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Geschichtsunterricht mit Erika Steinbach: NSDAP eine linke Partei?

 

Mit einer fragwürdigen These machte am Mittwoch die Vertriebenen-Funktionärin und CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach auf sich aufmerksam. Über ihren Twitter-Account belehrte sie zwei User, dass die NSDAP eine “linke Partei” gewesen sei. Was folgte, war eine hitzige Diskussion und eine Welle der Empörung in sozialen Netzwerken. Die meisten User werfen Steinbach eine “unsägliche Verharmlosung” der NS-Diktatur vor, andere fordern gleich ihren Rücktritt.

Der Landesvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, antwortete per Twitter, Steinbach betreibe “von Rechtsaußen unsägliche Hetze gegen SPD. NS-relativierende Geschichtsklitterung mit abenteuerlichen Thesen”.

Steinbach selbst zeigte sich amüsiert über die von ihr ausgelöste Debatte, die dafür gesorgt habe, dass “alle Linken (…) aus ihren Löchern gekommen” seien.

47 Kommentare

  1.   Joschi Leidinger

    “liebste” Frau Steinbach,..

    daran sieht man, dass man auch OHNE was im Kopf zu haben in den Bundestag kommen kann.Es grenzt nicht nur, nein es ist Dummheit in höchstem Masse zu behaupten man wollte provozieren.
    Ich würde schnellstmöglich meinen Rücktritt aus der CDU angehen, nicht dass die ach so bösen Linken sie vielleicht noch “rauskicken”.

  2.   -myway-

    Ich vermute, dass mit den “Linken” Frau Steinbach nicht nur “die Linke” und die SPD meint sondern auch die Grünen, FDP und alle vernünftig denkenden CDUler, so wie auch immer wieder Merkel von “Aktion Linkstrend stoppen” als multikulti-sozialistisch beschümpft wird.

    Ich denke wir sollten uns über Frau Steinbach noch nicht aufregen, in Zukunft werden noch viel schlimmere Aussagen im öffentlichen Diskurs auftauchen, a la Martin Hohmann.

  3.   Dagmar Berhane

    Frau Steinbach sollte sich dringend in fachärztliche Behandlung begeben.

  4.   A. Friend

    Man sollte beachten, daß “rechts” und “links” immer vom eigenen Standpunkt abhängen. Und am äußersten rechten Rand wird logischerweise selbst die NSDAP als “links” eingeordnet.

    Bravo, Frau Steinbach, sie haben die CDU treffend beschrieben!

  5.   Thomas

    Ich bin darüber erstaunt, wie wenig informiert manchen Journalisten sind.

    Erika Steinbach übernimmt hier lediglich eine These von Joachim Fest! Fests Artikel erschien damals in der taz mit dem Titel “War Adolf Hitler ein Linker?” und ist immer noch im Internet zu finden.

    Zitat Joachim Fest:

    “Manche guten Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört. Jedenfalls hatte er Zeit seines Bestehens mit dem Totalitarismus Stalins mehr gemein als mit dem Faschismus Mussolinis.”
    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2003/09/27/a0148

    Man muss nicht Steinbachs oder Fests Ansicht sein. Aber ein Skandal ist diese Aussage jedenfalls nicht.

  6.   Christdemokrat

    Frau Steinbach. Sie sind einfach nur peinlich…

  7.   Anonym

    Richtig: Natürlich war die NSDAP Links. Hitler hat zwar nicht die komplette, sondern nur die Schlüsselwirtschaft verstaatlicht. Allerdings hat er das gesamte Volk verstaatlicht und der Volksgemeinschaft zugeführt. Und Antisemitismus ist auch heute noch in der linken Szene am häufigsten verbreitet…!

  8.   Olyom

    “Manche guten Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört. Jedenfalls hatte er Zeit seines Bestehens mit dem Totalitarismus Stalins mehr gemein als mit dem Faschismus Mussolinis.”
    Nur war Stalin ebenso ein Rechter. Seine Herrschafts war massiv Autoritär, etwas, wogegen Linke von Grund auf an sind, das ist ja quasi die Definition davon.

    Und wesentlich rechter als das 3. Reich geht es eigentlich kaum.

  9.   Sigmund

    Dann nehme ich an, Frau Steinbach lehnt eine Überwachung oder gar ein Verbot der Linkspartei ab.
    Schließlich war die DDR ja ein demokratischer Staat, erkennbar am zweiten “D”.
    Oder?