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Geänderte Naziroute? Bündnis Magdeburg Nazifrei will trotzdem blockieren

Von 11. Januar 2013 um 10:36 Uhr

Jerichower-Platz

Zwei Tage vor dem bundesweit größten Naziaufmarsch halten sich die Akteure bei der Stadt, die die „Meile der Demokratie” mitorganisiert, und der Polizei weiterhin bedeckt. Während die Nazis nach wie vor zum Hauptbahnhof als Auftaktkundgebungsort mobilisieren, sprechen derzeit sehr viele Anzeichen dafür, dass der „Gedenkmarsch“ in einem anderen Stadtviertel stattfinden wird. So äußerte der verantwortliche Kommunalbeigeordnete Holger Platz vor wenigen Tagen, der Naziaufmarsch würde in einem Stadtteil stattfinden, in dem die Nazis noch nie marschiert sind. Weitere Informationen wollte er den Mitorganisatoren der „Meile der Demokratie“ allerdings nicht mitteilen.

Das Bündnis Magdeburg Nazifrei rechnet mit einer aus Dresden bekannten Polizeitaktik zur Trennung der beiden „Lager“:

Die Elbe würde demnach als natürliche Barriere genutzt. Die Nazis würden in den ostelbischen Stadtvierteln Herrenkrug, Brückfeld und Cracau marschieren, während alle Elbbrücken frühzeitig gesperrt sind, um Blockierer daran zu hindern von ihrem Recht auf zivilen Ungehorsam Gebrauch zu machen. Als einziger Bahnhof in Ostelbien käme es demnach am Haltepunkt „Herrenkrug“ nördlich der Hochschule Magdeburg zum „Showdown“, denn wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, auch diesen Auftaktkundgebungsort zu blockieren!

Schon jetzt scheint klar: einen Aufmarsch in der Innenstadt wird es nicht geben. Wir haben damit ein Zwischenziel erreicht! Unsere bundesweite und höchst erfolgreiche Mobilisierung zwingt die Polizei dazu, die Naziroute in einen peripheren Stadtteil zu verlegen. Dennoch betonen wir: wir blockieren jeden Naziaufmarsch, egal ob im Stadtzentrum oder in Randbezirken. Geschichtsrevisionismus, Rassismus und völkisch-neonationalisozialistische Hetze sind an jedem Ort fehl am Platz. Aus diesem Grund versprechen wir: wir sind auf jedes Szenario bestens vorbereitet.

Infos zu den Protesten gibt es unter www.magdeburg-nazifrei.com

 

Kategorien: Sachsen-Anhalt
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Als es am 2.Juni letzten Jahres zum Nazi-Aufmarsch in Hamburg kommen sollte, hat die Stadt die Kundgebung aus der Innenstadt auch nach HH-Eilbek verlegt. Dort waren dann auch zusätzlich zu den 10.000 “Demonstranten” am Rathausmarkt noch 4.500 Gegen-Demonstanten in Eilbek um den Aufmarsch zu verhindern. Die Route konnte erfolgreich blockiert werden. Daraufhin hat man den Faschos eine weitere Ausweichroute durch ein Wohnviertel genehmigt, welches gar nicht darauf vorbereitet war. So kam es dann wieder, wie es kommen musste.
    Meiner Meinung nach sollte man den Faschos von vornherein sagen: “Ihr seht doch dass die Leute euch hier nicht haben wollen. Macht euch vom Acker. Wahlweise könnte man versuchen über ein Volksbegehren o.ä. zu erreichen, solche Aufmärsche ganz verbieten zu lassen.

    • 12. Januar 2013 um 02:40 Uhr
    • ChrischiHam
  2. 2.

    zu 1 chrischi ham
    Wieviel verletzte polizisten hat es da gegeben ?
    Verletzt von braunen oder von roten faschisten ?

    • 12. Januar 2013 um 10:20 Uhr
    • ernsthaft
  3. 3.

    [...] planten auch heute Südostberliner Neonazis ihre Anfahrt zum alljährlichen rechten Trauermarsch in Magdeburg und wurden dabei von einer Kundgebung mit rund 40 Teilnehmern aus dem Antifa-Spektrum und der [...]

  4. 4.

    Leider Gottes ist es nunmal so,
    Jeder Deutsche hat das Recht sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

    Betonung auf dem ersten Wort! Ich bin weder links noch rechts und wenn man schwarz/weiss denken will eher links-gesinnt, aber diese permanent einhergehende Gewalt lässt mich nur mit dem Kopf schütteln…

    Ich bin erschüttert über die heutigen massiven Angriffe auf Polizeibeamte, nur weil man Plätze und Wege betreten wollte und die dummerweise dazwischen standen. Da wird sich das kleinste Glied in der Kette gegriffen und im schlimmsten Fall ein Familienvater ins Krankenhaus eingewiesen. Und sicherlich sagt jetzt wieder jemand: “Polizisten wollen es doch so, Knüppeltruppe, aggressive Schweine”.
    Aber Gewalt erzeugt nunmal Gegengewalt und auf Aktion erfolgt Reaktion. Ich dürfte es heute live miterleben, wie versucht wurde Polizisten die Beine wegzuziehen, die sich nur fußläufig schnell über die Meile der Demokratie begeben haben. Aber sicherlich wurde das nur gemacht weil die wieder die “[...]Faschisten beschützen [...]” wollten. Seid bloß froh dass hier die Welt noch in Ordnung ist.
    In anderen Bundesländern hätte man sich Angriffe nicht so leicht gefallen lassen.

    • 12. Januar 2013 um 21:35 Uhr
    • Neutral
  5. Kommentar zum Thema

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