Wir müssen reden. Über Nazis. Ein Blog

Crowdfunding-Aktion für Deutschlandatlas zu Neonaziaktivitäten

Von 8. Januar 2013 um 19:12 Uhr


Einen neuen Zugang zum Wissen über Neonazis plant das Projekt „Rechtes Land“ des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums aus Berlin (apabiz). Auf einer Karte im Internet sollen Orte, Strukturen und Aktivitäten von rechten Gruppen und Rechtsextremisten dargestellt werden. Geplant ist dabei, in erster Linie bereits vorhandenes Wissen zu bündeln und dieses mit einem lokalen Bezug abzubilden. So kann ein Überblick gegeben werden, wo Aufmärsche von Neonazis stattfinden, in welcher Region sich Übergriffe häufen und wo rechte Parteien auf kommunaler Ebene aktiv sind.

Bei der Finanzierung des Projektes gehen die Macher ungewohnte Wege. Seit Anfang des Monats sammeln sie Geld auf der Crowdfunding-Plattform Startnext. Mit Kleinbeträgen sollen die erforderlichen 5.000 Euro für eine Startfinanzierung gesammelt werden. Mit dem Geld werden dann Redakteure beschäftigt, um die Informationen zu recherchieren und die Karte zu verwalten.

Hier die ausführliche Projektbeschreibung

Worum geht es in diesem Projekt?
Deutschlandweit sind Neonazis am Werk. Das Wissen über sie ist regional verteilt; sich ein Gesamtbild zu verschaffen ist alles andere einfach.
Der Atlas Rechtes Land will die Orte der extremen Rechten, ihre Verbände, ihre Morde, ihre Überfälle, ihre Termine und aktuelle Vorhaben kartieren. Um sie für alle sichtbar zu machen. Online, auf eine praktische und handhabbare Weise über eine interaktive Karte im Browser.

Es werden aber auch Widerstand und Engagement verzeichnet. Und nicht zuletzt geht es darum, Orte des Erinnerns an die Nazivergangenheit zu zeigen und die über 100 Jahre alte Geschichte von Faschisten und Rechten im Land zu dokumentieren. Zudem soll ein Recherchewiki aufgebaut werden, das zwar öffentlich zugänglich ist, aber nicht von jedem mitgeschrieben werden kann. Szene-KennerInnen und AutorInnen aus dem Umfeld des apabiz e.V. werden dazu eingeladen, es mit zu befüllen und zu pflegen.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?
Zum einen richtet sich das Projekt an jeden interessierten Menschen. Das an den Atlas angeschlossene Wiki soll zudem AktivistInnen, ForscherInnen, JournalistInnen, PolitikerInnen etc. helfen, nicht den Überblick zu verlieren.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?
Damit es eine unabhängige leicht zugänglicher Quellensammlung rund um extreme Rechte und Nazivergangenheit gibt. Für eine nicht- oder kaum-kommerzielle Nutzung werden die Inhalte und Daten unter einer relativ freien Lizenz stehen (CC BY-NC) und wo möglich als Open Data veröffentlicht.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?
Wir brauchen mindestens 5000 Euro, um einen Grundstock zu recherchieren, Datensätze aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen und diese dann in den Atlas einzupflegen. Dafür sollen zwei Personen für einige Zeit beschäftigt werden, die auch das Wiki aufbauen werden. Wenn wir eine Summe von mehr als 8000 EUR überschreiten, fließt das überschüssige Geld in den Topf für die Beobachtung des NSU-Prozesses, der im kommenden Jahr in München beginnt.

Kategorien: bundesweit
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