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Wer erschoss Burak B.?

 
Wer hat Burak B. ermordet? © Sören Kohlhuber
Wer hat Burak B. ermordet? © Sören Kohlhuber

Am gestrigen Samstag, den 6. April, demonstrierten über 500 Menschen unter dem Motto „War Rassismus das Motiv?“, um am Jahrestag des Mordes an Burak B. zu erinnern. Vor einem Jahr, am 05.04.2012, wurde Burak B. von einem Unbekannten auf offener Straße niedergeschossen, zwei weitere Freunde wurden schwer verletzt. 

In verschiedenen Redebeiträgen wurde gefordert, dass aus dem Skandal um die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) gelernt werden soll, sowie den Informationen, welche die Initiative „Für die Aufklärung des Mordes an Burak B.“ zusammengetragen und an die Polizei übergeben hat, nachgegangen wird.

Offene Fragen im Fall Burak B. © Sören Kohlhuber
Offene Fragen im Fall Burak B. © Sören Kohlhuber

Der Mord an Burak B. erinnert stark an das Vorgehen des NSU. Wieder wurde ein Mensch mit Migrationshintergrund mit einer Pistole ermordet. Aus diesem Grund bildete sich eine Initiative aus Antifaschisten, Antirassisten und Angehörigen von Burak, die eine lückenlose Aufklärung fordert. Sie gehen davon aus, dass eine rassistische Tat so lange in Betracht kommt, wie es keine Gegenbeweise gibt. Die Berliner Polizei ermittelt bislang in „alle Richtungen“ und hat keine heiße Spur auf den Täter – trotz Belohnung.

Der Mord geschah im Bezirk Neukölln, der auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist als Bezirk mit hohem Anteil von Bürgern mit Migrationshintergrund. In den vergangenen Jahren kam es in Neukölln zu mehreren Brandanschlägen auf Wohnhäuser von türkischen Einwohnern, linken Objekten und Übergriffe gegen linke Aktivisten. Es ist ein optimales Ziel für Trittbrettfahrer des NSU, um innerhalb der migrantischen Community für Angst und Verunsicherung zu sorgen.

Demonstration in Gedenken an Burak B. © Sören Kohlhuber
Demonstration in Gedenken an Burak B. © Sören Kohlhuber

Vor einigen Tagen besuchte Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizeipräsident Klaus Kandt die Familie von Burak B.. Henkel verglich den Mord an Burak mit verschiedenen brutalen unpolitischen Morden in der jüngsten Vergangenheit und sprach von einer allgemeinen „Spirale der Gewalt“. Die Berliner Polizei gibt an, dass sie aktuell keinen rechten Hintergrund feststellen kann – diese Möglichkeit aber auch nicht leugnet.

6 Kommentare


  1. […] Gut 300 Menschen haben im Gedenken an den vor einem Jahr in Berlin-Neukölln ermordeten Burak B. am Samstag gegen Rassismus demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, verlief der Trauermarsch friedlich. Die Teilnehmer zogen von der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm zum Rathaus Neukölln und anschließend weiter zum Hermannplatz. Mit der Veranstaltung wollten verschiedene Initiativen darauf aufmerksam machen, dass bis heute das Motiv der Tat ungeklärt ist. Sie halten Rassismus als Grund für möglich. Die Demonstranten halten die Bemühungen um Aufklärung für unzureichend – sie zeigten am Samstag unter anderem Schilder mit Fragen, die die Ermittler ihrer Meinung nach stellen sollten, etwa: “Wurde die Waffe schon früher benutzt?” oder “Warum interessiert sich die Öffentlichkeit kaum?”. (rbb online, Tagesspiegel, Störungsmelder) […]


  2. Wer erschoss Burak B?
    Wen tötete Onur U?


  3. Ist eigentlich schon bekannt wer Daniel S. ermorderte? Ach so, ist ja egal, waren ja nur Jugendliche irgendwie.


  4. … ein Mensch mit Migrationshintergrund mit einer Pistole ermordet … und schon ist alles klar? Wenns mit dem Messer passiert wäre, was dann?
    Schön dass es die Rechten gibt, da muss man über Kriminalität der “migrantischen community” gar nicht mehr nachdenken.
    “Die Berliner Polizei gibt an, dass sie aktuell keinen rechten Hintergrund feststellen kann – diese Möglichkeit aber auch nicht leugnen.”
    Satzbau 6 … und leugnen kann man nur, was Fakt ist. In dem Fall gibt es nichts “zu leugnen” (Das “Leugnen” wurde sicher gewollt verwendet, weil es so schön negativ konnotiert ist) weil nichts bewiesen ist. Eine pure Behauptung wie “Das waren bestimmt die Rechten” kann man nicht leugnen.


  5. […] April ermordet wurde und die Polizei “in alle Richtungen” ermitteln würde (Den Spruch kenn ich irgendwoher). Mittlerweile ist auch die Tatzeit bekannt. Ich finde es aber erschreckend, dass abgesehen von […]