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Schlechte Stimmung in Berliner Nazi-Hochburg

 
Die Nazikneipe "Zum Henker" ist einer von zwei rechten Treffpunkten © Matthias Zickrow
Die Nazikneipe „Zum Henker“ liegt ganz in der Nähe vom „Hexogen“ © Matthias Zickrow

In Schöneweide dürften sich Rechtsradikale in Zukunft weniger wohl fühlen: Nachdem der Neonazitreff „Zum Henker“ raus muss, folgt der Szeneladen „Hexogen“ von NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke wohl freiwillig. Eine Kettenreaktion ist nicht auszuschließen.

Von Tagesspiegel-Autor Hannes Heine

Schöneweide könnte seinen Ruf als Hochburg junger Rechtsradikaler bald verlieren. Nachdem in der vergangenen Woche gerichtlich entscheiden wurde, dass die unter Neonazis beliebte Kneipe „Zum Henker“ ausziehen muss, wird nun vermutlich auch der „Hexogen“ den Kiez verlassen. Dieser umstrittene Laden, der sich ebenfalls in der Brückenstraße befindet, wird vom NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke betrieben. Schmidtke bestätigte am Mittwoch auf Nachfrage die Umzugspläne. In einem anderen Kiez rechne er mit „mehr Laufkundschaft“. In dem Geschäft werden Klamotten und Devotionalien angeboten, die in der rechtsradikalen Szene beliebt sind.
Seit Jahren machen Initiativen gegen rechts mobil

Bislang treffen sich Neonazis in Schöneweide in diversen Läden, Wohnungen und Kneipen – nicht nur im „Henker“ und „Hexogen“. Doch eine Kettenreaktion ist nicht auszuschließen, zumal Initiativen, Parteien und Antifa-Gruppen seit Jahren gegen die Szene vor Ort mobil machen. Der Vermieter der „Hexogen“-Räume hatte vergangenes Jahr gegen Schmidtke geklagt. In erster Instanz gewann Schmidtke, doch wolle er nun mit dem Vermieter über einen freiwilligen Auszug sprechen. Sollte dieser ihn wider Erwarten nicht aus dem Vertrag entlassen, bleibt der Laden womöglich bis 2016 in der Brückenstraße.

Erst vergangene Woche hat das Berliner Landgericht der Räumungsklage einer Immobiliengesellschaft gegen den „Henker“-Betreiber stattgegeben. Die Gesellschaft hatte den Mietvertrag bereits im März 2013 gekündigt. Der Wirt weigerte sich, die Räume zu verlassen. Ihre Kündigung für den bundesweit bekannten Neonazi-Treff begründete die Firma auch mit den zahlreichen Versammlungen rund um das Haus.

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