einwohnern? In Wahrheit sprechen diese Dänen oder Sorben Deutsch weitestgehend als Muttersprache, wie wohl auch die Mehrheit der Roma. Auch das angeblich babylonische Sprachgewirr der Bayern, Niedersachsen oder Hessen ist doch wohl weniger eine Frage der Unmöglichkeit gegenseitiger Kommunikation, sondern eher des guten Willens. Sicher können ein Bayer oder Schwabe ihren Dialekt so breit sprechen, daß sie sich gegenseitig nicht verstehen; wenn sie aber wollen, so können sie sich zu etwas höherem Deutsch bemühen, denn das haben sie alle in der Schule gelernt. Auch die angeblich „künstlich geschaffene“ deutsche Hochsprache ist nicht von außen aufgezwungen, sondern hat sich als Mittel zum Austausch innerhalb der gesellschaftlichen Eliten herausgebildet. Auch damals haben sich die Menschen in Bayern und Hessen bei etwas gutem Willen verstehen können; es sind eben nur regionale Dialekte und keine unterschiedlichen Sprachen und machen in ihrer Gesamtheit die deutsche Sprache aus. Wenn außerdem ein „künstliches“ Gebilde seit über 500 Jahren praktiziert und benutzt wird, dann kann man doch mit Fug und Recht behaupten, daß das ein grundlegendes, gemeinsames und identitätsstiftendes Merkmal ist.

    „Noch ein Wort zur ethnischen Homogenität: bekanntermaßen stammt die Mehrheit der altbayerischen Bevölkerung von den Bajuwaren ab, die wiederum auf die hinterbliebenen römischen Besatzungssoldaten zurückgehen. Ganz anders ist es aber bei den Alemannen (Baden), den Franken, Friesen, Sachsen usw..“

    Bitte: Wie weit wollen wir denn noch zurückgehen, damit wir das gegen die Existenz einer deutsche Nation verwenden können? Sicher kamen unsere Vorvorvorvorfahren irgendwann mal alle durch die Völkerwanderung irgendwoher; aber dann gab es eine Phase, die ebenfalls lange Zeit und viele Generationen zurückliegt, wo sie zueinander fanden und sich als Gemeinschaft konsolidierten.

    „Der zweite Irrtum hängt mit ersterem Zusammen: die Nationalisten glauben, es gebe eine historische Kontinuität zwischen dem (pseudo-) homogenen Volk und dem Territorium. Man behauptet also, es gebe einen angestammten Platz, auf den das eigene Volk einen historischen Anspruch habe.“

    Das dieses Volk nicht pseudohomogen ist, geht aus den bisherigen Ausführungen hervor, des weiteren, daß die Nation und der Staat mit einem fest abgegrenzten Territorium nicht oder zeitweilig nicht deckungsgleich sein müssen. Das trifft auf Deutschland auf jeden Fall nicht zu; Staat und Nation sind identisch. Selbstverständlich sind aber Deutschland und das Territorium des deutschen States von den Deutschen seit vielen Hundert Jahren kulturell und sprachlich geprägt worden, und aus genau diesen Gründen ist es auch die angestammte Heimat der Deutschen und somit Teil deutscher Identität. Im allgemeinen streben Nationen ein gemeinsames Territorium an, daß sie besiedeln. Im Unterschied zu den Ausführungen des Autors, der die Relevanz von Nationen verneint, brauchen Menschen ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe und ein Heimatgefühl auch auf der Ebene der Nationen. Das ist nicht mit Nationalismus gleichzusetzen, sondern beruht auf der Selbstvergewisserung von dem, was man ist, was natürlich einschließt, daß man weiß, was man nicht ist. Es ist somit nicht etwa das Vorhandensein von nationalen Identitäten und Nationen, das zwingend zu Konflikten zwischen Ethnien und Staaten führt. Es ist vielmehr oftmals das Fehlen einer geschlossenen nationalen Identität innerhalb eines gemeinsamen besiedelten Territoriums, daß zu gewaltsamen Auseinandersetzungen vor allem zwischen Menschengruppen führt, die auf Grund von ethnischen und kulturellen, teilweise auch religiösen Gegensätzen keinen ausreichenden Willen zum Zusammenleben haben. Vielvölkerstaaten wie die österreichische K. und K.-Monarchie oder Jugoslawien zeigen, daß solche Gebilde nur durch einen übergeordneten, stark autoritären Staat zusammengehalten werden können und zum Zerfall neigen, sollte dieser Staat durch innere oder äußere Einflüsse seine Stärke und Autorität verlieren, da es ihnen an einem ausreichenden nationalen Zusammengehörigkeitsgefühl mangelt. Genau diesen Zustand befürchten Leute wie Peter Scholl-Latour, wenn sie in Zusammenhang mit der massenhaften Einwanderung aus kulturfernen islamischen Staaten bzw. der Aufnahme der Türkei als Vollmitglied in die EU und der damit verbundenen Freizügigkeit vor einer Balkanisierung Deutschlands warnen.

    „Skurrilerweise führt der Nationalismus sogar zu seinem Gegenteil, nämlich zum Unfrieden und zum inneren Zerfall der Nationen – Diskriminierungen, Bürgerkrieg oder fanatisch geführter Massenmord.“

    Nein. Das ist bei innerlich konsolidierten Nationen im allgemeinen nicht der Fall, sondern das geschieht lediglich, wie oben erwähnt, beim Zusammenleben von Menschengruppen, die sich auf Grund von kulturellen und anderen Gegensätzen nicht mögen. Das ist auch der Grund der immer wieder zu beobachtenden gewaltsamen Konflikte auf dem Balkan und nicht eine irgendwie in den Genen dieser Menschen liegende höhere Gewalttätigkeit. Genau das ist auch der Grund, warum Deutschland seine sprachliche und kulturelle Einheit als Grundlage der nationalen Identität und als einigendes inneres Band nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollte.

    „Der dritte Irrtum betrifft die Vorstellung einer natürlich gewachsenen, territorialen Abgrenzbarkeit der Nation. Das Gegenteil ist aber der Fall: aufgrund der Tatsache, dass man vertraglich festgelegte Grenzen zwischen Staaten zog, gibt es beiderseits dieser Grenzen nationale Minderheiten im jeweils anderen Staat. So findet sich eine deutsche Minderheit in Dänemark und eine dänische Minderheit in Deutschland. In Polen existiert ebenso eine deutsche Minderheit wie in Tschechien und in Belgien. Südtirol wiederum ist sowohl österreichisch, als auch stark italienisch geprägt. Und das Elsass war mal deutsch, mal französisch.“

    Gleiches Thema wie oben. Die geringen Zahlen der oben erwähnten Minderheiten sowie ihre auf Grund der hohen kulturellen Gemeinsamkeiten inzwischen weitestgehend erfolgte Assimilation machen sie zu keinerlei Gefahr für die innenpolitische Stabilität. Die Gemeinsamkeiten zwischen ungarischen bzw. slowakischen oder etwa ungarischen und rumänischen Minderheiten auf beiden Seiten sind geringer und führen zu einer bedeutenderen Konfliktpotential; die relativ größere Kulturnähe lassen dieses aber lösbar erscheinen.

    „In Deutschland ist das der Mythos, Opfer einer ungerechten Geschichte zu sein. Durch seine Lage im Zentrum Europas sei es immer wieder den Angriffen seiner Nachbarn ausgesetzt gewesen.“

    Tatsächlich war Deutschland auf Grund seiner zentralen Lage und seiner Größe immer Ziel des Mißtrauens und der Ressentiments der anderen konkurrierenden Nationen wie Frankreich, Rußland oder Großbritannien, die ihre eigenen Ambitionen durch den „teutonischen Koloß“ mitten in Europa bedroht sahen. Diese Konkurrenz der Nationen gab und gibt es; ihre Verleugnung wäre verhängnisvoll. Nur was will man Deutschland vorwerfen? Daß es auf Grund seines großen Territoriums, seiner damals jungen, zahlenmäßig starken und wachsenden Bevölkerung, seiner langen wissenschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Traditionen und seines damit verbundenen wirtschaftlichen wie auch militärischen Potentials das Gewicht hatte, was nach der nationalen Einigung eben vorhanden war? Oder daß es, im Gegensatz zur verfallenden und niedergehenden österreichischen k.&k-Monarchie, zur kraftvoll aufstrebenden Nation wurde, die europaweit eine große Ausstrahlungskraft ausübte? Daß Deutschland am Ausbruch des 1. Weltkriegs weder die Allein- noch die Hauptschuld trägt, ist mittlerweile beim Mainstream der heutigen Historikwissenschaften unbestritten. Genauso, daß es tatsächlich durch den Versailler Vertrag ungerecht behandelt wurde, indem ihm die Alleinschuld zugeschoben wurde. Es hätte wahrscheinlich auf Seiten der Alliierten wahrhaft großer Staatsmänner bedurft, um dem Machtrausch zu wiederstehen, auf dem teutonischen Koloß herumzutrampeln, der besiegt am Boden lag und sich vor allem freiwilig ergeben hatte. Nichts sonst hat Hitler danach mehr Wähler in die Arme getrieben. Das Prinzip der nationalen Selbstbestimmung, daß in diesem Vertrag festgeschrieben war, wurde überall dort fallengelassen, wo es sich zum Vorteil Deutschlands ausgewirkt hätte. So kamen große Gebiete, die mehrheitlich von Deutschen bewohnt waren, unter die Kontrolle anderer Staaten, was letzen Endes eine Quelle für Revanchebestrebungen par exzellence war, die von Hitler für seine Zwecke benutzt werden konnten. Deutschland hätte sich sehr wohl mit der Weimarer Demokratie befreunden können; eine derartige Mißachtung des Nationalgefühls belastete aber Weimar von Anfang mit dem Geburtsfehler der nationalen Demütigung.

    „Fragt man allerdings die Menschen in den Nachbarländern Deutschlands, so haben sie die Deutschen bisher als sehr selbstbewusst, mächtig und zuweilen äußerst aggressiv erlebt. Und das entspricht, blickt man auf die deutsche Geschichte seit 1864, leider der Wahrheit.“

    Man hat auch die anderen Nationen wie Frankreich, Großbritannien, Italien oder Rußalnd nach 1964 sehr selbstbewußt, mächtig und zuweilen äußerst aggressiv erlebt. Die Kriege, die von diesen Nationen seit dieser Zeit zur Durchsetzung der eigenen Ambitionen mit oder gegeneinander auf den verschiedensten Erdteilen geführt wurden, und dies, nebenbei bemerkt, unter Abwesenheit der kaiserlichen Armee, die bis 1914 in keinen größeren Krieg verwickelt war, lassen keinen anderen Eindruck zu. Aus genau diesem Grund läßt sich der Eindruck nicht vermeiden, daß das nicht die deutsche, sondern die alliierte Sichtweise ist, die hier vermittelt werden soll.

    „Nüchtern betrachtet ist die Nation nichts weiter als eine Verwaltungseinheit, die sich im Laufe der letzten 500 Jahre zunächst innerhalb Europas – und später weltweit – entwickelt hat.“

    Aus den vorherigen Ausführungen sollte sich jedem erschließen, daß eine Nation eben mehr ist eine bloße Verwaltungseinheit.

  3.   Regor

    Einige Anmerkungen zum Beitrag von Herrn Nacken sind verschwunden, die möchte ich ergänzen:
    >>Im nationalistischen Denken wird somit dem Individualismus, jeglichem Eigeninteresse und jeglicher Opposition die Legitimation abgesprochenDie pseudoreligiöse Überhöhung der Nation, die von diesen Irrtümern nichts wissen will, macht den Nationalismus so zu einem Wahngebilde, das in der Vergangenheit für die Ermordung von Millionen Menschen ausschlaggebend war.Aus gutem Grund wurde innerhalb der letzten 500 Jahre daher das (künstlich geschaffene) Hochdeutsche eingeführt und flächendeckend durchgesetzt – als verbindendes Element nicht anstelle, sondern neben dem sprachlichen Flickenteppich.<<
    Das Hochdeutsche wurde nicht „künstlich“ geschaffen oder „eingeführt“ – auf welche Belege stützen sie diese Behauptung?
    Genau genommen, hat sich eine Hochsprache des Deutschen bereits im Mittelalter entwickelt, das Mittelhochdeutsche. Diese Sprache beruht auf einem sprachlichen Konsens, der von den literarischen Werken der Zeit ausging – die großen deutschen Dichter der Zeit glichen sich sprachlich an, so dass ihre Werke die Grundlage einer Hochsprache bildeten, die von der Zuhörerschaft des Adels aufgenommen wurde. Das Neuhochdeutsche geht auf das Frühneuhochdeutsche zurück. Die sprachliche Vereinheitlichung in Richtung Hochsprache ist dabei keine monströse nationalistische
    Schreckensgeburt, sondern eine Notwendigkeit im Kontext von Modernisierung und bildet die Grundlage des gesamten Rechtswesens und jeglicher Administration – beide sind auf eine einheitliche, kodifizierte Amtssprache angewiesen. Auch wurde diese nicht von Nationalisten „eingeführt“, sondern entwickelte sich aus einem Bedürfnis heraus und auf Grundlage eines Konsens‘ breiter gesellschaftlicher Schichten.

  4.   Wolfgang Nacken

    @Regor
    Ihre Argumente sind nicht stichhaltig:
    aus der Tatsache alleine, dass in bestimmten Gebieten eine gefühlte „Bevölkerungsmehrheit“ deutsch spreche, lässt sich noch kein nationaler Anspruch auf das Territorium ableiten. Schließlich lebt auf diesem Territorium auch eine „Bevölkerungsmehrheit“, die die Sprache der Nation spricht, das dieses Territorium verwaltet. Mit ihrer Argumentation rechtfertigte Adolf Hitler seinerzeit den Einmarsch ins Sudetenland. Und was die Grenzen Deutschlands nach Fallersleben angehen: Auch nachdem ich den dtv-Altlas intensiv konsultiert habe, besteht der berechtigte Zweifel, dass sich in Dänemark südlich des Belts die Bewohner als Deutsche bezeichnen würden, heute und auch vor 150 Jahren.

    Ihrem Argument, dass das Hochdeutsche „eine Notwendigkeit im Kontext von Modernisierung“ sei“ und „die Grundlage des gesamten Rechtswesens und jeglicher Administration“ bilde, gebe ich Recht. An keiner Stelle habe ich behauptet, dass es von „Nationalisten „eingeführt““ worden sei, noch habe ich von einer „monströdsen Schreckensgeburt“ gesprochen. Das ist polemisch und geht an meinen Ausführungen vorbei. Klar ist vielmehr, dass die Konstruktion einer Hochsprache ihre Wurzeln und Vorläufer zwar in bereits existiertenden Sprachen und Dialekten hat, nichtsdestotrotz aber zunächst keine gelebte Sprache der heterogenen Bevölkerung ist, sondern – zum Ermöglichung von Kommunikation angesichts dieser Heterogenität – ein wichtiges Hilfsmittel zur Nationenbildung darstellt.

    Bei Ihren Ausführungen merkt man deutlich, dass Sie sich selber dem nationalistischen Mythos verbunden fühlen. Sie konstruieren so etwas wie ein naturgegebenes Bedürfnis, einer Nation anzugehören. Angesichts der Tatsache aber, dass Nationen historisch entwickelte und sehr junge Gebilde sind, kann von Naturgegebenheit nicht die Rede sein. Ihr Argument, die Menschheit strebe nach „fester Siedlung“ ist zum einen ein Phänomen, das längst nicht auf alle Menschen zutrifft (Nomandentum gibt es nach wie vor), zum anderen ein Prozess, der sich in Europa bereits zwischen Alt- und Jungsteinzeit vollzogen hat und mit der heutigen Besiedelung Deutschland überhaupt nichts zu tun hat; ebensowenig mit den Migrationsbewegungen in den Jahrtausenden nach der Jungsteinzeit.
    Dass der nationalistische Mythos – und, das muss ich leider sagen: auch bei Ihnen – ein Verständnis der Gleichberechtigung aller Menschen in Frage stellt, offenbart Ihr Satz „demgegenüber erscheint gerade die Konstruktion einer “Menschheit” als abstrakt und weltfremd.“ – und der Idee der Menschenrechte bei Ihnen ebenso, stimmts? Schließlich verneinen Sie ja die Grundlage der Gleichberechtigung selbst, nämlich die Anerkennung einer „Menschheit“, und lösen alle in Ethnien und Nationen auf.

    ———–
    @nocheinbuerger

    Um es gleich vorweg zu nehmen: mir geht es nicht um ein „Bestreben, Argumente gegen die deutsche Nation heranzuführen“. Sie müssen sich eher die Gegenfrage stellen lassen: kann es sein, dass Ihnen die nüchteren Betrachtung der deutschen Nation als historisch ggf. vorübergehendes Phänomen, als eine Verwaltungseinheit, auch unter Einbeziehung seiner inneren Heterogenität und Vielfalt, dass ihnen eine solche Betrachtung zuwider ist, weil sie Ihre eigeneemotionale Überhöhung der Nation -vulgo: Nationalismus“ verletzt?

    Ihre Argumentation beruht offensichtlich auf einer Weltsicht, die empirisch nicht zuhalten ist – und sich in weiten Teilen so selbst bestätigt. Woher wollen Sie denn wissen, dass die „große Mehrheit der Bevölkerung, und zwar aller Länder europa- und weltweit“ nationalistisch ist? Von einem Zugehörigkeitsgefühl zu einer nation geht es in meinem Beitrag nämlich gar nicht. Dieses ist eben ein Identitätsbaustein neben etlichen anderen: Frau/Mann, alt/jung, katholisch/evangelisch/atheistisch/muslimisch, einer aus dem Westend, eine Schwäbin, ein echter Schmidt/Müller/Meyer… und, ganz nebenbei, eben auch Deutscher oder Deitschtürke oder was weiß ich. Sie legen deiesem Zugehörigkeitsgefühl viel zu viel Bedeutung bei.
    Sie müssen, um Ihr Bild von Deutschland zu retten, die Kriegsschuld von 1914 relativieren, die EU diffamieren („Selbstbedienungsladen“) und die Integrationsfähigkeit von Muslimen in Abrede stellen. Das alles entspricht nicht der Realität, wie etliche, aktuelle Studien belegen.

    Bevor mir nun vorgeworfen wird, ich würde keine andere Meinung außer meiner zulassen, hier eine allgemeine Erklärung: ich bin kein ideologisierter Deutschlandhasser oder verblendeter Multikultiapologet, ich bin weder ehemaliger Stasi-Mitarbeiter, noch habe ich jemals auf einer Demonstration einen Stein geworfen.
    Und bevor dieses Forum (mal wieder) missbraucht wird für die Behandlung rechter Lieblingsthemen möchte ich eindringlich darum bitten, wieder zum Thema zurückzukehren. Auch wenn’s einigen schwerfällt.

  5.   thomsen

    Herr Nacken übersieht leider völlig den Zusammenhang zwischen den modernen europäischen Nationalstaaten einerseits und den modernen Demokratien andererseits, welche gerade auf dem Konzept der souveränen Nation beruhen („alle Gewalt geht vom Volke aus“: also muss es doch ein „Volk“/Demos geben) – und nicht einem Herrscherhaus von Gottes Gnaden, das über die verschiedensten Nationen herrscht, wie z.B. Habsburg.
    Diese Verbindung von Demokratie und Nation stammt aus der französischen Revolution, und ist somit dem Ursprung nach ein „linkes“ Konzept.

    Herr Nacken dagegen scheint „Nation“ mit „Ethnie“ (Abstammungsgemeinschaft) zu verwechseln – und dieses Missverständnis teilt er mit den deutschen Nationalisten.

  6.   E. Schultz

    @W. Nacken

    Ein so einfacher Identitätsbaustein wie jung / alt oder Mann / Frau stellt die Zugehörigkeit zu einer Nation nicht dar. Immerhin besinnen sich viele zumindest immer noch auf das Jahr 1848, als diese Nation mit demokratisch-bürgerlichen Mitteln erkämpft werden sollte. Oder sind diese Männer, die auch die bundesrepublikanische Gesellschaft regelmäßig ehrt und sich auf ihre Traditionen beruft, in ihren Augen „Nationalisten“?

    Man vergißt, daß es gerade in Deutschland nicht einfach nur ein Zweckbedürfnis in der Zeit der zunehmenden Industrialisierung war, eine Nation zu bilden, sondern vielen Menschen ein echtes Herzensbedürfnis nach vielen Jahrhunderten der Herrschaft von hunderten Fürsten in Klein- und Kleinststaaten. Eine Herzenssache, für die sich viele eingesetzt haben und dafür auch Verhaftungen, Verfolgungen und ihren eigenen Tod in Kauf genommen haben, ist so schon von Grund auf etwas anderes, als internationale Bündnissysteme, die zweifelsohne in zahlreichen Fällen zweckmäßig und rational begründbar sind, aber eben doch nie das beinhalten, was Heimat- und Vaterlandsliebe bedeuten.

    Nach rein rationalen Gründen hätte man sicher auch die deutsche Teilung von den vierzigern bis zu den späten achtziger Jahren begründen können, wie es ja bestimmte Politiker in West und Ost und insbesondere Vertreter eines bestimmten politischen Spektrums damals immer wieder taten. Aber letztlich wußte ebenso doch (fast) jeder, daß die deutsche Teilung etwas zutiefst Künstliches, Unnatürliches und Schreckliches für das Land war. Am Ende setzte sich das Herz durch und das war tatsächlich gut so.

  7.   Wolfgang Nacken

    Ich würde auch Herrn Thomsen empfehlen, meinen Artikel etwas genauer zu lesen. Die zentrale Frage ist nämlich, ob die Nation aus der Abstammungsgemeinschaft oder einer heterogene Bevölkerung (…ich wiederhole mich…) gebildet wird. Während Nationalisten ersteres behaupten, versuche ich zweiteres zu begründen.
    An einer Stelle Ihres Kommentars haben Sie ebenso Unrecht: die Nationen haben sich lange vor der Französischen Revolution entwickelt, gerade im Zusammenhang mit dem Absolutismus. Da haben Sie wiederum Recht: wie die Demokratie auch, so bedarf es einer Nation eines „Volkes“, dessen religöse, ethnische und kulturelle Zusammensetzung jedoch dem Herrscher sowie Volksvertretung zunächst schnurz sind. Nicht aber dem Nationalisten! Denn dieser strebt nach größtmöglicher Homogenität.

  8.   Regor

    >>aus der Tatsache alleine, dass in bestimmten Gebieten eine gefühlte “Bevölkerungsmehrheit” deutsch spreche, lässt sich noch kein nationaler Anspruch auf das Territorium ableiten. Schließlich lebt auf diesem Territorium auch eine “Bevölkerungsmehrheit”, die die Sprache der Nation spricht, das dieses Territorium verwaltet. Mit ihrer Argumentation rechtfertigte Adolf Hitler seinerzeit den Einmarsch ins Sudetenland.>> Zunächst einmal: nicht alles „jenseits von links“ ist Hitler oder will Hitler sein. Sie meinten wohl „Bevölkerungsminderheit, die die Sprache spricht (…) Territorium verwaltet“, oder? Diese kann aber auch nicht das Recht beanspruchen, einer Bevölkerungsmehrheit das Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern, oder? Allein schon von demokratischem Standpunkt (Zahl der Köpfe) wiegt das Recht der Bevölkerungsmehrheit wohl ebenso scher, wenn nicht schwerer. So wurde es gerade jüngst im Kosovo angewendet. Wären Sie für den Verbleib des Kosovos bei Serbien gewesen? Übrigens hätte sich das Problem, der deutschen Minderheiten (teilweise willkürlich durch den Vertrag von Versailles, 1920) in anderen Staaten als Bürger 2. Klasse auch jeder demokratischen Regierung gestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese als ultima ratio zu militärischen Mitteln gegriffen hätte. Friedrich Ebert hat bereits 1919 für die Vereinigung Deutschlands mit Österreich politisch gekämpft, offenkundig auch ein Wahnsinniger.
    Was Sie gezielt verschweigen, ist dass die Enstehung des Gedankens der Bürger- und Freiheitsrechte untrennbar im Zusammenhang mit dem modernen Nationalgedanken stehen – siehe französische Revolution 1789. Die Revolutionäre von 1789 haben sich per se als „nationalistisch“ verstanden, und gingen übrigens tatsächlich daran, alle anderen Sprachen Frankreichs zu Guntsten des Französisch zurückzudrängen. Interessant ist, dass sie diese aggressive revolutionäre Kulturpolitik auf Deutschland projezieren (bzw. diese suggerieren), obwohl diese gar nicht in Deutschland stattgefunden hat. So vermeiden sie es peinlich die französischen Urheber zu nennen, offenkundig weil dann oben geschilderte Tatsache (Zusammenhang Nationalgedanke – Entstehung des Gedankens unveräußerlicher Bürger- und Freiheitsrechte) offen zu Tage treten würde.
    Die Idee einer „Menschheit“ ist eine Idee, die nur im Westen Verbreitung gefunden hat, gemessen an der Bevölkerungszahl, in einem Winkelchen der Erde. Sie spielt in der asiatischen und islamischen Welt keine Rolle. Ein Angehöriger der traditionell geprägten indonesischen Elite würde sie als „westliche“ Idee wahrscheinlich mit Distanz betrachten und dann vermutlich kühl hinzufügen: „Ist ein schöner Gedanke, aber zeigt sich in der Weltpolitik nicht de facto, dass die Leben von US-Amerikanern, Europäern und Israelis mehr wert sind als die von Muslimen“. Angesichts gewisser Ereignisse, würde ich ins Grübeln geraten.

  9.   E. Schultz

    @ Regor

    Man muß aber schon historisch sauber argumentieren.

    Eine Bevölkerungsmehrheit der Deutschen in Böhmen und Mähren gab es weder in den letzten Jahrzehnten der k.u.k.-Monarchie, noch in der Tschechoslowakei. Richtig ist, daß es allerdings eine sehr starke deutsche Minderheit in diesen Gebieten gab. (Nur das Sudetenland zu nehemen, macht keinen Sinn, wenn man dann nicht den fremdsprachigen Minderheiten auf deutschem Territorium das gleiche Recht einräumen würde.) Richtig ist auch, daß viele Deutsche nach dem Weltkrieg nicht Bürger des tschechoslowakischen Staates werden wollten.

    Auch nur die geringste Rechtfertigung für die nationalsozialistischen Einmarsch und die Zerschlagung des tschechoslowakischen Staates ist dies allerdings nicht.

    Im übrigen muß man eingestehen, daß der Kampf um das Selbstbestimmungsrecht auch unter anderen Bedingungen nach dem Ersten Weltkrieg ein schwieriger und langfristiger demokratischer Prozeß vorausgegangen wäre. Von heute auf morgen läßt sich nichts demokratisch erkämpfen. Da machen es sich Diktaturen einfacher, aber was das dann für Folgen hat, wissen wie ja eigentlich alle.

    Die deutschen Minderheiten wurden von Hitler mißbraucht für machtpolitische Zwecke. Allein die ganze Ostpolitik entlarft H. klar als Verächter von Minderheiten. Sie mußten schließlich auch all das tragen, was nach 1945 an ihnen verübt wurde.

  10.   Wolfgang Nacken

    @ E.Schultz
    ich pflichte Ihnen bei, dass die Verwirklichung einer nationalen Einheit kein bloßer rationaler Verwaltungsakt war. Ebenso müssen Sie aber auch zugeben, dass es sehr wohl eine Herzensangelegenheit hunderter junger Menschen nach 1945 war, ein vereintes Europa zu schaffen. Weltweit gibt es zudem Hunderttausende, die sich für die Durchsetzung globaler Standards engagieren, z.B. in der Friedensbewegung, in Menschenrechtsfragen oder im Klimaschutz. Und Tausende partizipieren mit Herzblut und Begeisterung am Weltsozialforum, vollkommen unabhängig von Vaterlandsliebe oder ähnlichem.
    Wogegen ich mich ausspreche ist die emotionale Überhöhung der Nation auf Kosten der Humanität – und damit der Aberkennung einer Gleichberechtung aller Menschen.
    Im nationalistischen Denken hingegen sind die Menschen nicht nur nicht gleich (was sie in der Tat auch innerhalb einer nationalen Bevölkerung nicht sind), auch die Gleichwertigkeit aller Menschen, unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit, wird in Frage gestellt. Diese inhumane Ideologie nennt man übrigens Ethnopluralismus: das Individuum wird an seine vermeintliche Volkszugehörigkeit gekettet, ein eigener Wille, soziale, historische und kulturelle Prozesse werden dabei ausgeblendet.

    Noch ein Wort zum Thema „Bevölkerungsmehrheit“: Klar, das es z.B. im Elsass nach 1918 eine solche gab, die deutsch sprach. Ebenso gab es im Elsass nach 1918 eine Bevölkerungsmehrheit, die französisch sprach. Wie kommt nun sowas zustande? ganz einfach – die Bevölkerungsmehrheit bestand eben aus: Elsässern. Und die sprechen neben Elsässisch auch Deutsch und Französisch. Analogien zu anderen Überlappungsregionen nationaler Zuständigkeiten lassen sich ohne weiteres herstellen.