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Broschüre für Jugendliche: „Liken. Teilen. Hetzen. Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken“

 

Broschüre-"Liken.Teilen.Hetzen"Wie agieren Neonazis in sozialen Netzwerke, welche Strategien finden Anwendung und wie versucht die Szene in Facebook, Google +, Twitter und Co. Zustimmung für ihre menschenverachtenden Einstellungen zu erlangen? Diesem Thema widmet sich nun eine neu erschienene Broschüre von „no-nazi.net“ mit dem Titel „Liken. Teilen. Hetzen. Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken“. Die Broschüre steht im Web zum Download bereit.

Genau wie in der Realität hat sich das Bild von Neonazis auch in sozialen Netzwerken längst gewandelt. Die Szene ist nicht mehr leicht zu erkennen, menschenverachtende Ansichten werden versteckt, emotionale Themen zur Rekrutierung missbraucht. Die Strategien sind ebenso kreativ wie vielfältig. „Die sozialen Netzwerke sind die Schulhöfe von heute“, sagt auch Annetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung. Doch man würde sich dort nicht nur „treffen und austauschen“, sondern begegne immer häufiger auch extrem rechten Aktivisten. Gerade für die Jugendliche ist dies eine große und ernstzunehmende Gefahr.

Deshalb stellt „no-nazi.net“ – ein Portal der Amadeu-Antonio-Stiftung, das sich an Jugendliche wendet – jetzt eine neue Broschüre mit dem Titel „Liken. Teilen. Hetzen. Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken“ vor. Die Autoren beschreiben in ihrer Publikation, wie Neonazis agieren und agitieren und wollen „Gegenstrategien an die Hand legen“. Thematisiert wird unter anderem, „wie Rechtsextreme die sozialen Netzwerke nutzen“, wie sich „Islamfeindlichkeit im Netz“ äußert, „wie Neonazis den Kindesmissbrauch für ihre Propaganda nutzen“ und „wie Nazis den Naturschutz auch im Web 2.0 unterwandern“. Zudem widmet sich die Broschüre dem „Party-Patriotismus, Nationalstolz und Nationalismus“, der „Meinungsfreiheit im Netz: Zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung und der Unantastbarkeit der Menschenwürde“ sowie weiteren Themen.

Die Broschüre entstand in Kooperation zwischen den Amadeu-Antonio-Stiftung-Portalen „Netz gegen Nazis“ und „no-nazi-net“ und will gezielt Jugendliche ansprechen. „Wir müssen Jugendliche fitmachen, mit den perfiden Taktiken und Manipulationsversuchen umzugehen, und ihnen Überzeugungen vermitteln, die denen der Nazis standhalten“, erklärt die Stiftungsvorsitzende Kahane. „Liken. Teilen. Hetzen. Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken würde dies in ihren Augen „leisten“. Gefördert wurde die Erstellung der Publikation sowohl vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, als auch von der Freudenberg-Stiftung, von der Robert-Bosch-Stiftung und von Google Deutschland.

Unterstützend äußern sich außerdem Vertreter von „Facebook“ und „wer-kennt-wen.de“. „Wir unterstützen Initiativen wie ‚no-nazi.net’, um mehr Transparenz, Aufmerksamkeit und Sensibilität für das Thema Nazis in sozialen Netzwerken zu schaffen“, sagt Eva-Maria Kirschsieper von der Manger Public Policy Facebook Germany. Und auch Mirko Meurer, COO bei „wer-kennt-wen“.de bezieht Stellung: „Wir bei wer-kennt-wen.de dulden weder Extremismus noch Rassismus und ermutigen daher auch unsere Nutzer, bedenkliche Inhalte zu melden, damit wir stets rasch handeln können.“ Die Amadeu-Antonio-Stiftung und ihr „Anliegen“ unterstütze man „ausdrücklich“, so Meurer. „Denn Aufklärung ist eines der wichtigsten Instrumente gegen Rechtsradikalismus“.

Wie Facebook arbeite auch Google Deutschland mit Initiativen zusammen. Diese Zusammenarbeit helfe dabei, „unsere Prozesse kontinuierlich zu verbessern, um rassistische Inhalte auf der Plattform zu finden, denn Facebook ist kein Ort zur Verbreitung von Hassreden“, betont Eva-Maria Kirschsieper. Auch für Google-Deutschland-Mitarbeiterin Sabine Frank ist die Zusammenarbeit mit Initiativen wichtig. In einer Stellungnahme auf „Netz-gegen-Nazis“ sagt sie: „Um die Nutzer von YouTube über die Gefahren durch rechtsextremistische Propaganda im Internet zu sensibilisieren, arbeiten wir eng mit verschiedenen Institutionen, Kampagnen und Initiativen wie beispielsweise dem Verein „Laut gegen Nazis e.V.” und der „Amadeu Antonio Stiftung” zusammen.“

„Liken. Teilen. Hetzen. Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken“ kann bei der Amadeu-Antonio-Stiftung via Mail (netz@amadeu-antonio-stiftung) – solange der Vorrat reicht– gegen Protokosten bestellt werden – oder aber kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

1 Kommentar

  1.   Robert Osana

    Das PDF ist am Bildschirm schwer zu lesen. Eine HTML-Version der Broschüre gibt es unter
    http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:Liken-Teilen-Hetzen