Wir müssen reden. Über Nazis.

UPDATE: Hacker knacken Thor Steinar-Kundendatenbank

Von 30. Dezember 2009 um 14:41 Uhr

UPDATE: Soeben wurde von Hackern auch noch die Webseite der bei Neonazis angesagten Marke “Thor Steinar” geknackt. Die Datenbank wurde komplett ins Netz gestellt. Aus den Daten gehen auch die Jahresumsätze des Onlineshops hervor.

Während des jährlichen Kongresses des Chaos Computer Clubs, werden jedes Mal verschiedenste Webseite gehackt. Besonders beliebt für virtuelle Attacken sind Webseiten von Neonazis. Im vergangenen Jahr traf es die NPD. Vor wenigen Tagen wurde jetzt eine Neonazi-Flirtseite gekapert und die Daten der User veröffentlicht.

Hatecore88, Krawallbruder, Masterrace82 oder NordischeMaid – die Benutzernamen der rechtsextremen Flirtwilligen sind wenig einfallsreich, kommen aber in der Szene offenbar an. Das Portal “MA-Flirt” war am Montag von Hackern geknackt worden. Auf der Seite prangte plötzlich das Bild eines Affen mit Hakenkreuzarmbinde, der einen Hitlergruß zeigt. Derzeit ist die Seite gar nicht mehr erreichbar. MA-Flirt gilt als eine der bekanntesten Partnerbörsen der rechtsextremen Szene. Ärgern dürfte die „Kameraden“ besonders, dass jetzt nicht nur ihre Emailadressen, sondern auch Bilder, wie sie mit Hakenkreuzfahnen und Nazi-T-Shirts posieren frei im Internet verfügbar sind. Dabei sind manche Fotos unfreiwillig komisch, wenn beispielsweise zwei Nachwuchsnazi in Unterhosen und rosa Socken vor einer Ian Stuart-Fahne strammstehen.

Auch unzählige von Nutzern getauschte Propaganda-Bilder, wie zum Beispiel von SS-Soldaten („Arier … nicht nur sauber ­ sondern rein!“) sind veröffentlicht worden. Die privaten Fotos offenbaren aber auch die steigende Gewaltbereitschaft der Neonazis. Ein Mitglied der „Kameradschaft Salzgitter“ stellte kurzerhand ein Bild von sich auf die Seite, auf dem er stolz zwei Pistolen präsentiert. Umrandet ist das Foto mit Hakenkreuzen.

Erwischt hat es auch ein anderes Nazi-Portal. Die vom Dortmunder Neonazikader Dennis Giemsch betriebene Seite Logr.org wurde am gleichen Tag gehackt. Auf Logr.org stellt Giemsch mehr als 20 Neonazigruppierungen Speicherplatz für ihre Internetseiten zur Verfügung. Er gilt als führender Kopf der lokalen Neonaziszene und war Anmelder zahlreicher rechtsextremer Aufmärsche in den letzten Jahren. Am 1.Mai dieses Jahres, griffen rund 300 Neonazis in Dortmund die Maikundgebung des DGB mit Holzlatten, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Kurz danach wurde die Wohnung von Giemsch wegen der Gewalttaten von der Polizei durchsucht. Zuletzte forderte der Dortmunder Jobcenter von ihm Fördermittel zurück, nachdem bekannt wurde, dass er das Geld für seinen Naziversand missbraucht hatte.

Kategorien: bundesweit
Leser-Kommentare
  1. 49.

    politically incorrect ist auch offline. Diese Sektenseite wurde wohl auch gehack. :D

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    • 6. Januar 2010 um 18:44 Uhr
    • Juan
  2. 50.

    [...] erinnert diese Choose mit den gehackten Nazi-Servern, deren Hack im Rahmen des ccc-Kongresses Ende 2009 in Berlin veröffentlicht wurde, sofort an das [...]

    Antworten

  3. 51.

    idioten.. recht”s” geschiehts euch ;)

    http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2009/12/30/hacker-knacken-nazi-partnerborse_2250

    link ist nich tmehr aktuell sprich “removed”
    :(

    schade..

    wär super facebook flame geworden ;)

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    • 15. Januar 2010 um 21:47 Uhr
    • daVbOz
    • 15. Januar 2010 um 21:48 Uhr
    • daVbOz
  4. 53.

    Illegale Aktionen sind immer noch illegale Aktionen, sollten also absolut bestraft werden.
    Wenn dies nicht getan wird zeigt dies nur ganz deutlich, dass illegale Aktionen von linker bzw. gegen die rechte Seite gerechtfertigt und gebilligt werden.
    Dieser Artikel ist, wie man liest, ebenfalls auf maximale Hetze ausgelegt.
    Beispielsweise wird hier “Auch unzählige von Nutzern getauschte Propaganda-Bilder, wie zum Beispiel von SS-Soldaten („Arier … nicht nur sauber ­ sondern rein!“)” das Bild, auf dem dieser Spruch vorhanden ist, vollkommen aus dem Kontext gerissen, da es nicht mit abgebildet wird.
    Dieses Bild (http://www.burgkauz-online.de/pics/other/my_art/fun/slides/Arier%20Nicht%20Nur%20Sauber%20Sondern%20Rein.jpg) ist natürlich bitterböse, jedoch mit einem schwarzen Humor durchaus als lustig denn als geschmacklos zu empfinden.

    Ich distanziere mich von jeglichen Inhalten der verlinken Seite, habe das Bild bei Google gesucht und das erstbeste genommen.

    Natürlich muss man aktiv gegen Neonazis vorgehen, doch das auf legalem Wege und nicht mit so einem Unsinn!

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    • 25. Januar 2010 um 17:39 Uhr
    • Graishak
  5. 54.

    [...] UPDATE: Soeben wurde von Hackern auch noch die Webseite der bei Neonazis angesagten Marke “Thor Steinar” geknackt. Die Datenbank wurde komplett ins Netz gestellt. Aus den Daten gehen auch die Jahresumsätze des Onlineshops hervor: 2006: 459.546 Euro, 2007: 1.807.215 Euro, 2008: 1.265.397 Euro Während des jährlichen Kongresses des Chaos Computer Clubs, werden jedes Mal verschiedenste Webseite gehackt. Besonders beliebt für virtuelle Attacken sind Webseiten von Neonazis. Im vergangenen Jahr traf es die NPD. Vor wenigen Tagen wurde jetzt eine Neonazi-Flirtseite gekapert und die Daten der User veröffentlicht. weiter… [...]

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  6. 55.

    Was mich interessiert ist, was denn mit den ganzen Daten jetzt passiert? Normalerweise werden solche Datensätze ja weiter verkauft. Aber in der Art und weiße wie das hier öffentlich gemacht wurde kann ich mir das nicht vorstellen. Soll die ganze Aktion nur eine Demütigung sein?

    Was wird nun mit den Daten gemacht?

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    • 14. Mai 2010 um 16:47 Uhr
    • 13desaster37
  7. 56.

    [...] [] Die Kundendaten des Versandhandels Thor Steinar wurden bereits 2009 gehackt und publiziert. [...]

    Antworten

  8. Kommentar zum Thema

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