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Lese-Tipp: „Viraler Hass – Rechtsextreme Kommunikationsstrategien im Web 2.0“

 

Bildschirmfoto 2013-12-23 um 12.24.18Mit der Broschüre „Viraler Hass – Rechtsextreme Kommunikationsstrategien im Web 2.0“ stellt die Amadeu-Antonio-Stiftung eine lesenswerte Publikation über die Strategien von Neonazis im Internet vor, die zugleich hilfreiche Tipps für die Argumentation gegen rechte Userinnen und User bietet. 

Neonazis nutzen seit langem verstärkt das Internet, um ihre Propaganda zu verbreiten. Mal agieren sie offen rassistisch, mal mit subtil verschleierten Botschaften. Die Art, wie Neonazis ihre Propaganda verbreiten und mit Personen ins Gespräch kommen möchten, ist dabei ebenso vielfältige wie die rechtsextreme Szene selbst. Besonders gerne verwendet die Szene jedoch emotionale Themen wie beispielsweise Kindesmissbrauch, bei denen sie sich dann in die jeweiligen Diskussionen im Web einklinken und mit vermeintlichen „Argumenten“ die Stimmung anheizen und zum Eskalieren bringen wollen. In der letzten Zeit war dies vor allem bei sogenannten „Bürgerinitiativen“ zu beobachten, die insbesondere in sozialen Netzwerken gegen die Unterbringungen von Flüchtlingen unter anderem in Berlin-Hellersdorf, im sächsischen Schneeberg, oder im brandenburgischen Pätz mobil gemacht haben.

Genau in dieser Zeit stellt die Amadeu-Antonio-Stiftung nun ihre Broschüre mit dem Titel „Viraler Hass“ vor, die sich mit „rechtsextremen Kommunikationsstrategien im Web 2.0“ befasst. Auf 36 Seiten beschreiben die Autorinnen und Autoren, wie Neonazis soziale Netzwerke benutzen, wie sie Diskussionen infiltrieren und diese bis zu einer Eskalation steigern wollen, wie neonazistische Inhalte verschleiert werden und wie Rechtsextremisten ihre Ideologie unter dem Deckmantel des „Humors“ unter die Userinnen und User bringen wollen. Neben der Erklärung von rechten Strategien bietet die Broschüre außerdem eine simple, aber sehr nützliche Erklärung zur Enttarnung von rechten Ideologien. Gleichzeitig hilft die Publikation ihren Leserinnen und Lesern dabei, getarnte Nazi-Propaganda als solche zu erkennen und enthält auch hilfreiche Tipps für die Argumentation gegen rechte Inhalte.

Anhand verschiedener Beispiele zeigen die Macherinnen und Macher der Borschüre auf, wie sich Neonazis tarnen und bei welchen Themenfeldern (Asyl, Tierschutz oder Kindesmissbrauch) sie mit welcher Taktik besonders gern agitieren. Die Auflistung von vielen in der rechtsextremen Szene beliebten Wörtern und Kombinationen in der Publikation der Amadeu-Antonio-Stiftung helfen zudem dabei, rechte Akteure leichter identifizieren zu können.

Durch die leicht verständliche Erklärung und den kompetenten Ratschlägen eignet sich die Broschüre auch für Interessierte, die mit dem Thema bislang kaum vertraut sind. Die Broschüre verdient dank ihrer guten Erklärungen, hilfreichen Analysen und Tipps eine klare Leseempfehlung!

Die Publikation kann gegen Erstattung der Portokosten per Mail an netz@amadeu-antonio-stiftung bestellt werden und steht als PDF zum Download bereit.

5 Kommentare


  1. […] Mit der Broschüre „Viraler Hass – Rechtsextreme Kommunikationsstrategien im Web 2.0“ stellt die Amadeu-Antonio-Stiftung eine lesenswerte Publikation über die Strategien von Neonazis im Internet vor, die zugleich hilfreiche Tipps für die Argumentation gegen rechte Userinnen und User bietet (ZEIT online). […]

  2.   marie

    Viraler Hass. Abraham Foxman schrieb dieses Buch (zus. mit C.Brown). Foxman ist National-Director der ADL – Anti-Defamation-League, eine Civil-Rights-Organisation. Solange das Internet noch nicht zensiert ist (das ist der Zweck dieses Buches), setze man sich bitte auseinander mit:
    – Anlass der Gründung der ADL?
    – Gab es Konflikte mit dem Gesetz?
    – Was hält man in den USA selber von der ADL, ist Foxman glaubwürdig? Oder ist vielleicht die teilweise verwendete Bezeichnung (die ich selber natürlich ablehne) „International Bureau Of Double Standards“ eine angemessene?


  3. […] Störungsmelder: 2014 – die wichtigsten Veranstaltungen der extremen Rechten • Lese-Tipp: „Viraler Hass – Rechtsextreme Kommunikationsstrategien im Web 2.0“ • „Der blinde Fleck“: Staatsversagen auf der […]

  4.   Tamara Bunke

    Viraler Hass ist ein gutes Stichwort. Mir ist völlig unverständlich wie so ein widerlicher, antisemitischer Hetzblog wie XXXXschwertasblog.wordpress.com/ ( kann man zensieren, möchte ja keine Werbung für diesen Dreck machen) immer noch online ist. Ekelhafte, rassistische Stereotypen am laufenden Band. Farbige Menschen und vor allem Juden werden auf das übelste verleumdet. Kann man da medial nicht mal ein wenig Druck auf die zuständigen Stellen ausüben, damit diese Volksverhetzung vom Netz genommen wird?


  5. […] UPDATE: Viraler Hass: Rechtsextreme Kommunikationsstrategien im Web 2.0 […]