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Neonazis prügeln 34-Jährigen auf Volksfest zu Tode

Von 20. Juli 2013 um 07:14 Uhr
Mit Gewalt gegen Migranten - eindeutige Botschaft auf dem T-Shirt eines Neonazis

Mit Gewalt gegen Migranten – eindeutige Botschaft auf dem T-Shirt eines Neonazis bei einem Aufmarsch 2004

Erst riefen sie rassistische Parolen, dann schlugen sie zu. Im Bayerischen Kaufbeuren griffen in der Nacht zu Donnerstag fünf Thüringer Neonazis auf einem Stadtfest mehrere Migranten an. Ein 34-jährige Spätaussiedler aus Kasachstan wurde durch die Schläge tödlich verletzt und starb am darauf folgenden Tag im Krankenhaus. Dass die Polizei in ihrer ersten Pressemitteilung den rassistischen Hintergrund des Angriffs verschwiegen hat, wird von Initiativen gegen rechts scharf kritisiert.

Nach Polizeiangaben begann die Gewalt gegen Mitternacht auf dem beliebten Tänzelfest. Zunächst provozierte eine Gruppe von sieben Männer aus Thüringen im Alter von 22 bis 53 mit rassistischen Parolen drei Spätaussiedler in einem Festzelt. Als die Rechtsextremisten die Drei angriffen, setzten diese sich zur Wehr. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Als anschließend die Sicherheitsdienstmitarbeiter des Festes auftauchten, folgte diesen eine Gruppe Unbeteiligter, darunter auch das spätere Opfer.

Erneut schlugen die Rechtsextremisten, die nach Angaben der Augsburger Allgemeinen Zeitung als Bauarbeiter in der Region tätig waren, zu. Ein 36-jähriger, polizeibekannter Rechtsextremist schlug ohne Ankündigung auf den 34-jährigen Mann aus Kasachstan ein. Der Mann, der in Kaufbeuren lebt, ging zu Boden und wurde so schwer verletzt, dass er noch vor Ort reanimiert werden musste. Am Donnerstagnachmittag erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Die Polizei nahm noch auf dem Fest den 36-jährigen Angreifer und einen 22-Jährigen Komplizen fest. Der 36-Jährige, der bereits wegen “Verwenden von Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen” verurteilt wurde, kam noch am Freitag vor den Haftrichter. Das Gericht erließ Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags. Der 22-Jährige wurde wieder freigelassen, weil ihm keine Tatbeteiligung nachgewiesen werden konnte. Die Staatsanwaltschaft Kempten hat zur Klärung der genauen Todesursache eine Obduktion angeordnet.

“Nach dem Mord hat die Polizei in der Pressemitteilung zuerst den rassistischen Hintergrund der Angriffe und den rechten Hintergrund des verhafteten 36-Jährigen verschwiegen”, kritisiert die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.). Dies sei “ermittlungstaktischen Gründen” geschuldet, sagte Polizeisprecher Jürgen Krautwald der Augsburger Allgemeinen.

Auf den Webseiten lokaler Medien ergießt sich indes eine Flut an rassistischen Kommentaren in die Kommentarspalten. “Die Ausländer” und “die Russen” werden für den Tod des 34-Jährigen verantwortlich gemacht. Das Wichtigste scheint den Anwohnern aber die Sorge um das geplante Feuerwerk zu sein, dass möglicherweise wegen der tödlichen Gewalt von rechts abgesagt werden soll. “Lieber Tänzelfestverein, bitte sagt das Feuerwerk NICHT ab! Der schreckliche Todesfall ist schlimm, aber deswegen das Feuerwerk absagen? (…) Es klingt blöd aber es stimmt ‘THE SHOW MUST GO ON!’”, ist im Gästebuch auf der Webseite des Festes zu lesen.

Kategorien: Bayern
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Nazis haben keine Eier. immer gehen sie
    mit mehreren auf einen drauf.

    • 20. Juli 2013 um 09:34 Uhr
    • sizzle
  2. 2.

    Wieso Verdacht auf Totschlag… für mich ist das Mord. Mordmerkmale sind Heimtücke und niedere Beweggründe, das sollten sie auch bei bayrischen Gerichten eigentlich wissen.

    • 20. Juli 2013 um 09:42 Uhr
    • Birte
  3. 3.

    Das ist jetzt ja auch soviel besser @Zecke… Gewalt ist eine Spiral…erst wenn man die durchbricht…

    • 20. Juli 2013 um 09:46 Uhr
    • ToTo
  4. 4.

    Das ist einfach nur traurig. Die Überbleibsel aus Hitlers Zeit laufen hier frei herum, richten gewaltigen Schaden an der Gesellschaft und des “Images” von Deutschland an, und man tut nur wenig dagegen.

    Image deshalb, weil ich auch mit Menschen aus anderen Ländern zu tun habe und bei der Frage, woran sie zuerst denken, wenn sie Deutschland lesen oder hören, antworten fast alle mit Hitler oder Nazi, obwohl das schon fast 70 Jahre her ist…

    • 20. Juli 2013 um 10:17 Uhr
    • anonymous
  5. 5.

    Hauptsache, der Kraut kriegt sein Feuerwerk und Umtata. Alles andere geht ja auch über seinen Horizont hinaus.

    Und: Polizei, dein Freund und Helfer? Nicht für Schwache und Nichtdeutsche..

    • 20. Juli 2013 um 10:24 Uhr
    • Penny
  6. 6.

    “Das Gericht erließ Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags.”
    Sollen das keine “niederen Beweggründe” sein?

    Meiner Anischt nach ist es ein Mord.

    • 20. Juli 2013 um 10:42 Uhr
    • Bastian G
  7. 7.

    Was soll die Formulierung: Erst riefen sie rassistische Parolen, dann schlugen sie zu. Im Bayerischen Kaufbeuren griffen in der Nacht zu Donnerstag fünf Thüringer Neonazis auf einem Stadtfest wahllos Migranten an. Wahllos? Gezielt wär besser?
    Ich finde die Formulierung äußerst problematisch!

    • 20. Juli 2013 um 11:08 Uhr
    • L. W.
  8. 8.

    Ich bin entsetzt!!!

    Sollte tatsächlich die Möglichkeit, dass das Feuerwerk ausfallen könnte, die grösste Sorge der Anwohner sein, dann frage ich mich was ein Menschenleben in der heutigen Zeit überhaupt noch wert ist.

    Zumal Feuerwerke in meinen Augen verboten gehören solange noch ein Mensch auf der Welt verhungern muss.

    Aber das alles sollte mich nicht wundern. Ich weiss schon weshalb ich für das Aussterben der Menschheit bin. Der Mensch ist der grösste Parasit den es gibt. Er macht auch vor seinen Artgenossen nicht Halt.

    Kein Tier auf diesem Planeten verhält sich wie die “Krone der Schöpfung” PFUI!!!!

    • 20. Juli 2013 um 11:14 Uhr
    • Mensch
  9. Kommentar zum Thema

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