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Verurteilter Rechtsterrorist spricht bei NPD-Bezirksparteitag

 
Den Ort des Parteitages hielten die Rechtsextremisten bis zuletzt geheim © Getty

Anfang Oktober, veranstaltete die NPD-Oberpfalz in Schwandorf ihren Bezirksparteitag. Im Vordergrund hätte vor allem die weitere Ausrichtung der NPD im Regierungsbezirk und das Werben von neuen Mitgliedern gestanden. Unter den Gästen war neben Daniel Weigl (NPD-Cham/Schwandorf) und Heidrich Klenhart (NPD-Amberg/Neumarkt) auch der wegen eines geplanten Sprengstoffattentats vorbestrafe Rechtsextremist Martin Wiese.

Wie die neonazistische Kameradschaftsseite „Widerstand Schwandorf“ kürzlich mitteilte, hatte die NPD in der Oberpfalz ihren diesjährigen Bezirksparteitag in Schwandorf durchgeführt. Unklar ist jedoch, wo und wann das Treffen genau stattfand.

Mit dem voranschreitenden der Veranstaltung sollte es auch einige personelle Änderungen im Bezirksverband geben: unter anderem folgte der Wackersdorfer Daniel Weigl dem bereits aus der NPD ausgetretenen Willi Wiener als Bezirksvorsitzenden nach. Weigl gilt als Kopf der Kameradschaft „Widerstand Schwandorf“, Aktivist des „Freien Netz Süds“ und Vorsitzender des kaum mehr in Erscheinung tretenden Ortsverbands Cham/Schwandorf. Zu seinem Stellvertreter wurde der vorbestrafte Neonazis Robin Siener gewählt, der kürzlich die Führung der NPD-Regensburg übernommen hat. Siener werden hervorragende Kontakte zur tschechischen Neonazi-Szene und zur Rechtsrock-Szene sowie zum Freien Netz Süd nachgesagt, für das er ebenfalls als Aktivist tätig war. Aktuell geriet Robin Siener wegen eines drohenden Verfahrens in Tschechien in die Schlagzeilen. Im Amt bestätigt wurde der Bezirksgeschäftsführer und Bezirksschatzmeister Karsten Panzer (NPD-Tirschenreuth), der seine bisherigen Aufgaben für die Vertretung der rechtsextremen Partei in der Oberpfalz weiterhin wahrnehmen wird. Des Weiteren wurden Heidrich Klenhart und Simon Preisinger (NPD-Tirschenreuth) zu Beisitzern im Bezirksvorstand gewählt.

Daniel Weigl kündigte nach seiner Wahl zum Bezirksvorsitzenden an, vermehrt „öffentlichkeitswirksame Aktionen“ durchführen zu wollen und den Fokus auf das Werben von neuen Mitgliedern zu legen. Außerdem wolle er zusammen mit den anderen Kreisverbänden eine „Neuausrichtung des Bezirksverbands vorantreiben“, um so „künftig auf kommunaler Ebene erfolgreicher zu sein“. Auch sollen „parteiinterne Veranstaltungen“ wieder an der „Tagesordnung“ stehen und die Zusammenarbeit mit „parteifreien Kräften des nationalen Lagers“ verbessert werden, so Weigl.

Nachdem die offiziellen Reden und Programmpunkte abgeschlossen waren, kam schließlich der Gastredner Martin Wiese zu Wort. Wiese erlangte deutschlandweite Bekanntheit, als er wegen eines geplanten Sprengstoffattentats auf das Jüdische Zentrum München verhaftet und in einem darauffolgenden Gerichtsverfahren zu einer 7-jährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Bei seiner Rede am Bezirksparteitag hetzte er gegen die „etablierten Kreise“, die „Hand in Hand mit Medien und Justiz agieren“ würden, um „Stimmung gegen Nationalisten zu machen“ und rief die „nationalen Aktivisten“ dazu auf, sich von keinen Repressalien klein kriegen zu lassen. Im Anschluss an seinen Vortrag soll es dann noch die Möglichkeit gegeben haben, Fragen zu stellen.

Wie es auf „Widerstand Schwandorf“ abschließend heißt, beendete der neu gewählte Bezirksvorsitzende Daniel Weigl den Bezirksparteitag schließlich mit einem „positiven Fazit und Vorfreude auf weitere Veranstaltungen“, die angeblich schon in Kürze stattfinden würden. Ob dies Tatsächlich der Fall sein wird, bleibt allerdings abzuwarten.

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