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Die andere Seite der WM (Teil 2)

 
Wer findet den Fehler? Ausriß aus dem Artikel der "Schaumburger Nachrichten"

So sieht eine Fan-Party in Haste im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen aus. Die „Schaumburger Nachrichten“ druckten das Bild am 25. Juni ab, aufgenommen bei einem Public Viewing auf dem Gelände des „Gasthaus Seegers“. Auf der Webseite der Zeitung wurde nach dutzenden kritischen Anmerkungen das Foto kommentarlos entfernt, die Postings der User zu dem Bild ebenfalls. Erst einige Tage später, nachdem in Foren und Blogs das gelöschte Foto gepostet und diskutiert wurde, erschien im gleichen Blatt ein Artikel, der sich mit dem Fall beschäftigt. Eine Entschuldigung, dass die Zeitung ein Reichskriegsflagge abgedruckt hatte, bekam der Leser indes nicht.

Immerhin wird im Text deutlich, dass Wirt Dietmar Seegers das Problem offenbar erkannt hat: Da auf Seiten der Organisatoren mit einem solchen Ereignis nicht gerechnet worden war, seien auch Kontrollen unterblieben, sagte er der Zeitung. „Wie so häufig muss man aus Fehlern lernen. Bei allen zukünftigen Veranstaltungen werden wir aktiv überwachen, dass derartige Insignien nicht gezeigt werden, die haben nämlich auf einem Fan-Fest nichts zu suchen.“

7 Kommentare

  1.   Geisterhoernchen

    Au Weia!

    Ich muss bei sowas ja immer ein wenig grinsen.
    Nazis sind auch nicht ernstzunehmen.

  2.   ciodo

    Ist ja nicht klar, dass das Nazis war. Können ja auch ganz normale „stolze Deutsche“ sein… die Schwarzrotgoldenen drum rum scheint’s jedenfalls nicht zu stören.

  3.   NochEinNickname

    Hmm, was haben eigentlich Kriegsflaggen auf einer Veranstaltung zu tun, die zivilen Sport zum Thema hat? Und dann noch diese Flaggen, die bei Braunies für wohlige Erregung sorgen.
    Ich würde mal sagen, Thema verfehlt, liebe Reichskriegsflaggenfreunde dort auf dem Bild…und warum eigentlich immer die Reichskriegsflagge? Gibt es denn keine Bundeskriegsflagge?*schmunzel*

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  4.   Olaf Buschmann

    Aus meiner Sicht ein peinlicher Patzer der Redaktion. Ich unterstelle mal, das die Redakteure die das Foto ausgewählt haben die Reichskriegsflagge einfach nicht erkannt haben.

    Ich finde verlinkten Artikel, der sich mit dem Thema auseinandersetzt schlüssig und die Darstellung Dietmar Seegers glaubwürdig.

    Dennoch zeigt dieses Beispiel in meinen Augen, daß rechtsextreme Symbolik wie auch rechtsextremes Gedankengut oft nicht ernstgenommen oder erst gar nicht als solches erkannt werden.

    Besonders interessant an dem Artikel war ja, daß er direkt unter einer großen Meldung stand, in der der Einsatz des VfL Bad Nenndorf gegen Rechtsextremismus über eine drittel Seite gelobt worden ist.

    In meinen Augen ist hier der Redaktion ein peinlicher Fehler unterlaufen. Und peinliche Fehler einzugestehen ist ja bekanntlich nicht einfach. Umso besser, daß es genügend Druck gegeben hat, daß sich die Redaktion zu einer Richtigstellung veranlasst sah.

    Die Redaktion hat auf der ersten Seite auf die Richtigstellung hingewiesen und hat dann in einem knapp halbseitigen Artikel über das Bild und den Verlauf des Abends berichtet.

    In meinen Augen ist das anständig. Eine förmliche Entschuldigung vermisse ich da nicht.

    Es ist ein Fehler geschehen, der wurde ausführlich korrigiert. Das gibts auch nicht so oft in den Medien…

    Übrigens habe ich selbst einen Leserbrief geschrieben, für mich ist die Sache gut gelöst worden.

    Wenn jemand auf Kritik mit Nachdenken und Nachfragen reagiert und dies auch öffentlich macht bin ich vollauf zufrieden.

    Dennoch gut, daß es diese Kritik gegeben hat. Gut, daß die Augen offen sind und eine Reichskriegsflagge auffällt. Offenbar ja auch schon Gästen an diesem Abend.

    Unterm Strich eine gute Meldung, finde ich!

  5.   Stinkefuss der 3te

    unter der schwarz, rot, goldenen flagge wird genauso krieg geführt, ergo ist das auch ne kriegsflagge.


  6. Jetzt mal ehrlich, bevor eine Zeitung in Druck geht, durchläuft sie gewisse redaktionelle und hausinterne Strukturen. Das das niemanden auffällt?


  7. […] äußerte sich auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen: Fröhliches Verkleiden, gemeinsames Feiern, entspanntes Fanmeiling, bunt geschmückte Kaufmannsläden oder rituelle Tänze. Wer hätte vor […]