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Neonazis eröffnen in Nürnberg ein „Nationales Zentrum“

 
In diesem Gebäude befindet sich das "Nationale Zentrum" in Nürnberg © Rüdiger Löster

Neonazis aus den Reihen des „Freien Netz Süds“ haben nun im Nürnberger Stadtteil Langwasser ein „Nationales Zentrum“ eröffnet. Damit erfüllen die Rechtsextremisten wohl die Forderung des FNS-Führungskaders Matthias Fischer, der bereits mehrfach für die Einrichtung von „nationalbefreiten Zonen“ plädiert hatte.

Was Neonazis bereits lange forderten, machten sie in Nürnberg jetzt wahr: Angehörige des bayernweit agierenden neofaschistischen Kameradschaftsnetzwerks „Freies Netz Süd“ gründeten in dem Stadtteil Langwasser ein sogenanntes „Nationales Zentrum“. In dieser Immobilie sollen fortan „Schulungs- und Vortragsveranstaltungen“ abgehalten werden und „Zusammenkünfte nationalgesinnter Deutscher“ stattfinden. Außerdem diene es als „Stadteilbüro“ für Sebastian Schmaus, seines Zeichens Stadtrat der NPD-Tarnorganisation „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ in Nürnberg und Aktivist des „Freien Netz Süds“, für das er immer wieder auch als Anti-Antifa-Fotograf tätig ist.

Ferner kündigen die Neonazis an, in dem Stadtteil, der von ihnen als „sozialer Brennpunkt“ bezeichnet wird, ihre „Aufklärungskampagnen zu intensivieren“ und hoffen, mittels des „Zentrums“ den „Wachstum und Ausbau nationaler Strukturen in ganz Nürnberg“ befördern zu können. Bei der Gründungsveranstaltung war dann neben Sebastian Schmaus auch Matthias Fischer aufgetreten. Fischer wiederholte seine Forderung nach der Errichtung von „nationalbefreiten Zonen“ abermals und sagte zudem, dass diese die „wichtigste Grundlage einer volkstreuen Widerstandsbewegung darstellen“ würden. „Durch die Etablierung von selbstverwalteten Räumlichkeiten werden Orte geschaffen, welche die Akzeptanz nationaler Aktivitäten in der Öffentlichkeit um ein vielfaches steigern können“, sagte Fischer bei der Eröffnung weiterhin.

Die „Antifaschistische Informations- Dokumentations- und Archivstelle München e.V.“ (a.i.d.a.) hat derweilen bereits Hintergrundinformationen recherchiert und berichtet, dass der Neonazi Norman Kempken für das neonazistische „Bund Frankenland e.V.“ die Lokalität, die sich in einem Keller befindet, gemietet haben soll. „Vermittelt“ worden sei das ganze laut a.i.d.a. über den Rechtsextremisten Rainer Biller, der beispielsweise erst kürzlich von einem Gericht verurteilt wurde, da er mit einer Aussage in Facebook die Opfer des NSU verhöhnt hatte. Zudem liege für den Raum keine „Gaststättenkonzession und Ausschankerlaubnis“ vor und der Mietvertrag solle auch keine öffentliche Nutzung zulassen, was jedoch in Teilen konträr zu der Meldung des „Freien Netz Süds“ steht, wie a.i.d.a. in seinem Artikel folgerichtig zusammenfasst.

Mit dem Lokal in Nürnberg erhält die bayerische Nazi-Szene jetzt einen zusätzlichen Treffpunkt, in dem sie sich weitestgehend unbeobachtet zusammenfinden können. Bislang bestand diese Möglichkeit für die Szene nur im oberfränkischen Oberprex. Fakt ist, dass dieses Nazi-Zentrum ein Problem für Nürnberg werden könnte, da davon auszugehen ist, dass sich Rechtsextremisten aus dem ganzen Freistaat zukünftig regelmäßig in der Stadt einfinden werden und die Neofaschisten überdies einen eigenen Aktionsraum haben, den sie selbst kontrollieren können und in dem sie konspirative tagen können. Wie es weitergeht und ob die Stadt Maßnahmen ergreifen wird, gilt es derzeit abzuwarten. Ergeben sich neue Erkenntnisse, berichten wir selbstverständlich nach.

6 Kommentare

  1.   Vlad

    In Langwasser werden Die auf Dauer nicht glücklich werden… und das ist Gut so!


  2. […] störungsmelder: Neonazis eröffnen in Nürnberg ein “Nationales Zentrum” Rate this:sharing is supporting!FacebookTwitterLinkedInEmailPinterestMorePrintJoliprint – […]

  3.   nazisreinindiemülltonne

    Als integrativer Ausländer kann ichs kaum fassen, bin sehr gespannt wie es hier weiter geht.

    Bitte liebe Nazihasser, behaltet im Hinterkopf, dass eine direkte Konfrontation zu meiden ist. Warum? Nein nicht weil man keine Courage zeigen soll, sondern weil das ein Schuss nach hinten sein könnte. Nazis sind nicht dumm, sie nutzen solche Gelegenheiten um zu wachsen.

    Danke an den Author

  4.   ichkacknazisaufnkopf

    14:00 maffaiplatz 16:00 langwasser !

  5.   Hans Halbig

    Wir wohnen als „echte Franken“ seit 38 Jahren in diesem Viertel. Wir haben uns hier bisher immer sehr wohl gefühlt, doch nun wird uns mulmig. Uns muß niemand von irgend jemand oder irgend etwas befreien!
    Bewahrt uns vor diesem Übel!Und von wegen „sozialer Brennpunkt“: Hier wohnt auch ein breiter Mittelstand in eigenen Häusern und Eigentumswohnungen.

  6.   Katja

    Langwasser ist so ein schönes ruhiges Viertel,
    ich hoffe, dass die bald wieder verschwinden hier.

    Ich denke – niemand will, dass sich die Zeit
    um den zweiten Weltkrieg wiederholt!!!!
    Millionen unschuldie sind gestorben!

    Es gibt sicher einige Probleme, keine Frage.
    Aber rechtsextemismus, oder linksextremismus
    löst diese Probleme nicht.

    lg, Katja.